Umfrage April: Bist du für die doppelte Widerspruchslösung bei Organspenden?

Monatlich gibt es bei uns eine Umfrage. Für gewöhnlich klopfen wir hier ein Stimmungsbild unter den mitlesenden Techies ab – welches sich aber auch mit Technik als solches grob beschäftigt. Dieses Mal wollen wir uns aber mal in anderes Gefilde bewegen, aus aktuellem Anlass. Ein Thema, welches uns früher oder später alle angeht: Organspende. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und andere Politiker haben einen Vorschlag zur Reform der Organspende präsentiert. Bislang ist es so, dass man ausdrücklich zustimmen muss, damit man Organspender wird. In den meisten EU-Ländern ist dies mittlerweile anders geregelt, wer nicht explizit widerspricht, der gilt als Spender.

Hierzulande könnte es so aussehen, dass eine riesige Kampagne der Regierung über den neuen Umstand aufklären würde – wenn denn jener Vorschlag angenommen würde und dann als Gesetz irgendwann verabschiedet wird. Die „doppelte Widerspruchslösung“ würde dann als Gesetz verankert und jeder ab 16 Jahren müsste sich dann entscheiden, ob er im Falle eines Hirntods zum Organspender werden möchte. Die Entscheidung ist natürlich jederzeit widerrufbar. Widerspricht man nicht, so wird man als Spender registriert – wobei vor der Organentnahme die nächsten Angehörigen gefragt werden müssen, ob ein schriftlicher Widerspruch vorliegt oder andere Gründe vorliegen, warum von einer Entnahme abzusehen ist. Deshalb auch „doppelte Widerspruchslösung“.

Hier gibt es nun viele Stimmen, die mal mehr, mal weniger gut argumentieren. Gesamt betrachtet geht man davon aus, dass es mehr Spender gibt und bestenfalls weniger Tote, die von den Wartelisten „wegsterben“. Viele Ärzte sehen dies auch positiv, da durch die doppelte Widerspruchslösung die Last von den Angehörigen genommen werden könnte. Zwar werden diese noch gefragt, letzten Endes hat der Verstorbene aber schon eine Entscheidung getroffen. Entweder durch das Gesetz oder eben jenen Widerspruch.  Auf der anderen Seite gibt es natürlich immer noch die Legenden, in denen behauptet wird, dass Notärzte sich weniger um einen Mensch kümmern, wenn entdeckt wird, dass dieser eh Organspender ist. Oder dass eben schneller Maschinen abgestellt werden. Kennt ihr sicher alle selber, diese Geschichten. Von daher ist unsere Monatsumfrage wie folgt:

Ist die doppelte Widerspruchslösung der richtige Weg durch unseren Staat?

Doppelte Widerspruchslösung bei Organspende:

  • Ich bin dafür (63%, 2.345 Votes)
  • Ich bin dagegen (29%, 1.058 Votes)
  • Unsicher (8%, 299 Votes)

Total Voters: 3.702

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei X, Threads, Facebook, LinkedIn und Instagram.

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172 Kommentare

  1. ~140 Abstimmungen und noch kein Kommentar? 🙂
    Das Ergebnis wird halt hier im Blog relativ eindeutig sein, dafür ist das Klientel hier zu (Achtung kritische Formulierung!) aufgeklärt. Ich persönlich hab solang ich denken kann den Organspendeausweis. Und da wir im Bekanntenkreis schon mehrmals die Bedarfseite miterlebt haben, wissen wir, was das für eine Qual (insb. für Eltern) sein kann-hier gibt es für mich absolut keine Diskussion und auch keine Zweifel am System.

    • Ich denke mal, dass es bei vielen Leuten so ist wie bei mir bis vor Kurzem: Die Bereitschaft zur Organspende ist vorhanden, aber es fehlt die Motivation, sich den Spenderausweis zu besorgen. Auch wenn es nicht viel Aufwand ist, es ist trotzdem eine gewisse Hürde.
      Von daher kann ich den Vorschlag nur begrüßen. Wem es so wichtig ist, dass er nicht spendet, der wird auch die Motivation haben, zu widersprechen.

    • Der Spenderausweis sagt NICHT aus, dass man spendet.
      Viele haben einen Spenderausweis und darauf angekreuzt, das sie NICHT spenden.
      Der Spenderausweis kann also ein ganz klares Bekenntnis zur Nichtspende generieren,
      was dann ein Nichtspenderausweis wäre/ist.

    • Denken Sie denn auch mal an die Spender, die noch leben und fühlen (Hirntod ist keine Tod) und am schmerzlosen und würdevollen Sterben gehindert werden. Menschen sollten nicht kurz vor ihrem Tode auf ihre Verwertbarkeit geprüft werden. Es ist menschenverachtend ein Leben gegen ein anderes auszuspielen.

      • GooglePayFan says:

        Natürlich „lebt“ beim Hirntod der Rest vom Körper weiter, was anderes wurde nie behauptet. Dennoch bedeutetet die Diagnose Hirntod den Tod. Denn auch wenn keine Organe entnommen werden, so werden „die Maschinen“ dennoch abgeschaltet, was auch den Rest des Körpers sterben lässt. Immer.

        Für die substanzlose Behauptung, dass Hirntote noch schmerzen empfinden würden, hätte ich gern mal eine Quelle…

        Übrigens ist das Sterben auf einer Intensivstation nie wirklich würdevoll, allerdings behaupte ich mal, dass man durch das Retten anderer Leben sogar an Würde gewinnt.

        • Informier dich ordentlich, dann wirst du erfahren, dass die Testverfahren völlig unzureichend sind und auch das Gehirn nicht sicher tot ist, obwohl die Anforderungen für die fälschlicherweise so bezeichnete Diagnose erfüllt sind.

          • GooglePayFan says:

            Ich bin ordentlich informiert!

            Klar, bei allen medizinischen Testverfahren kann immer irgendwas optimiert werden. Aber die aktuellen Verfahren der Hirntod-Diagnostik sind schon genau genug um den Hirntod festzustellen.

            Es gibt keine Fälle in Deutschland, dass jemand nach nach zweimaliger Hirntoddiagnostik wieder aufgewacht ist.

  2. Schnuffel says:

    Wenn ich Tod bin, dann ist Ausverkauf. Unter der Erde nützen mir meine Organe nicht mehr. Finde ich gut die Lösung, dass dem Spenden widersprechen muss.

    • Das ist ja genau der Punkt. Du bist nicht wirklich tot, nur hirntot. Dein Körper mit allen Nerven lebt noch. Weisst du warum eine Narkose bei der Entnahme Vorschrift ist? Weil du die Schmerzen noch spüren kannst. Jetzt stell dir vor, die vergessen die Narkose oder überspringen sie, weil es ganz schnell gehen muss, dann weisst du warum ich auf keinen Fall Organspender sein möchte.

      • Genau richtig. Durch die Hirntod-Definition des Todes ist der Tod vorverlegt worden, damit man die Organe noch nutzen kann. Der Körper reagiert aber eben sehr wohl noch. Daher finde ich die Aussagen von einigen hier erschreckend, so nach dem Motto, na, wenn ich eh tot bin ist mir das ja alles egal. Das zeigt nur, daß diese Leute sich nicht ausreichend mit der Thematik beschäftigt haben.
        Ich las mal einen schockierenden Bericht, ich glaube es war in „Psychologie heute“, wo eine Mutter diese Entscheidung für ihren verunfallten hirntoten Sohn treffen mußte. Sie wollte ihn danach noch einmal zum Abschied sehen und war entsetzt, als sie das schmerzverzerrte Gesicht des Jungen sah. Auch die Behauptung, daß Narkose vorgeschrieben ist, wäre mir neu. Vor einiger Zeit war sie das definitiv noch nicht.
        Nachdem ich diesen Bericht gelesen habe, ist für mich die Entscheidung ganz klar, daß ich das niemals mit mir machen lassen will.

      • Narkose bei Hirntot? Quatsch! Atmung und andere wichtige Maßnahmen bleiben erhalten, wenn die Organe gespendet werden, damit diese halt „frisch“ bleiben. Wenn du Hirntot bist, bist du tot. Da helfen die funktionerenden Organe auch nichts mehr.

        https://www.tk.de/techniker/service/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/organspende/die-entnahmeoperation-2022044

        https://www.n-tv.de/wissen/Organspende-und-ihre-Kritiker-article5653861.html

      • Ja du hast recht, der Körper ist noch nicht tot. Allerdings ist das Gehirn tot. Der Körper kann noch ganz minimal auf Stress reagieren, mit den Nerven und Reflexen die nicht über das Gehirn laufen. Aber selbst ohne Narkose spürt der „Mensch“ nichts mehr, eben weil er Hirntod ist. Ich finde deine Entscheidung OK, dass muss jeder für sich selbst entscheiden dürfen, ohne Rechtfertigungsdruck! Aber ich glaube viele Menschen müssen sich darüber klar werden was Hirntod bedeutet.
        Den „Menschen“ gibt es nicht mehr, alles was ihn ausgemacht hat ist weg. Nur noch sein Körper wird künstlich erhalten. (Ich will hier nicht sagen „am Leben“ gehalten).

        • Wobei der Hirntod darauf basiert, das die Mediziner und Forscher meinen, das es den Menschen dann nicht mehr gibt, aus Erfahrung kann keiner erzählen, hoffen wir mal das sie Recht haben und man nicht doch was mitbekommt, während einem die Organe entnommen werden. Zudem stellt sich die Frage handelt es sich bei dem Hirntoten nicht immerhin noch um menschliche Leben? Insbesondere wenn man da die Diskussionen um das ungeborene Leben und Abtreibungen ansieht.

  3. Ich habe nach meinem Ableben einfach keine Verwendung mehr für meine Organe.

  4. Heisenberg says:

    Man munkelt Leute die öfters zum Arzt gehen (wozu auch) und besonders Organspender sollen früher sterben 😉

    • GooglePayFan says:

      Man munkelt auch, dass in Berlin ein Echsenmensch auf dem Thron sitzt.
      Wahrheitsgehalt ist trotzdem der gleiche…

  5. Im Bedarfsfall will jeder ein Organ bekommen, aber kaum jemand will spenden bzw. sich gedanklich und per Ausweis damit auseinandersetzen.
    Mit der Widerspruchslösung dokumentiert derjenige, der aus welchem Grund auch immer, nicht spenden will seinen Willen, der Rest, den es offensichtlich auch vorher nicht interessiert hat muss jetzt drüber nachdenken oder muss unterschreiben. Völlig sinnvoll.

    • Ganz einfach: wer kein Organspender sein will darf auch kein Organempfänger sein.
      Wer Bedenken bezüglich der Organspende hat, hat die sicherlich auch gegenüber dem Organempfang.

      Mir ist aber durchaus bewusst, dass fast jeder Paulus zum Saulus wird sobald es um das eigene Leben (oder das naher Angehöriger) geht, dann spielt die vorgeblich so hohe eigene Moral auf einmal keine Rolle mehr.

      • Die erste wirklich sinnvolle Argumentation Organspender zu werden.

        Ich bin völlig ihrer Meinung, damit wird Organspender sein, wie eine Versicherungsleistung.

  6. Dafür. Es hört sich vielleicht nicht nach einem großen Unterschied an, aber mir als Angehörigem wäre damit, denke ich, sehr geholfen gewesen. Die Konstellation ist eine andere, wenn man nur die Möglichkeit zum Widerspruch bekommt, und davon ausgehen darf, dass der Angehörige sich bewusst entschlosen hat, nicht zu widersprechen.

  7. Klaus Schächterle says:

    Ich bin generell für eine Organentnahme. Warum soll bei einem Unfallopfer oder anderweitig im Sterben liegenden Menschen die Organe verbrannt werden oder im Boden verfaulen?

    Schließlich kann man damit ja noch andere Leben retten.

    Nur Schade dass es so lange gedauert hat. Leider mussten deswegen Menschen sterben, nur weil die Politik sich zu lange um diese Entscheidung gedrückt hat.

    Gruß Klaus

    • Das Problem ist nicht die Organentnahme, sondern dass die Tests, ob jemand wirklich tot ist, völlig unzureichend sind. Was aktuell bei der Organspende-Untersuchung als Hirntod bezeichnet wird, hat man mit Hirntod im biologischen Sinn garnichts zu tun. Vielmehr wird das Leben eines Organempfängers höher bewertet, als das des Spenders, der vielleicht noch zu retten wäre. Ohne diese Probleme wäre ich auch Spender. Derzeit würde ich widersprechen, hätte aber kein Problem damit, das aktiv zu tun, denn wem es egal ist, dem sind auch die Missstände egal, und helfen kann er trotzdem.

  8. Hab auch einen Ausweis. Warte aber im Gegenzug fast 13 Jahre (nächsten Monat Jubiläum) auf ein Organ. Ich denke das mit der Widerspruchslösung mehr Organe zu Verfügung stehen. Würde mich natürlich riesig freuen, wenn es eine Änderung gibt. Ganz interessant im Techblog sowas zu lesen. Danke Caschy.

  9. das wird auch Zeit, dass das mal in der Richtung weitergeht. Ist ja in anderen Ländern schon lange Usus. Spenden der Organe darf jeder, der gesund ist….klingt seltsam, der Satz, stimmt aber.
    Tumorpatienten zB dürfen erstmal nicht Spender werden im Todesfall, hier muss man genau überlegen.

  10. Absolut, so eine Lösung ist längst überfällig! Wer unbedingt nicht spenden will, muss auch jetzt schon aktiv werden (Im Organspendeausweis kann man das Dokumentieren). Denn wenn man heute schon nichts macht, werden die Verwandten befragt und müssen in der schwierigen Zeit entscheiden. Also sollte auch heute schon jeder einen Organspendeausweis ausfüllen, egal ob man spenden will, oder nicht. Übrigens kann man auch einzelne Körperteile ausschließen.

    • Man kann aber leider nicht bestimmte Empfänger ausschließen. So könnte es also sein, das ein ehemaliger IS „Kämpfer“ oder ein „Faschist“ die eigne Niere bekommt. Und das will man doch nicht.

      • Also nur Menschen erster Klasse sollen Empfänger deiner Organe sein?
        Was gibt es denn noch so für Ausschlusskriterien?
        Sexarbeiter/innen? Ausländer? Kinderschänder? Politiker?
        Wo willst du die Grenze ziehen? Und ist deine Grenze die richtige? Kann eine Grenze die richtige sein?
        Sollte es nicht ausschließlich an medizinischen Kriterien festgemacht werden?

        • Warum sollte für sein Organ seine Grenze nicht die für ihn Richtige sein?

          Für andere mag sie dumm sein.

  11. Ich hätte da noch einen Vorschlag: Wer nicht widerspricht landet, falls er in die Situation kommen sollte, dass er ein Organ benötigt, höher priorisiert auf der Warteliste.

  12. Sehe ich völlig anders. Ein Zwang, ich welcher Hinsicht auch immer, ist aus meiner Sicht immer kontraproduktiv! Wohin soll das denn bitte führen, wenn der Staat mir vorschreibt, dass ich einfach so Spender (für was auch immer) zu sein habe? Ich kann die Menschen, die davon extrem betroffen sind verstehen (mir geht es in anderer Hinsicht ähnlich), aber das ist aus meiner Sicht kein Grund die Menschen zu etwas zu zwingen. Dann hätte man auch eine intelligente Kampangne durchführen können, die den Menschen eine Freiwilligkeit ans Herz legt. Bei mir bewirkt so eine Zwangsmaßnahme genau das Gegenteil!

    • Es gibt ja keinen Zwang. Und wenn du nur aus Trotz keine Organe spenden willst, solltest du vielleicht mal erwachsen werden.
      Mich würde ja interessieren, ob du das einem Betroffenen dann auch ins Gesicht sagen könntest.

      • Meine Entscheidung says:

        Kann ich. Denn solange man es sagen kann, hat niemand an meinem Körper zu schnippeln. Er gehört mir und darf eben nicht ausgeweidet werden.

    • es hat immer zwei Seiten. Sicher bewirkt eine solche Maßnahme bei vielen das Gegenteil, aber die Freiwilligkeit reicht ja leider nicht aus, wie man weiß.
      ist immer so: wo es um Freiwilligkeit geht, macht der Mensch nur mit, wenn er einen persönlichen Vorteil davon hat. sieht man ja in der Lebensmittelbranche gut, das es nicht weit her ist mit der freiwilligen Kennzeichnung der Lebensmittel mit einer Ampel

    • Das ist keine Zwangsmaßnahme, du kannst jederzeit widersprechen, somit ist es weiterhin freiwillig

      • Wenns zentral verwaltet wird kann man an die Entscheidung auch andere Leistungen koppeln. …also die erste Leistung, die man koppelt, könnte der eigene, priorisierte mögliche Platz auf einer zukünftigen Empfängerliste sein. Wenn sich das etabliert hat könnte man auch ganz allgemein vielleicht einen Teil der Kassenbeiträge an die Spendenbereitschaft koppeln. …zuguterletzt könnte man, wenn das im kollektiven Verständnis Fuß gefasst hat, den Preis der verpflichtenden Kassen für Nichtspender prohibitiv steigern. …und dann ist man noch eine Nur-die-Reichen-kommen-raus Debatte von der verpflichtenden Organspende entfernt.

        Normale Politik der kleinen Schritte halt. ..vielleicht erinnert sich noch jemand an die Debatte zu biometrischen Merkmale in Ausweisen. Erst mal alles nur freiwillig und so. Da lief das auch so.

        Moral von der Geschichte: Zwangsmaßnahme hin oder her: Jede Organspendelösung muss affirmativ Platz für die Nichtspende schaffen. Moralisch und rechtlich. …sonst geht der Freiraum dieser Entscheidung schneller flöten als Jens Spahn.

      • MeineEntscheidung says:

        Ich kann nicht, ich muss widersprechen. Das hat nichts mit Freiwilligkeit zu tun. Warum muss ich erklären, dass mein Körper unversehrt bleiben soll? Das ist ein Grundrecht!

    • Ich sehe das auch so Ralf. Es kann nicht sein dass man erst „nein“ sagen muss. Es fängt bei der Organspende an (wofür ich noch Verständnis hätte), aber wo führt es hin? Leider vertraue ich unseren Politikern nicht mehr.

    • Der einzige Zwang ist sich Gedanken drüber zu machen bzw. zu widersprechen. Und das dürfte in Anbetracht der Bedeutung des Themas nicht zuviel verlangt sein.

      Wie man hier von einem „Spendezwang“ sprechen kann, ist mir schleierhaft.

    • Bin da voll bei dir Ralf. Vor allem wird sich die Zahl der Organspenden durch diese Zwangsmaßnahme wenn überhaupt nur geringfügig erhöhen. Die ganze Debatte hatten wir doch vor ca. nem halben Jahr.

      Entscheidend ist vor allem die Tatsache, dass die Kliniken entsprechende Zeit und Vergütung bekommen um eine Entnahme bzw. Transplantation durchzuführen. Und hier hat es bereits Verbesserungen durch eine Novellierung des Transplantationsgesetzes gegeben.

  13. Ich habe einen Organspendeausweis, aber was Spahn da vor hat, geht eindeutig zu weit. Spahn ist einfach nur ein Lobbyist der „Transplantations-Industrie“. Durch Organe kann die Pharmaindustrie viel Geld verdienen. Viele denken ja das der Patient geheilt ist sobald er ein neues Organ erhält, dem ist aber nicht so. Er ist bis an sein Lebensende auf Medikamente und medizinische Betreuung angewiesen und damit lässt sich natürlich viel Geld verdienen. Wenn also alle verdienen, warum bekommen die Angehörigen des Spenders nichts? Wie wäre es, wenn man seine Organe verkaufen könnte? Aber das ist dann plötzlich unethisch. Ethisch hingegen ist es die Bürger zu einer Entscheidung zu zwingen.
    Mit mir nicht. Wenn Spahn sein wirres Vorhaben durchbringt, landet mein Organspendeausweis in der Mülltonne. So einfach ist das.

    • Wenn Du Deinen Ausweis in die Tonne wirfst, kann es passieren, dass Du Spender wirst.
      Wenn Du nicht spenden möchtest, nimm den Ausweis und kreuze an, dass Du nicht spenden möchtest.

      • Das war im übertragenen Sinne gemeint. Wenn sich Spahns wirre Ideen manifestieren, werde ich schon das entsprechende tun, damit meine Organe NICHT gespendet werden. Das sollten dann eigentlich alle Spender machen.
        Der Staat kassiert horrende Steuern von uns, wir werden mit Zwangsabgaben wie Rundfunkgebühren belastet und nun will er auch noch unsere Eingeweide? Was ist bloß los in diesem Land? Faschismus 2.0?

    • wie kommst du auf die Aussage des Lobbyismus? kannst du das belegen oder ist das nur wilde Theorie?
      die Pharmaindustrie ist da erst mal außen vor beim Geld, das kommt im Nachgang.

      Und du glaubst wirklich, das zB eine 2-3x pro Woche durchgeführte Dialyse billig ist, evtl. sogar billiger als eine Transplantation + Nachgang?

      und deine Organe verkaufen kannst du ja, musst nur nach Indien oder so fliegen. Kommst dann aber wohl leider nicht mehr unbedingt lebend zurück, aber man kann ja nicht alles haben (da muss einfach mal Sarkasmus her)

      das Vorhaben ist nur wirr insofern, das du dann den Ausweis entsorgen willst…. mach ruhig, dann bist du auf jeden Fall Spender 😉

      • Du bekommst meine Organe nicht! Da kannste sicher sein.

        • das weisst du doch gar nicht 😉 … ganz einfach weil du das im Spendefall gar nicht festlegen kannst, wer was bekommt

        • Ich hoffe, ich bekomme im Fall der Fälle von Dir auch keine Organe. Nicht, dass dann Deine Meinung auf mich abfärbt. Und Zack, Buddelschippe offn Kopp. Ist eh wie im Kindergarten. Hahaha

    • An die Pharmaindustrie bin ich auch ohne Organ gebunden. Ist jetzt auch eine Din A4 Seite mit Tabletten, Spritzen (Epo, Eisen).

  14. Ich selber möchte meine Organe nicht spenden – finde die Lösung aber gut. Solange es die Möglichkeit gibt, dass man Wiederrufen kann ist alles tiptop.

  15. Wie wenig dabei mitgedacht wird – erschreckend!

    Beispiel:
    Da braucht jemand dringend ein neues Organ und wenn nicht, geben ihm die Ärzte noch 3 Monate zu leben. Diese Person hat nichts mehr zu verlieren – außer sein Leben.

    Wenn er statistisch weiß, das einer von 20 Bürger als Spender infrage käme, dann geht der zu einer Großveranstaltung und legt als Sniper 20,30,40 Menschen mit Kopfschuss um. Wenn er Glück hat, kommt er unerkannt davon und muss zu Hause nur noch auf den Anruf der Spenderklinik warten

    Wenn er erwischt wird, lebt er noch einige Jahrzehnte im Gefängnis weiter.

    Diese Vorgehensweise, dass jeder automatisch zum Spender wird, kann ganz fatal nach hinten losgehen!

    Wir leben schon in einer durchgeknallten Welt und wir müssen wg. Jens Spahn (und seiner Geilheit in den Medien aufzutauchen) nicht noch mehr durchknallen!

    • Interessantes Planspiel. So habe ich das ja noch gar nicht gesehen. Du machst mir Angst.

    • Länder (der EU) in denen die Widerspruchslösung bereits vorliegt:
      Bulgarien, Frankreich, Irland, Italien, Lettland, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich, Polen, Portugal, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, der Türkei, Ungarn und Zypern.
      Habe jetzt nicht mitbekommen das dort regelmäßig mit Sniper 20,30,40 Leute umgenietet werden…

    • Oh man, besorgter Bürger, oder was?

    • Total an den Haaren herbeigezogenes Beispiel!

    • Wenn du Leute mit Kopfschuss umlegst, dann kommen die leider nicht mehr als Spender in Frage, weil Ihre Organe hinüber sind, bis sie in der Klinik angekommen sind.
      Zumal du sicherlich einige tausend Personen umlegen müsstest, um statistisch die Chance auf ein passendes Organ zu haben.

    • Da haben wir aber noch mal Glück gehabt, dass wenigstens du mitgedacht hast, Schlaumeier.

  16. Hi,
    Bin auch schon ewig Spender, bin aber dagegen da einen Zwang daraus zu machen. Es ist eine Spende und sollte es auch bleiben.

  17. Eine Opt-Out Lösung wird auf jeden Fall bedeutend mehr Spender generieren, das fände ich nicht schlecht. Auf jeden Fall muss aber vermieden werden, dass Nicht-/Spenderlisten erstellt werden. Der Vorteil der bisherigen Organspendeausweislösung (die wie weiter oben gesagt bloß die eigene Spendenentscheidung dokumentiert und nicht vorweg nimmt) ist, dass es sich um eine dezentrale Lösung ohne lange Listen mit personenbezogenen Daten handelt.

    ..denn so wie ich das deutsche Gesundheitssystem einschätze kommt es zu langen Listen mit personenbezogenen Daten. Das ist immer ein Fehler. Insofern bin ich erst mal gegen jede zentral verwaltete Zu- oder Widerspruchslösung.

    Zu der ethischen Debatte: Mir persönlich ist egal, was nach meinem Tod mit den Organen geschieht. …allerdings ist mir, wenn ich denn dann schlussendlich tot bin, auch das Leben der anderen egal.

    Technokratische Argumente, die anderen irgendwelche anderen, auch meinetwegen esoterische Argumente für bzw. gegen die eigene Organspende absprechen sind aber auch Käse. Das lädt die Debatte bloß emotional auf & darunter leidet dann letztendlich die Gesprächskultur.

    Ein bisschen wie bei der Impfdebatte, in der mittlerweile beide Seiten insistieren der jeweils andere sei für Kindermord. …so diskutiert Plebs; das braucht niemand.

  18. Nettester says:

    Eine Anmerkung zum Text. Explizit kann man ab dem 16ten Lebensjahr sich für eine Organspende entscheiden. Die automatische Organabgabe ist ab dem 18ten Lebensjahr. Der Widerspruch ist auch erst ab dann notwendig, wenn man nicht Spenden möchte.

    • Im 16. Lebensjahr ist man 15
      und
      Im 18. Lebensjahr ist man 17.

      Sehr häufig gemachter Fehler.

      • Nettester says:

        Ich korrigiere ab dem 16 / 18 Geburtstag.
        Danke, für den Hinweis, habe in dem Moment nicht darüber nachgedacht.

  19. Finde die Lösung prima, und ehrlich gesagt wird es auch endlich Zeit, dass man sich bewusst dagegen aussprechen muss.
    Ich gehe sogar so weit zu fordern: nur Spendenwillige haben auch ein Anrecht auf ein Spenderorgan.
    SpendenUNwillige, was deren recht ist, müssen sich halt dann ganz hinten anstellen.

    PS: Das Beispiel von Ronald mit der Großveranstaltung ist ja total an den Haaren herbeigezogen!
    Man findet immer ein zusammengesponnenes Beispiel, damit man was nicht macht.
    Btw. da wäre es einfacher eine Bank auszurauben, und sich dann ein Organ aus Afrika oder Asien zu besorgen.

    • Nettester says:

      Ich stimme mit dir argumentativ überein, dass nur Personen eine Spende erhalten sollten, die selbst bereit sind zu spenden und diese Bereitschaft muss erklärt werden bevor klar ist, dass man selbst zum Empfänger werden könnte.
      Was aber auch dann bedeutet, dass Diejenigen, die sich nicht entscheiden wollen auch nicht ihre Organe abgeben müssen.

      Und ja das Beispiel ist quatsch, da mit einem Kopfschuss quasi nicht die Zeit gegeben ist, dass ein Organ transplantiert werden kann.

    • Kein Problem für mich, ich würde definitiv lieber leer ausgehen, als selbst zum Spenden gezwungen zu werden.

  20. Im Podcast „Lage der Nation“ war das Thema auch schon mal aufgegriffen worden. Dort wurden die Spenderausweiszahlen und die entgültigen Spenderzahlen gegeneinander gehalten. Was ich dort viel erschreckender fand, war das wohl viele Kliniken vor Organspende zurückschrecken, weil es für die „zu viel Arbeit“ ist. Ob sich das aufgrund der Widerspruchslösung (groß) ändert bezweifel ich.

    • Ich kenne die Folge von Lage der Nation jetzt nicht, aber haben sie lediglich davon gesprochen, dass es zu viel Arbeit wäre?
      Organspende ist jetzt kein Allerweltsvorgang, daher können viele Kliniken dies gar nicht durchführen. IdR dürfte dies strukturell bedingt sein. Die Prozess-, Struktur- und Qualitätsvorgaben sind erheblich. Und ganz nebenbei muss das Ganze auch noch Vergütet werden . Wenn man es schafft an mehr Krankenhäusern diese Voraussetzung zu schaffen, können die Zahlen der Organspende bestimmt steigen. Was allerdings klar sein muss: ein Krankenhaus in der Grundversorgung wird auch dann keine Organentnahme durchführen können.

      • Im Prinzip kann jede Klinik, die über einen OP verfügt, eine Organentnahme durchführen.
        Wenn die eigenen Ärzte dazu nicht in der Lage sind, schickt das nächstgelegene Transplantationszentrum ein Entnahmeteam.
        Da für eine Organentnahme aber zwingend eine Hirntod Diagnostik vorgeschrieben ist, werden Organentnahmen eigentlich nur in Kliniken der Schwerpunktversorgung und der Maximalversorgung durchgeführt. Das sind eben auch die Kliniken, die polytraumatisierte Patienten aus der Umgebung von den Kliniken der Grund- und Regelversorgung aufnehmen.
        Und es ist ein Wust an Arbeit, der anfällt.

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