Uber Freight startet in Deutschland

Uber kennt ihr sicherlich eher für seine Vermittlung von Fahrern / Fahrgästen, die in Europa relativ umstritten ist und von der Taxibranche massiv kritisiert wurde. Egal, auf welche Seite man sich da schlägt, mit Uber Freight hat das Unternehmen auch noch ein anderes Eisen im Feuer, das nun auch nach Deutschland kommt.

Grob gesprochen überträgt man damit ein wenig sein Prinzip der unkomplizierten Buchung von Fahrten auf den Logistik-Bereich. So schreibt Uber: „Die Uber Freight-App verbindet Transportunternehmen mit zu liefernden Frachtladungen und bietet ihnen Vorabpreise, eine schnelle Bezahlung sowie die Möglichkeit, Ladungen auf Knopfdruck zu buchen.“ Verlader sollen wiederum über Uber Freight Zugang zu einem Netzwerk von Spediteuren erhalten und einen Echtzeit-Einblick in die Lieferkette erhalten.

In den Niederlanden ist Uber Freight bereits gestartet, nun visiert man eben mit der Logistik-On-Demand-Plattform Deutschland an. Das Land sei laut Uber Europas führender Straßengüterverkehrsmarkt, so dass Deutschland freilich für Uber Freight besonders interessant ist. Vor allem ein Mangel an LKW-Fahrern sei laut Uber auch in Deutschland ein Problem – jener werde sich laut Weltbank bis 2028 wohl verdreifachen. Außerdem gebe es zu viele Leerfahrten, ca. 21 %, so dass man hoffe da mit Uber Freight optimieren zu können.

Kleine und mittlere Transportunternehmen stehen laut Uber in Deutschland für 90 % der Kapazitäten, jene hätten aber oft Probleme sich mit größeren Auftraggebern zu vernetzen. Und da sei Uber Freight die passende Schnittstelle. Spediteure will man also mit den Auftraggebern in Kontakt bringen und Verladern Kapazitäten offerieren. Dass dabei sicherlich ein gutes Stück vom Kuchen für Uber Freight abfallen soll, so altruistisch sich das Unternehmen in der Pressemitteilung verkauft, ist natürlich klar.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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8 Kommentare

  1. Mir fällt der Name gerade nicht ein, aber genau so etwas gibt es doch schon in Deutschland. Wäre ja eigentlich sinnvoll, gerade bei so einem Thema (Vermeidung von Leerfahrten) nur ein zentrales System zu nutzen, statt dieses aufzusplitten.
    Bleibt zu hoffen, dass die Speditionen das ähnlich sehen und sich alle unter einem Dach sammeln.

  2. Da gibt es mehrere Plattformen, u.a. TimoCom, das allerdings nur von Spediteuren und Frachtunternehmen verwendet wird.

  3. Ab auf die Schiene mit der ganzen Fracht!

    • Die Bahnstrecken sind teilweise vollkommen überlastet!
      Sinnvoller wäre, weniger Waren quer durch Europa zu schicken. Wozu man unbedingt Alpenmilch in Hamburg trinken muß, darf mal hinterfragt werden.

    • Gute Idee, wenn man deutlich mehr Geld in die Hand nehmen muss, dafür aber idr seine Fracht nicht wirklich terminieren kann. Der Güterschienenverkehr ist leider wirklich erbärmlich kaputt gespart worden, daher hast eben eine unterirdische Zuverlässigkeit und die hohen Trassenentgelte machen es dann nochmal weniger attraktiv. Und weniger flexibel ist es ohnehin.. ich bin selbst im Bereich Logistik selbständig und egal wie ich es rechne, an Straße oder Flugzeug führt in meinem Fall kein Weg vorbei.

      • Nicht nur der Schienengüterverkehr sondern das gesamte System Eisenbahn wurde kaputt gespart.
        Dem wirkt man mittlerweile ja Gott sei Dank etwas entgegen, aber durch die „Schienenverkehr gerne, aber nicht in meinem Hinterhof“-Meute wird jedes noch so kleine Projekt, welches Verbesserung bringen würde mit Klagen überzogen.

  4. Spannende Sache – die Frage ist halt, wie viel Arbeit die Plattform abnimmt (Dispotechnisch) und vor allem wie groß das Stück vom Kuchen ist, das man sich einverleiben möchte. Und da ahne ich fürchterliches..

  5. Das ist eine Wette auf die Zukunft seitens Uber und das Todesurteil der Spediteure, falls zu vielen dumm genug sind, bei der Nummer mitzumachen.
    Der nächste Schritt ist doch glasklar: Wenn Uber gelernt hat, wann wie viel von wo nach wo transportiert werden muss sind die autonomen LKW startklar. Dann wird eine neue Gesellschaft gegründet (oder sogar eine je LKW, wie in der Schifffahrt) die die teuren LKW anschafft, die dann vorrangig von Uber-Freight eingesetzt werden. Der kleine Spediteur überlegt in dem Moment noch wie er die Investitionen stemmen kann und seine Fahrer möglichst günstig los wird.
    Ist das gleiche wie beim Personentransport durch Uber, MOIA, Clevershuttle usw. nur dass Uber der Meister im Risiko-auf-andere-Abwälzen ist. MOIA&Co nutzen ja wenigstens eigene Fahrzeuge und bezahlen ihre angestellten Fahrer.

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