Straßensheriff: die App für eine clevere Stadt (oder Denunzianten)

Beim Crowdfunding-Portal Startnext wird gerade die Finanzierung einer App versucht, die eigentlich keine schlechte Absicht hat, so wie es heißt. Man schreibt sich den Schutz von Kindern, Behinderten und generell der Verkehrsteilnehmer auf die Fahne. Angriffsziel der App sind die Schwachköpfe, die einfach nicht kapieren, dass sie nichts auf Rad- und Gehwegen oder Behindertenparkplätzen zu parken haben.

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Was die App aber anbietet, ist ein zweischneidiges Schwert. Sie ermöglicht den Dialog mit dem Autofahrer, ist aber auch das Mittel der Wahl, wenn dieser versagt: Ein Klick, ein Foto, und GPS-Daten fügen sich zu einer Anzeige zusammen und werden mit den eigenen Absenderdaten an Amt oder Polizei übermittelt. Ihr seht, die App ist so oder so nutzbar: man kann dem Autofahrer eine Nachricht zukommen lassen, wenn dieser vielleicht falsch parkt, oder das Licht anlässt, man kann ihn aber auch wacker mal denunzieren. Ich weiss gerade nicht, welche Menschen ich weniger leiden kann. Die, die auf Radwegen oder unberechtigterweise auf Behindertenparkplätzen parken, oder den Menschenschlag, der den Falschparker anzeigt, obwohl er vielleicht nicht einmal betroffen ist.

Bildschirmfoto 2013-10-04 um 14.48.53

Solche Menschen sind sicherlich auch die, die ihren Nachbarn mal ganz gerne anscheissen, vielleicht aber selber Leichen im Keller liegen haben. Schwieriges Thema – wenn jemand selbst betroffen ist, dann ist der Griff zum Beweismittel sicherlich förderlich, aber wenn Unbeteiligte zum Denunzianten werden, dann finde ich dies auch nicht so klasse.

Wie heißt es so schön? Aus großer Kraft folgt große Verantwortung. Ich glaube ja immer an das Gute im Menschen und kann mir daher nicht vorstellen, dass eine solche App eine     erhöhte Anzahl von Anzeigen zur Folge haben wird, denn bereits heute ist mit dem Smartphone ja ratz fatz das Ordnungsamt oder ähnliches angerufen, oder ein Foto geschossen.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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55 Kommentare

  1. Die Blockwart-App für den Fensterbrett-Aufpasser. So etwas hat uns sicher noch gefehlt.

  2. Finde ich nicht gut. Wenn man ernsthaft behindert wird durch das parkende Auto, kann man die Polizei rufen und warten bis diese eintrifft. Diese App erzeugt eine Anzeige „beim vorbeigehen“. Also ist es mir dann als Anwender nicht so wichtig und ich habe eine andere Möglichkeit gefunden, meinen Weg fortzusetzen. Ich schieße ein Bild und gehe weiter. Zack – eine schöne zusätzliche Einnahmequelle für den Staat. Nein, Polizeiaufgaben sollten nicht ge“outsourced“ werden. Das hat was von Stasi.

  3. Knöllchen-Horst gefällt diese App

  4. Na super, die Politessen sind schon nicht beliebt und dann sowas?
    Polizeigewalt hat der Staat, nicht der Bürger. Das hat einen Grund.
    Lest euch auch mal die Kommentare bei youtube durch. Die sind teils noch deutlicher.

  5. Gefällt mir auch. Gibt nix schlimmeres als Autofahrer, die meinen, den Gehweg für sich beanspruchen zu dürfen. Radfahrende Kinder, mobilitätseingeschränkte Personen und Kinderwägen haben das nachsehen. Immer auf die schwächsten Verkehrsteilnehmer, die können sich ja nicht wehren. Oder jetzt doch?

  6. Find ich super. Endlich den Idioten, die die Ecken so zuparken, dass weder Kinderwagen noch Rollstuhl rüber kommen im Vorbeiquetschen ein Knöllchen schicken. Gleiches gilt für die Merkbefreiten auf den Behindertenparkplätzen. Für solche Leute ist ein Knöllchen doch wie ein Parkticket, die lernen das vielleicht mal über die Masse.

  7. Die Argumentation „du bist nicht betroffen, also halt die Finger still“ (mal etwas überspitzt formuliert) ist wohl das dämlichste der klassischen Totschlagargumente:
    – Hund kackt auf den Spielplatz, Herrchen macht es nicht weg … egal, geht mich nix an
    – Idioten belästigen eine Frau … egal ist nicht meine, geht mich nix an
    etc.
    Zivilcourage wird viel zu häufig mit Denunziantentum gleichgesetzt und das ist echt Mist.

    Natürlich gibt es, wie überall, auch hier Leute die es übertreiben und sich selbst zu hauptberuflichen Hilfssheriffs ernennen. Aber das ist doch kein Grund selber wegzuschauen und auf Recht und Gesetz zu scheissen.
    Ja, es gibt dafür Ordnungshüter, aber die sind auch nicht immer und überall direkt zur Hand. Da ist es doch gradezu die Pflicht jedes einzelnen die Augen und Ohren offen zu halten, damit die Rechte anderer nicht beschnitten und/oder mit Füßen getreten werden.

  8. Ich sehe es auch zweischneidig. Auf der anderen Seite sehe ich aber auch bei manchen Dingen positives bei dem, was hier als Denunziantentum bezeichnet wird. Blockieren von Feuerwehrzufahrten, zweite Reihe Parker, die den Verkehr behindern, Radfahrwegblockierer in Großstädten, so daß Kinder auf dichtbefahrene Straßen ausweichen müssen. In solchen Fällen finde ich es auch gut, wenn nicht betroffene es melden. Es ist die Frage, wo zieht man die Grenze? Bei den Tankstellen-Apps war es doch vor der Einrichtung der Meldezentrale auch so, daß viele „denunzieren“, also den Preis übermitteln müssen, damit es funktioniert. Auch im vorbeifahren, wenn man nicht betroffen ist. Oder auch die Blitzermeldungen im Radion. Von daher akzeptieren viele das „Denunziantentum“. Wo ist nur die Grenze?
    Ich kann es auch mal anders ausdrücken: Wenn die Gesellschaft mal die „hier komm ich und nach mir die Sinnflut“ Mentalität mal ablegt, dann würde kaum einer so eine App benutzen können. Warum soll man nur etwas melden, wenn man selbst betroffen ist? Sind einem die Mitmenschen egal?
    Persönlich würde ich die App zwar nicht nutzen, weil ich mir selber nicht geheuer wäre (ich mag keine Obrigkeitshörigkeit), aber es gibt eine gute, analoge Alternative: Einfach entsprechende Personen ansprechen und auf die Probleme hinweisen.

  9. Es gibt eine App, die für Härtefälle gedacht ist, die jedem Bürger mit Zivilcourage zur Verfügung steht. Diese App heißt „110“. Ist halt nicht ganz so bequem und anonym, scheisse, neh?

  10. Ob man in einer Situation nun konkret betroffen ist oder nicht, finde ich egal. Autos haben auf Radwegen und Gehwegen nichts zu suchen und sollten immer angezeigt werden. Da steckt enormen Gefahren- und Behinderungspotntial dahinter.

  11. Vielleicht sollte man das mit einem Bewertungssystem verbinden, häufig erfolgreiche und ehrliche Sherrifs, denn nicht immer handelt es sich wirklich um eine Ordnungswidrigkeit, kriegen Punkte, die schließlich auch der Polizei übermittelt werden, sodass diese bevorzugt die Meldungen von besonders erfolgreichen Blockw… ähh Sherrifs bearbeiten. Vielleicht könnte man die Hilfssherrifs dann zusätzlich auch noch auf Provisionsbasis bezahlen, dann haben die ganzen Arbeitslosen endlich wieder was zu tun. 😀 Naja, einerseits gefällt mir die Idee und andererseits find ich sie aus den selben Gründen wie cashy ziemlich schauderbar …

  12. @TwiNN: Die 110 ist a) nur für Notfälle (darum heißt es Notruf) und b) die Polizei im Allgemeinen i.d.R. auch nicht für den ruhenden Verkehr zuständig. Das ist meist die Kommune in Form des Ordnungsamts.
    Und jemand vom Ordnungsamt zeitnah ans Telefon zu bekommen der sich auch noch zuständig fühlt ist nahezu gleichzusetzen mit Lotto-spielen.

  13. Find ich gut. Wie oft hier die Feuerwehrzufahrten blockiert werden, ist nicht mehr schön. Wenn es dann mal brennt, wundert sich jeder warum die Feuerwehr so langsam war…

  14. Und wie soll man dem Autofahrer eine Nachricht zukommen lassen?

  15. Dann noch ein Prise Photoshop und der Spaß mit den unbeliebten Nachbarn kann beginnen.

  16. @ Mo TwiNN redete m.E. von Zivilcourage. Die taucht bei Denunziantentum ja gar nicht auf. Wenn man aber das Gefühl hat, dass ein Verbrechen stattfindet, dann sollte man 110 anrufen.

    @Mr. C frag mal den Feuerwehrmann Deines Vertrauens. Zu geparkte Feuerwehreinfahren sind in der Regel innerhalb von 45 Sekunden gelöst. Allerdings kannst Du zu 90 % davon ausgehen, dass die Fahrzeuge dann einen Totalschaden haben und keine Versicherung diesen Schaden ersetzt.

    @App Made bei Stasi? Made by NSA? Ich weiß nicht recht. Vielleicht sollten die Nutze der App auf jeden Fall nachweisen, dass sie mindestens 5 Jahre nicht gegen die StVo verstoßen haben, bevor sie sich um andere kümmern.
    Wenn ich jeden Verstoß, der mit täglich mit einer solchen App melden würde, bräuchte ich vermutlich 10 GB mobilen Traffic. Und sollte ich mich eingeschränkt fühlen durch das Verhalten eines anderen Verkehrsteilnehmers dann habe ich immer noch die Möglichkeit mich mit der Polizei in Verbindung zu setzen und die definiert dann die Priorität des Anliegens. Oder ich kaufe eine Pump Gun und löse das auf meine Art, aber auch dafür brauche ich keine App. 🙂

  17. @Mo: Du hast unter anderem das Beispiel mit der belästigten Frau gebracht. Das ist für mich ein Härtefall und somit 110-würdig. Für Falschparker gibt es das Ordnungsamt, richtig.
    Was ich sagen will: Es gibt genug Möglichkeiten für den engagierten Bürger seine Zivilcourage auszuüben. Dafür braucht es diese App nicht, die meiner Meinung nach nicht zur Verbesserung des Miteinanders beiträgt. Man kann auch so ein Foto schießen oder dem Fahrer einen Zettel hinterlassen. Und warum sollten sich die Zustände beim Ordnungsamt durch diese App verbessern? Meinst du, dann fühlen sich mehr Mitarbeiter dafür zuständig? Die ganzen eingehenden Meldungen müssen ja bearbeitet werden. Das heisst, jemand der ganz klassisch anruft hat dann noch weniger Chancen, einen freien Mitarbeiter zu erwischen oder wie? Außerdem, man kann auch einfach ein Foto schießen und es dann zu Hause als Mail ans Ordnungsamt schicken.

    Eine Frage kann ja jeder für sich beantworten: Wäre es dem typischen Anwender dieser App wichtig genug, wegen eines falsch parkenden Autos auch das Ordnungsamt anzurufen / per Mail zu kontaktieren gemäß dem Fall es würde diese App nicht geben? Wenn nein, warum nicht?

  18. Kann ich mir eh nicht vorstellen, wie dieser „Dialog mit dem Autofahrer“ realisierbar sein soll. Die bekommen wohl kaum vom Kraftfahrbundesamt einen Zugang, um Halterabfragen machen zu können, wem welches Kennzeichen gehört. Ganz davon abgesehen dass da dann auch noch keine Emailadresse oder Handynummer bei ist; wie sollen denn die hilfreichen Nachrichten den Autofahrer erreichen, per Briefpost?
    Und auch die beschriebene Anzeige muss sich ja an diverse rechtliche Regelungen halten, nicht umsonst müssen Politessen eine Menge mehr dokumentieren als nur ein Foto zu machen.
    Na ja, bin zumindest gespannt was daraus wird und ob die überhaupt ihr Funding-Ziel schaffen. Sieht momentan ja nicht so rosig aus.

  19. zitat: Ich glaube ja immer an das Gute im Menschen
    ****************************************
    lustiger start ins wochenende :-))) danke dafür

  20. @TwiNN „Außerdem, man kann auch einfach ein Foto schießen und es dann zu Hause als Mail ans Ordnungsamt schicken.“ Und wo ist da jetzt der Unterschied zu dieser App?! Also bitte, technisch ist es so möglich, also wer sollte jemanden daran hindern es auch umzusetzen, sorry, aber das ist keine konkrete Kritik, sondern einfach nur blubbern …
    @Timo Die Autofahrer sollen sich freiwillig bei dieser App anmelden, u.a. um auch Informationen über offene Dächer usw. zu erhalten.

  21. Solche Fensterbrettgucker und Aus-Spaß-Anzeiger verhindern, dass Bedrohten bei einer Schlägerei die Polizei zu Hilfe kommt.

    Da die nämlich damit beschäftigt sind, bei „Ruhestörern“, „Falschparkern“ und Co. anzurufen, kommt die Polizei bei einer Schlägerei oftmals langsamer als die zeitgleich bestellte Pizza.

    Hatte mich mal mit einem Polizeibeamten unterhalten. Der würde Menschen wirklich gerne helfen, kann aber leider auch nicht zaubern und muss bei solchen idiotischen Sachen unter Umständen von irgendeinem Idioten außerhalb der Stadt zu den Schlägern in der Innenstadt fahren, was ihn regelmäßig Nervenstränge kostet.

    Er schlug als Lösung den Dialog mit dem Nachbarn vor. Anstatt also gleich die App rauszuholen und sich zu freuen, wenn derjenige abgeschleppt wird, reicht vielleicht auch ein netter, aber bestimmter Hinweis.

    Solche Leute gehören selbst verhaftet. Denunziantentum != Zivilcourage.

  22. Schaut mal beim Discounter oder Läden wie real wer auf den Behindertenparkplätzen steht: aufgemotzte Kisten, 3er BMW, Benz etc. die meist 9 von 10 Plätzen belegen. Keiner hat hier einen Behindertenparkausweis hinter der Scheibe. Letzt‘ ist der Beifahrer eines Autofahrers (der Fahrer ist Rollstuhlfahrer) in den Markt gekommen und hat sich beschwert, dass alle Plätze durch Falschparker vollstehen würde, als Antwort kam dann, man könne da nix machen, er möge warten. Warum kann man da nix machen? Ist zwar Hausrecht, aber wer den Abschlepper auf einem Privatgrundstück bestellt, legt erstmal vor und kann sich das Geld dann von so einem falschparkenden Idioten wiederholen (oder es zumindest versuchen).

    So eine App ist ein zweischeidiges Schwert, man muss ja auch nicht alles auf die Waagschale werfen, aber wer keinen Respekt vor seinen Mitmenschen hat, dem gehört in den Hintern getreten (und zwar so oft bis es weh tut).

  23. Es wird niemand gezwungen, auf Gehwegen, Radwegen, Behindertenparkplätzen oder in Grünanlagen (in letzter Zeit immer beliebter) zu parken. Wer dafür ein Knöllchen kassiert, ist nicht nur selber schuld, sondern hat es auch verdient. So eine App ist einfach Notwehr.

  24. So was kann’s mal wieder nur in Deutschland geben – die Denunzianten-App für die mal-schnell-zwischendurch-Rache der Kleinschniedler, die in ihrem Leben selber nichts hingekriegt haben. *würg*
    Ist ja eine Spezialität der Deutschen, sich selber als Hilfssheriff aufzuspielen und anderen die Gesetze zu erklären, an die sie sich selbst nicht halten. Genau die Typen, die vor 70 Jahren der Gestapo gemeldet haben „mein Nachbar versteckt einen Juden auf dem Dachboden“ und die bis vor 25 Jahren im Osten aufgepasst haben, ob der Nachbar Westfernsehen guckt, können jetzt mal eben im Vorbeigehen anonym ihren Frust ablassen und sich stark fühlen……

    Das sind die gleichen Typen, die mit Nachbarschaftsstreitereien über Gartenzwerge und Herbstlaub die Gerichte blockieren.
    Wie wärs denn mit einfach einem Zettel hinter den Schweibenwischer „Sie haben erfolgreich verhindert, dass dieses Haus im Falle eines Brandes von der Feuerwehr erreicht werden könnte“ oder „Sie haben gerade einem Rollstuhlfahrer den Parkplatz weggenommen – hoffentlich kommen Sie nie in dieselbe Notlage…“

    Würde vielleicht mehr bringen als „bei den Großen zu petzen“….

  25. @blub: Eben. Es gibt keinen, außer dass es bequemer wird, ergo die Hemmschwelle für solche Aktionen sinkt. Wenn du dich ganz doll anstrengst, wirst du vielleicht die konkrete Kritik in meinen Kommentaren finden. Ansonsten wünsch ich dir ein schönes Wochenende.

  26. Anscheinend haben hier einige ein schlechtes Gewissen und machen deshalb diese App nieder.

    Wie wäre es für euch mit einem Projekt Crowd-Blitzerwarn-App oder Crowd-Politessenwarn-App, Crowd-Alkoholkontrollen-App. Dieses würdet ihr sicherlich fördern. 😀

  27. Marten Schulz says:

    Ich stimme Andy voll zu: Für viele Autofahrer ist das Falschparkten noch nicht mal ein Kavaliersdelikt. Sie nehmen sich einfach mals o das Recht bzw. den Raum, der Anderen (je nach Situation Behinderte, Fußgänger, Radfahrer, etc.) zusteht. Regeln? Das sind doch die Dinger, die für Andre gelten. Wenn dieses dann Verantwortung und Konsequenz für deren ignorantes Handeln in Form eines Knöllchen oder so tragen sollen, wird laut geschimpft und gejammert. Mein Mitleid hält sich aber wirklch in Grenzen.

    Mein Vater war durch eine Oberschenkelamputation schwerbehindert und auf die wenigen entsprechenden Parkplätze wirklich angewiesen. Daher kann ich die Not der Behinderten sehr gut und die Ignoranz der Falschparker mal überhaupt nicht verstehen. Ich wünsche jedem dieser Ingnoranten, selber mal für vielleicht vier Wochen auf so einen Parkplatz angewisen zu sein. Vielleicht tut sich dadurch was in deren Hirn …

    Wo ich selber immer wieder von betroffen bin, sind zugeparkte Radwege. Es ist ja auch zu praktisch, diesen hübschen Streifen für seine, natürlich viel wichtigeren Zwecke, zu verwenden. Meine Erfahrung: Wenn sich die Situation ergab, dass ich einen Fahrer darauf ansprechen konnte, begegneten mir diese mit Hohn, Ignoranz und Agression bis hin zur Androhung von Schlägen. Also habe ich mir angewöhnt, nicht mehr mit diesen Autofahrern zu diskutieren. Anstelle dessen mache ich ein Foto samt GPS-Daten mit dem Handy, dass dann mit einem Zweizeiler an die zuständige Ordnungsbehörde geht. Sollen die doch dem Typen erklären, wozu dieser komsche Streifen eigentlich gedacht ist ist. Für die Menschen, die meinen, es gehe dabei nur um Denunziantentum: Ich mache dies nur, wenn ich selber als Radfahrer genötigt werde, auszuweichen. Auch als Autofahrer kotzt mich dieses Verhalten an, ich halte dafür aber nicht extra an.

    Dafür habe ich, nachdem ich als Autofahrer letztens abgedrängt wurde bei meinem eh immer in der Wundschutzscheibenhalterung steckenden Handy „aufgerüstet“:
    https://play.google.com/store/apps/details?id=rubberbigpepper.VideoRegPro
    Und hoffe, dass ich nie in die Situation komme, eines der damti aufgezeichten Videos als Beweis zu benötigen.

  28. Sogar die Geldbettelseite ist noch beta. Schöne Zeichensatzprobleme:

    Für clevere Städte, die Strassensheriff-App, die hilft!
    Heinrich Strößenreuther

  29. In Finnland richtet sich die Strafe für Verkehrsvergehen nach dem Einkommen (es gibt ein Mindeststrafmaß). Wie wäre es denn mit einer Petition, dass die Strafen für die hier diskutierten Verkehrsvergehen auf ein schmerzhaftes Maß angehoben werden. Vielleicht so etwas wie 5-10% vom Monatslohn oder so. Meinetwegen auch gestaffelt, damit es für Wiederholungstäter noch teurer wird. Das wäre meiner Meinung nach viel effektiver als so eine App. Ich denke nämlich, dass die Strafen evtl. zu niedrig sind. Einige zahlen das halt aus der Portokasse und es schert sie deswegen nicht. Das wäre in vielerlei Hinsicht ein faireres Bußgeldsystem.

    @Prominenz: Man kann auch Kritik üben, ohne persönlich betroffen zu sein. Ich wohne in der Großstadt und habe / brauche kein Auto.

  30. Unter geheuchelten Idealen Leute zu denunzieren liegt uns eben im Blut…

  31. Ach wie toll. Da könnten die Ordnungsämter und die Polizei gleich richtig mit einsteigen und ein Provionenmodell einführen. Für jeden angeschissenen Autofahrer gibt es 5 Euro.

    Und da wir ja in Zeiten sozialer Netzwerke leben, könnte man die App gleich mit einer Gesichtserkennung ausstatten. Dann kann man die Radfahrer und Füßgänger, die bei Rot über die Ampel machen, auch gleich anscheißen. Personendaten aus den Sozialen Netzwerken und der Melderegister abgeglichen, fertig. In Großstädten erwischt man so schnell mal „7 auf einen Streich“. Macht 35 Euro mit einem GPS-Foto. 🙂

    PS: Ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass die Radfahrer in den letzten Jahren immer Rücksichtsloser geworden sind und sich als Kings der Straße fühlen? Immer öfter werden Füßgänger umgefahren oder Autos die Vorfahrt genommen. Hier sollte man viel ehr mal was unternehmen. Nummerschildpflicht mit Haftpflicht, so wie es bei Motorroller pflicht ist, wäre mal ein Anfang.

  32. Marten Schulz says:

    Tom, Ingnoranten gibt es überall, keine Frage. Aber nur, weil es diese auch z.B. unter den Radfahrern gibt, rechtfertigt dies doch wohl nicht die Ignoranz von Autofahrern (unter denen es im Umkehrschluss schließlich ebenfalls viele rücksichtsvolle gibt).

  33. Was soll es mit geheuchelten Idealen zu tun haben, wenn ich als Radfahrer gerne die Radspur benutzen will, ohne Slalom um parkende Autos fahren zu müssen? Oder als Kinderwagenschieber nicht auf die Straße ausweichen will, weil jemand sein Auto dick und fett auf den Bürgersteig gestellt hat?

    Wie sieht es denn mit den Idealen der Autofahrer aus, wenn ich mit dem Kindewagen mal mitten auf der Straße zum Schwätzchen anhalten würde? Da wäre ganz schnell der Teufel los. Dem Deutschen ist halt sein Auto teuer und heilig und da darf nichts dagegen gesagt werden.

    Ich mache mir immer wieder den Spaß und spreche auf dem Supermarktparkplatz mit meiner Tochter aufm Arm die an, die die Eltern Baby Parkplätze nur nutzen, weil die so schön nah am Eingang sind. Nicht weil sie ein Kind dabei hätten. Noch nie, nicht ein einziges Mal, zeigte sich jemand einsichtig.

    BTW, ich rege mich auch als Autofahrer über die Rennradfahrer auf, die nur weil sie Trikot tragen meinen, der Radweg sei nichts für sie. Deppen gibt’s halt in jedem Lager.

    Aber in Punkto Rucksichtslosigkeit sehe ich doch einige Vorteile auf Seiten der Autofahrer.

  34. „Hilfreich und Gut“!
    Wollen wir eine Zivilgesellschaft bleiben, erfordert das von Jedem und Jeder ein stückweit Verantwortungsbewußtsein und Engagement – sprich: Zivilcourage.
    Da führt kein Weg vorbei, es sei denn, man will den Polizeistaat, den Ellenbogen als Mittel der Wahl, die Rücksichtslosigkeit und den Egoismus als Norm…
    Einige Aussagen der Vorredner sprechen Bände über deren Nachdenken über den Umgang miteinander in einer modernen Welt…

  35. @Pseiko

    +1

    Fast so schlimm wie die Gaffer-App von „Bild“.

    Und es springen ja auch gleich einige drauf an, die mit ihrem selbstgebastelten Heiligenschein („ich habe so was noch nie getan“ ) mit dem Finger auf andere zeigen.
    Aber die Traute, mal einfach jemanden der dumm parkt etc. anzusprechen haben die nicht – verstecken sich dann lieber hinter der Ecke bis der andere weg ist und holen dann lieber das Handy mit der Hilfssheriff-App raus um den Mitmenschen anonym anzuscheißen.

    Echt peinlich.

  36. Also, da ich direkt betroffen bin und viele unserer Mitbürger meinen in Wildwest Manier ihr Ding durchziehen zu müssen und meist darauf direkt angesprochen auch noch frech und patzig reagieren finde ich diese möglichkeit sehr gut!!
    Es gibt Parkplätze für Behinderte nicht ohne Grund und es ist respektlos gegenüber Gesellschaftlich eingeschränkte Personen die eh schon Stark benachteiligt sind diese auch noch so weiter zu schädigen weil man z.B. zu faul ist 30meter zu laufen um seine Brötchen zu kaufen. Das erlebe ich fast jeden Tag.
    Zum Thema Telefon, es gibt auch menschen die nicht in der lage sind zu telefonieren…

  37. @Mike: Wie oft trifft man den Straftäter beim Ein/Aus-Parken? Normalerweise eher selten.

    Übrigens wer so rücksichtslos mit der Umwelt agiert, wird sicherlich nicht fähig sein ein zivilisiertes Gespräch zu führen. Entweder zu hochnässig. „Ich habe keine Zeit, sprechen sie mit meinem Anwalt.“ oder zu primitiv „Ehh, willst Schläge?“

  38. LinuxMcBook says:

    Interviewpartner die anonym bleiben wollen. Haben sie sich ja die richtige App für ausgesucht…

    Wenn die App wirklich auf den Markt kommen sollte, was ich nicht hoffe, dann werde ich sie nur dann nutzen, wenn mich der Autofahrer an sich ärgert. Also wegen der Automarke oder weil ich ihn persönlich kenne.
    Schön das Konzept ad absurdum führen…

    Freie Fahrt für freie Bürger!

  39. Super, endlich mal was gegen die ganzen Verkehrsünder, jeden zweiten den ich sehe der/die telefoniert im Auto, geparkt wird auch egal wo. Es halten sich so wenige an die Strassenverkehrsordnung und die Polizei kontrolliert eh nix mehr. Ich lade mir die App und dann gehts los.

  40. Ich habe einmal eine Frau angesprochen, die den Behindertenparkplatz vorm Lidl zum Brötchenholen gegenüber mit nem dicken Mercedes SUV zugeparkt hat:

    Ich: der Behindertenparkplatz gilt eigentlich nur bei körperlicher Behinderung, und nicht bei geistiger..
    Sie: verstörtes Lachen, ist dann schnell weggefahren..

    😉

  41. Die Idee ist übrigens nicht wie oben gelesen mal wieder typisch deutsch, das gibts in Kanada schon länger. Und ja es ist nötig, die Polizei macht doch in den meisten Ländern nichts, weil das Ordnungsamt zuständig ist, und jene sind immer unterbesetzt. Vielleicht gehts ja so endlich mal voran mit freien Fußwegen für freie Bürger ;o

  42. PS: Habe auch mal direkt ’nen 10er dafür gespendet 😀

  43. wenn jemand sowas meldet weil er wirklich behindert wird oder gefährdet dann ist das ok. aber wenn man des aus dem grund macht damit der andere einfach eins auf den dach bekommt oder bestraft wird dann ist das feige und armseelig.

  44. @Grundel
    Falsch parken ist keine „Straftat“.

    Es geht doch nicht darum, dass es in der Tat nicht richtig ist, vor Feuerwehrzufahrten oder unberechtigt auf Behindertenparkplätzen zu parken.
    Aber soziales Miteinander und die dafür notwendige Kommunikation durch so eine Stasi2.0-App zu ersetzen kann ja nun wirklich nicht der richtige Weg sein.
    Wir brauchen nicht noch mehr Knöllchen-Horst-Blockwarte, die Gerichte, Behörden und Polizei blockieren.
    Wenn ich alleine hier schon sehe, wieviele „Rächer der Enterbten“ geifernd aus ihren Löchern kriechen, stellen sich mir die Nackenhaare hoch.

    Ich parke nicht auf Behindertenplätzen, aber der erste, der mit seinem Smartphone um mein Auto läuft, weil ich vor dem Bäcker mit einem Vorderrad die Linie der Bushaltestelle berühre oder weil meine Parkscheibe seit 3 Minuten überfällig ist, kann sich danach sein Handy zwischen den Mandeln rausoperieren lassen……

  45. Interessanter Ansatz denjenigen über seinen Fehler aufmerksam zu machen, aber direkt als Anzeige? Ach was freue ich mich da schon auf die Sorte von Rentner, die in ihrem Leben nichts anderes anfangen zu weiß, als den Dorfsheriff zu spielen…

  46. Es sollte eine App geben, mit der man Autofahrer per SMS anmorsen/informieren kann.

    Sie müsste zur Rückmeldung führen, ob:
    1. Kennzeichen erfasst ist
    2. Benachrichtigung angekommen ist
    3. Benachrichtigung gelesen wurde
    4. Teilnehmer soundsooft früher auf Benachrichtigungen reagiert hat – eine anonyme Reaktion des Fahrers muss also möglich sein.

    Basis eine Datenbank, in die Autofahrer anonym zu ihrem Kennzeichen ihre HandyNr + Mailadresse eingeben können.

    Eine Suche nach diesen Daten über das Kennzeichen müsste ausgeschlossen sein (ist das möglich? vermutlich ja).

    Bei wirklichen Störungen und bei Hartleibigkeit des Fahrers, der aber anonym bleiben muss, kann man mit eigener Namensnennung das Ordnungsamt informieren.

  47. Das wird vielen gefallen! Gerade im Zivildienst habe ich festgestellt, dass je unbedeutender der eigene Arbeitsplatz war desto eher musste man andere an der Arbeit und auch privat anschwärzen (besonders in Sachen Auto).

    Dafür gibt es schon allseits beliebte Politessen – nicht, dass deren Arbeitsplätze bedroht sind!

    Absoluter Schwachsinn meiner Meinung nach, passt in eine Kategorie mit der „Bild-Gaffer-App“.

  48. Die größte Schand im Land ist der Denunziant.

  49. Mal das ganze drumherum weg gelassen, ist es ja nunmal so, dass man sein Auto öfter falsch abstellt, wenn man sieht, dass es ohne Konsequenzen bleibt.
    Sehen neue Verkehrsteilnehmer, dass alle falsch parken, (weil diese ja keine negativen Erfahrungen gemacht haben,) werden sich diese auch anpassen.
    Was die Vergleiche der „Denunzianten“ mit bestimmten Epochen der Geschichte angeht, so könnte man auch noch einwerfen, dass es auch schon Zeiten gab, in denen sich der Großteil der Bevölkerung nicht gegen Unrecht gewehrt hat.
    Am Ende kann man alles in den Dreck ziehen, sowohl Denunzianten als auch Weggucker/Mitläufer 😉

  50. Da wird sich der „Knöllchen Horst“ aus dem Harz ja freuen 😉 Wird ihm enorm die Arbeit erleichtern . . .

  51. Diese App ist der Hammer. Mal sehen, wann sie mich das erste mal beim zweite Reihe parken anscheissen, wenn ich dem Nachbarn seinen 60 kg Schrank in den dritten Stock zustelle……. Eine App die die Welt nicht braucht.

  52. Boah, das Video löst bei mir den Würgreflex aus.
    Das hat was von einem FDP, DVU oder AVD Wahlwerbespot.
    Das ist alles so ekelig.

  53. Gute Idee,

    wer falsch parkt gehört angezeigt, er behindert jeden, nicht nur Rollifahrer auch Mütter mit Kindern, Radfahrer usw. eben alle und solche Leute gehören raus aus dem Auto und sollten besser zu Fuß gehen, den Bus, das Fahrrad oder die Bahn nehmen.

    Gruß

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