Ubuntu auf Smartphone und Tablet: Aus für Unity8

Back to the roots. Mit diesem einfachen Satz kann man wohl am besten beschreiben, was derzeit beim Hersteller Canonical kommuniziert wird. Die Macher hinter dem System Ubuntu schneiden alte Zöpfe ab und machen mit einigen Dingen kurzen Prozess. So stellt man mit sofortiger Wirkung die Arbeit an Unity ein. Fokus von Canonical wird erst einmal wieder der Desktop, hier soll bereits ab Version 18.04 LTS wieder der Gnome-Desktop ausgeliefert werden. Smartphone- und Tablet-Anpassungen des Systems werden also erst einmal zu Grabe getragen.

In der Vergangenheit gab es Versuche einiger Hersteller, Ubuntu als mobiles System zu platzieren – aber das war nicht wirklich mit Erfolg gekrönt. Unity8 war damals ein interessantes Projekt, zum einen konnte man das System als reines Smartphone-Betriebssystem nutzen, auf der anderen Seite gab es einen Convergence-Modus, der das Smartphone zum PC machte.

Mark Shuttleworth, Founder von Ubuntu und Canonical, teilt mit, dass man lieber in Bereiche investiere, die die Firma nach vorne bringen. Hier sieht man Ubuntu auf Desktops, Servern und in virtuellen Maschinen, die Cloudstrukturen und auch das Internet of Things als Wachstumstreiber. Unity8 sei ein schönes, nutzbares und solides Produkt seines Teams – doch respektiere er auch die Märkte und die Community. Und da wurde letzten Endes entschieden, welche Produkte wachsen und welche verschwinden.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

22 Kommentare

  1. Na endlich haben sie es eingesehen! Unity war von Anfang an eine benutzerunfreundliche Katastrophe, aber man musste sich ja krampfhaft von anderen Distributionen abheben. Kein Wunder, dass Mint Ubuntu den Rang abgelaufen hat.

  2. @Max
    Bist du dir sicher, dass Mint Ubuntu den Rang abgelaufen hat? Ich glaube es nicht.

  3. Schade ums Telephon gut für den Desktop

  4. Ich finde das einen guten Schritt, einfach weil ich mit Unity nie warm geworden bin und in den letzten Versionen immer auf GNOME umgestiegen bin.
    Spannend wird sein wie es mit anderen Sonderwegen weitergehen wird die man bei Ubuntu eingeschlagen hat – ich denke hier an die Snaps. Denn es ist doch einigermaßen unwahrscheinlich, dass sich diese Paketverwaltung in absehbarer Zeit auf andere wichtige Distributionen ausweitet. Und dann stellt sich die Frage ob und wie lange man zwei Paketverwaltungen parallel betreiben will.

    @malte: zumindest die Statistiken von DistroWatch deuten in die Richtung – unabhängieg davon ob die nun sehr valide sind machen sie den Trend deutlich, dass Ubuntu an Bedeutung verliert

  5. Sehr wichtig ist auch das „Mir“(ein neuer Displayserver) gecancelt wurde! ALLE anderen Distributionen setzen in der Zukunft auf Wayland, und Ubuntu hätte hier sehr stark fragmentiert. Jetzt kann man sich zusammen auf Wayland konzentrieren und hoffentlich bald X11 ausmustern.

  6. @stefan
    Ubuntu verliert keineswegs an Bedeutung! DIe Basis ist nach wie vor sehr gut! Linux Mint baut auf Ubuntu Basis auf! Sehr sehr viele erfolgreiche Distributionen bauen auf Ubuntu Basis auf und benutzen deren Repositories!
    Endlich hat Canonical verstanden warum das „standard“ Ubuntu (mit Unity) durch viele andere auf Ubuntu aufbauende Distributionen auf heimischen Desktops ersetzt wird. Unity war scheiße und ich bin froh dass sie das jetzt aufgegeben haben.

  7. Unity 7/8 wurde oft zu schlecht gemacht, es hatte seine Vorzüge, gerade bei einfachen Endanwendern. Mein Vater (70) zB kommt damit hervorragend klar, was man von anderen Desktopumgebungen nie sagen konnte. Hätten die mit Unity 8 auf Wayland gesetzt, hätte es m.E. aufgehen können: Ein Alleinstellungsmerkmal und Konvergenz vom Handy bis Desktop. Für einen Displayserver UND eine geräteunabhängige Oberfläche fehlen einer so kleinen Firma einfach die Entwickler. Dass weder Apple noch Google bisher ein solches Produkt angekündigt haben, und Microsoft seit Windows 8 sich daran mehr schlecht als recht versucht, zeigt ja schon, dass es nicht so einfach ist.

    Etwas verwunderlich finde ich, dass jetzt auf Gnome gesetzt wird. Unity 8 wurde doch neu mit QT aufgesetzt? Und KDE macht doch gerade sehr viel in genau die Richtung: Telefon, Koisk-Mode, Netbook-Oberfläche bis hin zu vollwertigem Desktop. Man hat sich jetzt Jahrelang mit QT-Programmierung beschäftigt, und nutzt das plus die gemeinsamen Ziele nicht, sondern geht wieder zurück zu Gnome? Nicht gegegen Gnome, aktuell mein bevorzugter Desktop, aber als Firma hätte ich anders entschieden.

  8. @Tim Das ist jetzt aber eher Semantik, als ein Argument. Weniger User benutzen Ubuntu auf dem Desktop und darum ging es mir. Ob der Unterbau, Ubuntu oder Debian oder Arch ist, ja mei…

  9. Wolfgang D. says:

    Logische Konsequenz, nachdem FirefoxOS und andere keinen Durchbruch geschafft haben. Linux bleibt wohl auch in Zukunft ein Browsersystem für Webdienste, bzw. eine große DeX Station für Citrix Remote Application Zugriff.

  10. Ein „Browsersystem für Webdienste“ musst du jetzt nochmal erklären, gerade in Bezug darauf, dass es für professionelle Videobearbeitung, Serverinfrastrukturen etc genutzt wird.

  11. Professionelle Videobearbeitung unter Linux? Wer macht das und wie professionell?
    Glaube nicht, dass die Effekte im neuen Star Wars streifen unter Linux eingefügt worden sind…

  12. Ich bin auch nie mit Unit warmgeworden. Bin letztendlich bei Mint als Desktop für meinen Arbeitslaptop hängengeblieben.

  13. @Karl: Blender und Lightworks werden in Hollywood oft genutzt und laufen beide unter Linux… ganz abwegig also nicht!

  14. Karl O.: Was du glaubst und was zum Beispiel Disney machen, sind halt offenbar zwei Paar Stiefel 😉 Als Einstieg ein Artikel von 2002: http://www.nytimes.com/2002/06/18/business/technology-disney-shifting-to-linux-for-film-animation.html

  15. Oder auch http://www.creativeplanetnetwork.com/news/news-articles/linux-hollywood/381003 Aber was nicht sein kann, ist auch nicht so, was? 😉

  16. Im Gegensatz zu Firefox OS war die Ubuntu Variante nicht so ein halbfertiger Müll. Das Problem ist meiner Ansicht nach eben im Smartphonemarkt, wenn man keinen der großen Spieler (Samsung, LG, Asus, etc.) als Abnehmer gewinnen bzw. überzeugen kann, ist die ganze Sache quasi aussichtslos.

    Canonical hat eingesehen, das man auf dem Markt eben nichts reißen kann und verlagert folgerichtig die Ressourcen auf die recht erfolgreiche Desktopvariante.

  17. Das ist sehr schade für Mark, für Ubuntu, die Community usw. Ich habe viele Jahre Ubuntu auf meinen ganzen Rechnern verwendet, und dabei seit Ende 2011 Unity. Ich fand Unity sehr gelungen – im Gegensatz zu vielen Linuxern, die nur darüber meckerten, aber nie nutzten…

  18. Mist! Meine Linux Rechner laufen zwar mit LMDE, aber das nächste Smartphone sollte ein Ubuntu-Touch Gerät sein, meno… Hatte meine Seele erst Google, dann Apple verkauft und jetzt, wo ich sie wieder frei kaufen wollte, macht Ubuntu-Touch schlapp. Dann, bleib ich erstmal bei Apple… 🙁

  19. @max
    Unterschiedlicher könnten Apple iOS und Ubuntu-Touch aber nicht sein 😀
    Bei Google, also unter Android und mit root Rechten im Idealfall, bist du ja bereits auf einer Linux Distribution unterwegs.

  20. mochte Unity mehr als Gnome, schade. Dass es allerdings mit den mobilen Plattformen nicht geklappt hat ist für mich jetzt nicht so überraschend.

  21. same here…
    Vieles ausprobiert – angefangen mit OpenSuse und KDE, dann Ubuntu mit Gnome… und schließlich bei Unity gelandet.

    Ich würde es schade finden, wenn Unity nicht mehr weiterentwickelt würde. Kann damit sehr gut, zügig und effizient arbeiten und habe die Aufregung nie so recht verstanden, die der Eine oder Andere um Unity oder Gnome gemacht hat.
    Ich finde, dass jede der Desktopumgebungen ihren eigenen Reiz und ihre Vor- und Nachteile hat. Kommt immer darauf an, worauf man seinen „Fokus“ legt. Sollte es nicht mehr weiterentwickelt werden, geht der Wechsel wohl zu Gnome. Gnome 3 finde ich jetzt so schlimm auch nicht.

  22. Bei den massiven Sicherheitslücken, mit denen Android in freier Wildbahn unterwegs ist, möchte man eher nicht mit root-Rechten am Start sein.

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