Twitter mal kurios: Nutzer wurden am Wochenende wegen des Wortes „Memphis“ gesperrt

Am Wochenende gab es einen recht witzigen Bug im sozialen Netzwerk Twitter: Wer das Wort „Memphis“ in den Mund nahm, wurde temporär gesperrt. Der Support von Twitter hat den Fehler mittlerweile eingeräumt und auch behoben. Die automatisch gesperrten Konten wurden bereits wieder freigegeben. Die ganze Angelegenheit sorgte aber am Wochenende für einige Aktionen.

Insgesamt hat sich aus der Sache wohl mehr Amüsement als Ärger ergeben – betroffene Konten wurden ja nicht komplett gekickt, sondern nur temporär darauf reduziert lediglich Direktnachrichten zu versenden. Einige Nutzer ergriffen aber die Chance, um z. B. das Basketballteam namens Memphis Grizzlies zu animieren, doch mal seinen eigenen Namen zu tippen.

Zusätzlich fand der französische Fußballverein Olympique Lyonnais Gefallen daran, den niederländischen Mittelfeldspieler Memphis Depay nun mit Lord Voldemort aus dem „Harry Potter“-Universum gleichzusetzen – der, dessen Namen nicht genannt werden soll.

Ihr könnt es euch denken: Viele Nutzer gaben sich zudem dem Trollen hin und versuchten Nichtsahnende dazu zu bringen, einen Tweet mit dem Wort „Memphis“ abzusetzen. Etwa indem danach gefragt wurde, welche Stadt die zweitgrößte von Tennessee sei. Was Twitter nun dazu aufgewiegelt hatte, auf den Namen der Stadt derart empfindlich zu reagieren, ist offen. Der Support hat den Fehler nicht weiter aufgeschlüsselt.

Nun denn, da wegen der Corona-Krise wenig gereist wird, dürften von unseren Lesern wohl nur Ausnahmefälle betroffen gewesen sein. Das Beispiel zeigt aber eben auch, wie leicht so ein Algorithmus mal daneben greifen kann. Habt ihr euch am Wochenende bei Twitter öffentlich über die US-Stadt, den Fußballspieler oder vielleicht das Lied von Kitten ausgetauscht?

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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8 Kommentare

  1. When die KI von ganz wenigen Playern massenhaft Kommunikation intransparent zensiert, das ist schon „witzig.“

    • Screensaver says:

      Richtig, Kalle. Das ist nicht witzig sondern beängstigend.

    • Nicht dass Mal die KI zufällig einen politischen Kandidaten für vor der Wahl zensiert, alle Nutzer sperrt und dann „wars nur ein technischer Fehler, da können wir nichts für“.

    • Keine Ahnung ob das eine KI war, für mich klingt die Geschichte nach einem einfachen Wortfilter..Wie vor 20 Jahren, als die Proxies alle die Website von Pen Island gesperrt haben. Was ich ganz gut finde ist, dass einigen Leuten anscheinend gerade klar wird, dass bestimmte Kommunikationskanäle kein öffentliches Gut sind, sondern in Besitz einer einzigen Firma und damit deren Regeln unterworfen.

      • „dass bestimmte Kommunikationskanäle kein öffentliches Gut sind, sondern in Besitz einer einzigen Firma und damit deren Regeln unterworfen.“
        Naja ganz so einfach ist es ja nicht in der Rechtsprechung. Und mit großer Macht kommt auch große Verantwortung. Nur weil Twitter den dienst bereitstellt dürfen sie noch lange nicht gegen Gesetze verstoßen und einfach zensieren wie sie lustig sind. Nur weil du einen Dienst wie Twitter erfindest heißt das nicht automatisch dass du damit machen darfst was du möchtest und dort Gott spielen kannst.

  2. So heißt eine Zigaretten Marke hier in Österreich.
    Vermutlich deshalb

  3. Jetzt wissen alle, dass es Wörter auf einer Liste gibt, deren bloße erwähnung zur sofortigen Sperre führt wenn auch temporär.

  4. Blacky Forest says:

    Das waren bestimmt SWR3 in Kombination mit Jan Böhmermann, die mit Taxi Sharia den Algorithmus austricksen wollten… Mission completed!

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