Manchmal hat man etwas Glück und es geht einfacher als gedacht – im konkreten Fall genügend Backup-Speicher und ein kompatibles NAS von Synology im Einsatz. Die konkrete Aufgabe: Alte Festplatten aus einem alten Synology-NAS in ein neues Gerät umziehen. Geht das so einfach? Jein. Die große Frage vorab ist natürlich: Ist auf einem NAS beispielsweise 8 TB belegt und ihr wollt auf ein neues, leistungsstärkeres NAS von Synology umziehen, dann solltet ihr natürlich ein Backup eurer Daten haben.
Ihr könntet natürlich ein neues NAS mit Platten kaufen – oder eben für ein temporäres Backup sorgen. Da neue Festplatten teuer sind, musste ich nur das NAS tauschen, nicht aber die Festplatten. Also: Backup machen und darauf achten, dass das neuste System, also der DiskStation Manager, eingespielt ist. Logischerweise muss man schauen, dass das alte NAS auch mit dem neuen kompatibel ist, wenn man Festplatten einfach von Gerät 1 in Gerät 2 bringen will. Neben der Kompatibilität muss auch die Slot-Anzahl passen. Es bringt nichts, vier belegte Platten in ein neues 2-bay-Gehäuse verfrachten zu wollen, logisch.
Die Festplattenmigration zu einem anderen Synology NAS-Modell ist nicht verfügbar, wenn euer Quell-Synology NAS eines der folgenden Modelle ist:
- Serie 19: RS819
- Serie 18: DS418, DS418j, DS218, DS218play, DS118
- Serie 17: DS1817, DS1517
- Serie 16: DS416, DS416play
- Serie 15: DS2015xs, DS1515, DS715, DS415play, DS215+
- Serie 14: DS214, DS214play
- Serie 13: DS413, DS213+
- Serie 12: DS212+, DS112+
- Serie 11: DS211+
- Serie 10: DS410, DS210+, DS110+
Folgende Kompatibilitätsliste gibt es:
Ein „O“ bedeutet, dass die Festplattenmigration funktioniert. Ein „X“ bedeutet, dass die Festplattenmigration zwischen den beiden Synology NAS nicht möglich ist.
| Quelle/Ziel | J-Serie | Value-Serie | Plus-Serie | XS/XS+-Serie | SA-Serie | FS-Serie |
|---|---|---|---|---|---|---|
| J-Serie | O | O | X | X | X | X |
| Value-Serie | O | O | X | X | X | X |
| Plus-Serie | X | X | O | O | O | X |
| XS/XS+-Serie | X | X | O | O | O | X |
| SA-Serie | X | X | X | O | O | O |
| FS-Serie | X | X | X | X | X | O |
Anmerkung:
- Alle Modelle, die mit se enden (z. B. DS216se), gehören zur J-Serie.
- Alle Modelle, die mit play enden (z. B. DS218play), gehören zur Value-Serie.
- Alle Modelle, die mit slim enden (z. B. DS419slim), gehören zur J-Serie, ausgenommen DS620slim, das zur Plus-Serie gehört.
In meinem Arbeitsablauf musste ich ein Plus-Modell in ein XS umziehen. Kurzer Blick in die Liste: passt. Danach werden „einfach“ die Platten getauscht. Dauert ein paar Minuten. Wichtig: Die Festplatten müssen in der gleichen Reihenfolge wie im Quell-Synology-NAS eingebaut werden. Also erste Platte in Slot 1 – und so weiter.
Sind die alten Platten ordnungsgemäß im NAS eingebaut, dann kann man dieses auch anklemmen und ins Netz bringen. Hier gelangt man wie üblich über den Browser in das Setup-Geschehen. Die IP des NAS wird automatisch bezogen normalerweise, sodass ihr am besten in euren Router schaut, welche IP dem Gerät zugeteilt wurde.
Alternative: IP Scanner oder den Synology Finder. Statt Anmeldemaske sollte euch der Migrations-Assistant anlächeln. Da nehmt ihr nun natürlich keine Neuinstallation vor, stattdessen wählt ihr die klassische Migration:
Das dauert dann ein paar Minuten, danach sollte es tatsächlich wieder so laufen. Damit seid ihr aber sicher nicht am Ende eures Umzuges, denn was technisch flott geht, erfordert ja Nacharbeit – ihr wollt ja sicher überprüfen, ob noch alles so läuft wie vorher. Und natürlich ist auch ein Bookmark auf die Synology-Seite ratsam, die alles auch für die anderen Möglichkeiten des Umzuges beschreibt. Ich für meinen Teil bin froh, dass ich die einfache Variante nutzen konnte.
