Starbucks filtert nicht nur Kaffee: Schwulen-Magazine lassen sich nicht über WLAN-Zugang abrufen

Eine interessante Meldung macht gerade die Runde. Der hippe Kaffeeröster Starbucks hat diverse Internet-Magazine gesperrt, die sich mit der Schwulen-Szene beschäftigen. Nun wird versucht, Starbucks Homophobie anzudichten, schließlich zeigen die betroffenen Seiten kein pornographisches Material. Dass es sich schlichtweg um einen Filter-Fehler handeln könnte, zieht „Siegessäule“-Chefredakteur Jan Noll (eine der betroffenen Seiten), nicht in Erwägung. Aber anscheinend ist Starbucks lesbischen Magazinen gegenüber weniger homophob eingestellt, so mutmaßt Noll nämlich: „Offenbar werden lesbische Inhalte als weniger bedrohlich angesehen.“

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Richtig ist, dass in Starbucks-Filialen (genauso wie bei anderen großen Ketten mit WLAN-Zugang) eine Filter-Software eingesetzt wird. So sollen Kinder vor nicht geeigneten Inhalten geschützt werden, wenn sie die Internetverbindung von Starbucks nutzen. Dass es bei solchen Filtern auch immer wieder Fehler gibt, kann nicht ausgeschlossen werden. Das erklärt vielleicht auch, warum es tatsächlich mehrere zugängliche Seiten mit „schwulen“ Inhalten gibt, während ein paar wenige eben nicht aufgerufen werden können.

Eine Starbucks-Sprecherin erklärt dies ebenso. In solchen Fällen können sich Kunden auch an Starbucks wenden. Es werde dann überprüft, ob eine entsprechende Seite daraufhin freigegeben wird oder nicht. Hätte Noll vielleicht auch einmal probieren sollen, anstatt direkt die Homophobie-Keule zu schwingen und von Zensur zu reden.

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*Mitglied der Redaktion 2013 bis 2019* Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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37 Kommentare

  1. Dieser Post enthät schon 12 mal das Wort „schwul“, sorry 13 – stadt-bremerhaven.de ist bestimmt die nächste Seite die auf den Starbucks-Index landet;-)

  2. Yessas – entfernt Starbucks jetzt als nächstes auch die Glory-Holes? :-))

  3. Peter Berner says:

    Dieser Meinungsfaschismus der Minderheiten ist höchst unangenehm. Mit der Vermutung wird auch schon direkt das Urteil gesprochen!
    Davon abgesehen: Kann man nicht mal 10 Minuten einen Kaffee trinken, ohne fortwährend davon zu träumen irgendwo eine Fleischpraline stecken zu haben?
    Reicht dann nicht eventuell für kurze Zeit auch der FOCUS oder SpON aus zur Newsbeschaffung und zur Zerstreuung?

  4. Ach Gott wie schlimm, die Minderheit wurde wieder benachteiligt:)

  5. Geile Titel! 🙂

  6. qwertzman says:

    @Peter Berner
    Meinungsfaschismus? Dein Meinungsfaschismus ist höchst unangenehm.
    Mit der Vermutung wird auch schon direkt das Urteil gesprochen!: Meinungsfaschismus.

  7. Starbucks Kaffee schmeckt. Und wer was anderes behauptet, ist schwul.

  8. @AliColofne

    Die könnten natürlich auch einfach die selbe Filter Software nutzen… zu einfach?

  9. Starbucks macht die Kategorisierung ihrer Webfilter/Proxies sicher nicht selber, normalerweise kauft man sowas als Service (z.B. Bluecoat, Websense). Im Webfilter wählt man dann nur noch die Kategorien aus, die man gefiltert haben möchte. Das unter den mehreren Millionen kategorisierter Webseiten beim Dienstleister auch Fehleinträge dabei sind ist nicht auszuschließen, das kommt sogar recht häufig vor. Vermutlich ist die ganze Aufregung auf so einen Fehler zurückzuführen. Wenn man bei Bluecoat die Kategorie „schwul/lesbisch“ gesperrt hätte, wären nahezu alle Webseiten mit entsprechendem Themengebiet gesperrt, nicht nur einige.

  10. Namenlos, weil Cookies gelöscht... says:

    Vergesst bitte nicht, das man sofort schwul wird, wenn man ne Starbucks Latte bestellt…
    Allerdings nur, wenn man ne schicke Frisur trägt.

  11. Wenn ich solche Kommentare, wie die von Peter Berner lese, kommt mir mein Bürokaffee von heute Morgen wieder kalt hoch.

    Wie bereits qwertzman erwähnt, der (Meinungs)Faschist ist Peter Berner.
    Erst wenn es keinen Grund mehr gibt, über Homophobie zu reden, hat es die Gesellschaft geschafft, zumindest in diesem Bereich Toleranz zu zeigen.

    Aber sind wir mal ehrlich, jede Epoche hat ihre Gruppen, die bestimmten Repressionen der Gesellschaft unterliegen. Früher waren es die Juden, Türken, Ausländer heute sind es die Migranten (ja, sind auch Ausländer ;)) und Homosexuellen – nein, die Schwulen, weil einen geilen Lesbenporno wird sich der Herr Berner sicher gerne mit einer Latte (Macchiato) im nächsten Starbucks reinziehen, denn die Seiten sollen wohl funktionieren.

  12. Ach diese Filterung… bringt doch eh nichts. Wenn die Internetverbindung verschlüsselt ist, kann man auch nichts filtern 😉

  13. Was heißt hier filtern ist Mist. Sehe ich nicht so. Ein Anbieter darf entscheiden, was er durchlässt. Wem das nicht passt, der muss ja dort nicht ins Netz oder sich entscheiden, dort nichts zu kaufen. Wir haben zahlreiche Einschränkungen der persönlichen Freiheit zum Schütz verschiedener Menschen. Da meckert doch auch keiner. Im Zug gibt es sogar handyfreie Zonen.

  14. Das ist inkonsequent: Latte zu Preisen anbieten, die sich nur DINKs (Double Income-no kids; http://en.wikipedia.org/wiki/DINKY ) leisten können, aber dann Schwulen-Magazine blocken.. tzt 😀

    @MB: Wie oben schon angemerkt: Eine „kostenlose“ Diskriminierung (z.B. Kostenlos Propaganda-Hefttchen) und bei Dingen wo man sogar noch Geld bekommt (Arbeit) ist trotzdem Diskriminierung. Die Logik, dass die Betroffenen das zu ignorieren haben, den Arbeitgeber oder das Land verlassen zu haben, ..zwingt sie ja niemand.. ist bei näherer Betrachtung nicht soo optimal, oder?

  15. @Florian K: Der Netzbetreiber kann ein Whitelisting für verschlüsselte Filterkategorien einrichten. Dann kannst Du nur noch die Webseiten mit Verschlüsselung benutzen, die explizit freigegeben sind. Alles andere wird geblockt. Kein großer Aufwand und das ist „relativ“ schwer zu umgehen.

  16. Richtig so am besten sollten diese ganzen schwuchtel seiten verboten werden

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