Telekom will „deutsches“ Internet für sichere Kommunikation

Ein innerdeutsches Internet, zum sicheren Versand von beispielsweise Mails, das plant die Deutsche Telekom. Dazu müsse man sich noch mit anderen Betreibern zusammenschließen. Der Plan der Telekom sieht vor, das Datenverkehr, der innerhalb Deutschlands angedacht ist, auch innerhalb Deutschlands bleibt und nicht erst einmal quer durch die Welt geschickt wird, wo dann Geheimdienste einfach Zugriff darauf hätten.

Telekom-Logo-Dach-schraeger-Blickwinkel

[werbung] Wenn dies in Deutschland gelingt, könnte das System auf Europa ausgeweitet werden, sodass alle Schengen-Länder ein geschlossenes Netz zur Kommunikation hätten. Um einheitliche und hohe Datenschutz-Standards zu erreichen, braucht es jedoch eine europäische Datenschutzverordnung, die so schnell wie möglich kommen sollte.

Der neue Plan passt zum Vorstoß der Telekom, Datenschutz und sichere Verarbeitung von Daten im Privat- und Geschäftskunden-Bereich als Qualitätsmerkmal anzubieten. Auch kleinere Unternehmen sollen so ihre Datenverarbeitung in der Cloud erledigen, ohne Angst haben zu müssen, dass mit den Daten nicht sicher umgegangen wird.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Das könnte dir auch gefallen…

Mit dem Absenden eines Kommentars willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

34 Kommentare

  1. Ein europäisches Intranet? Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Moment, weiß ich doch: Furchtbar!

  2. Soweit ich weiß gibt es ein chinesisches Internet, ein Nordkoreanisches Internet, beim Iran bin ich mir nicht so sicher, dann eben jetzt auch ein deutsches Internet. Als wäre die Idee neu.

  3. Die Idee mag gut sein, aber ich sehe jetzt schon das das ein Reinfall wird.

    Das hat man doch schon bei der WhatsApp-„Alternative“ Joyn gesehen. Sauteuer, hässlich, unnötig.

  4. So was machen die Im Iran auch. Ein guter Einstieg in einer Überwachungs- und Zensurinfrastruktur. Motto:“ Wenn Du hier gelesen werden willst, müssen auch Deine Server hier stehen. Und der Inhalt Deiner Server hat sich nach hiesigen Gesetzen und Vorschriften zu halten“.
    Im übrigen: Die NSA (bei denen kürzlich ein großes Datenzentrum in Flammen aufgegangen ist – http://www.thefiscaltimes.com/Articles/2013/10/08/2-Billion-NSA-Spy-Center-Going-Flames) wird dann einfach hier sich an die Glasfaserkabel anklinken. Wird ja nicht so ein Problem sein.

  5. Eric (@SaemMalone) says:

    Ich schätze, dass es weniger auf ein abgekapseltes Internet hinausläuft, als auf einen anderen Routing-Algorithmus. Bin gespannt, was da kommt.

  6. Klar, lass uns doch noch mehr „Grenzen“ etablieren. Genau das brauchen wir jetzt dringend.

  7. @l1wernerL: Die NSA hat bereits einen Sitz in Deutschland, von daher sinnlos 😉

    Zum Thema: Völliger Schwachsinn! Ich will kein DDR Netz…

  8. ja das habe ich mir schon gedacht, das sich diese Entwicklung abzeichnet. Dort wo die Politik nicht handelt oder nicht handeln will, dort zieht die Privatwirtschaft ihre Grenzen.

    Ich sehe es noch kommen das sich wieder neue Grenzen bilden in dieser neuen Web 2.0 Welt.

  9. Der Name des neuen Telekom Netzes wird „Bildschirmtext (BTX)“ lauten und mit einem preisgünstigen Zugang, der nach Minuten abgerechnet wird, angeboten. Zum Versand elektronischer Post werden sichere Wertmarken an den Telekom-Shops verkauft.
    Ironie bei Seite, das zielt darauf ab die tote „De-Mail“ wieder zu beleben. Kostenpflichtig natürlich. Und gegen die Geheimdienste dieser Welt nützt es leider gar nichts. Ob nun die Dienste der Russen, Chinesen, USA oder unsere eigenen. Wenn sie deine Mails lesen wollen dann werden sie es tun. Isso!

  10. Und weil so ein „deutsches“ Internet, dass die Telekom natürlich nur aus Datenschutzgründen aufbauen möchte, mehr Traffic auf deren Leitungen generiert, sind sie leider dazu gezwungen, ihre Gebühren für die Durchleitung dieses Traffics anzupassen. Alles im Sinne des Vebrauchers!

  11. sitzt die NSA nicht schon in DE?

  12. Eine gute Idee, die offensichtlich die meisten nicht verstehen. Es geht nicht um ein abgeschottetes Netz, sondern schlichtweg darum, daß nicht um die Welt geroutet wird. Dies dürfte bei innerdeutschen Echtzeitanwendungen auch einen Geschwindigkeitsvorteil bedeuten. Server müssen nur in Deutschland (oder später Europa stehen, wenn die Leitungen vor der NSA sicher sein sollen. Verbindungen nach außen sind weiterhin möglich. Weiter hat die NSA die Daten nicht in Deutschland gewonnen, sondern durch GB und zuhause bei deren Schnittstellen. Und dies ist auch legal, da deutsche Gesetze nicht auf der Welt gelten. Wenn die NSA nach der Umsetzung aber in Deutschland schnüffelt, hat man eine rechtliche Handhabe. Theoretisch zumindest. Dazu benötigen wir aber erst einmal Politikern mit Eiern (nach Olli Kahn Definition).
    Knackpunkt:
    So wird es möglich, zumindest theoretisch, daß Seitenzugriffe ins Ausland verboten werden.
    Nebeneffekt: Es wird Druck auf die Politiker aufgebaut endlich mal für das eigene Land einzustehen (siehe gesetzliche Basis, daß die NSA hier nicht schnüffeln darf), denn dann kann sich keiner rausreden, insbesondere nachdem Merkel ja mehr als einmal betonte, auf deutschem Boden herrscht deutsches Recht.

  13. das will ich sehen wie die telekom das schaft 🙂

  14. Wie soll das rein technisch überhaupt gehen? Grundlage des IP/TCP Protokolls ist doch das die Datenpakete sich ihren Weg selber suchen. Nach meinem Verständnis müßt dann ja auch hardwareseitig ein zweites weitgehend paralelles Netz gebaut werden.

    Oder habe ich da was nicht verstanden?

  15. berndjohnson says:

    und wenn ich nicht weiß wer der empfänger einer mail ist oder wo die homepage mich hinführt popt ein fenster auf mit „sie verlassen nun das sichere netz der brd“ oder wie muss man sich das vorstellen? ansonsten ist es auf kurz oder lang eh die beste lösung. das internet wucherte jahrelang ohne jede kontrolle oder dass sich jemand gedanken gemacht hätte. man hätte vor 10 jahren anfangen können sowas in die richtigen bahnen zu lenken. nu schreinen alle sauger, illegaler content lader etc weilse angst haben es gibt zensur. aber so ist es leider immer in diesem land wenn man fürchtet sich schlechter zu stellen. bis das am start ist is unser netz eh gedrosselt auf 25gb im monat. wobei bei solchen plänen drosselung ne spannende neue richtung bekommt.“wir bieten ihnen 25gb außerhalb deutschland und innerhalb soviel sie wollen.“ quasi internet roaming. brave new world!

  16. Dat Le Thanh says:

    Währenddessen wollen die anderen das Internet globalisieren, um das Netz unabhängiger zu machen. http://www.icann.org/en/news/announcements/announcement-07oct13-en.htm

    Außerdem werden die Daten eh vom BND übers DE-CIX abgefangen.

  17. Das ist doch nur eine Propaganda / PR Finte der Telekom.
    Wenn man wirklich etwas seitens der DTAG verbesseren wollte, dann würde man eine nicht so restriktive Peering Politik fahren und z.B. Public Peering am DE-CIX zulassen.
    Darüberhinaus müssten die Nutzer – damit das ganze wirklich Sinn macht – auf die Nutzung von Diensten im Ausland Abstand nehmen wollen.
    Wo sind die Data Center von Google, Amazon, Microsoft, Facebook, Twitter & Co. ?
    Wirkliche Sicherheit und kein Snail Oil habe ich nur bei guter, starker End-End-Verschlüsselung.

  18. Die Telekom will die Weltherrschaft an sich reißen.

  19. das ist nichts weiter als werbeblabla und augenwischerei…da amerikanische geheimdienste einen stützpunkt/ein büro in frankfurt am main haben, bringt auch ein innerdeutscher mailverkehr herzlich wenig..

  20. @Bad Wolf das stimmt vielleicht so, aber im Blickfang wird es hier der Post an den Kragen gehen. Dadurch das die DE-Mail der Hauspost gleich gestellt ist und somit Provider wie 1und1 oder telekom private Postanbieter werden.Also du versendest aus deiner Textverabeitung ein Dokument mit Anlage und dies gilt über die DE-Mail als Post zugestellt. Selbst Einschreiben über das Handy kannst du damit versenden. dies gilt als Gerichtsrechtsverwertbar. Ich denke dies in ein paar Jahren so selbstverständlich sein wird. So wie telefonhäuschenn immer mehr verschwienden so werden briefkästen bald den selben weg gehen. auch unter bsii-fuer-buerger.de

  21. als ob die Amis sich da nicht einklinken können 😀 hahahaha wer das glaub……
    Die brauchen nur Zugang zu diesem „Spezial Netz“ und schon werden Informationen übern Teich gesendet.

  22. Anette Schuett says:

    Wirklich?
    Hier gibt es erwachsenen Menschen, die glauben, dass eine Firma „um den Konsumenten vor der NSA zu schützen“ :))) … ein Intranet vorschlägt?
    Das erinnert mich an die Bierlobby, die mich vor „unreinem Bier“ das nicht nach dem „deutschen Reinheitsgebot“ gebraut wird, „schützen“ will.

    Es ist doch völlig fraglos, dass hier ein gehyptes Thema, das dem Konsumenten Angst macht, benutzt wird, um sich auf die eine oder andere Weise einen Vorteil in einem ansonsten extrem freien Markt zu sichern.

    Danke nein – dann soll doch bitte jeder, der Angst hat, dass die NSA seine „revolutionären“ Gedanken zum Anlass nimmt, ihn mit einer Drohne auszuschalten, im Markt nach einer Lösung suchen – ich möchte nicht zwangs-geschützt werden, das wird doch schon von genügend staatlichen und europäischen Stellen getan …

  23. @Fraggle:
    Ja, das mag sicherlich der erste Schritt sein – Daten müssen nicht durch die ganze Welt geroutet werden, warum auch, die Geschwindigkeitseinbußen (schnellster Weg vs innerdeutscher Weg) wären sicherlich verkraftbar.
    Jedoch ließen sich schnell weitere Module zur gezielten Filterung und Lenkung der Daten nach Art des Inhalts andocken sobald diese Schnittstelle steht. Das Mißbrauchspotential wäre meiner Meinung nach zu groß.

  24. Aus der aktuellen (42) Wirtschaftswoche Seite 8:
    „Bei einem Geheimtreffen am 1. Oktober im Bundeswirtschaftsministerium, zu dem Manager mehrerer Netzbetreiber kamen, stellte die Telekom den Plan erstmals vor. Es gab Zustimmung, aber auch Kritikvon der Konkurrenz. Solch ein Projekt sei technisch „hochkomplex“ und „mit höheren Kosten“ verbunden, hieß es. Vor allem internationale Konzerne wie Vodafone und Telefónica prüfen der zeit „sehr genau, ob sie beim „National Routing“ mitmachen wollen. Selbst bei einem ausschließlich in Deutschland aktiven Netzbetreiber überwiegt Skepsis. „Im Internet lässt sich nicht zweifelsfrei erkennen, ob Daten national oder international geroutet werden“ sagt Thomas Bösel, Datenschutzbeauftragter des Kölner IT Dienstleisters QSC.“

    Das ganze ist doch bestenfalls eine Marketingmaßnahme der Telekom.

  25. Gandalf der Androide says:

    Und so ne Scheiße wird auch noch verbreitet… Mann lasst die Telekom doch rumtrollen und ignoriert den Dreck doch einfach.

  26. wie wäre es einfach damit, dass leute die untereinander dinge versenden, ihre dinge verschlüsseln? 😉 dann können zwar auch noch die entschlüsseln, die die entsprechende hardware haben, die wahrscheinlichkeit ist aber schon geringer. … naja, irgendwann gibt es dann quantenverschlüsselung im mediamarkt zu kaufen, und dann ist es sowieso absolut sicher 😀 oder irre ich mich hier?

  27. > „Der Plan der Telekom sieht vor, das Datenverkehr, der innerhalb Deutschlands angedacht ist, auch innerhalb Deutschlands bleibt und nicht erst einmal quer durch die Welt geschickt wird, wo dann Geheimdienste einfach Zugriff darauf hätten.“

    Impliziert dass die NSA nicht in Deutschland aktiv ist und kein Abkommen mit dem BND besteht.

    Die Telekom ist immer für unfreiwillige Komik gut.

  28. Wenn die Telekom einfach ihre eigenen Dienste (die für deutsche User) nur innerhalb Deutschlands hosten bzw. davon auch andere Anbieter überzeugen möchte, warum nicht?

    Wenn die Telekom tatsächlich das Internet mit einem abgeschotteten Deutschlandnetz ersetzen möchte, muss man dagegen ankämpfen. Aus dem Beitrag geht aber nicht hervor, wie weit die Telekom in ihren Planungen geht. Es fehlen auch alle möglichen Quellen…hast du diesen Plan etwa beschlossen, Sascha? Wurde dir das von Insidern direkt aus der Telekom-Zentrale verraten? Oder ist es nicht eher so, dass du Inhalte anderer einfach ohne Quellenangabe kopiert hast? Ganz schlechter Stil!

  29. Sascha Ostermaier says:

    @Georg: Stil ist, was Du draus machst. Einfach mal dem Link hinter dem Wort „Quelle:“ folgen, da passieren die unglaublichsten Dinge.

  30. Das Projekt der Telekom wird den Bundestrojaner wenig beeindrucken.

  31. Die Telekom sollte vielleicht erstmal die Leitungen, die sie zusammen mit britischen Telekom-Unternehmen betreiben unter die Lupe nehmen und ggf. alleine betreiben. Die Briten sind bekannter weise ein „Komplize“ der NSA.

  32. @gsohn Das und die innerdeutschen Behörden sind doch das eigentliche Hauptproblem was den deutschen User beschäftigen sollte. Warum glauben so viele eigentlich dass sich die NSA auch nur im entferntesten um die Mail an Oma oder die aktuelle Handwerkerrechnung schert? Wenn die Rechnung dann aber in der Steuererklärung fehlt würde ich mir eher sorgen vor deutschen „Hackern“ machen. Bei der Beweismittelbeschaffung ist das Datenschutzgesetz in Deutschland auch nicht mehr so wichtig und die weit größere Bedrohung für die eigene Freiheit als irgendein amerikanischer Spanner.

  33. Nennt man Vulkanisierung Eric Schmidt und Jared Cohen (State Department) haben darüber Vorträge an fast allen bedeutenden US Unis gehalten – die man auch auf YouTube findet. Auf sowas haben die USA gar keinen Bock – ich gehe davon aus das man dan versucht Deutschland zu isolieren.

    Und wenn die Telekom schon anfängt eine solche Infrastruktur aufzubauen – wird der dt. Steak /&share holder BRD darauf drängen, das dieser post ASTA INDECT und CleanIT Scheiß direkt mit in die Post Demokratischen Netze/Staatsorganisation integriert werden.

    Es muss eher sowas, wie eine Cyber UN geben, die muss dann von Universitäten Weltweit Verschlüsselung, sichere Leitungen und VPNs bekommen und weiterverteilen und weiterhin Marketing Kampagnen für Privatsphäre weltweit initiieren.

    https://www.evernote.com/shard/s204/sh/afa69e9e-ec86-4149-93ed-ae0c8916b086/46b69478e363476e509652c6cf907190

    https://www.youtube.com/watch?v=1LIEykrMY5M

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.