Surface Laptop 3: Teardown zeigt, dass Microsoft doch dazulernen kann

In der Vergangenheit durften sich schon die beiden Vorgängermodelle des aktuellen Surface Laptop 3 einem Teardown stellen, wurden also Schritt für Schritt von iFixit in ihre Einzelteile zerlegt. Dabei zeigt sich nicht nur die Hardware und wie der Hersteller diese im Inneren verbaut und befestigt hat, sondern auch, wie groß die Chancen sind, dass man so ein Produkt überhaupt reparieren kann. Bisher sah es nämlich so aus, dass ein Surface Laptop nach einer Reparatur mehr oder minder reif zur Entsorgung gewesen ist.

Wie sieht es nun also beim aktuellen Surface Laptop 3 aus? Statt 0 von 10 Punkten in der Bewertung kommt dieses tatsächlich auf immerhin 5 von 10 Punkten:

Das liegt vor allem daran, dass Microsoft an einigen Ecken ordentlich nachgebessert hat, so beispielsweise deutlich weniger Kleber einsetzt und stattdessen Magnete verbaut, die das Gehäuse zusammenhalten. Torx-Schrauben sorgen dafür, dass sich jenes nicht sofort zerlegt, sind aber auch relativ simpel und ohne Fachkenntnisse zu entfernen. Darunter sind aber dann auch an einigen Stellen einzelne Flachbandkabel verlegt, wo einst deutlich mehr Friemelarbeit zu erledigen war, um die darunterliegenden Bauteile zu erreichen. iFixit erwähnt außerdem, dass es noch immer einige Bauteile (wie der Akku) fest verklebt sind und nur mit viel Aufwand zu entfernen waren. Interessant ist, dass die Lautsprecher keine eigenen Lautsprechergrills besitzen, sondern stattdessen direkt zur Tastatur hin ausgerichtet sind. Ob das nun am Ende nachteilig für den Klang ist, kann ich nicht beurteilen.

Auch das Display lässt sich sonst mit einigermaßen wenig Aufwand demontieren. Am Ende muss man Microsoft also wirklich zugestehen, dass sie verstanden haben, was bisher am Surface Laptop für Bastler einfach nicht hinzunehmen war. Das Gehäuse des aktuellen Modells ist weiterhin genauso kompakt wie seine Vorgänger und dennoch mit mehr Bedacht zusammengesetzt. Ein so kostspieliges Gerät fast gar nicht reparieren zu können, ist aus Verbrauchersicht auch einfach nicht akzeptabel. Der Fachmann sollte dennoch ran, aber ihm werden beim Surface Laptop 3 nun zumindest Chancen gegeben, anders als bisher.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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3 Kommentare

  1. Bei den Preisen bin ich mir angesichts der Bilder von iFixit nicht so sicher, ob der Surface Laptop 3 an Bastler gerichtet ist. Sicher, ein wechselbarer Akku wäre das mindeste, was man bei einem Laptop erwarten sollte, wenn es um vom Besitzer austauschbare Komponenten geht. Da ist nur eben der Zielkonflikt, viel Leistung in möglichst kleine Geräte zu bekommen.

    • Ich frage mich, warum man den internen Akku nicht einfach verschraubt. Lenovo macht es ja auch so, zumindest bei meinem X260 kann man ihn ganz einfach ausbauen. Ich weiß auch nicht, warum sichtbare Verschraubungen an einem Laptop so verpönt sind, die Unterseite interessiert doch nicht, die sieht man in Benutzung sowieso nicht. Man hat den Eindruck, dass sich viele hier aus eigentlich irrelevanten Motiven designmäßig unnötig verkünsteln.

      • Sollte wohl gehen. Die Zellen sitzen scheinbar ja auf einer dünnen Platte oder so was. Darauf können die Zellen auch gerne verklebt sein, wenn man den Ersatzakku dann im Prinzip mit dem Träger nachkaufen und verschrauben kann. Ein Hartplastikgehäuse wie bei größeren Laptops muss ja nicht zwangsläufig sein, wenn man das Gehäuse tatsächlich so einfach öffnen kann. Vielleicht beim nächsten Gerät.

        PS: Preislich liegt das Gerät leider eh oberhalb meines Budgets.
        PPS: Hab nen 15″ Thinkpad E560 von 2016. Das ist noch ein richtiger Laptop mit Wechselakku und Klappe für die RAM-Bänke und HDD/SDD. So ists mir eh am liebsten.

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