Telegram sperrt ISIS-Kanäle

Artikel_TelegramTerroristen kommunizieren also. Diese spektakuläre Enthüllung haben dieser Tage einige Medien drauf. Ich rate: da hat es euch die Schuhe vor Überraschung ausgezogen. Ok, wahrscheinlich nicht. Terroristen und andere Verbrecher kommunizieren und es dürfte nicht verwunderlich sein, dass sie Kommunikationsmittel nutzen, die uns nicht fremd sind. Das sind auch Menschen mit Internetanschluss und dem Wissen, wie sie Software XYZ zu bedienen haben. Terroristen sind Arschlöcher, aber wahrscheinlich nicht dumm. Neulich kam das PlayStation Network in die Medien, da über dieses angeblich kommuniziert wurde – aber auch ein anderer bekannter Messenger ist aktuell in den Medien, weil Mitglieder der terroristischen Vereinigung ISIS über ihn kommuniziert haben: Telegram.

Insgesamt habe man 78 Kanäle gesperrt, über denen Mitglieder kommunizierten. Diese Kanäle konnte man sperren, nachdem Hinweise von anderen Nutzern eingegangen waren. Ich las vorhin die Frage eines Journalisten auf Twitter, wie es denn sein kann, dass Telegram Kanäle dichtmachen kann, wenn die Übertragung doch verschlüsselt abläuft und angeblich niemand reinschauen kann. Ja, das ist tatsächlich so – aber Telegram bietet auch öffentliche Kanäle an, über die Informationen geteilt werden können – und eben jene wurden nach Auffindung gesperrt.

Merke: Chats und Gruppen sind privat, Sticker, Kanäle und Bots öffentlich. Womit wir wieder beim Thema sind: Die sind wahrscheinlich nicht dumm und schwenken jetzt auf Chats um, die verschlüsselt oder nicht einsehbar sind. Muss man mit leben, die von mir gelesenen Forderungen einiger Politiker, dass Verschlüsselung verboten gehört, halt ich für gefährlich und schwachsinnig.

Ebenso halte ich Reporter für verrückt, die in Frankreich hinter Polizisten hinterherlaufen, ohne zu wissen, was dort passiertDieser Journalist streamte den Spaß noch via Periscope. Da stellte ich mir die Frage, wie klug eine Live-Dokumentation dieser Geschehnisse ist. Etwaige Angreifer werden sicherlich das Live-Mediengeschehen in öffentlichen Netzwerken verfolgen, um aus diesen Informationen ihre Vorteile zu ziehen. Alles gar nicht so einfach…

telegram

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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22 Kommentare

  1. @tcschulz1983: Und weil du eben auch Brot isst und Luft atmest, bist du auf jeden Fall erstmal ein potentieller Terrorist! Deshalb muss man jetzt deine Metadaten überwachen, deine Überweisungen sowieso, so wie deine Flüge. Und darüber, dass du meinst, noch privat und verschlüsselt kommunizieren zu können, darüber sprechen wir auch noch!

    Das ist es, was mich an dem ganzen ankotzt. Denn das lässt sich alles umgehen, wenn man etwas plant. Nur im Alltag ist das schwierig.

    Wenn ich die ganzen Spacken jetzt wieder höre. Frankreich hat eine VDS von einem Jahr, ziemlich krasse Gesetze und jetzt den zweiten Anschlag dieses Jahr, den sie nicht verhindert haben. Aber ganz klar, wir brauchen mehr Überwachung!

  2. Politiker und Behörden schränken gerne unsere Rechte ein. Mit der Laberei um Verschlüsselung und VDS wollen sie nur von ihrem Versagen ablenken. Lustig ist doch dass viele der zuletzt für die Anschläge Verantwortlichen bei den Behörden bekannt waren. War so bei dem Drahtzieher jetzt in Paris (war von IS Propagandavideo bekannt und auch das er wieder in Paris lebt). Bei den Anschlägen auf’s Charlie Hebdo Büro war’s ähnlich.

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