TV-Tipp: Leiharbeiter bei Amazon

Kleiner TV-Tipp für heute Abend. Erst einmal Champions League schauen und meinem BVB die Daumen drücken, danach gerne die ARD-Dokumetation, in der es um den größten Onlinehändler der Welt geht. Die Dokumentation startet um 22:45 Uhr. In der Dokumentation dreht es sich um die Frage, wer eigentlich dafür sorgt, dass die Produkte in den Paketen so schnell und kostengünstig zu uns kommen.

Amazon-Logo

Wie beschafft Amazon die Arbeitnehmer in der Hochsaison? Laut ARD-Informationen wirbt Amazon Deutschland tausende Wanderarbeiter aus dem Ausland an. Für viele Spanier ist der Ruf nach Deutschland in Zeiten der Eurokrise wie ein Lottogewinn. Doch ist es tatsächlich ein Lottogewinn, der die Menschen hier erwartet?

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Angeblich nicht: nicht Amazon legt ihnen in Deutschland einen Vertrag vor, sondern eine Leiharbeitsfirma. Deutlich weniger Lohn gibt es als bei der Anwerbung in Spanien versprochen, nach Feierabend stundenlanges Warten auf den überfüllten Bus, der sie über zig Kilometer Autobahn in ihre Unterkunft bringen soll. Sie leben zu zweit auf engstem Raum in einem zu dieser Jahreszeit verlassenen Ferienpark, so die Angaben der ARD.

Auch die Beschreibung des Amazon-Auslieferungszentrums in Bad Hersfeld liest sich abenteuerlich: „Hier führt ein Sicherheitsdienst ein Regime, das auf Einschüchterung setzt und immer wieder in die Privatsphäre der Arbeiter eindringt. Wer sich wehrt, fliegt raus. Fristlos. Die Reportage deckt auf, was sich hinter der Fassade von Amazon.de verbirgt und wer dafür zahlt, dass die schöne neue Warenwelt des Internethändlers so billig zu haben ist.“.

Mal schauen, was die ARD in der Dokumentation so zeigt und was letztendlich bei uns Kunden im Hirn hängenbleibt. Damit es uns gut geht, muss es anderen schlecht gehen – dies ist leider so, interessiert in der heutigen Zeit aber immer weniger Menschen. Auch ist Amazon nicht die einzige Firma, die günstige Waren und Dienstleistungen anbietet und dafür am Mitarbeiter spart.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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56 Kommentare

  1. Ich erinner mich an eine Sendung (wenn es nicht sogar der Berüchtigte Markencheck war) wo Zalando mit Amazon verglichen wurde. Da wurde das Thema mit den Wanderarbeitern ebenfalls aufgegriffen. Ich erwarte also zu dem Thema keine neue erkenntnisse.

  2. Zwar bin ich ein Freund von Reportagen und Dokumentationen, mag aber diesen häufig völlig überzogenen Berichtstil nicht, der ohne repräsentative Umfragen und Statistiken Einzelfälle als den Status Quo darstellt. Und genau das befürchte ich wird hier Hauptgegenstand sein 🙁

  3. Wie der tolle Apple Markencheck. Man brüht alles, was schon mal hoch gekocht wurde ein bisschen auf und die meisten Zuschauer werden es mal wieder für bare Münze nehmen. Geht doch eh wieder in die Richtung Zeitarbeit ist Scheisse und Amazon bereichert sich auf Kosten der armen Arbeitslosen oder gering Qualifizierten.

    Dass das da bei Amazon für viele mit ihrer Quali quasi die letzte Möglichkeit ist, einen halbwegs brauchbaren Job zu bekommen, das erwähnt keiner. Und dass andere in der Zeitarbeit gutes Geld verdienen auch nicht. Dass die Gehälter im Schnitt in der Zeitarbeit geringer sind, weil ein großer Teil Helfergeschäft ist ebenfalls nicht. Nein, da macht man sich lieber die Zahlen, wie man sie haben will und vor allem so, wie man meint beim größten Teil der Zuschauer Entsetzen und Entrüstung auszulösen.

    Für mich haben alle öffentlich-rechtlichen Sender schon längst ihre Glaubwürdigkeit bzgl. objektiver, korrekter und vor allem fundierter Berichterstattung verloren.

    Also einmal mehr eine Sendung für Leichtgläubige, Mitläufer und Menschen mit Doppelmoral (bei Amazon bestellen, aber die Zustände da kritisieren), die sich nur berieseln lassen, nichts hinterfragen und anschließend mit diesem Halbwissen durch die Weltgeschichte laufen.

  4. caschy:
    „Damit es uns gut geht, muss es anderen schlecht gehen – dies ist leider so, interessiert in der heutigen Zeit aber immer weniger Menschen.“

    Zwei Falschaussagen in einem Satz.
    Das geht aber bestimmt noch besser… 🙂

  5. @Susi: achja, und was genau an dem Satz falsch ist hast du sicherlich nur vergessen hier zu erwähnen… richtig?

  6. Danke fuer die beiden tv tips. Nachdem der bvb letztesmal von meinem heimatverein vernascht wurde, wuensch ich dem BVB diesmal mehr Glueck:) Die reportage schau ich mir heut an und werde mir dann erst eine Meinung dazu bilden ob die Bericherstattung neutral und ordentlich geschehen ist

  7. Ich selber wohne in Bad Hersfeld und kenne einige die bei Amazon arbeiten. Es gibt wie immer beide Seiten: Sowohl die Leute, die absolut zufrieden sind als auch Leute von denen ich schon einiges bedenkliches über Amazon gehört habe.
    Werde mir die Doku aber mal anschauen, aber vorher natürlich Fußball. Bin zwar Bayern-Fan, aber international fiebere ich mit allen Bundeliga-Clubs mit.

  8. Die einzigen die bei einer zeitarbeit gutes Geld verdienen ist die zeitarbeitsfirma selber., zeitarbeitsfirmen wären im Grunde nicht nötig, aber dann müssten man ja die hart arbeitenden Menschen gut bezahlen und das will man ja nicht

  9. Zum Glück gibt es die Mediathek … Danke nochmal für den Hinweis, werde mir damit dann morgen früh die Wartezeit vertreiben …

  10. @teracon Auch Du hast absolut keine Ahnung und plapperst nur allgemeines Blabla runter. Stammtischniveau. Wenn überhaupt.

    Letztlich müsste sich jeder, der hier große Reden schwingt und so entsetzt tut mal an die eigene Nase packen. Wer schreit denn hier nicht mit, wenn es heißt „Geiz ist geil!“? Wer will denn für den Versand noch extra zahlen oder ist bereit, für ein hohes Maß Service tief in die Tasche zu greifen? Wer kauft denn beim teuersten Händler? Ja wohl die Wenigsten! Vor allem nicht die, die sich bei solchen Themen immer am meisten über derartige Zustände aufregen.

    Dann löscht doch alle mal Euer Amazon-Konto. Da bin ich aber gespannt, wer das wirklich bereit ist zu tun.

    Wer keine Ahnung hat also einfach mal die Fresse halten.

  11. „shad 13. Februar 2013 um 18:42 Uhr – Und dass andere in der Zeitarbeit gutes Geld verdienen auch nicht.“

    erquicke uns mit einem Bespiel bitte

  12. Ich habe eine Idee. Wir schauen die Reportage an und diskutieren dann darüber.

    Jetzt Hypothesen aufstellen – sind sie noch so vorhersehbar – und dann draufhauen ist doch eher blöd …

    Grüße,
    Heiko

  13. @walter Da könnte ich Dir genug nennen. Sei es im Bereich regenerative Energien, im Facharbeitersegment, Finanzwesen oder aber im Ingenierwesen. Die Palette ist lang. Da gibt es genug, die weit (!) mehr verdienen, als viele, die irgendwo fest angestellt sind. Fakt!

    Im Übrigen kommt von Dir hier irgendwie nicht mehr, als Kritik an den Posts anderer, kann das sein? Selbst keine Meinung? Oder nur keine Argumente?

  14. Es werden sogar Spanier angeworben? Wenn das mit den Arbeitsbedinungen stimmt, kann ich mir auch erklären, warum. Das würden nämlich vermutlich selbst deutsche Leiharbeiter nicht mitmachen.

    Für die Industrie stellt Leiharbeit im Übrigen eine gute Möglichkeit dar, günstig (und auch dauerhaft) an günstiges Personal zu kommen. Vorteile gibt es hier für die Leiharbeiter nur seeehr selten, wenn überhaupt.
    Für den Staat ist es ebenfalls eine „Positivrechnung“, da die ganzen Zeitarbeitnehmer nicht in den Arbeitslosenstatistiken auftauchen. Dennoch müssen sie oft noch Unterstützung beim Staat beantragen, da sie von dem Geld, welches ihnen gezahlt wird, ihren Lebensunterhalt schlicht weg nicht selbständig finanzieren können.
    Gut bezahlte Leiharbeiter sind verdammt selten und Übernahmen von Entleihbetrieben kann man gewöhnlich an einer Hand abzählen.

    Da ich selbst (leider) Leiharbeiter bin, kann ich da aus Erfahrung sprechen. Nur bin ich zum Glück nicht auf Staatshilfe (Wohngeld etc.) angewiesen. Von ehrlicher Arbeit MUSS man auch selbständig leben können. Solange das nicht funktioniert, habe ich für jeden Leiharbeiter Verständnis, der sich arbeitslos meldet, statt sich mit einer Leiharbeitsfirma UND dem Sozialamt/ARGE auseinandersetzen zu müssen. Von ersteren wird man dann nämlich in der Situation oft schamlos ausgenutzt, von letzteren genauso oft hängen gelassen. Habe da genug Leute kennengelernt, denen es so ergeht.

  15. @shad
    Schon mal als Zeitarbeiter gearbeitet? Da verdient keiner gutes Geld. Für gewöhnlich wird das gemacht, da dort der Tarifvertag bedeutend schlechter ist. Somit sind die löhne niedriger.

    Ich war mal 6 Monate Zeitarbeiter als Facharbeiter, da liegst du locker 30% oder mehr unter dem Tariflohn.

  16. Lustig, dass sich hier Leute als Beispiel nehmen und das dann als allgemeingültig darstellen. Lernt doch bitte mal differenzieren und Tatsachen anzuerkennen. Ich habe nirgendwo geschrieben, dass jeder als Millionär aus der Arbeitnehmerüberlassung geht. Aber es gibt trotz allem genug, die dort ordentlich verdienen. Auch wenn das Einzelnen hier nicht passt weil es auf sie selbst nicht zutrifft/traf.

  17. neunzehnuhrvierunddreizig says:

    @Walter – Denke, dass auch im Zeitarbeiter-Segment Angebot und Nachfrage bestimmen, wieviel verdient werden kann.Zumondest aus dem Bereich Ärzte weiß ich, dass Honorarärzte ca. das 3- bis 4-Fache mehr verdienen als Festabgestellte. Abzüglich Versicherungen etc. bleibt netto noch gut das 1,5- bis 2-Fache.

  18. @shad

    Ach ich meine nicht nur mich als Beispiel, wir hatten Leute die 16 Jahre als Zeitarbeiter in der selben Firma angestellt waren, und das nicht weil es da soviel kohle für gab. 🙂

    Der Tarifvertrag der BZA ist einsehbar, wenn du den jetzt mal mit den üblichen Tarifverträgen anderer Branchen vergleichst, wirst du sehen das dieser doch sehr geringer ist.

    Hier jetzt Consultants oder Projektmanager mit ins Boot zuholen, die auch zeitlichbefristet in dritt unternehmen beschäftigt sind, ist… wie sagt Caschy so schön Arschbacken – Kuchen backen. Das hat mit dem was man landläufig unter Zeitarbeit versteht nix zu tun.

  19. I love my amazon!

  20. Super ist immer, wenn Leute meinen, man müssen anderen Menschen erklären, dass sie keine Vorteile oder nur Nachteile von ihrem Handeln haben – glaubt man wirklich, die sind so doof? Die kennen die Möglichkeiten, die sie in ihrem Leben haben – und da stellt offenbar diese Art von Job die beste Alternative dar.
    Immer überlegen: was hat der Mindestlohn in den USA bewirkt? Gut gemeint, gute Propaganda für Sozialpolitiker – aber was heißt es konkret: da sitzt einer, der hat kaum eine Qualifikation und muss sich gegen Leute mit höherer Qualifikation durchsetzen -und was macht der Mindestlohn? Er nimmt ihm ihm die einzige Waffe, die er in diesem ungleichen Kampf hat: seinen Job für ein paar Euro die Stunde weniger anzubieten … Denn wenn der Arbeitgeber eh Mindestlohn zahlen muss, egal für wen, dann fallen eben die mit den schlechtesten Karten von vorne herein raus.
    Die Arbeitslosigkeit der Schwarzen in den USA ist nach diesen Gesetzen stark gestiegen.
    Und was ist mit Leuten, die Schwarzen aus Rassismus einfach mal weniger Geld geben wollen? Genau das gleiche: wenn jemand einem, genauso qualifizierten, den er aus Rassismus abwertet genau soviel zahlen muss wie dem weißen Bewerber, dann kostet ihn es noch nicht mal etwas sein Vorurteil auszuleben – wenn der Schwarze aber gesagt hätte, ich arbeite für weniger, dann hätte er den Weißen nur einstellen können, wenn er mehr Geld für die gleiche Qualifikation zahlt – also hätte ihn sein Rassismus etwas gekostet.
    Diese ARD Dokus, sind ein Paradebeispiel für eine Haltung, die es wichtiger ist, gut zu scheinen, als tatsächlich darauf zu gucken, was die jeweilige Politik bringt … Politiker profitieren genau von dieser vordergründigen Propaganda – nur hätten die Medien die Aufgabe soetwas zu kontern und diese Heuchelei nicht selbst mitzumachen.

  21. @FlyingT Dann solltest Du Dich mal zum Thema Branchentarifzuschläge kundig machen.

    Und letztlich verstehen die Meisten irgendwie nicht, dass Zeitarbeitsfirmen nur die produktiven Stunden der Mitarbeiter bezahlt bekommen. Dinge wie Urlaub, Krankheit (Deutsche sind da ja in der Statistik fast Weltmeister) usw. müssen von der jeweiligen ZA-Firma getragen werden. Wer jetzt meint, dass die sich durch Helfer bei Amazon eine goldene Nase verdienen, der ist absolut weltfremd. Denn Amazon gibt den Kostendruck natürlich entsprechend weiter.

    Letztlich sind es die ganzen Unternehmen, die durch die Verbraucher gezwungen sind, ihre Kosten zu senken, da keiner mehr als nötig zahlen will und alle nur billig billig haben wollen. Was meinen denn alle, wo da der Rotstift angesetzt wird? Personal und Service (oft in Verbindung) sind da doch die ersten Posten auf der Rechnung, bei denen man schnell große Einsparungen realisieren kann.

    Hinzu kommt, dass Unternehmen oft flexibel auf Nachfragespitzen reagieren müssen. Oder will einer bei Amazon in der Vorweihnachtszeit mehr zahlen dafür, damit mehr Personal besser bezahlt eingestellt wird, das die Pakete schneller raushauen kann?

    So lange viele diese einfachen Zusammenhänge der BWL und VWL nicht hinterfragen und verstehen (wollen) ist hier jede weitere Diskussion zum Scheitern verurteilt. Das Problem liegt in der Mentalität der Gesellschaft als Ganzes und nicht bei irgendwelchen Zeitarbeitsunternehmen oder einzelnen Konzernen. Schon mal darüber nachgedacht?

  22. Ich habe in der Arbeitsvermittlung gearbeitet daher weis ich sehr gut wie der Hase bei Zeitarbeitsfirmen läuft. Da werden dann Facharbeiter mir einem helferlohn abgespeist und nach sechs Monaten gefeuert weil dann der Vermittlungsgutschein fällig wird.
    Aber schon klar, mit Zeitarbeit lässt sich gutes Geld verdienen.

    Und sein Konto bei amazon zu löschen bringt gar nichts da es mittlerweile kaum eine Firma gibt, die es nicht so handhabt. Ich empfehle einfach mal die doku Armutsindustrie

  23. @shad

    Naja die Spirale fängt sich an zu drehen wenn einer anfängt, wenn alle anständige Löhne bezahlen hat keiner einen wirklichen Preisvorteil. Interessant wäre ein FairTrade Logo für „nicht dritte Weltländer“…

    Und für auftragsstarke Zeiten sich per Zeitarbeit extra Personal einzustellen, ist ja auch eigentlich noch ok. Wenn man es als art „einarbeitungszeit“ sieht ist es unschön aber ja kann man machen. Wenn aber Leute entlassen werden um dann über die Firmeneignene Leiharbeitsfirma wieder den selben Job zu machen nur für weniger Geld dann ist das beschiss auf höchster ebene. Man sollte einfach den Branchentarifvertrag an die Mitarbeiter auszahlen, dann würden sich unternehmen 2 mal überlegen ob sie Zeitarbeiter einsetzen ( die ja dann teurer sind, die Leiharbeitsfirma will ja auch verdienen) oder doch lieber eigenes Personal einsetzen.

    Und das die CGZP sittenwidrige Stundenlöhne hatte sagt ja schon eigentlich alles.

  24. Für mich ist das OK. Solange ich bei Amazon günstig einkaufen kann 🙂

  25. Ich bin wirklich auf den Bericht gespannt. Was ich heute bereits in der Vorschau sehen konnte lässt das Unternehmen amazon für mich in keinem guten Licht erscheinen.

    Ich hoffe auch das sich mein Verdacht den ich gegen die Mitarbeiter der SECURITY Firma hege nicht erhärtet.

    Mal sehen in welche Richtung sich die Diskussion hier nach dem Bericht entwickelt.

  26. Die Zeitarbeit als solche war ja ursprünglich mal gedacht, um Produktionsspitzen abzufangen oder für Krankheitsvertretungen u.ä.. soweit wäre ich damit auch einverstanden.

    Wenn aber Leiharbeiter seit Jahren für die selbe Firma arbeiten oder der selbe Arbeitsplatz immer wieder mit Leiharbeitern besetzt wird – dann stimmt da irgendwas nicht. Dann ist oft der alleinige Zweck, Tarifverträge u.ä. zu umgehen.
    Ich kenne einige „Leiharbeiter“ (die offizielle Bezeichnung ist bei diesen anders) die nicht schlecht verdienen, wirklich nicht schlecht. Diese sind aber in der Minderheit.

    Die Masse der mir bekannten Leiharbeiter verdient recht wenig. Manche so wenig, dass sie zusätzlich Sozialleistungen beziehen. Dabei könnt man für das Geld, dass die ausleihende Firma an die Zeitabseitsfirma zahlt, fast 2 Leute fest einstellen.
    Es ist doch schon verdächtig, wenn die Zeitarbeitsbranche lange Zeit boomte – das kann jedenfalls mit den Eingangs genannten Kriterien kaum zu tun haben.

    Um eine endlose Abwärtsspirale bei Löhne u.ä. zu verhindern, hilft eigentlich nur ein Mindestlohn – einer, der auch kontrolliert wird. Dann hätte zumindest auf diesem Gebiet niemand einen großen Wettbewerbsvorteil. Und wenn der Lohn entsprechend gestallte ist, können die betreffenden Arbeitnehmer evtl. auch etwas mehr zur „Binnennachfrage“ beitragen. Geld ausgeben und die Wirtschaft ankurbeln kann schließlich nur der, der auch Geld verdient – besser: bekommt.
    Aber das ist eine Diskussion, die hier wohl nicht so ganz her paßt… 😉

  27. da ich direkten kontakt zu lagerarbeitern von amazon habe, kann ich sagen, das die, die direkt bei amazon angestellt sind, mehr als zufrieden sind

  28. Was alles schlect läuft im Kapitalismus wird schon ganz gut und relativ wenig verzerrt dargestellt – in der ARD und anderen staatlichen Medien. Was drastisch verschwiegen wird, ist die Tatsache, dass es wachsende Minderheit gibt, die organisiert was gegen die herrschende Verbrecherklasse macht. Defacto werden die Lemminge, der kleine Mann, immer als Opfer dargestellt. Mit dem Fernseher eingeschalten fühlt man sich als Opfer auch noch bestätigt. Dabei meine ich nicht die Leute, die sich rundum wohlfühlen und die Zustände nicht sehen wollen. Wer berichtet denn davon, dass es auch in Deutschland Gruppen gibt, die den Kapitalismus stürzen wollen, damit für alle Menschen ein menschenwürdiges Leben gibt? Darüber wird doch nur spärlich und wenn, mit Hetze berichtet.
    Danke für den Tipp. Lad ich nachher mal aus der Mediathek.

  29. Walter meint:
    @Susi: „achja, und was genau an dem Satz falsch ist hast du sicherlich nur vergessen hier zu erwähnen… richtig?“

    Nö,
    vergessen sicher nicht!
    Aber ich will mal nicht so sein, deshalb für „Walters“:

    ad1:
    caschys Aussage: „Damit es uns gut geht, muss es anderen schlecht gehen“ impliziert eine gesetzmäßige Zwangsläufigkeit, welche er mit:
    „dies ist leider so“ zu bekräftigen versucht. (:
    Das sich hier der Hund in den Schwanz beißt, müsste doch dem letzten Dödel wie Schuppen von den Augen fallen.

    Richtiger (jedoch nicht umfassend) wäre die Aussage:
    „Damit es Amazon gut geht, muss es anderen schlecht gehen“

    ad2:
    wenn ich Deinen Kommentar lese, dann bin ich geneigt aus „zwei“,-> anderthalb zu machen, denn bezüglich der Aussage von caschy:
    „..interessiert in der heutigen Zeit aber immer weniger Menschen.“
    ahne ich, dass die Aussage:
    „verstehen in der heutigen Zeit aber immer weniger Menschen.“
    zutreffender wäre! 🙂

  30. Vielen Dank für den Kritischen Artikel!
    Selbst wenn, wie einige hier schreiben, solche Reportagen nicht immer sehr objektiv sind, so gitl wie bei jedem Vorurteil / Gerücht, es ist fast immer ein wahrer Kern dabei.
    Also bitte nicht zum Selbstschutz, also für das eigene Gewissen des Technikfreunds, zu schön reden. Danke.

  31. Wir bekommen es doch von der öffentlichen Hand (Landesregierung rot-grün in NRW) vorgemacht: die meisten Lehrer an der Grundschule meiner Tochter bekommen nur Halbjahresverträge und hoffen, dass diese verlängert werden.

    Die Klassenlehrerin von meiner Schule ist schwanger und darf wegen fehlendem Immunschutz nicht mehr unterrichten. Ihr Vertrag ist zum 31.01.13 ausgelaufen und nun ist sie arbeitslos. Ist das sozial? Fair?

    Unsere gewählten Vertreter machen es uns doch vor wie Geld zu sparen ist.

  32. Korrektur: die Klassenlehrerin von meine Tochter ist schwanger……..sorry für den Typo

  33. Schockierende Doku, ich bin sprachlos. Besonders die Einschüchterung durch die Security. Kaum zu glauben wenn ichs gerade nicht selbst gesehen hätte.

  34. 8,52 brutto, danke – dummer – sozialstaat, dafür würd ich nichtmal aufstehen…

  35. @walter

    Naja ist nen schwieriges thema für 8,52€ soll niemand arbeiten, aber ne BluRay darf auch nicht mehr als 10€ kosten… Alles soll billig sein aber die leute aber die leute sollen dabei anständig verdienen geht eben nicht zusammen.

  36. Tja, wer hat denn Amazon so groß und stark gemacht? Warum kann sich ein Unternehmen wie Amazon einen solchen Sicherheitsdienst der wohl am Rande der Rechtsextremität steht erlauben? Wir ALLE sind schuld an diesen Verhältnissen weil wir alles immer billiger haben wollen.Wenn wir ALLE konsequent wären würden wir dort nichts mehr kaufen denn der kleine Händler an der Ecke braucht keinen Sicherheitsdienst weil er seine Angestellten anständig bezahlt und nichts ausbeutet! Ich lösche mein Konto bei diesem Unternehmen da ich es mit meinem Gewissen nicht mehr vereinbaren kann dort etwas zu kaufen!

  37. Schon erstaunlich wie Amazon, die mir bisher als kundenfreundliches und kulantes Unternehmen begegnet ist, hinter den Kulisen mit ihren Mitarbeitern umgeht. Auch das sie sich öffentlich nicht gegen die Zustände positionieren schadet ihnen doch von Seiten der PR doch nur noch mehr.

  38. @Jürgen:
    „ Ich lösche mein Konto bei diesem Unternehmen“

    Wirklich? Ganz ehrlich? Und kaufst da nie wieder etwas, auch nicht auf Umwegen?

  39. Nach der Reportage bin ich auch geschockt und mein Konto bei Amazon gehört der Vergangenheit an. Ich war selber auch LA, aber das hier mit Security und die Transporte schlägt dem Fass den Boden raus. Die Zeitarbeitsfirma muss sich offensichtlich nicht an Kündigungsfristen halten, oder wie? Bin auch gespannt, wie lange die Beiträge auf der Amazonseite bleiben. Vielleicht schreibt ihr da noch Eure Beiträge, bevor ihr Euer Konto löscht. Es wäre nicht die erste Firma, die Umsatz einbüßt aufgrund solcher Kritik.

  40. Grundsätzlich: Wer nicht damit klarkommen kann, dass ARD und Co in ihren Dokumentationen vor allem Einzelschicksale präsentieren, die sollten die Finger von jeder Zeitungsreportage lassen und sich nur auf Studien (die auch nicht immer glaubhaft sein müssen) stürzen. So ist es eben: Nur mit den Geschichten einzelner Menschen kann man das Ausmaß begreiflich machen. Es ist eine Art Fallstudie und soll uns Zuschauern/Lesern einfach mal einen Einblick in das Leben einzelner Menschen (hier: Zeitarbeiter bei Amazon) geben.

    Um es auf den Punkt zu bringen: Ich war/bin betroffen. Auch wenn das, was gezeigt wurde, kein Gesamtbild zeigt, so tut es mir dennoch für die Betroffenen leid, die hier vorgestellt wurden. Aber schockierender ist für mich was anderes: Schlechte Arbeitsbedingungen auf der gesamten Welt machen mich zwar betroffen, aber soll dem entgegengewirkt werden, muss vieles umgekrempelt werden. Die Globalisierung ist stark und lässt sich in den nächsten Jahrhunderten nicht so leicht stoppen. Aber hier waren wir nicht bei Foxconn in China, sondern in Deutschland. Und ginge es hier um alltägliche Themen wie Mindestlohn, Streik und Tarifverhandlungen, dann wäre ich jetzt auch nicht besonders überrascht. Aber was hier gezeigt wurde, war weitaus dramatischer als ein üblicher Streit um Tarife und Mindestlöhne: Hier werden Menschen in harten Art und Weise missbraucht und fertiggemacht. Und wie gesagt: Nicht irgendwo, sondern in spießigen, gut bürgerlichen, deutschen Kleinstädten, wo der Nachbar Meyer tagtäglich dafür sorgt, dass sein Vorgarten sauber bleibt und Oma Paschulke beim Bäcker nebenan den neusten Stadtklatsch verbreitet. Ein wenig „Unrecht“ darf sein – ja, ist vielleicht sogar gewünscht. Doch wem es absolut egal ist, dass in Deutschland solche miesen Arbeitsverhältnisse existieren, der sollte sich darauf einstellen, dass dies der Startschuss für einen unrechten Paradigmenwechsel in Deutschland bedeuten könnte. Heute Amazon, morgen die Post, übermorgen die Behörden. Mir ist es egal, dass die ARD hier nur einen Bruchteil aus der Arbeitswelt Amazons präsentiert hat: Auch wenn Amazon anderorts ein reines Gewissen hat, so sollte man nicht die Augen vor den gezeigten Einzelschicksalen verschließen. Wenn Amazon ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft gemacht hat, so sollen auch die untersten Arbeiten ein paar Krümel vom Kuchen abbekommen. Dass Menschen in erbärmlich schuften müssen und keinerlei Freiheiten erhalten, das gab es in Deutschland schon einmal – und darf nicht mehr wiederholt werden.

  41. Das Zeitarbeitsding ist ja nur eine Unverschämtheit von Amazon!
    Das die Ihre Gewinne über Steuerschlupflöcher fast nicht in Deutschland versteuern das andere. Das die einen Dumpingvertrag mit DHL haben, von dem die DHL-Subunternehmer nicht leben können…. The List goes on and on and on……

    Kriminellster Kapitalismus! Unter dem Deckmantel des digitalen Zeitalters zurück ins 18. Jahrhundert….

    Und der Witz ist ist: Niemand ist gezwungen dort zu kaufen – die meisten Artikel bekommt man (nach einfacher Suche) auch in einem dt. Onlineshop!

  42. @Knut „Und der Witz ist ist: Niemand ist gezwungen dort zu kaufen – die meisten Artikel bekommt man (nach einfacher Suche) auch in einem dt. Onlineshop!“

    Und es gibt sogar Gerüchte das es die Artikel auch im stationären Handel geben soll. So mit Verkäufern und so Sachen.. klingt komisch ist aber so 😉

    @Tchooe

    Naja so abgefahren ist das jetzt auch nicht. Meine Bestellungen bei Amazon der letzten 5 Jahre kannst an einer Hand abzählen. Ich bevorzuge den kleinen Fachhandel, der kann mir für gewöhnlich auch alles über dem Großhändler bestellen. Und teurer ist der auch nicht unbedingt

  43. frühschläfer says:

    wieso gibt’s das nicht in der Mediathek?

  44. (Unser) Wohlstand ist wahrscheinlich immer auch auf Kosten = Ausbeutung, von Mensch und Umwelt. Solange jede(r) Angst hat, sein Wohl-stand zu verlieren, solange wird es (den Konzernen) möglich sein, Menschen gegeneinander auszuspielen und weiter auszubeuten. Daher ist es absolut notwendig, dass es auch Gesetzte gibt, die Menschen vor Ausbeutung schützten.

  45. keineAngabe says:

    Also, mir geht dieses ‚da kam im Fernsehn nen Bericht und wir fallen alle aus den Wolken und regen uns zwei Tage auf‘ auf den Sack. In diesem Fall bin ich allerdings mit von der Kündigungs und Löschfraktion.

    Leiharbeiter sind Alltag. Und ein Zuckerschlecken ist das nie. Was Amazon hier abzieht, hat aber eine neue Dimension. Nicht die schiere Anzahl an Leuten die sie Quer durch Europa ankarren lassen, viel Arbeit -> viele Leute. Aber das wie ist ein Nogo.

    Diese Unterbringungen der Arbeiter, die Bustouren und der Nazisicherheitsdienst sind eine neue Qualität, die ich nicht tollerieren kann. „Coco Jobtourismus“, glaub es hackt. Die Firma trenkwalder (http://www.trenkwalder.com/de/ mit dem Claim „Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt!“) bekommt auch nen netten Brief von mir.

    Sklavenhändler die Arbeitslager betreiben. Amazon wird sich garantiert drauf zurück ziehen, das diese Zustände nicht bekannt waren, man eh keinen Einfluss auf die Verträge der Fremdfirmen hat und etc. etc.

    Klar, bei Amazon nicht mehr ein zu kaufen ist ein Verlust an Komfort. Ich gebe mich der Illusion hin, das ich bei ebay es mit Einzelhändlern zu tun habe, ich nicht in einer zentrale meine Bestellungen bearbeiten lasse (was solchen Personalbedarf hervor bringt) und damit dezentral kleine Einzelhändler beschäftige. Bis mir meine Naivität auch hier auf den Bauch fällt und der ebay-Test im Fernsehn kommt.

  46. Ich bin ja nun auch schon länger Arbeitslos, aber in den neuen Sklavenmarkt werde ich mich nicht einbringen. Denn nichts anderes sind diese Zeitarbeits Firmen.

  47. Richtig übel das ganze. Hauptsache die Unternehmen verdienen immer mehr egal ob da auf die Rechte der Menschen geachtet wird oder nicht. Da kann man nur mit den Kopf schütteln. Wer den beitrag verpasst hat dort kann man ihn sich nochmal ansehen: http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/ausgeliefert-leiharbeiter-bei-amazon?documentId=13402260

    Gruß Maik

  48. Entlarvend fand ich die Tatsache, dass Amazon auf Anfragen hinsichtlich dieser Missstände nicht geantwortet hat. Wenn es sich nur um Einzelfälle handelte, wäre es doch für Amazon ein Leichtes gewesen, die Anschuldigungen zu entkräften. Anscheinend sind es wohl doch nicht nur Einzelfälle. (Allerdings ist Amazon an sich kein Einzelfall. Bei Zalando und Konsorten sieht es nicht viel anders aus.)

    Mal ganz nebenbei bemerkt: Im Buchladen um die Ecke bekomme ich meine bestellten Bücher i. d. R. am nächsten Tag, kostenlose Geschenkverpackung, einen kleinen Plausch und ein Lächeln noch dazu. Selbst Fachbücher für die Firma kaufe ich bereits seit Jahren fast nur noch in „meinem“ Buchladen. Warum auch nicht?

  49. Trenkwalder International ist ein Unternehmen der Droege International Group AG
    Mehr Infos findet man u.a bei Wikipedia.

  50. Das mit dem „Laden um die Ecke“ ist doch Augenwischerei! Jeder Laden ist den durch die Regierung oktruierten Gesetzen des Kapitalismus ausgesetzt, muß also zwangsläufig seine Mitarbeiter ausbeuten!
    Ob er mehr oder weniger ausbeutet ist dabei wurscht – wer am Markt mitmischt, muß Profit machen! So irrsinnig das auch klingt – es ist das Urgesetz des Kapitalismus!

    @Susi: Deine Kritik versteh ich nicht. Nach geltendem Gesetz (welches wir uns ja angeblich selber an der Wahlurne aussuchen) ist das doch so: Wer von uns „erwirbt“ die Produkte seines täglichen Bedarfs, ohne daß nicht am Ende jemand dafür ausgebeutet wird? Nenne mir ein Produkt, welches Du gekauft hast, an dessen „Wertschöpfungskette“ alle Teilnehmer zufrieden mit dem sind, was sie für ihren Teil der „Wertschöpfung“ bekommen haben! Auch der Biobauer würde bestimmt gerne mehr haben wollen!

  51. @Guntram:
    Es ist keine Augenwischerei. Die Ladeninhaberin steht persönlich im Laden und ihre Angestellte bezahlt sie auch zufriedenstellend. Sie beschäftigt keine Leiharbeiter, weder aus Spanien noch sonstwoher, noch nicht einmal im Weihnachtsgeschäft. Zu allem Überfluss zahlt sie sogar Sozialabgaben und Steuern in Deutschland.

    Und kannst du bitte mal erklären, was für Gesetze du meinst, die den Ladeninhabern den Kapitalismus aufzwingen? („Profit machen“ ist im Übrigen nicht identisch mit „ausbeuten“.) Also so einen hanebüchenen Unsinn habe ich hier schon lange nicht mehr gelesen.

  52. Schockiert hat mich das ehrlich gesagt nicht. Alle sind sprachlos über kapitalistischen Normalstandard. Dabei ist das überall so. Hier und da vielleicht mal mehr, da und dort mal weniger. Es sollte doch viel mehr darum gehen, das gesamte altbackene verfaulte System Kapitalismus infrage zu stellen… Es gibt keine humane Ausbeutung. Also weg damit. Gibt doch viele Ideen, was stattdessen erkämpft werden kann.

  53. @Tchooe:
    Wenn man die Tagespolitik ein bißchen verfolgt, sieht man fast gar keine Gesetzesidee, die nicht dieses Ziel verfolgt! Warum muß alles um alles in der Welt privatisiert werden?

    Aber von vorne: Die Ladeninhaberin steht im Wettbewerb, hat vielleicht auch noch einen Kredit laufen etc. Sie muß also um zu überleben Profit machen. Daß heißt, daß der Umsatz den sie macht, nicht direkt an die Leute geht, die den Umsatz erzeugen (Sie + die Angestellten), sondern teilweise auch an die, die mit Geld Geld machen (also nicht arbeiten im eigentlichen Sinne). Stichworte: Zinsen, Inflation, …

    Was heißt überhaupt „zufrienstellend“ bezahlen? Hast Du mit den Angestellten gesprochen? Haben die das Gefühl problemfrei an die Güter ihres Bedarfs zu kommen?

    Ganz abgesehen davon steht die Ladeninhaberin auch nur an einer Position innerhalb einer Kette –> bekommt der Postbote, der ihr die Bücher zum Verkauf liefert ein „zufriedenstellendes Gehalt“? Bekommt der Autor der Bücher ein „zufriedenstellendes Gehalt“? Bekommt der Holzfäller für das Fällen der Zelluloselieferanten ein „zufriedenstellendes Gehalt“?

    Und wenn Du nach den Gesetzen suchen willst, schau Dir da Grundgesetz und die Position des Artikels mit dem Recht auf Privateigentum an.

    All dieser „hanebüchene Unsinn“ beschäftigt anerkannte Wissenschaftler nunmehr seit über 150 Jahren ohne Unterlass – sind die denn alle einfach nur dumm?

  54. @Guntram: Meinereiner schließt sich Deiner Meinung an. Auch wenn ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich nicht alle Kommentare hier gelesen habe, so ist das Thema doch eines, das sehr polarisiert.

    Leiharbeit hin oder her, ich denke, dass die Leute , die so arbeiten, nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen , da sind wir wohl alle einer Meinung.

    Nur – wir sollten nicht vergessen, dass es tausende Leute gibt, die tagtäglich ihren Mann stehen, hart arbeiten und nur ’nen Appel und ein Ei dafür bekommen.

    Meine Ex-Perle war Altenpflegerin.
    Junge, Junge, ich hätte nie gedacht was das für ein Knochenjob ist. 10 Stunden jeden Tag. Dafür nur 8 Stunden bezahlt. Samstags. Sonntags. Klar, die Pflegebedürftigen fragen nicht nach Feierabend. Von den Arbeiten mal abgesehen. Das möchte ich hier mal nicht vertiefen. Will der Eine oder Ander bestimmt auch nicht wissen. Da bin ich immer froh wenn ich -trotz Megastress und Termindruck – in meinem Großraumbüro hocken kann.

    Und der Lohn? Das Auto lief auf Papa, bezahlt mit nem Kredit über was weiß ich wieviel Jahre. Nicht, weil sie das brauchte oder zu fein für den ÖNV war. Nein. Weil das Pflegeheim im hinterletzten Kaff lag. Weil die Arbeitszeiten so mies waren, dass da schon lange kein Bus mehr fuhr. Und weil man nach so einem Tag einfach nur eines will: Nach Hause.

    Miete? Strom? Reparaturen? Jungs, ich sag‘ Euch, da darf NIX, aber auch GAR NIX passieren. Da ist am Ende vom Geld noch jede Menge Monat übrig. Und dass regelmäßig.

    Und das trotz einer richtigen Ausbildung. Mit nem Notendurschschnitt, der seinesgleichen sucht. Mit einer Verantwortung für Leib und Leben.

    Wenn ich mal ne Kalkulation zerschieße, na gut, da jibbet was auf die Mütze vom Chef.
    Legt die Firma halt mal drauf (um es mal übertrieben zu formulieren.) Aber in Jobs wie diesen? Da sieht es anders aus. Einmal die Pillenschachtel vertauscht, und es wird wieder ein Zimmer frei.

    Oder wieveile von uns gehen im Discounter zur Fellpflege. Einfach mal die Haare schön machen für 10 Silbertaler. Waschen, schneiden, legen. Kopfmassage inclusive. Die Mädels dort gehen tws. abends um 10 raus, oder später, weil die die Bude (natürlich unbezahlt) noch putzen müssen.
    Um dann letztendlich doch noch Geld vom Statt beantragen zu müssen, weil es einfach nicht reicht, für Umweltumlage, wenn der mal Strom teuer wird.

    Was die Mädels mal an Rente kriegen, da brauchen wir nicht drüber zu spekulieren.

    Wir diskutieren hier über den Sinn und Zweck und die Ethik von Leiharbeit. Und über schlechte Arbeitsbedingungen. Dazu muss man aber nicht bis ins Amazon-Verteilzentrum fahren.
    Einfach nur mit wachsamen Augen durch den Alltag gehen.

    Ich jedenfalls zollen jedem, der sich mit einer derartigen Situation abfinden kann (oder muss) meinen tiefsten Respekt.

    Sorry, wenn der Beitrag etwas länger geworden ist, aber das musste einfach mal raus.

  55. Maggikartoffel says:

    > Dass Menschen in erbärmlich schuften müssen und keinerlei Freiheiten erhalten, das gab es in Deutschland schon einmal – und darf nicht mehr wiederholt werden.
    Das ging mir leider ebenfalls durch den Kopf, als ich die Reportage sah. Dass wieder einmal Menschen (mich inbegriffen) nicht von selbst drauf kommen, dass etwas (in der Nachbarschaft/Nachbarort) nicht mit rechten Dingen zugeht. „Schön billig“ denken und das war’s dann. Ist ein Zwiespalt: Amazon funktioniert auf Kundenseite einfach bequem und tadellos, wie ein Schweizer Uhrwerk

  56. wenn das Schule machen würde:
    http://www.boersenblatt.net/594936/

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