Ubuntu auf dem USB-Stick installieren

Marcel hat mir eine E-Mail geschickt und mich auf ein Tutorial bei TecChannel hingewiesen, in dem beschrieben wird, wie man Ubuntu auf einem USB-Stick installiert. Auch Martin hatte das Thema aufgegriffen und zwei Links geliefert. Nachdem ich mir die Tutorials so durchgelesen habe, dachte ich: das muss einfacher und schneller machbar sein. Also habe ich mal in wenigen Schritten festgehalten, was zu beachten ist. Für mich ist es ganz reizvoll – denn so kann ich meinen Asus Eee auch via USB-Stick / SD-Card dazu bringen mit Ubuntu zu laufen. Das Ganze natürlich ohne Änderungen an der Festplatte. Und nicht nur durch eine simple Live-CD bei der keine Änderungen machbar sind.

Meine Anleitung bezieht sich auf den Asus Eee – ist aber auch mit jedem anderem PC machbar. Ich habe keine Live-CD mit Ubuntu gebrannt, da ich erstens kein optisches Laufwerk am Asus Eee 100H habe und es zweitens via USB-Stick / SD-Card schneller geht.

Wir benötigen: zwei USB-Sticks oder die Kombination USB-Stick /SD-Card, ein ISO von Ubuntu und die Software unetbootin.

Unter Windows unetbootin starten, das Ubuntu-Image auswählen, dazu als Ziel den USB-Stick. Dieser fungiert nachher als Live-System.

Nun wird der Eee mit dem USB-Stick gestartet – das Ubuntu Live-System sollte starten.

Wir schließen den zweiten USB-Stick (beziehungsweise die SD-Card) an unser Gerät an und starten die Installation des “echten” Systems mit einem Doppelklick auf das entsprechende Desktop-Icon.

Die weiteren Schritte sind selbsterklärend – deswegen spare ich mir Worte und Bilder – bis zu diesem Punkt:

Hier müsst ihr zwingend beachten, dass ihr euren zuletzt angesteckten Stick auswählt. Bevor ihr schlussendlich den Vorgang beendet müsst ihr die erweiterten Einstellungen aufrufen um dem Installer zu sagen, dass ihr Grub (den Bootloader) auf dem USB-Stick  platzieren wollt. Solltet ihr das nicht tun, so kann euch später beim  Booten eures Computers der Grub Error 21 begrüßen.

Nun wird Ubuntu auf dem USB-Stick installiert.

Nach der Installation müsst ihr noch einen wichtigen Schritt vollziehen, damit ihr später auch von eurem USB-Stick booten könnt – denn obwohl der Bootloader auf eurem Stick ist, hat er doch die falschen Angaben zu eurer Bootfestplatte, da im Moment der Installation der USB-Stick einen anderen Pfad hatte als später, wenn er alleiniges Bootmedium ist.

Ihr startet das Terminal und gebt folgendes ein:

sudo gedit /media/disk/boot/grub/menu.lst

Dort ändert ihr nach der Sektion #End Default Options# die Root-Angaben auf (hd0,0) – wie ja auch im Screenshot zu sehen ist. Danach speichert ihr die menu.lst.

Nun könnt ihr in Zukunft von eurem USB-Stick ein richtiges Ubuntu starten und ganz normal damit arbeiten – inklusive aller Änderungen.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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66 Kommentare

  1. Perfekt! Ubuntu rockt!

  2. Kristallregen says:

    Danke 🙂
    Gibt es auch eine Möglichkeit dieses mit nur einem Stick zu bewerkstelligen – wie bei Fedora (Link) ?

  3. Hmmm, aber leider funktioniert das bei mir nicht so! Kann es vielleicht daran liegen, dass ich kein CD/DVD Drive im Rechner verbaut habe? CD-Imagedatei Ubuntu 8.04.1 LTS AMD 64 liegt hier auf Platte! Frage: Caschy, wo bekomme ich die aktuelle Ubuntu 8.10 AMD64 CD-Imagedatei runtergeladen? Ich erwische immer nur die Ubuntu 8.10 Beta 3 oder ist das die Aktuelle?

  4. @Riko: ich habe natürlich nur alles 32-bittig getestet. Die 8.10 Beta bekommt man hier.

  5. Sehr interessante und gut geschriebe Anleitung! 🙂
    (wie man sie hier eben kennt)

    Wie viel Speicherplatz belegt denn das installierte System auf dem USB-Stick (Full Speed oder High-Speed?) und wie lang hat die Installation bei Dir gedauert?

  6. Was spricht denn gegen die Anleitung bei ubuntuusers? Falls dort was fehlt oder falsch ist, wäre es doch sinnvoll, diese entsprechend zu ändern, damit alle was davon haben.

  7. Sehr gute Anleitungen zu sehr vielen verschiedenen Linux-Distributionen gibt es auf http://www.pendrivelinux.com, Ubuntu z. B. wird hier installiert: http://www.pendrivelinux.com/2008/10/06/usb-ubuntu-810-install-from-windows-non-persistent/

  8. @Volker, der von dir gebrachte Link führt letztendlich auch „nur“ zu einer Live-Version auf dem USB-Stick. Hier geht es um eine „richtige“ Installation auf dem USB-Stick mit allen Änderungen, die du so vornehmen kannst =)

  9. Interessant. Die Frage, wie groß der USB-Stick sinnvollerweise (minimal) sein sollte, würde mich aber auch nochmal interessieren. Und läuft Ubuntu dann problemlos auch auf verschiedenen Rechnern? Habe mit ner XP-Version auf nem USB-Medium ganz schnell Bluescreens erlebt bei geänderter Hardware…

  10. Es werden auf der genannten Seite auch persitente Linux-Installationen auf USB Sticks gezeigt, allerdings aktuell noch nicht für das neue Ubuntu..

  11. Als Alternative empfehle ich SLAX.
    Schneller, schlanker und durch die Module sehr einfach erweiterbar. Durch eine *.bat Datei installiert sich SLAX in wenigen Minuten. Durch FAT32 ist sichergestellt, dass man den Stick auch für portable Apps in Windows benutzen kann.
    Besonders hilfreich ist der Stick mit Programmen wie gpedit bzw. partimage. Slax bietet aber auch standardmäßig einen Browser und Officeanwendungen.
    Ich muss aber auch zugeben, dass ich enorme Probleme mit WLAN-WPA2 hatte. Musste dies händisch beheben. Dennoch für mich ein klarer Favorit.

    Aufmerksam auf Slax wurde ich übrigens durch ein Kommentar von SKAot unter „USB-Stick und packe drauf

  12. Ist das ganze auch mit nur einem USB-Stick möglich, indem man das Ubuntu-Live-System von einer bereits vorhandenen Ubuntu-CD startet?

  13. Ja, sollte aus dem Text auch erkennbar sein.

  14. @ caschy
    Also die 64bit Versionen laufen einwandfrei. Aber einen 8GB oder höher USB Stick würde ich schon nehmen. Jetzt habe ich aber das Problem, dass Grub bei mir nicht richtig installiert wird.

  15. Nachtrag: Verdammt nochmal! Ich bekomme einfach nicht den Grub auf den USB Stick, habe alles schon ausprobiert. Und nun? caschy wie hast du das gemacht!?

  16. Ganz normal, wie oben beschrieben.

  17. So nun, habe ich es hin bekommen, läuft alles Perfekt, aber ein bisschen zäher als auf einer normalen HDD. Aber für eine HDD Installation kann man so was schon nehmen. Ubuntu 8.04.1 LTS und 8.10 (32/64bit) funktionieren damit einwandfrei.

  18. Würde ich gerne mal ausprobieren… aber auf Probleme mit dem Bootsektor bin ich nicht scharf. Wenn man sich an deine Anweisung hält klappt es sicher?
    Macht mich skeptisch, dass Riko da Probleme hatte…

    Ansonsten: Reicht mein 1 GB Stick, oder muss es der 8 GB sein?

  19. @ Matthias! Also 1GB reichen da leider nicht, ich musste schon meinen 8GB Stick nehmen. Bei 4GB knickt Ubuntu schon bei der Installation ein und meldet nur Fehler! Das mit dem Bootsektor ist auch ein Problem, ich musste den Grub nacher zu Fuss installieren (sudo gedit /media/DEINE USB STICK PARTITION/boot/grub/menu.lst). Aber wie ich schon geschrieben habe, läuft Ubuntu auf einen USB Stick ziemlich Zäh. Für eine HDD Installation, da kann man einen Stick nehmen, läuft auch wirklich schneller ab und man muss die Setup/Live-CD nicht brennen. Aber Ubuntu auf einen USB Stick, lass es lieber!

  20. Also ich kann nur sagen das die hier beschriebene Variante mein klarer Favorit ist.
    Ich habe bereits alle möglichen im Internet veröffentlichten Versionen probiert und es war immer mit sehr viel Handarbeit verbunden und leider in den meisten fällen nicht anwendbar.

    Hier beschrieben ist der einfachste weg eine persistente, vollwertige Ubuntu Version portable zu machen.

    Leider war ich im Vorfeld vermehrt auf den Hinweis gestossen, daß es mit dieser standart installations Methode nicht möglich sei auf einen USB Stick zu installieren, sonst hätte ich das wohl auch mal versucht.

    Besonderer Vorteil von Caschys Lösung ist bei mir gewesen, daß mein altes Thinkpad nicht von USB booten kann. Aber jetzt wird mein Stick als HDD erkannt und kann ganz einfach in der Bootreienfolge im Bios nach vorne geschoben werden.

    Für mich ist es durchaus ein klasse weg mein favorit OS immer in der Tasche zu haben und an annähernd jedem PC nutzen zu können. Und ich kann auch nicht verstehen wieso Riko davon abrät.
    Das sollte doch jeder für sich selbst entscheiden.

    PS: Ich habe einen 8gb Emtec USB Stick mit realen 26mb lese geschwindigkeit benutzt. Bei mir ist es nur geringfügig lamgsamer.

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