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Twitch: Interne Grabenkämpfe sorgen für Mitarbeiter-Abwanderung

Twitch gehört zu Amazon und bietet ein Portal fürs Livestreaming an. Insbesondere in der Gaming-Community wird die Plattform gerne genutzt und hat auch schon einige Stars hervorgebracht. Intern soll es aber viele Streitigkeiten zur Zukunft des Dienstes geben. Das habe in den letzten Monaten zum Ausscheiden vieler hochrangiger Manager geführt.

Seit dem Jahresbeginn sollen laut Bloomberg mindestens sechs der Top-Manager der Plattform ihren Hut genommen haben – darunter diejenigen, welche die Positionen des Chief Operating Officers, Chief Content Officers und Head of Creator Development besetzten. Seinen Anfang nahm der Exodus aber bereits Ende 2021, als mehr als 300 Mitarbeiter sich verabschiedeten. In diesem Jahr sollen rund 60 Mitarbeiter sich anderweitig umgesehen haben.

Problem: Neue Mitarbeiter,  die z. B. von Meta oder Twitter zu Twitch gewechselt sind, sollen vor allem nach Wegen suchen, Streams zu monetarisieren. Die „alte Garde“ legte mehr Wert auf das Verständnis der Streamer-Bedürfnisse und den direkten Draht zur Community. Der ehemalige Leiter der Creator-Entwicklung, Marcus „DJ Wheat Graham“, bemängelt, dass Twitch zu viele Leute angeheuert hätte, die gerne mit Zahlen und Statistiken herumspielten, aber keinerlei Bezug zur Gaming- oder Streamer-Community hätten. Es fehle auch an Interesse, sich damit zu beschäftigen.

Dies habe zu vielfach kritisierten Entscheidungen geführt, wie der neuen Option, bei der Zuschauer ihre Lieblingskanäle gegen einen Obolus bewerben können – auch ich blickte zur Vorstellung kritisch auf die Funktion. Intern soll es nun bei Twitch lange eine Art Kluft zwischen „alten“ Mitarbeitern gegeben haben, welche eher den Streamern nahestehen und den „neuen“ Kollegen, welche Prinzipien anwenden wollen, die sie von ihren ehemaligen Arbeitgebern wie Meta kennen. Als Ergebnis sei es dazu gekommen, dass neue Features für Twitch mittlerweile von Menschen entwickelt würden, die Twitch selbst nicht aktiv nutzen. Das führe dazu, dass man an der Community vorbei entwickle.

Es gibt auch Debatten darum, ob man die Streamer mehr als Nutzer oder als Kreative sehen sollte. Demnach wäre es möglich, dass Twitch dann etwa bestimmte Genres besonders fördern könnte, um seine Zielgruppe zu erweitern – beispielsweise Musiker. Aktuell finde Twitch aber an solchen Modellen keinen Gefallen und wolle die Streamer prinzipiell nur für eine möglichst hohe Masse an Content entlohnen. Man darf gespannt sein, wohin der Weg da noch führt.

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