
Vor etwas über einem Jahr stellte Ubiquiti einen neuen WLAN-Router in seiner AmpliFi-Serie vor, der auf den Namen Alien hört. Seit Kurzem ist er nun auch in Deutschland verfügbar und ich hatte die Gelegenheit, ihn mal auszuprobieren.
Wer in unserem Blog ab und an die Tests verfolgt, der wird eventuell über meine Tests zum AVM 1750e-Repeater oder dem Netgear Orbi gestolpert sein. Dabei beschrieb ich schon, dass die Wohnung, in der wir wohnen, für jeden Router eine ziemliche Herausforderung ist. Wir wohnen in einer 165qm großen Altbauwohnung, die Wände sind zwischen 30 und 40 Zentimeter stark. Ordentlich ausgeleuchtet bekam ich die Räume nur mit vier Google-Wi-Fi-Spots, fünf 1750e oder eben der aktuellen Orbi-Lösung, die wirklich gut funktioniert.
Um so gespannter war ich, wie sich denn der Alien hier schlägt. Aber schauen wir doch mal kurz drüber. Der AmpliFi Alien ist das Flaggschiff der Serie und bietet Wi-Fi 802.11 ax bzw. Wi-Fi 6 an. Der schwarze, edel anmutende, Zylinder kommt mit einem Netzwerkkabel und einem Netzkabel zum Kunden. Auf der Rückseite finden sich vier Gigabit-Ethernet-Ports zum Anschluss von NAS oder anderen Geräten. Am Boden hat Ubiquiti den WAN-Anschluss und den Anschluss für das Stromkabel gelegt. Rings um den Boden verläuft eine LED, die den Status des Gerätes anzeigt.
An der Front befindet sich – untypisch für Router – ein 4,7 Zoll (ca. 12 cm) großer Touchscreen mit einer Auflösung von 274 x 1268 Pixeln (279 ppi), der sehr gut reagiert und ein paar Funktionen anbietet. So könnt ihr dort beispielsweise die Internet-Geschwindigkeit sehen, einen Speedtest durchführen oder den Netzwerkverkehr anschauen. Zukünftig würde ich mir hier noch ein paar mehr Funktionen wünschen. Denkbar wäre beispielsweise auch ein Knopf zum An- oder Abschalten des Gästenetzwerks.
An und für sich ist das schon sehr ordentlich, was Ubiquiti hier zusammengebaut hat. Kommen wir noch mal zu den wichtigsten Spezifikationen:
[color-box color=“blue“ rounded=“1″]| Prozessor | 2.2 GHz 64-Bit Quad-Core CPU |
| Display | 4.7? Display mit Auflösung von 274 x 1268 (279 ppi) |
| WLAN-Standards | 802.11a/b/g/n/ac/ax |
| MIMO | 2.4 GHz: 4×4 |
| 5 GHz: 4×4 (low-band) / 8×8 (high band) | |
| Supported Channels | 20MHz, 40MHz, 80MHz |
| Speed | 2.4 GHz: 1148 Mbps |
| 5 GHz: 1733 Mbps (low band) / 4804 Mbps (high band) | |
| LAN Ports | 4x Gigabit Ethernet |
| WAN Port | 1x Gigabit Ethernet |
| Mesh | Möglich |
| Link Aggregation | Nein |
| Abmessungen | 110 x 110 x 250 mm |
Die Einrichtung des Gerätes ist wirklich einfach und innerhalb von Minuten erledigt. Nachdem ihr den Alien eingeschaltet und mit eurem Modem verbunden habt, öffnet ihr die AmpliFi-App. Die App braucht zum Erkennen des Routers Bluetooth-Berechtigungen. Nickt ihr diese ab, ist der Router flott erkannt und wird nach einem Log-in mit eurem AmpliFi-Account (den ihr habt oder anlegen müsst) zügig eingerichtet. Ihr braucht lediglich WLAN-Name und Passwort vergeben und das war es dann auch schon.
https://apps.apple.com/de/app/amplifi-wifi/id1115225220
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.ubnt.unifihome&hl=de&gl=US
Die App gibt euch dann noch etwas mehr Einstellmöglichkeiten. Dort könnt ihr zum Beispiel sehen, welche Geräte gerade mit welchem Durchsatz unterwegs sind. Auch könnt ihr den Datenverkehr ins Internet mit den jeweiligen Transferraten nachvollziehen, das Gästenetzwerk aktivieren, eine Diagnose laufen lassen oder die Einstellungen des Routers verändern. Neben den Einstellungen zu Helligkeit des Bildschirms und der LED könnt ihr dort den DHCP-Server anpassen, statische Leases konfigurieren und Portweiterleitungsregeln festlegen.
In puncto WLAN hat man die Möglichkeit separate SSIDs für 5/2,4GHz-Frequenzen anlegen zu lassen und ihr könnt die Kanäle und Frequenzen, in denen gefunkt wird, einstellen. 160 MHz stehen hier nicht als Option zur Verfügung. Aktiviert man das bei anderen Routern, wird die Anzahl der Kanäle reduziert, da man zwei 80er zusammenlegt. Geht hier aber nicht.
Standard-Settings wie UPnP und Co. findet ihr hier selbstverständlich auch. Der Alien bringt auch ein Web-Interface mit, aber das ist wirklich rudimentär und hat nahezu keine Einstellungen zu bieten. Generell ist das Einstellungsniveau hier eher niedrig, der Alien ist nicht für Netzwerk-Nerds gemacht und eher vergleichbar mit einem Google Wi-Fi. Hier finde ich die Strategie von Netgear ganz gut, da die App Basics anbietet, das Web-Interface aber alle Einstellungen bietet, die man benötigt. Ihr könnt den Alien auch im Bridge-Mode betreiben und hinter einem anderen Router betreiben. Ein Modem befindet sich nicht in dem AmpliFi-Gerät, es muss also mindestens ein Modem bei euch vorhanden sein.
Es gibt noch ein nettes Gimmick: Der Alien kann extern auch als VPN Server verwendet werden. Die AmpliFi-App generiert einen Code, den man in der Tunnel-App von Ubiquiti eingeben kann, um den Tunnel aufzubauen. Dann könnt ihr auch in öffentlichen WLAN sicher über euren eigenen VPN-Server surfen. Nette Sache.
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.ubnt.teleport
https://apps.apple.com/app/amplifi-teleport/id1464513475
Innerhalb der App hat AmpliFi auch ein paar Funktionen zur elterlichen Kontrolle eingebaut. So könnt ihr für die Haushaltsmitglieder Profile festlegen und den Mitgliedern Geräte zuordnen. Dann könnt ihr festlegen, welchem Profil wann WLAN zur Verfügung steht und wann nicht. Nutze ich persönlich nicht, Kommunikation mit den Kindern, dass das Gerät weggelegt wird, reicht aktuell.
Doch wie macht sich der Router denn nun in meiner nicht gar so einfachen Wohnung? Zu dem schwierigen Bau kommt noch die ungünstige Platzierung des Routers durch die nur in der Küche vorhandene Telefondose. Bisher habe ich einen Orbi (rote Punkte) in der Küche und den Mesh-Punkt im Wohnzimmer. Damit kann ich gut alles abdecken. Nun kommt der Alien in der Küche (grüner Punkt). Die blauen Punkte sind die Messpunkte, die ich in der Wohnung verteilt habe.
Gemessen habe ich per Speedtest an den sieben Punkten mit einem iPhone 12 Pro Max, einem iPad Pro 12.9 2020, einem Pixel 4 XL und einem 16“ MacBook Pro 2019. Dabei komme ich zu folgenden Ergebnissen (250 / 40 MBit maximal möglich):
Die Ergebnisse sind im Großen und Ganzen ganz ordentlich, aber vor allem in den Kinderzimmern sieht es mit dem Empfang sehr schlecht aus. Auch spiegeln die Ergebnisse nicht immer die wirkliche Situation wider. Immer wieder habe ich auch im Schlafzimmer (bei Punkt 3 steht mein Schreibtisch) mit Drops zu kämpfen. Die Qualität des Signals schwankt also auch, je nachdem wie stark die Netze im Haus und herum belastet und wie viele Geräte hier angemeldet sind.
So wie es jetzt aussieht, würde ich den Router allein nicht betreiben können. Eine Übergangslösung wäre, die Dose oder ein Netzwerkkabel ins Wohnzimmer verlegen und den Router zentral aufzustellen. Dann könnte der sicher ordentliche Ergebnisse produzieren. Die Mesh Multi-Hop Aufstellung, die ich aktuell habe, funktioniert bisher jedoch super. Sieht man auch ganz gut an der Tx-Rate am MacBook. Mit dem Orbi habe ich fast überall zwischen 800 und 1.300 MBit/s. Beim Alien sind das teilweise sogar nur zweistellige Werte. Wenn ich die Gelegenheit bekomme, schaue ich mir auf jeden Fall noch mal die Mesh-Sache an.
Alles in allem ist der Ubiquiti AmpliFi Alien ein sehr potenter Router, der ordentlich Power hat, aber noch mehr haben könnte, wenn man die Möglichkeit für 160 MHz hätte. Das gute Stück sieht nicht nur gut aus, sondern bringt auch eine gute und einfach App zur Steuerung mit.
Vom Funktionsumfang her bleiben wenige Wünsche offen. Einzig Netzwerk-Spezis werden viele detaillierte Einstellungen vermissen. Preislich liegt der Router bei meiner Meinung nach ordentlichen und nicht überzogenen 319 Euro. Wer gerade auf der Suche nach Wi-Fi-6-Ausrüstung ist, sollte den AmpliFi-Router auf jeden Fall ins Auge fassen.
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