Synology Note Station: Notizen in der eigenen Cloud

Artikel_SynologySeitdem der Notizdienst Evernote seine Beschneidungen für Nichtzahler bekannt gegeben hat, ist die Aufregung groß – statt für einen guten Dienst zu zahlen, sucht man nach Alternativen. Das ist legitim, wobei man Evernote sicherlich eine „Eierlegende Wollmilchsau“-Eigenschaft zugestehen darf, was das Suchen nach Alternativen natürlich schwierig macht. Doch wenn man viele Funktionen nicht braucht, dann gibt es halt noch zahlreiche andere Dienste. Google Notizen (hier meine umfassende Einführung), Zoho Noteboook, Microsoft OneNote und wahrscheinlich noch viele mehr. Doch wer ein Synology NAS sein Eigen nennt, der kennt vielleicht gar nicht die oft vernachlässigte Note Station.

Ist dieses Modul aktiviert, so stehen dem Nutzer im Browser sowie mobil ein Aufgabenplaner und eine Notiz-Lösung zur Seite. Grob gesagt ist das Ganze recht rudimentär. Man kann Notizen machen und diese in einzelne Notizbücher packen. Neben den von euch definierten Notizbüchern gibt es noch selbst anlegbare „smarte Notizbücher“, welches dann Inhalte auf Basis diverser Kriterien anzeigt.

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Die Speicherung erfolgt nicht bei irgendeinem Anbieter, stattdessen wird auf eurem NAS gesichert. Das bedeutet auch, dass man sein NAS dahingehend von draußen erreichbar machen sollte, wer in den eigenen vier Wänden die 192.168.0.x als Note-Server einrichtet, der wird draußen nicht viel davon haben.

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Der Zugriff am Rechner erfolgt über den Browser, unterwegs stehen die mobilen Apps zur Seite. Nutzer können selbst Notizen verfassen, hierfür steht im Web ein Editor mit diversen Formatierungsoptionen bereit. Neben den normalen Texten kann man Bilder einhängen, alternativ Anhänge aller Art oder auch Audio-Memos. Erstellte Notizen lassen sich nicht nur für den Eigenbedarf nutzen, auch ein Sharing ist möglich. Dieses Sharing kann auch an nicht angemeldete Benutzer – also jedermann – gehen, ein entsprechender Link kann aus dem Notizmenü generiert werden.

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Notizen sammeln – beispielsweise Web-Inhalte – gestaltet sich recht einfach, sofern man die Chrome-Erweiterung zur Hand nimmt. Diese saugt – ähnlich dem Reader-Modus diverser Browser – den Inhalt heraus und stellt diesen gut leserlich dar. Alternativ lassen sich reine Seiten-Screenshots oder die komplette Darstellung abspeichern. Letzten Endes noch das gewünschte Notizbuch auswählen, eventuell Tags und Kommentar vergeben – fertig.

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Alleine das Speichern von Webseiten kann schon für Synology-Besitzer interessant sein, vielleicht weil man sich ein durchsuchbares Wissensarchiv aufbauen möchte. Zumal die heruntergeladenen Informationen nicht nur einfach da sind, sondern lassen sich normal weiterbearbeiten.

Will man Notizen nicht über den Freigabelink weitergeben, so kann man dies via E-Mail erledigen, ein Export in eine Microsoft Dokument ist ebenfalls machbar.

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Notizen lassen sich verschlüsseln. Der angemeldete Nutzer sieht sie bis zur nächsten Anmeldung entschlüsselt, bei Freigaben muss der externe Nutzer zusätzlich ein Passwort eingeben.

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Auf den mobilen Plattformen kann der Nutzer logischerweise auch Notizen erstellen und auch abrufen. Die Optik ist ok, zeigt auf den schnellen Blick alles wichtige an. Mobil erstellte Notizen werden mit GPS-Tag versehen, sodass man halt sehen kann, wo sie erstellt wurden. Leider kann man wohl nicht nach Orten suchen, zumindest habe ich in meinem Test nichts gefunden. Was mir ebenfalls ein bisschen fehlt, dass ist das Vorhandensein einer nativen App, stattdessen gibt es bislang nur eine Chrome-App, die etwas natives Feeling mitbringt.
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Auch das nicht mögliche Durchsuchen von Anhängen in Notizen kann als störend empfunden werden, denn gerade hier haben Lösungen wie Evernote ihre Stärken. Wenn ich eine Notiz mit Dokument oder PDF im Anhang habe, dann würde ich gerne bei der Suche dieses Dokument auch durchsuchen. Derzeit nicht möglich.

Trotz mangelnder Funktionen im Vergleich zu Evernote: Wer ein Synology NAS sein Eigen nennt und auf der Suche nach einer Notiz-App ist – und sei es nur zum Sammeln von Inhalten aus dem Web – der sollte sich mal die Note Station anschauen.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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13 Kommentare

  1. QNAP hat das auch eingebaut, aber ganz ehrlich, weder Synology noch QNAP kommen damit an Evernote ran.

  2. Volltextsuche in Anhängen ist möglich, kann über einen Schalter unter Einstellungen –> Allgemein eingeschaltet werden. Klappt sogar ganz gut!

    Gruß
    Friedrich

  3. Ich habe meine Notizen aus Versenden zweimal von evernote importiert (sind viele und viele Anhänge). Wenn ich ein Notizbuch wieder löschen will, verhängt sich die DS. Kann ich dir Note station komplett noch mal löschen/deinstallieren, dann neu installieren und noch mal importieren?

  4. MAX VORSTADT (@MAXVORSTADT23) says:

    Ich bin mit Spaces mehr als zufrieden (Webseiten, Tutorials, Deals, Shopping, ..) bzw. zufriedener als je mit Evernote gewesen. Google Notizen ergänzt Spaces perfekt und hält eigentlich nur noch für ToDo- und Shoppinglisten her.

  5. @Bernd Wieso Menschen wichtige Mailanhänge wie Rechnungen oder Dokumente in EverNote ablegen, leuchtet mir einfach nicht ein. Das gehört irgendwohin, aber doch nicht in EverNote!

  6. Die Note Station ist Interessant, aber man sollte bedenken, dass man, sofern man die Note Station über das Internet benutzt, einen Backup – undund Fileserver ins Netz hängt, und zwar mit einem proprietären Programm… ich würde mir das gut überlegen.

  7. Deliberation says:

    Ob die fehlende Funktion zum Durchsuchen von Anhängen ein Manko ist, weiß ich nicht so genau. Im Grunde halte ich es für eine Entfremdung eines Notiztools, wenn man es für Dateien verwendet. Das wäre so, als stelle man in Wikipedia nur PDF ein.

  8. Man kann doch im eigenen Netz 192.168.x.x bleiben! Entweder man synct nur wenn man sich in diesem befindet, oder wenn man doch außerhalb syncen muß nutzt man eine VPN Verbindung.

  9. „Doch wenn man viele Funktionen nicht braucht, dann gibt es halt noch […] Microsoft OneNote und wahrscheinlich noch viele mehr.“

    Klingt hier so, als wäre Evernote deutlich besser als OneNote. Ich habe Evernote nie genutzt, dafür aber OneNote intensiv. Und OneNote ist ziemlich mächtig. Ich wüsste jetzt nicht, was ich von einem Notiztool mehr verwarten würde.

    Was genau macht Evernote so viel besser als OneNote?

  10. Mir fehlen irgendwie die Labels (habe keine Option gefunden welche zu den Notizen hinzuzufügen).
    Die Ansicht ist auch nicht ganz so schön wie z.B. Google Notes, die Masonry Ansicht ist da einfach ein bißchen hübscher gelöst.
    Auch kann man den Notizen leider keine Farbe geben (habe ich zumindest auch nichts gefunden).

  11. DerLordBS says:

    Ich bin gerade von Evernote nach OneNote aus Kostengründen gewechselt.

    Die großen Nachteile von OneNote:

    – Zur Erstellung einer Schnellnotiz sind in OneNote unendlich viele Klicks erforderlich (Auswahl des passenden Notizbuches)
    – OneNote synchroniert unglaublich träge ( Bei tausenden Notizen mehre Tage).
    – Die Online-Suche ist sehr schlecht
    – Die Web-Applikation ist nicht sehr gut im Vergleich zu Evernote
    – Der Webclipper von OneNote ist sehr schlecht.

    Was mir besser gefällt in OneNote:

    Das Notizbuch-Konzept

  12. @xannasavin und DerLordBS:
    Danke.
    – Labels fehlen mir nicht. Ich organisiere halt in Notizbüchern oder Abschnitten. Und um etwas wiederzufinden gibts ja die Volltextsuche, die übrigens auch mitteln eingebautem OCR auch bestens mit Text in Bildern funktioniert.
    – Optik ist natürlich Geschmackssache. Ich mag OneNote. 🙂
    – übers Web nutze ich OneNote eher nicht, daher kann ich das nicht beurteilen.
    – Den Sync (über OneDrive) habe ich eingerichtet, kam mir jetzt nicht langsam vor. Meine Notizbücher sind zwar nicht megagroß, aber auch gut gefüllt
    – Hm, kenne keinen anderen Webclipper, aber so spontan fehlt mir da nichts

  13. @Matthias Klimczek – hä? Genau DAS ist doch der Vorteil von Evernote. Alle Belege (Rechnungen, Bons, Verträge) etc darein, denn am Ende ist Evernote ein Dokumentenmanagamentsystem. Ich erfasse inzwischen alle direkt per Smartphone (mi der genialen Dokumentenmodusfunktion) direkt in Evernote bzw. leite mir die Geschichten per Email direkt dorthin. Finde alles blitzschnell und alles hat seine Ordnung.

    Wenn man natürlich wieder die bösen Amis, NSA-Schnüffler etc. sieht, behalte einfach den Aluhut auf.

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