Tile: Scan & Secure findet unerwünschte Tracking-Tags

Mit den AirTags hat Apple grundsätzlich nichts neu erfunden. Man hat aber geschickt die Nische genutzt und einfach mal das Suchen und Finden von Dingen wirklich alltagstauglich gemacht. Kurz danach haben auch schlechte Menschen die AirTags für sich entdeckt. Nachrichten zu Stalking und Tracking kochten hoch.

Apple musste nacharbeiten – und zwar so weit, dass für viele die AirTags mittlerweile unbrauchbar sind – denn wozu brauche ich einen Tracker, der flott aufgespürt ist?

Tracker sind nicht neu, doch das Thema Stalking war bisher gefühlt nie ein großes Thema in den Medien. Es gibt immer noch zahlreiche, wenn auch nicht so kompakte und günstige Tracker, die man nicht so einfach aufspüren kann.

Ein anderer Hersteller, Tile, hat aber nun auch nachgerüstet und Scan & Secure vorgestellt. Mit der Funktion können Nutzer ganz einfach nach Tiles und Tile-fähigen Geräten in der Nähe scannen und diese erkennen, die möglicherweise mit ihnen unterwegs sind. Nutzer können diese Funktion auf iOS oder Android nutzen, auch wenn sie kein aktives Tile-Konto haben, solange sie die neueste Version der Tile-App auf ihrem Handy haben. Problem bleibt weiterhin: iOS warnt generell proaktiv bei AirTags, Apples Android-App macht dies auch nicht – und bei Tile muss man auch generell manuell scannen.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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21 Kommentare

  1. Oliver Müller says:

    Ja super. Und am Ende braucht jemensch, der keine dieser Tracker nutzt, trotzdem zig Apps der verschiedenen Hersteller, um nicht gestalked zu werden.

  2. Oder man nimmt einfach AirGuard, der sucht automatisch. Wurde sogar in diesem Blog vorgestellt. Gibt es im PlayStore und bei F-Droid.

  3. Den Text „… iOS warnt generell proaktiv bei AirTags, Apples Android-App macht dies auch nicht …“ verstehe ich 2x nicht.
    Das „auch“ macht keinen Sinn und was ist „Apples Android-App?

  4. „… denn wozu brauche ich einen Tracker, der flott aufgespürt ist?“
    Genau das ist doch der Sinn eines Trackers, dass ich ihn schnell aufspüren kann, wenn ich z.B. meinen Schlüssel verloren habe. Zum unbemerkten Verfolgen von Dingen oder Leuten war das Ding nie gedacht.

    • Ich denke es gab durchaus mehr Anwendungsmöglichkeiten, die sich angeboten haben. Beispielweise könnte man ein gestohlenes Fahrrad wieder finden.

      Natürlich kann man sich hier streiten, ob diese Art von Tracker dafür der richtige Ansatz wäre. Solange die Crowd das nur an Apple/Tile und den Eigentümer sendet, ist das vielleicht besser als ein LTE-Tracker. Aber durch das Verstecken, gibt es eben auch andere unliebsame Anwendungsfälle.

      Das sind die bekannten zwei Seiten der Medaille.

    • Ich bin extra wegen diesem Satz in die Kommentare, weil ich den irgendwie auch nicht verstanden habe.

      Aber möglicherweise missverstehe ich das – meine AirTags kommen heute an und die Aussage, sie seien jetzt „unbrauchbar“ verunsichert mich etwas.

      Was genau meint ihr mit unbrauchbar? Ich würde doch erwarten, dass sie schnell aufzufinden sind. Und ich würde erwarten, dass mit folgende tracker für mich leicht zu identifizieren sind.

      Oder ist es die Sorge, dass jeder andere meine Dinge damit findet (mit böser Absicht)? Bin verwirrt….

      • Es kommt ja darauf an, was du damit erreichen möchtest. Wenn du das an deinen Schlüssel hast, dann ist das erstmal brauchbar wie geplant. Auch nicht schneller oder besser, sondern gleich.

        Ursprünglich war die Idee, dass zwar alle Geräte den Tracker erkennen, die Information aber nur an den Besitzer geht (ggfs sogar nur auf Nachfrage). Damit findet erstmal kein „böser“ Dritter deinen verlorenen Schlüssel oder könnte feststellen, dass du morgens immer in derselben U-Bahn sitzt, oder eben weiß, wann dein teures Fahrrad gerade vor dem Bäcker steht.

        Spezialisten, die solche Tracker den Kindern, Partnern oder Dritten in den Rucksack geschmissen haben, haben das Grundkonzept jetzt ausgehebelt.

        Wenn du jetzt aber feststellen kannst, dass ein (ggfs. bestimmter) Tracker in deiner Nähe ist, dann kannst du den entfernen oder anderen Kram damit anstellen. Du bist also geschützt vor Überwachung, aber die ordnungsgemäße Nutzung könnte eben auch teilweise ausgehebelt werden.

        Dennoch: Erst einmal ist die Funktion nicht beschränkt. Es gibt aber andere Rahmenbedingungen.

      • Ganz einfach: ein Freund hat einen solchen seit Monaten am Rad, falls es gestohlen wird.
        Jetzt, mit den ganzen Scanner Apps kann ein Dieb das Rad stehlen, 100 m weg bringen, dort in Ruhe Scannen (die Dinger melden ja auch den Abstand), den Tracker entfernen und schwupps, ist das Rad auf ewig weg.

        • Das war auch mein Gedanke irgendwie…wenn jeder nach den Dingern scannen kann – und man geht davon aus, dass Leute sowas meist an wichtigen/wertvollen Dingen befestigen – ist das ja geradezu eine Einladung, durch die Nachbarschaft zu laufen und gezielt nach Airtags zu suchen. Denkfehler?

          • Nein, kein Denkfehler. Aber für diese Anwendung (Diebstahlschutz) ist der Airtag nicht gemacht worden. Du sollst damit Dinge wiederfinden können, die Du normalerweise nirgendwo unbeaufsichtigt zurücklässt – Schlüssel, Portemonnaie Handtasche oder Rucksack. Absicherung von Fahrrädern geht zwar auch, kollidiert aber mit dem Anwendungsfall Stalking. Das kann die Technik nicht unterscheiden, deshalb wird diese Anwendungsfall auch durch technische Mittel verschlechtert.

            • Naja…von Diebstahlschutz rede ich gar nicht – sondern sogar von einer Erleichterung von Diebstahl.

              Ich bin böser Bube POV:
              „Ich lasse einfach mal den Scanner laufen, da die meisten die Teile wohl an Schlüsseln oder Geldbörsen lassen und dann schaue ich einfach mal, ob da einer rumliegt, an den ich drankomme. Geld, Zugang zu einem Haus, oder einem Auto – Alles drin für mich“.

              Klar kann alles missbraucht werden, aber die Tatsache, dass man ziemlich genau weiß, was so ein Tracker „markiert“, lässt mich doch etwas schaudern, ob ich genau die zwei Dinge öffentlich trackbar – und das ist das eigentliche Problem – machen möchte…

              • Nicht falsch verstehen – ich sehe es einfach als ein grundsätzliches Problem. Es ist irgendwie aber schon wichtiger, dass man sie tracken kann, als Anti-Stalking Maßnahme…und genauso kann es einem wohl nutzen, wenn jemand ohne Kriminelle Energie meinen Schlüssel findet, der auf Sicht nie gefunden worden wäre.

              • Wie vorher schon geschrieben: „Dinge, die man normalerweise nirgendwo unbeaufsichtigt lässt“. Ich denke mal, dass sich kein Taschendieb die Mühe macht nach Airtags zu suchen, die finden ihre Beute auch so.

  5. Beim Tracken von Dingen sehe ich gar kein sog. „Stalking-Problem“: mein Eigentum darf ich doch sichern, wer das unbefugt an sich nimmt muß damit leben getrackt zu werden . Kriminelle müssen damit leben „ausgetrickst“ zu werden. Berufsrisiko. Bei menschen nur mit Absprache (Kinder, Senioren mit Orientieurngsproblemen z. B.). Haustiere unproblematisch . Mich wundert mal wieder diese ganze „das kann aber mißbraucht werden, das hätte man nie erfinden sollen“-diskussion. Wer kriminell handeln will, also z. B. belästigen , tut das – mit und ohne airtags.

    • Der Tracker und die Infrastruktur dahinter kann nicht unterscheiden, ob Du es zum Wiederfinden deiner Geräte nutzt oder zum Stalking. Genau wie eine Pistole nicht unterscheiden kann, ob Du dich damit verteidigst oder jemanden bedrohst. Bei der Pistole ist das Missbrauchspotential so hoch, dass Du nicht einfach eine kaufen und damit herumspazieren darfst. Die Tracker werden nicht verboten, sondern es wird mit technischen Mitteln versucht, den Missbrauch einzuschränken, was leider auch auf Kosten der möglichen legalen Einsatzzwecke geht.

    • FriedeFreudeEierkuchen says:

      Die Airtags machen es einfach und billig. Die konkreten Anwendungsfälle kannst du ja ständig den Nachrichten entnehmen. von Stalking bis zum Auto-Diebstahl ist das alles dabei. Die Airtags haben durch ihren günstigen Preis und das große Netzwerk die Anwendung erst interessant gemacht. Alle bisherigen Tracker hatten entweder mit Stromverbrauch und Preis (Mobilfunk-basiert) oder einem grottenschlechten Netzwerk (Bluetooth-basiert) zu kämpfen.

      • Wobei ein professioneller Auto Dieb definitiv nicht auf Apple hat warten müssen.
        Einen vernünftigen GPS Tracker mit Mobilfunk kann man kaufen oder selbst bauen.
        Und die Laufzeit muß da ja keine xx Tage betragen.
        Meist reichen ja schon wenige Stunden.

        Aber ja, die Airtags machen es noch mal DEUTLICH günstiger und leichter.

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