Suchmaschine Xayn startet auch im Web

Ende letzten Jahres machte sich Xayn als App auf, die Smartphone zu erobern. Xayn kommt aus Berlin und ist eine Suchmaschine, die im Tinder-Stil funktioniert und die lernen möchte, was ihr sucht – Stichwort „KI-gestützte Personalisierung“. 250.000 Downloads habe man mittlerweile hinter sich bringen können, schaut man nur auf die Bewertungen, dann klappt das Ganze mit der iOS-App wohl etwas besser als unter Android. Heute dann startet Xayn Web als Beta. Das Team, das zu einem Drittel aus promovierten Wissenschaftlern besteht (dies scheint wichtig bei der Eigenbeschreibung), hat die Kernfunktionen der App nun auf den Desktop übertragen. Dabei konzentriere sich Xayn zunächst auf Chromium-basierte Browser (z.B. Chrome, globaler Marktanteil 68,5 %) und Firefox (7,62 % globaler Marktanteil). User können die Webversion unter xayn.com nutzen.

Um die Privatsphäre der User zu schützen und ihnen dennoch personalisierte Ergebnisse zu liefern, basieren sowohl die App- als auch die Webversion von Xayn auf Masked Federated Learning. Beide Versionen wurden mit der gleichen Codebasis in Flutter erstellt, einem Framework, das für Mobil- und Webgeräte konzipiert ist. Die Xayn-KI läuft mit WebAssembly in den jeweiligen Browsern und speichert dort alle persönlichen Daten ab. Dazu lädt Xayn die KI-Modelle beim ersten Web-Zugriff in den jeweils genutzten Browser. So funktioniert die Webversion ähnlich wie die App und schützt die Privatsphäre der User, indem alle persönlichen Daten auf den Geräten bleiben und die KI-Modelle lokal trainiert werden.

Zu den Kernfunktionen von Xayn WebBeta gehören (Angaben des Betreibers=:

  • Personalisierte Suchergebnisse: Basierend auf vergangenen Suchanfragen und Verhalten erhalten User personalisierte und damit relevante Ergebnisse.
  • Deep Search: User können mit einem einfachen Klick tiefer in ein Thema eintauchen und sich persönliche Sammlungen mit relevanten Inhalten zusammenstellen.
  • Discovery Feed: User erhalten einen personalisierten Feed des gesamten Internets, der aus ihren Tinder-ähnlichen Swipes lernt. Basierend auf den Interaktionen schlägt die KI unterschiedlichen Content vor (beispielsweise Zeitungsartikel). User können damit auf neue Themen aufmerksam werden und sie tiefergehend recherchieren. So sehen sie z.B. einen Artikel zu einem komplexen Thema wie der Klimakrise, der ihr Interesse weckt und sie dazu bringt, mit dem Deep-Search-Feature in die Tiefe zu gehen. ?
  •  Leistungsstarke und sichere KI: Trainiert und lernt direkt auf den Geräten der Nutzer, um personalisierte Inhaltsvorschläge und Suchergebnisse zu liefern, ohne persönliche Daten zu sammeln oder zu teilen. Dank seines „Privacy by Design“-Ansatzes trackt Xayn keine Nutzerdaten.
  • Collections: User können beliebte Webinhalte in eigenen Sammlungen speichern und verwalten.
  • Ohne Ablenkung: Xayn ist frei von störender Werbung, blockiert diese auf Webseiten von Drittanbietern und bietet zusätzlich einen übersichtlichen Lesemodus.

Nach der Series-A-Finanzierung in Höhe von 10 Millionen setze das Unternehmen die Produktentwicklung fort und expandiere in den asiatischen Markt. Xayn plane außerdem, das Angebot seiner datenschutzfreundlichen Discovery-Angebote weiter auszubauen: Künftig sollen User Xayn über mehrere Geräte hinweg sicher synchronisieren können, sodass die KI die Trainingsergebnisse nahtlos zwischen der Smartphone- und der Desktop-Variante teilen kann.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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10 Kommentare

  1. Die mobile Suchseite lässt sich bei mir nicht öffnen (Firefox und Safari unter iOS).
    Der Link aus dem Artikel wird immer auf
    https://www.xayn.com/xayn-search
    umgeleitet, wo ich zum Download der App aufgefordert werde.

  2. Habe gerade einen etwas betagteren Laptop im Einsatz und die Suchmaschine hat es locker geschafft diesen mit 100% CPU time auszulasten. Hoffe das ist der Beta geschuldet.
    Ansonsten finde ich das Suchergebnis als recht unübersichtlich. Ich kann da keine Wertigkeit erkennen und die eingeflochtenen, größtenteils stark beschnittenen Bilder sind auch nur bedingt hilfreich. Werde mal noch etwas mehr testen, aber der erste Eindruck ist eher ernüchternd. Eine Alternative zu Google wäre aber in jeder Hinsicht wünschenswert.

  3. Mir erschließt sich der Sinn von personalisierten Suchergebnissen nicht.
    Beim SPON wurde damals als Beispiel die Suche nach der Programmiersprache „Ruby“ gebracht, die dann auch unerwünschte Ergebnisse wie den Stones-Song „Ruby Tuesday“ ergibt. Dann wische ich Ruby Tuesday also weg. Und dann? Was ist, wenn ich morgen lieber nach Stones-Songs statt Programmiersprachen suche? Bei Google grenze ich einfach mit weiteren Begriffen ein.

    • Sinn könnte sein, falls es funktioniert, dass man bestimmte Seiten so oft abwertet, dass man sie nicht mehr in den Suchergebnissen sieht. Wie oft ärgere ich mich z. B. über „Chip.de“-Ergebnisse zu Suchanfragen, die so gut wie nie sinnvoll sind. Und es gibt eine Menge solcher Seiten, die vermeintliche sinnlose Tipps produzieren, nur um Klicks zu generieren und immer ganz oben in den Suchergebnissen erscheinen.

  4. Ist das mal ne Suchmaschine die auch genau das suchen kann, was ich eingebe und nicht das, was sie meint was ich suche?
    Bei Google gibts ja noch eine entsprechende Option, bei allen anderen eher nicht.

  5. Wer will den personalisierte Suchergebnisse? Da kann ich auch gleich Google nutzen. Als Nutzer will man doch explizit nach den besten inhaltlichen Treffern ohne personalisiertes Ranking und Shadow Profile suchen.
    Sorry, aber nein Danke!

    • Wenn ich eine 0815 Suche mache, mag das stimmen.
      Wenn ich jedoch eine Recherche betreibe will ich NICHT jedes Mal die unnützen Ergebnisse haben. Da ist Ranking sehr sinnvoll. Wird auch von anderen wissenschalftlichen Suchmaschinen so gehand habt. Wichtig ist hier nur, dass ich einzelne definierte Profile erstellen und zwischen diesen switchen kann.

      • Dann ist die kagi Suchmaschine vielleicht was für dich. Man kann verschiedene “Lenses” erstellen, die bestimmte Websiten komplett ignorieren oder auf filetypes achten etc. Die Präferenz (priorisieren / ignorieren) lässt sich auch global einrichten. Die Seite ist aktuell in einer Beta, bei der man sich registrieren muss.

  6. Berthold P. says:

    Wie (bzw. womit) wollen die Geld verdienen?

    • Ich sage es mal mit den Worten Zuckerbergs: „we run ads“.

      Auch Zuckerberg hat vor dem Senat klargestellt, dass Facebook keine Benutzerdaten verkauft, sondern die Benutzerdaten nutzt, um Werbung individualisiert auszusteuern. Wohingegen man bei Facebook Zuckerbergs Wort glauben muss, stellt Xayn eine Technologie vor, auf der das personalisierte aber anonyme Aussteuern von Werbung funktioniert. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Technik personalisierte Werbung erlaubt, die vom User wohlwollender wahrgenommen wird. Eben weil man weder durch das Setzen noch das Anklicken getrackt oder anderweitig ausspioniert wird. Und das könnte wiederum Online-Marketing-Budgets binden.

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