Twitter vermeldet erste Verbesserungen der Atmosphäre im sozialen Netzwerk

Twitter hat nicht den besten Ruf, wenn es um die Stimmung im sozialen Netzwerk geht: Cyber-Mobbing, verbale Angriffe auf Minderheiten oder weibliche Nutzer und Hassbotschaften sind Probleme, die Kritiker Twitter nachsagen. Man bemüht sich schon eine ganze Weile um Verbesserungen und löschte deswegen beispielsweise viele Konten. Nun zieht man eine erste Bilanz für die Initiativen und äußert sich auch zu Zukunftsplänen.

Demnach kümmere man sich mittlerweile um 38 % der kritischen Kommentare, bevor überhaupt Hinweise aus der Community eingingen. Man erkenne also problematische Inhalte selbstständig und schneller als zuvor. Deswegen hätten sich auch die Meldungen von missbräuchlichen Interaktionen reduziert. Wiederholungstätern sei man ebenfalls besser auf die Spur gekommen: 100.000 Konten habe man wieder stillgelegt, nachdem sich die Nutzer nach der Ausschließung von Twitter erneut hätten anmelden wollen. Dabei bezieht man sich auf den Zeitraum von Januar bis März 2019. Das entspreche einer Steigerung von 45 % im direkten Vergleich mit dem Vorjahr.

Außerdem nimmt Twitter für sich in Anspruch um 60 % schneller auf Anfragen reagiert zu haben. Was noch für die schnelleren Reaktionszeiten spricht: Man habe dreimal mehr missbräuchliche Konten direkt innerhalb von 24 Stunden geschlossen als im gleichen Zeitraum 2018. Zudem habe man zweieinhalb mal mehr sensible, private Daten entfernt, wenn durch die Nutzer gemeldet worden war, dass derlei Informationen gepostet wurden. Das schlüsselt Twitter leider nicht weiter auf, aber ich denke, dass damit z. B. gemeint ist, dass Nutzer einfach Postadressen anderer User posten, um jene bloßzustellen.

Generell betont man, dass Twitter seine Lektion gelernt habe: Es reiche schlichtweg nicht aus sich nur um die Tweets zu kümmern, die aktiv von Nutzern gemeldet würden. Deswegen handele man mittlerweile proaktiv. Man setzt dabei auf die gleichen Algorithmen und Techniken, die auch Spam erkennen und blockieren sollen. Hier huste ich jetzt mal laut und prophezeie, dass Twitter da noch größere Erfolge erzielen dürfte, wenn Artikel 17 (ehemals Artikel 13) in die Praxis umgesetzt wird – in guter wie in schlechter Weise.

Für die nächsten Monate hat Twitter nun folgende Pläne:

  • Die Techniken zur automatischen Erkennung missbräuchlicher Inhalte weiter verbessern.
  • Es soll einfacher werden, bei Meldungen spezifische Angaben zur Art des missbräuchlichen Contents zu machen.
  • Die Regeln für die Twitter-Community, also die Netiquette, sollen den Nutzern noch deutlicher mitgeteilt werden.
  • Man will die erwähnten Regeln kürzen und vereinfachen, damit sie leichter verständlich sind.
  • Ab Juni 2019 will man den Nutzern mehr Kontrolle über Konversationen geben, indem sie etwa Antworten auf ihre Tweets verbergen können.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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11 Kommentare

  1. Twitter ist viel zu politisch geworden. Während linke Politiker sogar die toten Deutschen während des 2. Weltkriegs feiern können, landet ein Normalbürger im Shadowban, wenn er etwas kritisches zu Merkel und ihren Lakaien twittert oder von einem GEZ Typen wie Böhmermann auf eine Liste gesetzt wird. Genauso verseucht wie Wikipedia.

    Leute wie Karl Lauterbach, Sawsan Chebli oder Sibel Schick verbreiten dort die wirrsten Tweets und andere „Promis“ zeigen offen ihren Hass auf Deutsche und das kann man melden bis man umfällt. Twitter steht inzwischen so weit Links wie Wikipedia und macht eigentlich kaum noch einen Sinn.

    Jeder bekommt nur noch Inhalte aus seiner eigenen Blase angezeigt.

    • Stimme 100% zu. Wer nicht linksgrün ist wird dort ausgeblendet. DDR 2.0

      • Getroffene Hunde bellen.

        • Es ist nicht schlimm, wenn man wie die Mehrheit im Land und in Europa weder links noch grün ist-das scheinen einige in ihrer Filterblase gar nicht glauben zu können.

          Das Problem mit Shadowban und Zensur nach Gefühlslage anstelle von Rechtslage ist aber ein ganz anderes, nämlich dass es anti-demokratisch ist, nur gefällige Kommunikation zu erlauben.

          Mancher glaubt ja bisweilen, die sozialen Netzwerke spiegelten den Volkswillen wieder, dabei nutzen Twitter über 95% der Deutschen überhaupt nicht und von den verbliebenen sind über die Hälfte kommerzielle Accounts.

          Ironischerweise funktioniert eine offene Kommunikation niemals harmonisch, sowas gibt es nur in Diktaturen, zuletzt hat man das bei uns im zweiten Weltkrieg und in der DDR versucht, beides konnte die Regime nicht retten.

          Twitter ist mal mit dem genauen Gegenteil angetreten und sollte ursprünglich freie Meinungsäußerung global ermöglichen. Davon ist nun wirklich nichts mehr übrig. Ausser Werbung und regierungsfreundlicher Propaganda (das passiert ja nicht nur im alternativlosen Deutschland so, sondern überall, woanders werden eben die Linken oder die Homosexuellen geblockt) ist da nichts mehr los.

          • „Das Problem mit Shadowban und Zensur nach Gefühlslage anstelle von Rechtslage ist aber ein ganz anderes, nämlich dass es anti-demokratisch ist, nur gefällige Kommunikation zu erlauben.“

            Twitter war und ist ein privates Unternehmen, mit eigenen AGB’s. Es gibt erst einmal keine demokratische Grundlage. Twitter ist kein öffentlicher Platz im demokratischen Sinne. Nichtsdestotrotz muss sich Twitter auch an die jeweilige gesetzlichen Grundlagen halten. Shadowban oder Zensur nach Gefühlslage gibt es seitens des deutschen Rechtsstaats nicht. Wenn es Probleme gibt, dann kommt Twitter meist nicht seinen Verpflichtungen gesetzeskonform nach.

            „Ironischerweise funktioniert eine offene Kommunikation niemals harmonisch, sowas gibt es nur in Diktaturen, zuletzt hat man das bei uns im zweiten Weltkrieg und in der DDR versucht, beides konnte die Regime nicht retten.“

            Was ist eine harmonische Kommunikation eigentlich? Es gab weder im 2WK (was immer du damit auch meinst), noch in der DDR eine „harmonische“ Kommunikation. Es waren gleichgeschaltete Diktaturen, die uns nicht erlauben würden, so wie hier momentan unsere Meinungen auszutauschen. Du meinst – es darf auch mal „knallen“. Richtig, darf es auch!
            Aber dein Vergleich zielt indirekt darauf ab, die derzeitige Gesetzesgrundlage und die privatwirtschaftlichen AGB’s von Twitter mit damaligen Diktaturen gleichzusetzen. Eine beliebtes Kommunkationswerkzeug der Neurechten.
            Zur Erinnerung – das Dritte Reich ist aufgrund eines Krieges untergegangen. Die DDR, weil die Sowjetunion schlichtweg Pleite war. Es steht wohl kaum in den Geschichtsbüchern, dass eine harmonische Kommunkation daran Schuld war. Du könntest viel mehr China als Negativbeispiel anwenden. Oder Österreich – ausgerechnet das rechte Österreich möchte seine Bürger nun komplett entmündigen.

            „Twitter ist mal mit dem genauen Gegenteil angetreten und sollte ursprünglich freie Meinungsäußerung global ermöglichen. Davon ist nun wirklich nichts mehr übrig.“

            Ist es das wirklich?

            „Ausser Werbung und regierungsfreundlicher Propaganda (das passiert ja nicht nur im alternativlosen Deutschland so, sondern überall, woanders werden eben die Linken oder die Homosexuellen geblockt) ist da nichts mehr los.“

            Auch hier wieder neurechte Kommunikationstechniken – vergleiche ziehen und verdrehen.
            Komischerweise vernehme ich zunehmend eine leider immer selbstbewusst werdendere rechtsradikale Gesinnung. Sie arbeitet sich geschickt in die Köpfe der Bevölkerung, verwirrt, stiftet unfrieden und tritt kurioserweise für die Meinungsfreiheit ein, obwohl sie diese selbst nicht verträgt.

    • Soso, Lakaien… deine Sprachwahl verrät schon so Einiges.

      • Volker Hiller says:

        Linke müssen sich komischerweise nie für Ihre Sprachwahl rechtfertigen. Da kann man jeden mit anderer Meinung gern gleich als „Nazi“ titulieren, obwohl es eine fürchterliche Banalisierung der tatsächlichen Naziverbrechen ist, wenn man dieses Wort so inflationär verwendet.

        • Neuen Browser verwenden, nicht anmelden und aktiv außerhalb der eigenen Filterblase suchen.
          Dann wird man feststellen, dass es auf beiden Seiten genug ungefilterte und gefilterte Scheise gibt.

    • Also ich kann deinen Vorwurf nicht nachvollziehen. In meiner Filterblase (ja, die Filterblase hängt vom User ab) ist die Gesinnung eigentlich sehr ausgeglichen.
      Manchmal funktioniert die Blase aber nicht sauber und ich bekomme extrem linke oder extrem rechte Tweets zu sehen. Nach meinem Gefühl in gleichen Anteilen.
      Beide Arten sind von der Kommunikationsart daneben und werden von mir blockiert und, wenn ich es für mich als Hetze einstufe gemeldet.
      Ich hatte mich auch mal aktiv auf die Suche gemacht und konnte keinen Unterschied in dem Vorhandensein von extrem linker und rechter Propaganda feststellen. Leider existiert beides. Wenn man mal aktiv seiner Filterblase verlässt.

      Reflektierte und fundierte Recherchen hast du wohl noch nicht betrieben.

  2. Was schlimm ist das du mehre anfragegen von Frauen bekommst die über hangout oder WhatsApp mit dir Kontakt aufnehmen wollen. Eine olle ging mir Wochen auf den Sack das sie mich lieben würde und ich ihr Bilder von mir schicken sollte

  3. Volker Hiller says:

    Twitter ist für mich ein asoziales Netzwerk. Jedenfalls wenn man den dortigen Umgangston betrachtet. Ich hatte mich dort mal angemeldet, war erschrocken, und habe ganz schnell wieder das Weite gesucht. Es kann sehr erschütternd sein, manche Personen dort um Kopf und Kragen tweeten zu sehen, die man zuvor für respektable Persönlichkeiten hielt.

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