Twitter: Die Timeline ist mehr, als die Tweets deiner Follower

Neulich erst berichteten wir über ein Experiment von Twitter, welches dafür sorgte, dass Favs von Menschen, denen man folgt, in der eigenen Timeline angezeigt werden. Fanden die betroffenen Nutzer natürlich nicht so klasse, denn so zog neben der Werbung ein weiterer Punkt in die eigene Timeline ein, den man vielleicht gar nicht haben wollte.Twitter_logo

Ein offizieller Eintrag im Hilfe-Center von Twitter zeigt aber: das Ganze ist kein Test, sondern bereits fix für die Nutzer. So heißt es in der deutschen Beschreibung, was eine Timeline überhaupt ist:

„Es können auch Inhalte von Accounts angezeigt werden, denen Du nicht folgst, wie etwa gesponserte Tweets, Retweets von Accounts, denen Du folgst, oder für Dich relevante Inhalte.“.

In der englischen Beschreibung heißt es:

Additionally, when we identify a Tweet, an account to follow, or other content that’s popular or relevant, we may add it to your timelineThis means you will sometimes see Tweets from accounts you don’t followWe select each Tweet using a variety of signals, including how popular it is and how people in your network are interacting with itOur goal is to make your home timeline even more relevant and interesting.“

Heißt: sofern ihr den offiziellen Client oder das Webinterface von Twitter nutzt, dann kann euch etwas in die Timeline geblasen werden, was ihr nicht wollt – von dem Twitter aber meint, dass es euch interessieren könnte.

Das Ganze erinnert ein bisschen an den Stream von Facebook, der für mich persönlich immer uninteressanter wird, da ich nicht sehe, was ich will – sondern was mir das Netzwerk zeigen will.

Im Fall von Twitter ist dies bislang nicht so schwerwiegend, da es hier Dritt-Clients gibt, die das Ganze abfedern, doch die Zukunft wird zeigen, dass Twitter auch diese aus dem Weg schaffen will, sofern sie nicht Twitters neuen Weg mitgehen.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

24 Kommentare

  1. Ich möchte die Worte hier nicht gebrauchen die ich dafür übrig habe. Ich würde gerne dafür bezahlen nur zu sehen was ich will. Vielleicht ist die Zeit reif für ein Pendant als Bezahlmodell?!

  2. Ob da eine weitere Form bezahlter Promotions dahinter steckt?
    Selbst wenn nicht, ist das imho ein Schritt in die falsche Richtung.

  3. Sehe ich genau wie du: Der Facebook-Stream ist eine Katastrophe. Wenn man einen ein blindes Huhn die Auswahl der anzuzeigenden Nachrichten tätigen lässt, hat es vermutlich noch eine bessere Trefferquote. Ich wurde teilweise schon von meinem Bruder offline auf seine Beiträge hingewiesen. Laut Facebook sind die nicht wichtig für mich…

  4. Es gibt auch einige Accounts denen man folgen kann, aber deren Retweets nicht los wird (auch wenn diese in den Einstellungen deaktiviert sind). Mir ging das so mit dem offiziellen Star Wars Account bei Twitter. Lösung. Einfach nicht mehr folgen 😉

  5. Tweetbot u.ä. Fangen das ab? Echt?

  6. Ich kann die Kritik vieler Nutzer sehr gut nachvollziehen. Mich persönlich stört so ein vom Computer gewürfelter Newsfeed auch sehr.
    Meine persönlichen Konsequenzen waren, dass ich alle Accounts, bei allen sozialen Netzwerken gelöscht habe, also Facebook, Twitter, Instagram und jetzt bald Google+.
    Nachrichten konsumiere ich im Moment über feedly, suche aber nach einer Lösung, welche mir ein mobiles Webinterface bietet, keine Fremdaccounts zur Anmeldung braucht und kostenlos ist. Wenn jemand einen Geheimtipp hat, dann immer her damit. 😉
    Erreichen können mich die Leute über E-Mail oder Telegram (im Notfall auch WhatsApp, aber da habe ich dafür gesorgt, dass ich nur daheim antworten kann…).

  7. Die Werbung selber ist mir relativ egal, da diese auch gut gekennzeichnet wird. Klar, sie ist im Blickpunkt und nicht wie bei Facebook (oder anderen Seiten) teilweise am Rand, aber am Ende des Tages fummelte Twitter bislang sonst wenig an der Timeline (insbesondere die Sortierung) herum.

    Das man Infos bekommt, wenn mehrere Leute einen Tweet favorisieren oder plötzlich einen Twitteraccount folgen, war bei der offiziellen iOS App schon länger so. Da aber per Pushnachricht. So bekomme ich immer mit, wenn einer der BVB Spieler einen neuen Account hat (und mich juckt das nichtmal 😉 )

  8. Geil ist auch, dass scheinbar diese Tweets stummtstellen kannst (also von Firmen die du nicht magst oder sehen möchtest) und Twitter ignoriert das dann einfach gekonnt. >.<

  9. Den Stream den die externen Apps bekommen, ist im Moment noch frei von dem Kram, aber das kann Twitter jederzeit ändern. Leider werden die Apps auch mit diversen Einschränkungen der API gegängelt.

  10. ich nutze zwar Twitter kaum aber ähnliches macht ja auch schon G+ und das nervt einfach.
    Bei G+ kann ich zumindest abstellen, dass Leute Inhalte sehen, die ich plusse aber andersrum kann ich nicht abstellen, dass ich plusse von anderen sehe. Das ist sehr ärgerlich, denn oftmals sind die Inhalte, die darüber in meinen Stream kommen absolut irrelevant.
    Auch, dass alle nicht alle heißt und dass der Stream bei G+ nicht chronologisch ist nervt sehr. Die möglichkeit einzustellen, wieviel aus einem Kreis in meinem alle stream landet ist zwar gut aber bei einigen wil ich einfach alles und nicht nur viel sehen.

    Ich finde es sehr schade, dass alle auf den „der User ist zu doof selbst zu wissen, was er sehen will“-Zug aufspringen. Warum nicht dem User die Wahl lassen ob er den angepassten Stream oder seinen selbst zusammengestellten Stream sehen möchte? Besonders zu Beginn in einem Netzwerk kann der angepasste sinnvoll sein um Leute/Seiten zu finden, denen man folgen möchte. Später aber werden die meisten ihre Lieblinge gefunden haben und werden dann genervt sein, wenn diese Beiträge von anderen Sachen verdrängt werden nur weil Hinz und Kunz das Katzenbild so toll fanden.

    Von Facebook fang ich gar nicht erst an…
    Dafür bezahlen, dass überhaupt jemand meine Beiträge sehen kann geht mal gar nicht.

  11. Am Ende landen wir dann wohl evtl. doch noch alle bei app.net. Würde mich keinesfalls stören. Lieber zahle ich für etwas und habe dafür keine Werbung und genau das Produkt, das ich will.
    Leider sehen es momentan noch zu wenige so.

  12. Warum „wissen“ Social Media immer besser als ich, was für mich „relevant“ ist?

  13. ok, dann hat sich das mit twitter auch erledigt.
    sorry, aber wenn twitter diese fb philosophie vertritt dann will ich nicht mal mehr 3rd party klienten nutzen. es geht um das prinzip.
    die idee der social networks schafft sich ab und die networks beherrschen den menschen. das mache ich nicht mit. leider verstehen dies millionen anderer nicht (ja ja, twitter ist streng genommen kein social network. weil sie das so in den raum stellen).
    ich mag social networks bis zu einem bestimmten punkt und dieser wird überschritten.
    das einzige was noch! nutzbar ist, ist g+ und das wird sich sicherlich auch bald ändern.

  14. Sparbrötchen says:

    @Bernd
    >Am Ende landen wir dann wohl evtl. doch noch alle bei app.net.
    Das fällt eher in die Kategorie „besuchen Sie Europa solange es noch steht“.

    Ich bin da zwar auch, aber man spürt dort den Hauch des Todes recht deutlich und die Berichterstattung in den Blogs und Podcasts zeigt leider, daß viele es ähnlich wahrnehmen wie ich.

  15. Nimm das Komma aus der Überschrift raus! „als die Tweets deiner Follower“ ist kein Nebensatz! Ich hoffe, dass hier bald mal vernünftiges Deutsch geschrieben wird -.- nur weil du beim Sprechen eine Pause machst, heißt das nicht, dass dort ein Komma platziert wird.

  16. @Sparbrötchen: lass mir doch bitte meine Hoffnung. 🙁

    Ich meiner Bubble ist app.net zwar noch recht gut vertreten, aber leider hab ich auch mitbekommen, dass es ganz schöne Probleme und Abwanderung gibt. 🙁
    Schade …

  17. @Sparbrötchen @Bernd
    Die Jungs non ADN sind anscheinend pleite.
    App Dot Net ist/war mehr als nur eine Twitter Alternative. Das haben aber viele nicht gecheckt.. Ich habe mich auf ADN überhaupt nicht wohl gefühlt.. Zu viele Nerds … und bei 256 Zeichen kommt zum Teil noch mehr Müll rüber………

  18. @TobiH8
    Hast Du mal g2reader.com ausprobiert? Nutze ich jetzt schon länger und bin eigentlich recht zufrieden. Einziges Manko ist halt, dass die Abrufintervalle der Feeds teilweise sehr lang sind. Bei Feeds die häufig neue Artikel enthalten, sind die Abstände kürzer, bei Feeds mit sehr wenigen neuen Inhalten dauert esmdan schon mal.

    @fuwoblo
    Schlecht geschlafen oder was soll die Aufregung um ein Komma?

  19. Macht Google+ das auch?!?

  20. Und wie siehts mit Instagram & Tumblr aus?!?

  21. coriandreas says:

    In Facebook gibt es Listen und die nutze ich auch. Leider kann man bis dato Personen, Seiten usw. nicht ausblenden (Idee eines „Safe-Work“-Streams an Fb gesendet!), aber in Listen eingeblendet lassen. Allein die schiere Masse an Abos und folgenden Personen/Seiten gehen bei mir sowieso 95 Prozent der Infos unter, egal wie sehr sich Facebook oder Twitter anstrengt . Denn wenn ich einmal am Tag reinschaue, kann ich schlecht alle 10.000 Updates lesen, die bei mir so reinfließen.
    Leider gibt es bei Facebook, anders als bei Twitter(-Clients) keine Content-Suchmaschine, mit der ich meinen Stream (Facebook nicht) oder auch nur meine eigenen Inhalte (Beide nicht) durchsuchen kann. Das würde mir deutlich helfen, das zu sehen was ich will. Ansonsten müsste mein Gehirn (Vorstufe: Google Glass) direkt mit Facebook oder Twitter verbunden werden, damit ich alle Nachrichten auch mitbekomme 😉