Spotify: kostenloses Streaming-Angebot soll 2016 stark eingeschränkt werden

Spotify, der bislang größte Musikstreaming-Anbieter, steht vor Vertragsverhandlungen mit den großen Labels. Nach dem Start von Apple Music schaut man ganz genau hin, was Spotify anbieten wird, das Unternehmen betont schon immer, dass sich Streaming vor allem auch für die Künstler lohnen müsse. Diese sehen das teilweise aber anders, verweigern medienwirksam die Bereitstellung ihrer Musik bei Spotify. Bisher bietet Spotify noch ein für den Nutzer kostenloses Modell seines Dienstes an, das soll sich allerdings nach Insider-Informationen ändern.

Spotify_Nutzer

Spotify verkündete im Juni 75 Millionen Nutzer, von denen 20 Millionen das Premium-Angebot bezahlen. Mit einer Änderung des kostenlosen Modells sollen die bisher zahlungsunwilligen Streamer eher auf das Premium-Angebot zugreifen. Das kostenlose Modell soll demnach stark eingeschränkt werden, nicht mehr alle Titel stehen dann zur Verfügung. Lediglich die Premium-Nutzer haben weiterhin Zugriff auf den gesamten Musikkatalog.

Ein weiterer Grund für diese Änderung sollen die großen Künstler sein, die auf diese Weise einen größeren Anteil der Einnahmen für sich beanspruchen können. Spotify zahlt bisher zwar auch für Streams, die durch Nutzer des kostenlosen Angebotes entstehen, die Finanzierung durch Werbung scheint aber nicht ganz aufzugehen.

Wie das neue Modell genau aussehen wird, ist nicht bekannt. Es sind mehrere Varianten möglich. So könnten Nutzer des kostenlosen Angebots beispielsweise nur zwei Titel eines neuen Albums hören oder eine zeitliche Begrenzung zur Nutzung angeboten bekommen. Spotify hat hier auch noch ein bisschen Zeit, das passende Modell zu finden, die Umstrukturierung soll erst Anfang 2016 über die Bühne gehen. Bei den Verhandlungen mit der Musikindustrie wird ein begrenzter kostenloser Zugang sicher mehr begrüßt als die jetzige Variante.

Bis 1. Oktober werden die neuen Verträge gemacht sein, bis dahin laufen die aktuellen mit Sony Music Entertainment, Warner Music Group und Universal Music Group noch.

(Quelle: Digital Music News)

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Sascha Ostermaier

*Mitglied der Redaktion 2013 bis 2019* Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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37 Kommentare

  1. @Juke: Träum weiter. Und der Ex-Generalbundesanwalt Range konnte auch „keine Beweise“ für eine Spionage der NSA in Deutschland finden.

  2. @ Steve

    Ja, ich träume mal von Verschwörungstheorien 😉
    Aber mal ernsthaft, wenn jeder denn den Dienst nutzt im Monat seine 10 € abdrücken würde, wäre der von mir sehr geschätzte Dienst nicht in Probleme. Nur die, die Apple dafür verantwortlich machen, sollten mal lieber zahlen und nicht die eigene Schuld einem konkurrierenden Konzern zuschreiben. Spotify hat ja leider schon seit Jahren Probleme

  3. Das überrascht mich nicht so sehr. Ich denke mal, dass Spotify viele der zahlenden Kunden in den nächsten Monaten an Apple verlieren wird (auch mich) und dass diese bisher jene, die „kostenlos“ hören zum Teil mitgetragen haben.
    Jetzt ist es natürlich einfach für Spotify, das auf die Musikindustrie oder Apple zu schieben und das wird auch dankbar von denen, die bisher nicht zahlen angenommen, weil Apple und die „Musikmafia“ sowieso „böse“ sind. Aber wer weiß…

    Spotify ist mir als schwedisches Unternehmen sehr sympathisch, aber das allein reicht eben nicht. Sie waren in den letzten Jahren mit Neuerungen und Verbesserungen einfach zu langsam. Und ich bin mir sicher, dass Apple in spätestens 6 Monaten einen Dienst anbieten wird, der auf allen ebenen sehr gut ist – (leider) einfach, weil sie das Geld und die Manpower haben, das umzusetzen. Spotify nicht…

  4. michael_cgn says:

    Wer Mainstream Musik hören möchte, der wird halt für die „Stars“ und vor allem für die Verwertungsfirmen zugunsten der großen Multis wie Apple und Google zahlen müssen.

    Für mich ist es uninteressant, da ich kaum „Hit-Paraden“ Musik und auch kaum Klassiker höre. Dagegen viel Indie und Alternative Musik oder auch Sets elektronischer Musik – und die werden so oder so nichts von den Bezahldiensten haben, da sie nicht gehypt werden.

    Wie die Masse der Musiker gerecht belohnt werden kann, das wird sicher nicht durch die Bezahldienste der großen Multis gelöst werden.

  5. Dass Apple seinen Teil dazu beigetragen hat, dürfte wohl außer Frage stehen. Reichlich naiv anzunehmen, dass der Zeitpunkt rein zufällig ist. Die Musikindustrie wird eher von wenig zu gar nichts kommen als von wenig zu 10 Euro pro Monat.

  6. Apple, mission accomplished!

  7. @michael_cgn,

    naaaajaaa, ich kenne einige sehr, sehr kleine Bands mit nur ein paar tausend Fans, die bei Spotify sind. Die haben dann zumeist so loyale Fans, dass diese sich das Album dann kaufen obwohl es bei Spotify verfügbar ist oder sie machen das Album eben erst nach ein paar Monaten dort verfügbar.

    Aber es mag sein, dass das auf viele nicht zutrifft.

  8. 10 Euro pro Monat empfand ich übrigens nie als wirklich teuer. Ein Musikliebhaber hat das beim Kauf von einem Album pro Monat schon wieder drin. Nun bin ich aber kein Liebhaber, sondern höre sehr selten Musik. Dafür halte ich 10 Euro dann wiederum für zu viel. Da täte eine differenziertere Preispolitik ganz gut. 200 Songs pro Monat oder irgendeine Form der Limitierung fände ich okay. Ich will nicht die ganze Kuh kaufen müssen, wenn ich nur die Milch will.

  9. @Steve: im Gegensatz zu dir ist die EU-Kommission anscheinend schon zu weiteren Erkenntnissen gekomme, da waren dann wohl doch keine Anhaltspunkte für ein weiteres Verfahren… Du musst sie wohl von der Liste der Verbündeten in deinem unermüdlichen Kampf gegen das ultimative „Böse“ Apple vorerst streichen

  10. Wenn man mal drauf achtet, welche Werbung das bei dem Gratisangebot sind, wundere ich mich nicht – 90% sind da Eigenwerbung und der Rest für irgendwelche Playlisten. Alle paar Tagen noch einer von Teufel oder Sonos und das isses eigentlich.

  11. Hast recht: Wenn achso viele dann doch das Free Angebot nutzen, wieso wird da nich in Werbung investiert ähnlich wie bei Google?!?

  12. 10 € sind mir auch weiterhin zuviel wenn ich überlege das mir davon nichts gehört und ich nur Musik hören darf. Anders sehe für mich die Situation aus wenn in dieses 10 € auch zwei bis drei Lieder pro Monat kostenlos enthalten wären die mir dann gehören würden, quasi gekauft haben. So aber bleibe ich bei meinem Verhalten das so in etwa zwei bis drei gekaufte Lieder pro Monat liegt, macht im Durchschnitt etwa 5 € aus, also wesentlich günstiger als ein 10 € Monats Abo.

  13. Spotify ist nicht kostenlos!
    Alle paar Songs, bekomme ich Werbrbung untergejubelt.
    Diese Werbung lässt sich Spotify gut bezahlen.
    Also nix mit kostenlos, nur bezahlt meine Zeche ein Anderer.

  14. plantoschka says:

    Was man so hört sind die Labels auf Apple zugegangen und haben die doch dringend gebeten endlich ein Streaming-Dienst auf die Beine zustellen, da Spotify und co. einfach nicht das erwünscht Modell ist. Zumindest so gehört in einigen Podcast Episoden von Gruber, der ja oft sehr gut Experten zu Gast hat.

    Die Labels sind schuld. Nicht Apple. Deshalb wurde das Verfahren gegen Apple in dem Punkt ja bereits eingestellt.

    Steve ist doch der übelste Apple-Hater. Fakten verdrehen und Mist labern nur um Apple schlecht zu reden. Gib dir wenigsten mehr Mühe.

  15. Behaviorist says:

    Ich habe bis vor einigen Jahren noch einen Server betrieben, der ausschließlich dazu diente Musik bereit zu stellen. Ja, das meiste hatte ich gesaugt, jedoch habe ich über das Jahr verteilt auch mindestens 30 bis 50 CD`s käuflich erworben. Ich muss den Aufwand zum Betrieben eines Servers, des taggens von Musik und die damit verbundenen Kosten nicht erläutern. Dann kam Spotify! Mich hat es sofort begeistert: Kein Saugen, kein taggen, keine Serverpflege, keine Stromkosten durch den Server und vor allen Dingen viel Zeitersparnis – Musikfreund was willst du mehr. Auch das quantitative Angebot hat mich sehr überzeugt. Was also liegt da näher als Spotify zu testen, die Musik lokal zu löschen, die auf Spotify verfügbar ist und sich letztendlich komplett von einem eigenen Musikserver zu verabschieden. Für mich bot die Spotify-Variante nur Vorteile. Die 10,00 € sind nun wirklich mehr als fair, ich würde auch das doppelte zahlen, weil auch dieser Preis meine gewonnene Zeit und den Wert der neu angeschafften CD`s nicht gleich käme. Wer bei solch einem Angebot weiter Musik saugt und taggt, hat entweder zu viel Zeit oder keine Freunde.

  16. Ich finde 10 Euro im Monat völlig ok, das sind schlappe 33 Cent am Tag. Oder ein Schluck Milch.

    Das Spotify das kostenlose Angebot abschaffen will, finde ich überfällig. Die Werbeeinnahmen sind ja lächerlich. Wer das nicht zahlen will, ok dann halt nicht.

    Aber es wäre schön wenn es unterschiedliche Angebote gäbe. Start ab 6 Euro und dann halt MP3-128. 12 Euro und MP3-320. 18 Euro und es gibt LOSSLESS. Oder 8/16/24 Euro, wäre auch ok.

    Das wäre fair. Wer 1A Qualität für seine Hifianlage haben will zahlt auch gerne 18 Euro im Monat. Vor ein paar Jahren hätte man dafür eine einzige CD kaufen können.

    Und wer eh nur unterwegs hört mit einem 8 Euro Kopfhörer, der zahlt halt 6 Euro im Monat. Das kann jeder.

    Und wer alles immer umsonst haben will, ok der zahlt halt nicht. Diese – ich will alles umsonst haben / Geiz ist geil -Mentalität ist eh zum Kotzen.

  17. Ich kann auch nur sagen, dass ich 10€ / Monat absolut in Ordnung finde. Ich arbeite selber in der IT-Branche und Software entwickeln sowie Server anmieten ist nun mal nicht umsonst. Verstehe diese „Alles muss umsonst sein“-Mentalität auch nicht.

    Ich muss gestehen, dass die 10 Euro für Spotify und die 10 Euro für Netflix zu meinen sinnvollsten Ausgaben im Monat gehören. Musik und Serien im Flatrate-Angebot ist perfekt.

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