Steuerbetrugsuntersuchung: Google muss knapp eine Milliarde Euro an französische Behörden zahlen

Um eine Untersuchung bezüglich vermutlichem Steuerbetrug beizulegen, hat Google sich bereit erklärt, den französischen Behörden einen Betrag von knapp einer Milliarde Euro zu zahlen. In der Untersuchung wollen die französischen Behörden ermitteln, ob Google eventuell nicht alle seiner geschäftlichen Vorgänge an Irland deklariert hat und sich somit diverse steuerliche Vorteile verschafft hat.

In Irland befindet sich der europäische Hauptsitz des Unternehmens. Zur Beilegung der Untersuchungen sei ein Vergleich angestrebt, der eine Geldstrafe von 500 Millionen Euro und zusätzliche Steuern von 465 Millionen Euro umfassen würde. Wie Reuters erklärt, zahle Google in den meisten EU-Ländern eh schon nur noch einen minimalen Satz Steuern, da das Unternehmen sich an einer Lücke im internationalen Steuerrecht bereichern würde. Voraussetzung hierfür sei, dass sämtliche getätigten Geschäfte in Dublin abgeschlossen werden müssen.

Ohne die Namen zu nennen, habe der französische Haushaltsminister Gerald Darmanin erklärt, dass dieser Fall einen rechtlichen Präzendenzfall schaffen könne und bereits jetzt Gespräche mit einigen anderen großen und kleinen Unternehmen geführt würden.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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2 Kommentare

  1. „erklärt, dass dieser Fall einen rechtlichen Präzendenzfall schaffen könne und bereits jetzt Gespräche mit einigen anderen großen und kleinen Unternehmen geführt würden.“

    Schade, dass solche Formulierungen so viele verschiedene und völlig gegensätzliche Interpretationsmöglichkeiten offen lassen.

    Ist es Poker, ist es Erkenntnis, dass der Spatz in der Hand besser ist als die Taube auf dem Dach, …

    Und die Bereitschaft Googles wird sicher auch damit zu tun haben, dass der imageschaden mittlerweile sehr groß wird und man eine Radikalisierung der Bevölkerung fürchtet …

  2. Google hat wohl kurz nachgerechnet und sich gedacht, dass man diese Ausgaben sicherlich als Abschreibung steuerlich geltend machen kann. Gut, da 500 Mio. € ehe Steuernachzahlungen sein sollen, wäre das dafür vielleicht nicht der Fall.
    Schätze, langfristig kommt Google das günstiger, als zu riskieren, dass man in Irland noch mehr Druck für eine Steuerreform von den anderen EU Mitgliedern bekommt.
    Und die EU Staaten, die das nun von Frankreich statuierte Exempel aufgreifen wollen, sprechen voll auf Googles Taktik an.

    Scheiße, was Geld alles ruinieren kann. Wie viel bleibt von der Mrd. in Frankreich wohl übrig, damit es sinnvoll irgendwo eingesetzt werden kann? Was sind in Deutschland schon 1 Mrd. €? Wir haben den BER. Tja, schade um die zukünftigen langfristigen Steuereinnahmen.

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