Synology DVA1622: Kleines NVR-System mit Personen- und Fahrzeugerkennung vorgestellt

Abseits der regulären NAS-Modelle, die sich dank Surveillance Station in großem Maße auch zur Videoüberwachung einsetzen lassen, pflegt Hersteller Synology zusätzlich auch noch eine dedizierte NVR-Serie (Network Video Recorder). Die können nahezu alles, was ein reguläres Synology-NAS kann, sind aber eben für die Videoüberwachung geschaffen und bringen dank Hardware-Ausstattung auch noch das eine oder andere Extra-Feature mit. Synology hat die NVR-Geräte nämlich mit mehr Grafikpower bedacht, sodass diese für Deep-Learning-Algorithmen zur Videoanalyse genutzt werden können.

So auch beim jüngsten Neuzugang: der Synology DVA1622. Die fällt mit 2 HotSwap-fähigen Festplatten-Einschüben (3,5″ SATA HDD) eine Ecke kleiner aus als die 2020 vorgestellte DVA3221. Mit zwei Festplatten muss man hier auskommen, denn eine Expansions-Einheit unterstützt Synology nicht. Der verbaute Vierkerner Intel Celeron J4125 mit 64-bit-Architektur ist ebenfalls etwas schwächer auf der Brust. Ihm stehen 6 GB DDR4-Arbeitsspeicher zur Verfügung. Bei der GPU setzt man auf die Intel UHD Graphics 600. Dies macht sich auch beim Stromverbrauch bemerkbar, der ist mit 20 Watt bei Zugriff quasi halbiert und erlaubt auch ein Auskommen mit 60-Watt-Netzteil.

Standardmäßig sind acht kostenlose Kamera-Lizenzen enthalten. Das DVA1622 unterstützt allerdings bis zu 16 Kamera-Streams. Integrierbar sind über 8.300 IP-Kameras mit H.264 bzw. H.265 und 4K-Auflösung. Insbesondere bei den DVA-Aufgaben hat man gegenüber 12 bei der DVA3221 auf zwei abgespeckt. Das dürfte vornehmlich auf die abgespeckte Grafikleistung zu schieben sein. Dafür ist hier, nebst zwei USB-Ports (3.2 Gen 1) und Gigabit-Ethernet, ein HDMI-Anschluss mit Full-HD-Output zugegen. Der HDMI-Anschluss soll ein effizientes Monitoring erlauben und den Setup-Prozess vereinfachen.

Die zwei simultanen Analyse-Aufgaben können beispielsweise auf die Erkennung von Personen- und Fahrzeuge entfallen. Die Gesichtserkennung ist so anspruchsvoll, dass sie die Analyse-Aufgaben komplett ausreizt. Wie beim großen Bruder, unterstützt man die Kennzeichenerkennung mit konfigurierbarer Sperrliste sowie eine Einbruchserkennung, wenn virtuelle Grenzen durch Personen oder Fahrzeuge passiert werden.

Das NVR-System ist zudem in der Lage, Personen- und Fahrzeuge zu zählen. Da könnt ihr euch dann bei erreichen einer Kapazität warnen lassen. Warnungen spricht man zudem auf Wunsch auch vor „Stau“ aus. Das ist der Fall, wenn eine bestimmte Anzahl an Personen sich in einer vordefinierten Zone aufhält und dort den Schwellenwert überschreitet.

Via Gesichtserkennung lassen sich bis zu 10.000 Personalprofile anlegen. Die Genauigkeit soll bei über 97 Prozent liegen. Zudem lässt sich – im Herbst womöglich verstärkt nötig – erkennen, ob Masken korrekt getragen werden und entsprechend bei Nichteinhaltung der Vorschriften ein Mitarbeiter benachrichtigen. Neben Alarmen per Benachrichtigung lassen sich Automatisierungsregeln anlegen.

Kostenpunkt? Um die 650 Euro und damit sicherlich für kleinere Geschäfte, Hotels oder Gaststätten erschwinglich. Bereits zum Monatsende soll das neue Stück Hardware verfügbar sein.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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2 Kommentare

  1. Das hier find eich sehr beeindruckend. Vor allem für den kleine Mittelstand oder zuhause.
    https://www.synology.com/de-de/surveillance/feature/intelligent_analytics

    Damit lassen sich auch Hamster erkennen. =D

  2. „Synology hat die NVR-Geräte nämlich mit mehr Grafikpower bedacht, sodass diese für Deep-Learning-Algorithmen zur Videoanalyse genutzt werden können.

    So auch beim jüngsten Neuzugang: der Synology DVA1622.“

    Nein, in dem Fall eben nicht. Die andere genannte DVA hat eine GTX 1650 verbaut, die DVA1622 den 08/15 iGPU Teil eines 3 Jahre altem low end Intel SoCs. Ist hier vllt ein AI Beschleuniger statt einer GPU verbaut?

    Interessant ist aber die Möglichkeit, einen Monitor anschließen.

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