Sonys Kopfkino HMZ-T1: Helm auf und ab dafür

Ich hatte euch bereits schon zur IFA auf Sonys cooles Science Fiction-Gadget hingewiesen, den 3D-Helm, der auf den Namen HMZ-T1 hört – alternativ gerne auch Kopfkino (oder auch Personal 3D Viewer). Ich war auf der IFA schon geflasht – nicht aufgrund der täglichen Nutzungsmöglichkeiten, sondern „einfach so“. Ich saß mich da schon fröhliche Zocken. Zwei OLED-Displays, die dir ein kleines Kino in deinen Kopf zaubern – 150 Zoll Diagonale!

Wir befinden uns im Jahr 2011 – Science Fiction-mäßige Handschuhe und Brillen kennt mittlerweile jeder – die Dinger, die auf den Markt kamen floppten. Ich konnte mir einen der Sony-Helme aus Asien besorgen, ein Vorserienmodell – nachdem ich einen Spannungswandler hatte, konnte ich endlich testen. Wie wird der HMZ-T1 überhaupt angeschlossen? Der Helm wird mittels HDMI an der Box angeschlossen, diese wiederum versorgt euer Kopfkino mit Saft und den entsprechenden Daten für das Display. Kein Hexenwerk.

HDMI rein, HDMI raus – und Saft. Nothing more. Dann kann es auch schon losgehen. Der HMZ-T1 hat unten noch Menüelemente. Hoch, runter, links rechts – und die Lautstärkeregelung. Die Elemente benötigt ihr, um durch das Menü zu navigieren. Ihr könnte Helligkeit und Co noch einmal extra regeln. Des Weiteren findet ihr Spracheinstellungen und sowas eben vor. Alles relativ schlicht gehalten, verirren wird man sich zumindest nicht.

Die Regler  unter den Augen sind für die Anpassung an eure Augen. Gibt ja Leute, die können mit beiden Augen durch’n Schlüsselloch gucken, andere haben eben einen normalen Blick. Wichtig ist: das Kopfkino von Sony muss 1a auf dem Kopf sitzen. Es erfolgt ein Schriftentest, damit ihr das genau einstellen könnt. Sitzt es nicht richtig, dann ist das Bild unscharf.

Tja, wie ist das HMZ-T1 denn auf Dauer? Sound kann ich nicht beurteilen, der war bei meinem Gerät defekt. Das Kopfkino ist auch auf Dauer nicht wirklich schwer oder störend, man merkt halt das Gewicht nach vorne, ist aber auszuhalten. Auch taten mir in ewigen FIFA 2012-Sessions die Augen nicht weh. Ist nur ungewohnt, wenn man den Kopf bewegt, dass sich das Bild halt auch bewegt – beim TV-Gerät wäre das Bild ja unbeweglich.

Der Helm kann 3D, aber „nur“ 720p. Die jeweils 0,7 Zoll mit 1280 x 720 Pixeln ausgestatteten großen Displays bringen wahrhaft großes in euren Kopf, ob es die von Sony vermarkteten „virtuellen 150 Zoll Diagonale“ sind oder nicht sind – kann ich nicht beurteilen – aber es ist schon groß. Brillenträger müssen ihre Brille übrigens auflassen, was bei einigen großen Brillen sicherlich störend sein kann. Mit einer normalen Brille geht das aber.

Meine ehrliche Meinung dazu? Cooles Gadget. Mit 799 Euro nicht gerade unhappig im Preis. Da kann man sich auch schon nen gepflegten 50″-TV für hinstellen. Die Technik überzeugt bildtechnisch, bis du und ich aber den Helm aufhaben, wird es noch einige Zeit dauern befürchte ich. Der Preis ist hoch, das Gerät (noch) nicht kabellos. Aber wie sage ich immer? Irgendwann fängt die Zukunft mit solchen Modellen an und in der Zukunft werden wir immer sagen, dass die Vergangenheit teuer war.

799 Euro – wird ab November / Dezember im Handel sein und vielleicht hat es ja der eine oder andere Technik-Enthusiast oder Gadget-Freak unterm Weihnachtsbaum. Bei mir jedenfalls nicht, ich hab das Vorserienmodell des HMZ-T1 gerade eingepackt, bevor es morgen wieder auf die Reise geht. In Zukunft kann ich mir aber durchaus vorstellen, einen Helm aufzusetzen und via dieses Helmes Spiele zu konsumieren, Filme zu schauen und und und. Natürlich nicht, wenn man Besuch hat – momentan ist man mit dem Helm in seiner eigenen Welt – aber wer weiss, was noch in den nächsten Jahren passiert 🙂

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

17 Kommentare

  1. DevSibwarra says:

    Wie ist die bildqualität? So gut wie man es sich bei OLED displays vorstellt oder eher so lalala?

  2. So wie du dir sie vorstellst.

  3. Das Gerät gefällt mir, vor allem für Filme würde mich das interessieren. Bei OLED Displays kann die Qualität nur gut sein, sofern das Ausgangsmaterial stimmt. Kabellos währe natürlich der Hammer mit Saft aus einem Akku. Würde zwar das Gewicht erhöhen, aber ich glaube das könnte noch verträglich sein.

    Der Preis ist hoch, das ist richtig, aber ich denke dass wird sich regeln wenn es auf den Markt kommt. Beobachte gerade schon Preisverfall bei Geräten die noch garnicht in D erhältlich sind, bei Amazon.

  4. Danke für den Vorabtest, dann weiß ich ja, was ich mir unter den Weihnachtsbaum lege, sobald die zu Weihnachten üblichen verlängerten Rückgabefristen anlaufen. Ist für mich ganz klar Technik, die man im Laden nicht ausreichend studieren kann, um zu entscheiden, ob sie ins Haus darf oder nicht =)

    Eine Frage hätte ich noch: kann man die Kopfhörer abmontieren und gegen eigenes Gerät tauschen?

  5. Mal so ne kurze Frage: Kennt jemand die 80-90 Jahre Virtual realty stände mit Helm und „Handteil“ als Controller ?

    Wie heissen die ?

  6. Wenn das Bild gut ist, hört sich das schonmal gut an, nur schade dass du zum Sound nicht viel sagen konntest.

    Könnte mir ja vorstellen, dass da Sony nichts billiges verbaut hat. Aber wenn man bisher gute Kopfhörer aufhatte, will man nichts schlechteres mehr. Und das macht Angst beim einkaufen…

  7. Ein Bewegungs-/Beschleunigungssensor ist da aber nicht drin oder? Wäre halt für manche PC Spiele fantastisch.

  8. Erinnert mich total an die eyetrack brillen von olympus aus dem Jahr 2004 oder sowas 😉
    http://www.olympusamerica.com/cpg_section/cpg_eyetrek.asp

    die Brillen von Olympus hatte damals nach 2/3h tragen immer total auf der Nase gedrückt. Wie schaut das bei dem Sony teil aus, denn total leicht sieht die ja nicht aus.

  9. So ein Rennhelm wäre cool.

  10. ICh habe bereits Probleme, im Kino §D Effekte mit den Farbbrillen zu sehen, dabei bekomme ich kopfschmerzen, meine Augen tränen fürchterlich, eventuell ist es bei diesem Helm genauso

  11. @patrick: 2D Nutzung geht auch 😉

  12. denke im zug/flugzeug auf reisen wär das der hammer

  13. Ist bei dem Gerät schon sowas wie Headtracking dabei/angedacht? Wäre dann ja das nonplusultra sich in Videospielen wie in der Realität umzuschauen (wobei dann die Kabel natürlich stören, man sich irgendwie den rechner an einen drehbaren stuhl bauen muss, etc. 🙂 ). Vielleicht haben wir ja alle in 10 Jahren nen Raum extra für Videospiele so wie hier http://www.youtube.com/watch?v=nQR49JGySTM

  14. hm.. da schlägt das „Zockerherz“ schon höher..
    Wenn es dann auch mal zu erschwinglichen Preisen zu haben ist, ja dann ist es sicher eine Überlegung wert.

  15. unknown4million says:

    Könnte mir gut vorstellen, dass Sony da bereits schon etwas für die nächste Konsole in Planung hat bzgl. des von Hirok angesprochenen Headtrackings.
    Der Zugzwang zu neuen Ideen und Spielerlebnissen ist ja seit Einführung der Bewegungssteuerung enorm. Es wäre ein logischer und durchaus zu realisierender Schritt nach vorn. Die nächste Generation Konsolen soll ja erst 2013 auf den Markt kommen. Der Preis könnte also deutlich fallen, zumal diese exotischen Nischenprodukte eh meist stark überteuert sind und nicht das widerspiegeln was bei einer Massenproduktion möglich wäre (+ der fast schon üblichen Subventionierungsstrategie bei den Konsolen).
    Würde mich kein bisschen überraschen wenn Sony das Teil mit Bewegungssensoren ausstattet und neben der Konsole für 300-400 Euro verkaufen würde und Spiele herausbringt, die ein Label tragen wie „Headvision kompatibel“.

    Wo ich grad dabei bin – diese Woche letzte Folge Caprica. ;D