The Golden Age of Television: 5 Serien aus den 2000er-Jahren bei Amazon Prime Video

Nachdem ich euch fünf tolle Serien aus den Jahren 2000 bis 2009 bei Netflix vorgestellt habe, ist nun folgerichtig Amazon Prime Video an der Reihe. Gerade in der dunklen Winterzeit zieht es ja vielleicht doch den ein oder anderen vor den Fernseher. Und da sucht man ja eigentlich immer nach neuem Stoff, um es sich allein oder mit Familie, Freunden oder einfach nur dem Partner gemütlich zu machen.

Wie immer muss ich dazu sagen, dass ich natürlich nur Serien in diese Liste bugsieren konnte, die tatsächlich bei Amazon Prime Video im Abonnement enthalten sind. Sonst könnt ihr sicher sein, dass in meiner persönlichen Bestenliste aus den 2000er-Jahren etwa auch ein „Battlestar Galactica“ oder die Animationsserie „Justice League“ enthalten wären. Und klar, meine Liste ist natürlich subjektiv eingefärbt. Solltet ihr also selbst noch Vorschläge haben, dann ergänzt sie sehr gerne in den Kommentaren.

5. Glee

„Glee“ ist eine Serie, die in den USA zu Anfang für viel Wirbel sorgte: Denn das Format ist eine Musical-Produktion, in welcher in jeder Folge populäre Songs oder Klassiker neu aufbereitet werden. Manchmal sind die Ergebnisse etwas krude, oft machen sie aber auch richtig Laune. Und auch der Cast wird immer wieder um schillernde Gaststars wie Britney Spears, Gwyneth Paltrow, Kate Hudson oder auch Neil Patrick Harris bereichert. In den USA hatte der anfängliche Erfolg der Serie zur Folge, dass die Glee Clubs, in welchen sich Schüler an High Schools zum gemeinsamen Singen treffen, plötzlich Hochkonjunktur hatten. Leider verschenkte die Serie mit ihrer Mischung aus Musik, Comedy und Drama später viel Potential, was starke Quoteneinbrüche zur Folge hatte.

Bei Amazon Prime Video sind aktuell nur die Staffeln 1-4 im Abonnement enthalten. Das liegt schlichtweg daran, dass die finalen Staffeln 5 und 6 erst in diesem Jahr erstmals deutsch synchronisiert wurden und über EntertainTV erschienen sind. Vermutlich dürften sie also später noch bei Prime Video folgen. Hier mussten deutsche Fans also mehrere Jahre ausharren, schließlich ging die Serie bereits 2015 zu Ende.

4. Supernatural

Wenn eine Serie auf 14 Staffeln kommt, ohne dass ein Ende in Sicht wäre, dann muss da etwas richtig laufen. „Supernatural“ startete erstmals 2005 und läuft aktuell mit Staffel 14 im US-Fernsehen. Das Format um die beiden Brüder Sam und Dean Winchester, welche nach allerlei übernatürlichen Monstern jagen, hat sich als eine Bank für den Sender TheCW erwiesen. Treue Fans schalten immer wieder in diese Horror-Serie ein. Vielleicht funktioniert „Supernatural“ auch so gut, weil die Serie sich trotz vieler düsterer Momente nie zu ernst nimmt. So gibt es eine Crossover-Episode mit Scooby-Doo, welche die Brüder in die Zeichentrickserie verschlägt, genau so wie andere Folgen, in denen sie beispielsweise in eine übertriebene Variante unserer Realität wechseln – und den Produzenten der Serie begegnen.

Man merkt der Serie auch an, dass die beiden Hauptdarsteller Jensen Ackles und Jared Padalecki auch im wahren Leben beste Kumpels sind. Von ihrer Chemie zehrt die Serie, deren Mischung aus Humor, Horror und Drama zwar nicht in jeder der Staffeln gleichermaßen zündet, aber doch immer wieder zum Reinschauen einlädt. Insofern fiel es mir leicht, „Supernatural“ mit in diese Liste zu hieven.

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3. Lost

In den USA ist „Lost“ schon in der ersten Staffel ein kulturelles Phänomen geworden. Hierzulande kam der Hype nicht so ganz bei den Zuschauern an, was auch an einer meiner Meinung nach sehr schlechten Werbekampagne von ProSieben gelegen hat. Kein Wunder also, dass man die Drama- / Mystery-Serie später im Nachtprogramm bei Kabel eins verheizte. Schade, denn ich habe selten so dreidimensionale Charaktere in einer TV-Serie erlebt wie in „Lost“. Dabei steht nicht unbedingt ein zentraler Charakter im Vordergrund, sondern fast jeder aus dem Ensemble erlebt seine Sternstunde. „Lost“ erzählt die Geschichte von einem Flugzeugabsturz, bei dem die Überlebenden sich allein auf einer merkwürdigen Insel wiederfinden, um dort ums Überleben zu kämpfen.

Doch auf der Insel begegnen sie nicht nur seltsamen Phänomenen wie einem bedrohlichen Wesen aus Rauch, sondern auch mysteriösen Objekten wie einer stählernen Luke, die sich nicht öffnen lässt. Dabei kommt man kaum darum herum die Serie im Marathon zu schauen, da fast jede Episode mit einem Cliffhanger endet. Das wurde dann auch zum Markenzeichen der Produktion – genau wie die Rückblenden, welche das Leben der Figuren vor dem Absturz beleuchten.

Ich finde, dass „Lost“ über seine sechs Staffeln größtenteils seine Qualität halten konnte. Viele waren mit dem Finale unzufrieden, mir persönlich hat es aber super gefallen. Denn zwar löst „Lost“ am Ende nicht alle Rätsel der Insel, führt die Charaktere aber alle zu einem befriedigenden Ende. Ich beneide jeden, der „Lost“ zum ersten Mal anschauen und mit den Charakteren mitfiebern kann. Grandiose Serie, die bei Amazon Prime Video glücklicherweise komplett zum Streamen zur Verfügung steht.

2. Dr. House

„Dr. House“ wollte ich mir anfangs gar nicht anschauen. Soapige Arztserien wie „Emergency Room“ oder „Grey’s Anatomy“ haben bei mir generell für Vorurteile gegenüber Formaten gesorgt, die in Krankenhäusern angesiedelt sind. Meine damalige Freundin überredete mich aber, da sie ahnte, dass der Hauptcharakter mich begeistern würde. Und genau so kam es dann auch: Hugh Laurie als hyperintelligenter aber zynischer Dr. House zog mich schnell mit seiner rauen Art und den sarkastischen Sprüchen in seinen Bann. Am treffendsten könnte man „Dr. House“ dabei wohl als „Sherlock Holmes im Krankenhaus“ beschreiben. Denn genau so wurde die Serie auch von den Machern angelegt. Statt Kriminalfälle zu lösen, bearbeiten Dr. House und sein Team aus ebenfalls schillernden Charakteren nur eben medizinische Rätsel.

Gaststars wie Jeremy Renner, Amanda Seyfried oder Evan Peters lockern die Serie auf. Dabei verlässt sich „Dr. House“ weitgehend auf einen Fall der Woche und lässt die fortlaufende Handlung sozusagen eher nebenher laufen. Das verlagert sich erst in den letzten Staffeln etwas. Amüsant sind dabei auch immer wieder die Duelle, die sich House mit der Krankenhausleiterin Lisa Cuddy liefert. Tja und wenn eine Serie „Teardrops“ von Massive Attack als Titellied nutzt, hat sie bei mir natürlich ohnehin einen Stein im Brett. Leider wurde der Song allerdings hierzulande aus rechtlichen Gründen ersetzt. Dennoch ist „Dr. House“ eine tolle Dramaserie, die man sich auch gut mehrmals ansehen kann, da es leicht fällt, in einzelne Episoden einzusteigen.

1. Scrubs – Die Anfänger

Und noch eine untypische Arztserie: „Scrubs – Die Anfänger“ ist eine Dramedy, welche bei mir wie „How I Met Your Mother“ mindestens einmal im Jahr als (fast) kompletter Re-Run läuft. Lediglich die missratene neunte Staffel unterschlage ich. Soll ich mich selbst neuen Bekannten beschreiben, bezeichne ich mich nicht umsonst oft als eine Mischung aus Ted Mosby und dem Scrubs-Protagonisten John Dorian (J. D.). Wer hier übrigens eine klamaukige Ärzte-Sitcom erwartet, hat nur teilweise Recht. So sind die Tagträume des Hauptcharakters zwar herrlich absurd (Dr. Toilet bleibt unvergessen), doch es kommen auch ernste Themen wie Suizid, Depression und das Erwachsenwerden in der Serie vor. „Scrubs – Die Anfänger“ kann also nicht nur zum Lachen bringen, sondern emotional teilweise auch sehr packen.

Wer sich etwa beim Finale in den letzten Augenblicken, wenn „Book of Love“ als Coverversion von Peter Gabriel erklingt, die Tränen verkneifen kann, den beglückwünsche ich zu einem Herzen aus Stein. „Scrubs – Die Anfänger“ ist auch dadurch angenehm, dass man hier auf die sonst typischen Lacher-Einspieler verzichtet hat und die Serie als Single- nicht als Multi-Kamera-Produktion aus der Taufe gehoben hat.

Für mich persönlich ist „Scrubs – Die Anfänger“ jedenfalls gemeinsam mit „How I Met Your Mother“ die beste Comedy- / Dramedy-Serie überhaupt. Gerne habe ich J. D., seinen Busenfreund Turk, den cholerischen Dr. Cox und all die anderen durch die Serie begleitet.

Update (24.12.2018):

Pünktlich dazu, dass ich „Scrubs“ in meine Liste gehievt habe, hat Amazon die Serie aus Prime Video gekickt – wird langsam zur Tradition für meine Empfehlungen. Dabei hatte ich ich kürzlich noch alle Staffeln über den Streaming-Anbieter durchgezogen. Da ich „Scrubs“ schon mehrfach via Prime Video geguckt habe, kann ich aber ziemlich sicher voraussagen, dass die Serie bald zurückkehren sollte. Sie war schon des Öfteren kurzzeitig herausgefallen, kehrte aber stets alsbald zurück.

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden.

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12 Kommentare

  1. Leider ist Scrubs nicht mehr im Prime Angebot.

    • André Westphal says:

      Hab schon Update gemacht, Amazon scheint es sich zur Aufgabe zu machen die Inhalte rauszuschmeißen, die ich empfehle :-D. Hatte erst kürzlich alle Staffeln durchgezogen und mich dabei gefreut, dass Staffel 8 sogar in HD und 16:9 dabei gewesen ist.

      „Scrubs“ war aber schon mehrfach raus bei Prime Video und kam dann immer wieder zurück. War natürlich klar, dass es genau jetzt wieder abdampfen musste.

  2. Das goldene Fernsehzeitalter. Oder den Artikel komplett auf englisch Schreiben, wäre auch nicht schlimm, aber das Denglisch ist echt ein Graus, nix Halbes, nix Ganzes. Oder wenn einen Mix, dann Esperanto.

  3. Seit wann ist scrubs kostenlos bei prime dabei?

    • Connectivityyyy says:

      Habe mich auch gerade gewundert. Erstmal gefreut und dann totale Enttäuschung 🙁

      • Das gleiche bei mir 🙁
        So viel zu „Wie immer muss ich dazu sagen, dass ich natürlich nur Serien in diese Liste bugsieren konnte, die tatsächlich bei Amazon Prime Video im Abonnement enthalten sind.“

    • War es bis vor circa 2 Monaten. Hatte da nämlich auch die komplette Serie durchgeschaut. Aber wird schon irgendwann wieder dabei sein.

  4. Die Geschmäcker sind ja unterschiedlich, bei mir kommt Lost insgesamt längst nicht so gut weg. Ich habe auch alle Folgen geschaut und wollte immer wissen, wie es weitergeht, aber irgendwann wurden mit jeder Folge mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet und das Finale wirkt nicht nur auf mich undurchdacht und schnell zusammengeschustert. Vermutlich hatten die Autoren selbst keine gute Idee mehr, wie Sie aus dem Schlamassel wieder rauskommen, in das sie sich über viele Folgen gebracht haben.

    • Wer so über LOST denkt hat NULL verstanden worum es in der Serie ging und das Mystische um die Serie.
      Stichwort: Virales Marketing
      Alles weitere bitte bei Lostpedia erlesen und danach noch mal die serie schauen und noch mal urteilen. Bitte? Danke!

      Deinen neid, André, teile ich. Jetzt noch mal in die Situation und Gefühle des Erstguckers (inkl. Gespanntheit zwischen den Staffeln – Stichwort Ajira Airways Gewinnspiel) reinzukommen, dafür würde ich sehr sehr viel Geld bezahlen…

      #diehardfan

    • André Westphal says:

      Zu „Lost“: Da weiß ich, dass das Finale polarisiert hat. Kenne, glaube ich, genau so viele Leute, die es wie ich mochten oder wie du hassten. Mir gings mehr um die Charaktere als die Mysterien der Inseln, deswegen hat mich nicht gestört, dass einiges offen blieb. Wobei ich zwar manche Erklärungen in Staffel 6 auch etwas zu abgehoben und esoterisch fand, aber da ist „Battlestar Galactica“ eher für mich das schlimmste Beispiel, wie man völlig vom Kurs abkommen kann.

  5. Der Eyecatcher ist toll! Aus welcher Serie?

  6. Na, toll. Seit heute ist Lost nicht mehr in Prime enthalten. Somit für mich Zwangspause, nachdem ich über den Blog hier damit gestartet habe.

    Trotzdem danke für den Tipp, André.

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