Streaming wächst enorm, aber der TV bleibt der beliebteste Bildschirm

Vermutlich sagt euch der Name Conviva nichts: Die Marktforscher untersuchen mit ihren Techniken nämlich im Hintergrund für Partner wie HBO, DAZN und Sky Daten aus 180 Ländern bzw. 3 Mrd. installierten Streaming-Apps. Nun hat man einen Teil seiner Ergebnisse für das erste Quartal 2019 vorgelegt. Dabei zeigt sich, dass der Streaming-Boom weiterhin anhält.

Die Menschen verbringen also mehr Zeit mit Streaming und ziehen diese für die Mediennutzung aufgewendete Zeit natürlich anderswo ab – typischerweise beim linearen Fernsehen. So dürfte sich in den nächsten Jahren mehr und mehr der Videokonsum weiter weg von klassischen Fernsehsendern und -programmen und hin zu nonlinearen Streaming-Angeboten verschieben. Das liegt auch an den eindeutigen Vorteilen wie der zeitlichen Unabhängigkeit und der Möglichkeit Content an unterschiedlichen Geräten zu konsumieren.

Es sind aber nicht mobile Endgeräte, sondern weiterhin Fernseher die Bildschirme, an denen die Zuschauer das Gros der Inhalte begutachten. Das Wachstum bei der Anzahl der Stunden von konsumierten Streaming-Inhalten ist dann auch an Fernsehgeräten am größten (74 %). Allerdings verbuchen auch mobile Endgeräte ein Wachstum von 73 %. Betrachtet man die „Viewing Hours per Device“ und die prozentuale Verteilung, entfallen aber 56 % auf den TV und „nur“ 23 % auf mobile Endgeräte, also Smartphones und Tablets. Diese Daten beziehen sich aber auch speziell auf die USA.

Unter den Bereich „Connected TV“ fallen dabei nicht nur Fernsehgeräte an sich, sondern auch Zuspieler für den TV wie die PlayStation 4, die Xbox One oder die Amazon Fire TV. Interessant: Offenbar sind mehr Xbox-Nutzer auch Streaming-Diensten an der Konsole zugetan, als PlayStation-Besitzer. Dominant ist Roku – in den USA sehr beliebt, in Deutschland z. B. gar nicht vertreten.

Dabei sieht Conviva das Wachstum auch dadurch begünstigt, dass die technische Qualität der Streaming-Angebote sich verbessert habe. Demnach hätten sich die Buffering-Raten verbessert, um 34 %, und auch die Bildqualität habe sich etwa um 17 % erhöht. Wie man aber die Bildqualität konkret in Prozentpunkte gequetscht hat, erläutern die Analysten nicht im Detail im öffentlichen Dokument.

Geringe Verzögerungen und technisch einwandfreie Streams sind für die Anbieter aber auch im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert. Denn die Zuschauer sind ungeduldig. Laut Conviva springen bereits 13,6 % der Zuschauer ab, wenn sich Verzögerungen bei der Wiedergabe von bis zu 5 Sekunden einstellen. Man ist es eben mittlerweile gewohnt, dass ein Video schnell startet.

Conviva rechnet mit anhaltendem Wachstum aber auch einer Pluralisierung des Marktes in den nächsten Quartalen: Neueinsteiger wie etwa Disney+ aber auch Apple mit TV+ setzen etablierte Anbieter unter Druck und bieten den Zuschauern noch mehr Optionen an. Die Verschiebung der Nutzung weg vom linearen Fernsehprogramm und hin zu On-Demand-Anbietern dürfte dabei weiter anhalten.

Wie sieht es denn bei euch aus? Schaut ihr euch Streaming-Inhalte ebenfalls bevorzugt am Fernseher an? Nutzt ihr noch das klassische TV? Oder seid ihr schon komplett auf Angebote wie Amazon Prime Video und Netflix umgestiegen?

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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25 Kommentare

  1. Streaming nur am Fernseher… ich möchte einen guten Film oder eine Serie doch nicht in Briefmarkengröße sehen.
    Außerdem habe ich da auch die Surroundanlage dran.

    • Dem stimme ich zu. Wir haben seit 15 Jahren keinen Fernsehempfang mehr und vermissen ihn auch nicht. Serien und Filme schauen wir normalerweise im Wohnzimmer auf der Leinwand und dann im englischen Originalton (bei anderen Originalsprachen dann doch die deutsche Fassung) mit englischen Untertiteln.
      Die fehlende Wahl der Tonspur (abgesehen von Arte) und die schlechtere Bild- und Inhaltsqualität (auch HDTV ist nur maximal 1080i) sind für mich die beiden größten Ärgernisse am linearen TV.
      Wenn wir etwas nur auf DVD vorliegen haben, schauen wir das schon aus Qualitätsgründen nur auf dem kleinen 42″-TV im Schlafzimmer.
      Manche Serien, die ich nebenher konsumiere (alleine) schaue ich auch schonmal auf dem Rechner (24″ Zweitmonitor). Auf dem Tablet oder Handy nur unterwegs, wenn es nicht anders geht (Netflix Offline im Flugzeug oder so).
      An Streaminganbietern wird hier hauptsächlich Netflix und Amazon Prime geschaut. Youtube so gut wie gar nicht. Sky, Maxdome und DAZN überhaupt nicht.

    • elknipso says:

      Eben. Der Fernseher stellt halt immer noch die größte Bildfläche zur Verfügung, daher ist dort auch die meiste Nutzung.

  2. Bin schon etwas älter und gehe auf die 50 zu. Daher das Daumenkino nur für kleinere Clips auf YouTube bis höchstens etwa 10 oder 15 Minuten etc. Abendfüllendes oder Spielfilmlänge dann auf einem richtigen Bildschirm. Hier wird dann on demand ab und an Netflix, Mediatheken aber häufiger auch Lineares oder Aufgezeichnetes konsumiert. Macht mit mehreren Leuten auch mehr Spaß.

    • Peter Brülls says:

      Mit mehreren Leuten mache ich ehrlich gesagt lieber was anderes. Ist jetzt nicht so, dass wir nie fernsehen würden, aber so ein Fernsehabend ist was für alle zwei Wochen, nicht so eine Dauerbeshallung wie es die obigen Zahlen vermuten lassen.

      • Dachte da auch eher an Fußball etc. da ich oben etwas von DAZN las. Aber ansonsten schaut man zumindest familiär oder partnerschaftlich ja eher seltener alleine fern. Ansonsten stimme ich Dir da vollkommen zu.

      • Da stimme ich dir zu. Wir sind eine vierköpfige Familie, nach dem Umzug habe ich die Satellitenschüssel nicht angeschlossen. Seit 5 Jahren kein Fernsehen mehr und keiner meckert oder vermisst den Dreck.

        • Die Frage war aber eher nach dem Bildschirm (sprich dem visuellem Endgerät), schaut ihr alle über Smartphone oder Tablets; oder habt ihr einen großen Bildschirm (vulgo TV-Gerät oder zumindest großem Bildschirm; kann ja auch ein größerer Monitor sein)

  3. Chris R. says:

    Mobile Devices waren für mich schon immer mehr Arbeits- als Unterhaltungsgeräte, so gehöre ich auch zu denen, die sich gerade Filme und Serien lieber auf dem TV-Bildschirm ansehen. Und ich schaue in der Tat auch noch das normale Fernsehprogramm. Vieles gibt es dort zuerst und etliches findet leider auch später nicht den Weg zu den Streaming-Anbietern.

    • Peter Brülls says:

      Kommt auf die Serien an. Sowas wie eine Standard-TV-Serie schaue ich durchaus mal Unterwegs auf dem iPad aber selten. Aber das sind dann auch 10 oder 13 Zoll.

      Normales Fernsehen ist aber tot. Bei rund 2 Stunden – in Hochzeit 4 – pro Woche ist das Streamingangebot plus der gelegentliche Kauf- oder Mietfilm de facto so unerschöpflich, dass es sich gar mehr lohnt nachzusehen was linear läuft. Respektive überhaupt die Satellitenanlage reparieren zu lassen.

      • elknipso says:

        Das kommt noch dazu. Ich habe Stand jetzt schon so viele Sachen die mich prinzipiell interessieren auf meiner Watchlist, dass das locker für die nächsten 1-2 Jahre reicht bei dem bisschen was ich Abends mal schaue.

  4. Heisenberg says:

    alles am tv, ausser kurze anleitungen zu irgendwas^^

  5. RiffRaff says:

    wundert mich nicht das streming mehr genutzt wird, gestern bei Transformers (Pro7) alle 30min ein Werbung, das waren denn glaube ich 7 im ganzen Film! Seit Jahren schaut man im privaten TV nur noch den Film zwischen den Werbungen. Wobei ich Pro7 nur wegen den Simpsons schaue, der Rest ist Müll.

    • Daher zeichne ich, wenn schon was im Privat-TV läuft, lieber auf oder
      schaue zumindest zeitversetzt. Nervig ist aber trotzdem….

    • Heisenberg says:

      Jo Simpsons läuft hier auch nebenbei, oder Comedy Central, wenn Mal was bewusst geschaut wird nur streaming!

    • Einfach 45 Minuten später anfangen zu schauen und jede Werbung vorspulen.

      • Peter Bruells says:

        Dann muss man immer noch vorher schauen was überhaupt irgendwann so kommt und dann was einprogrammieren. Auch wenn es da recht fixe Gerät gibt, selbst für meinen Topfield hatte jemals damals eine coole Software geschrieben, die EPG auswertete.

        Aber beim aktuellen Streamingangebt ist das zu viel Aufwand. Fernsehen ist eine Art von Mediennutzung. Ich muss nicht alles gesehen haben, was mich vielleicht interessiert, da reicht das Angebot der Streamer mehr als aus.

  6. Magentiuser says:

    Schade das es streaming für smart Watch noch nicht gibt *g*
    Wenn mal nen Film dann am TV bzw. Youtube am TV vom handy aus gesteuert.
    Ein Handy ist auch für mich ein Werkzeug.
    Wenn man mal in ner Reha oder Krankenhaus ist, geht zur Not auch mal das tablet fürs streaming.
    Normal TV haben wir gar nicht mehr angeschlossen seit fast 3jahren. Wen. Mal was auf den öffentlichen kommt gibt’s die mediathek, die privaten sollten langsam mal komplett abschalten, und die öffentlichen auf 2 oder max 3 Sender begrenzt werden.

  7. Weiter lineare Fernsehzuschauer im Free und PayTV. Im VOD Bereich ist aber Netflix und Prime Video vertreten. Mit Disney+/Hulu wird aber der nächste Anbieter folgen.
    Geschaut wird nur am TV. Weder am Laptop, PC, Smartphone oder Tablet. Das Bild muss groß sein, vorallem auch ein gewisster Tonstandart zu hören sein. Geht auf den popligen-Display Geräten nunmal nicht

  8. Ich nutze ausschließlich meinen mobilen Rechner, das Smartphone und Tablet zusammen mit dem DVB-C Repeater von AVM. Beim Streaming nutze ich nur DAZN und YouTube. Das reicht mir vollkommen aus, da ich die Angebote eher wenig nutze.

  9. Ich schaue Filme und Serien wenn dann eigentlich nur auf dem großen Fernseher, auf dem Tablet/Handy allenfalls mal Youtube (was ich wiederum auf dem Fernseher so gut wie nie schaue). Allerdings seit mehreren Jahren faktisch kein lineares Fernsehen mehr, dass ist mir inhaltlich und qualitativ einfach zu doof geworden. Selbst die Dokus taugen nur sehr selten noch was, meisten irgendwelche Verbraucherchecks für die ganz unmündigen.

    Den Tuner des Fernsehers brauche ich also nicht mehr, bin auch schon am überlegen, ob ich mir, wenn der Fernseher mal kaputt gehen sollte, einfach einen großen Monitor hole. Fernseher gibts ja nur noch ab 50 Zoll aufwärts, dass ist mir persönlich zu groß. Problem bei den Monitoren sind leider oft die Lautsprecher, auf eine Soundbar habe ich keine Lust.

    Erstaunlich finde ich, dass man lineares Fernsehen überhaupt nicht vermisst. Gehöre noch zur Generation, die ohne Internet aufgewachsen ist und damals war Fernsehen ja noch relevant und hat teilweise den Alltag und Themen bestimmt. Das ist alles weg. Werbung kenne ich nicht mehr, meide ich auch konsequent, bei Musik gibts statt Radio ebenfalls Streaming (viel, viel, viel mehr Vielfalt als im Radio).

    Allerdings finde ich nicht, dass die Bildqualität besser geworden ist, wie in der Studie behauptet. Amazon und Netflix komprimieren viel stärker als früher, die Dateigröße wurde halbiert. Das sieht man leider sehr stark in dunkleren Szenen oder wenn Schatten zu sehen sind, nur noch Artefakte in diesen Bereichen. Die hellen Bereiche sind allerdings gut. Obs bei 4k besser aussieht, weiß ich nicht. Toll ist bei Amazon, dass Filme und Serien per FireStick 4k mit original Bildwiederholrate laufen, dass merkt man deutlich.

    • @Lars: „… bin auch … am Überlegen, ob ich mir … einen großen Monitor hole“

      DIESES Thema interessiert mich sehr (bin 76):
      Ich möchte für PC, Spiegelung von Tablet+Smartphone, TV per FTV-Stick [4k ?] nur 1 Gerät nutzen und nur einen einfachen Haushalt am Bein haben.
      Für eine ‚Großer-Monitor-Lösung‘ ohne Schnick-Schnak such ich Tipps, incl anständigem Sound.

  10. Filme und Serien ausschließlich auf dem TV Gerät.
    Inputs liefert dafür Amazon Prime, Netflix die Mediatheken und ab und an lineares TV.
    YouTube läuft meist übers Smartphone, wobei es dort ganz auf den Inhalt ankommt.

  11. elknipso says:

    Ich schaue schon ewig kein klassisches fernsehen mehr, das kann man sich eh kaum noch antun bei dem ganze Werbeterror. Früher hatte ich nicht einmal den Sat-Empfang am Gerät eingerichtet, mittlerweile schon noch aber das auch nur weil meine Partnerin ab und zu noch klassisches Fernsehen schaut.

  12. Lineares TV ist für mich schon seit 15 Jahren tot. Damals hatte ich begonnen einenFestplatten-Recorder (auf LinDVR-Basis) zu nutzen. Inzwischen ist der von Streaming-Diensten abgelöst worden (Amazon Prime Video, Save.TV, diverse Mediatheken).

    Geschaut wird ausschließlich auf dem Fernseher, wobei die Streaming-Apps derzeit auf einem FireTV-Stick laufen.

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