Tidal: Nutzerzahlen angeblich gefälscht, US-Anbieter Sprint steigt ein

Hat die Führung hinter Tidal – dem Musik-Streaming-Dienst von Jay Z – eventuell die gesamte Zeit, die der Dienst schon existiert, die angeblichen Nutzerzahlen bewusst gefälscht und damit deutlich übertrieben? Das zumindest will die Redaktion der norwegischen Zeitung  Dagens Næringsliv nun anhand interner Dokumente des Unternehmens herausgefunden haben. Immer wieder wurden in der letzten Zeit Stimmen laut, der Dienst könne durch die große Konkurrenz wie Apple oder Spotify aufgekauft werden.

Doch das Interesse daran könnte deutlich geringer ausfallen, sollten die nun offen gelegten Zahlen tatsächlich stimmen. Jay Z selbst habe im September 2015 noch 1 Million Abonnenten gefeiert.

Anscheinend waren es zu diesem Zeitpunkt aber gerade einmal rund 350.000. Im März 2016 waren es demnach auch „nur“ 850.000 statt der großhalsig angepriesenen 3 Millionen Abonnenten. Parallel wurden damals CFO und COO des Unternehmens entlassen.

Ein Statement seitens Tidal steht aktuell noch aus. Allerdings sei die Company selbst auch schon auf der Suche nach Rechtsbeihilfe gegen ihre vorherigen Eigentümer. Demnach seien die Abonnentenzahlen zum Zeitpunkt der Übernahme damals weit unter den versprochenen 540.000 gewesen.

Nichtsdestotrotz – mittlerweile hat sich auch der US-Mobilfunkanbieter Sprint mit 33 Prozent eingekauft. Die Meldung wurde am Nachmittag des 23. Januar 2017 veröffentlicht. Sprint wolle dabei helfen, bestehende Kunden zu belohnen und neue Kunden für das Unternehmen zu gewinnen.

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5 Kommentare

  1. Erinnert stark an „Silicon Valley“…

  2. Von Anfang an eine Totgeburt.

  3. Wahrscheinlich Sessions mit User verwechselt…

  4. Tidal hatte nie eine echte Chance, oder?
    Ich sehe den Vorteil von Tidal nur für die Musiker selbst.

  5. Na ja. Noch gibt es Tidal und hoffentlich noch lange. Die Idee, die Vergütung der Musiker (aller! und nicht nur Inhaber) und die Streamqualität in den Mittelpunkt zu stellen, gefällt mir. APP finde ich auch eleganter als Spotify oder Google Play. Nachteile gibt es nur bei Anzahl von Playlisten oder der Vernetzung von Nutzern. Wüsste gar nicht, wohin ich wechseln sollte.