Tesla hat 75 % seines Bitcoin-Bestands wieder abgestoßen

Der E-Autohersteller Tesla zeigte sich rasch als Verfechter von Kryptowährungen und akzeptierte temporär sogar Zahlungen in Bitcoin – stellte diese Praxis dann aber schon nach kurzer Zeit (ganz genau 49 Tagen) wieder ein. 2021 hatte Tesla rund 1,5 Mrd. US-Dollar in Bitcoin investiert. Mittlerweile hat man allerdings rund 75 % seines Bitcoin-Bestands bereits wieder abgestoßen.

Der Geschäftsführer Elon Musk teilte mit, dass dies aber keineswegs daran läge, dass er selbst oder Tesla an dem Erfolg von Bitcoin zweifeln würden. Vielmehr sei es schlichtweg so gewesen, dass Tesla die finanziellen Mittel aktiv benötigt habe – wegen der schwierigen Wirtschaftslage bzw. steigender Fixkosten. Durch den Verkauf seiner Bitcoins erlangte man rund 936 Mio. US-Dollar. Musk ergänzt, dass er Bitcoin weiterhin große Erfolge wünsche und keinerlei Urteil über den Status der Krytowährung mit dem Verkauf abgeben wollte. Tesla habe außerdem keine Dogecoins abgestoßen und halte die Bestände.

Tesla konnte im letzten Quartal Einnahmen von rund 16,9 Mrd. US-Dollar erwirtschaften – und Gewinne von 2,26 Mrd. US-Dollar. Beides entspricht im direkten Vergleich mit dem ersten Quartal 2022 einem Rückgang, als die Werte noch bei jeweils 18,7 bzw. 3,3 Mrd. US-Dollar lagen. Vergleicht man jedoch mit 2021, dann steht Tesla besser da als im Vorjahr, mit jeweils Einnahmen bzw. einem Gewinn von anno dazumal 11,9 bzw. 1,1 Mrd. US-Dollar. Generell geht es dem Autohersteller also alles andere als schlecht und man bleibt auf Erfolgskurs. Die Nachfrage nach den Fahrzeugen sei ungebrochen, man habe jedoch Produktionsprobleme gehabt – wie auch viele Konkurrenten.

Trotz mehrerer Preiserhöhungen sind die Gewinnmargen pro Auto bei Tesla allerdings von 32,9 % (Q1) auf 27,9 % (Q2) gefallen. Das dürfte unter anderem an den steigenden Energie- und Materialkosten liegen. Tesla konnte zudem weniger Fahrzeuge produzieren. Musk hat bereits erklärt, dass er pessimistisch auf die allgemeine Wirtschaftslage blickt, die auch Tesla zu schaffen machen werde.

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17 Kommentare

  1. Also im Prinzip über 300 Millionen Dollar für einen PR Stunt verbrannt. Läuft bei denen.

    • Reiche Menschen, teure Hobbys.
      Dafür gab es fürs Ego immerhin viel Meme-Likes

    • Kaffeekasse

    • Wenn du es in Relation damit bringst, dass selbst Videospiele (wie GTA) inzwischen 100 Millionen Marketing Budget haben sollen, scheint mir 300 Millionen für einen Autohersteller auch nicht so abwegig zu sein.

      Was interessanter ist. In Amerika hast du bei Aktienunternehmens doch Boards etc. die auf den „Manager“ aufpassen sollen. Warum kann der mit Tesla und auch sonst machen was er will und es gibt niemanden, der da einen Riegel vorschiebt? Kapier ich nicht.

      • Captain Obvious says:

        Weil er sehr reich ist.

        • Aber nicht reich genug, um mal eben Twitter zu kaufen

          • Keine Ahnung ob er, als er den ersten Gedanken zum Twitterkauf verschwendet hat, schon damit rechnen musste, Produktionen zu stoppen oder Leute zu entlassen… ohne diese Probleme hätte er die Spielerei mit Twitter (so kann man das Ganze wohl nennen) vielleicht durchgezogen… weil er’s kann… naja konnte. Wenn das Geld knapp wird, weil es für was anderes gebraucht wird, denken zum Glück auch Reiche Leute mal um.

      • Gibt es bei jeder Aktiengesellschaft – nennt sich dann halt „Vorstand“.
        Auf die Finger bekommt er von den Vorstand schon. Aber er ist ja selbst das Marketing Instrument Nr. 1. für Tesla und selber Anteilseigner von Tesla…

        • Da spricht der Experte…

          Der Vorstand ist in einer deutschen AG die Geschäftsführung. Musk ist ein Vorstand, genauer gesagt wohl Vorstandsvorsitzender.
          Was Du meinst, heißt in der deutschen AG Aufsichtsrat. Das sind „Aufpasser“, die von den Aktionären bestellt werden, um den Vorstand zu kontrollieren, damit er im Sinne der Aktionäre handelt und nicht andere Ziele verfolgt.

          Im amerikanischen System heißt das grundsätzlich alles erst mal „Board“. Es gibt im Board aber die Manager („Directors“) und eben auch Aufseher („Supervisors“).

          So, und jetzt kommt der Witz: Musk ist ja nun auch einer der größten Aktionäre von Tesla. Somit kann er zu weiten Teilen selbst bestimmen, wer ihn beaufsichtigen soll.
          Ob das klappt? Nun ja, kann jeder selbst beurteilen.
          Aber so ist das nun mal als Eigentümer-Unternehmer

        • @WSJoe: Du meintest nicht „Vorstand“ sonder „Aufsichtrat“ 😉 Der Aufsichtsrat vertritt die Gesellschaft gegenüber dem Vorstand ( § 112 AktG). Er ernennt Vorstände und beruft diese ab. Er bestellt die Vorstandsmitglieder auf höchstens 5 Jahre, eine wiederholte Bestellung der Vorstandsmitglieder ist zulässig ( § 84 Abs. 1 Satz 1, 2 AktG).

      • Peter Brülls says:

        Musk ist ja nicht nur einfach Manager, sondern hält noch 20% der Aktien – ist damit der größte Anteilseigner überhaupt, noch vor Investmentfirmen.

    • Wie kommst Du auf über 300 Mio. Dollar?

  2. Nochmal Elon Musk ist und bleibt gefährlich.

  3. Egal was Musk sagt, es folgt immer nur seinem Eigeninteresse.

    Aus all dem, was die letzten Jahre abging, ist für nur eines klar geworden: Alles was er sagt basiert auf Dingen, die er damit erreichen will. Polemischer gesagt: Alles kompletter Bullshit.

    • Captain Obvious says:

      Überraschend, ist er doch ein Geschäftsmann. Und die sind ja im allgemeinen dafür bekannt, dass sie nur darauf bedacht sind, für das Wohl der Allgemeinheit einzustehen und die Welt zu verbessern…

  4. die Verluste verrechnet er einfach.

  5. Im nächsten oder spätestens im übernächsten Quartalsbericht von Tesla wird man dann wieder sehen, dass sie ihren Bitcoin-Bestand aufgestockt haben.

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