Sony kauft Gaikai: kommen Spiele bald auch aus dem Netz direkt auf die Konsole?

Sony. Nicht nur Hersteller von Smartphones, TV-Geräten & Co – sondern auch Erschaffer einer der erfolgreichsten Konsolen, die bislang auf Erden wandelten. Die PlayStation ist trotz ihres biblischen Alters beliebt wie eh und je und dennoch weiss man: es wird bald ein Nachfolger kommen müssen, der nicht nur mehr Dampf unter der Hauben haben muss, sondern auch mit anderen Mehrwerten glänzen muss.

Sony hat nun Gaikai gekauft, den Dienst, den ich hier im Blog bereits vorstellte. Gaikai ist mobiles Cloud-Gaming. Spiele werden gestreamt, sodass diese auch auf Kamerad Schmalspur-Rechnern laufen können. Das Spiel läuft komplett auf einem Gaikai-Computer, alle Prozessor- und Grafikberechnungen werden von deren Server durchgeführt.

Ihr schickt nur eure Tastatur-, Controller-  und Mauseingaben an den Server und erhaltet einen komprimierten Videostream zurück. Deshalb spielt es auch keine Rolle wie stark die Hardware ist, nur streamingfähig muss sie sein. 380 Millionen Dollar latzt Sony für diesen Deal und es darf gespannt sein, was passieren soll: Kann man mit Gaikai die alte PlayStation künstlich länger am Leben erhalten? Oder will Sony noch einmal im Smart TV-Markt Gas geben? Fakt ist: Sony wird einen Clouddienst für Spiele hochziehen.

Pikant: Gaikai hatte im Vorfeld Deals mit Samsung und LG abgeschlossen, die auf ihren Geräten auch gestreamte Spiele anbieten wollen. Bleibt abzuwarten, wie sich das alles entwickelt: bei schlechten Netzausbauten fallen Dinge wie gestreamte Spiele eh erst einmal flach. Dennoch dürften Sony & Co generell Interesse an der Technik haben: ein gestreamtes Spiel ist halt schwerer zu kopieren. (via)

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

8 Kommentare

  1. Christoph B. says:

    Und ich dachte die machen jetzt gemeinsame Sache mit Google…

  2. Hatte Casi nicht gerade darüber gepostet, dass Gaikai über die Native Client Features von Google Chrome direkt in den Browser streamen kann? (http://stadt-bremerhaven.de/gaikai-streamt-direkt-in-chrome-wird-google-chrome-so-zur-spieleplattform-der-zukunft/)

    Mal sehen, was daraus jetzt bei Sony wird. Ich würde mir einen Bravia-TV wünschen, bei dem ich Spiele mieten und spielen kann, ohne eine Konsole anschließen zu müssen. Smart-TV mit Video- und Spieleangebot in einem Gerät würde die Übersicht in meinem Kabelbaum wesentlich verbessern. 🙂

  3. Für 380 Millionen hat man hoffnungsvolle Konkurrenz zerstört und mit den Patenten die da sicherlich dranhängen kan man schön zukünftige Innovationen blockieren.

    Schade

  4. Also verlängern der Lebensdauer der aktuellen Generation kann ich mir nicht vorstellen. Schnelles Internet ist nicht überall verfügbar und selbst wenn, ist die Stabilität oft eingeschränkt. Das macht schon mit Always-On-DRM reichtlich Probleme, geschweige denn wenn dann noch eine echte Datenlast dazu kommt.

    Bei mir etwa ist das Internetangebot der Telekom Austria mit „bis zu 16 Mbit/s“ spezifiziert. Real lassen sich 6 Mbit/s realisieren, ab dann wird die Verbindung instabil.

    Damit sich die Lebensdauer eine Konsole verlängern ließe, müsste aber Verfügbarkeit für (fast) alle Kunden gegeben sein, würde ich meinen.

  5. Also ich seh das ganze ein wenig skeptisch, denn wenn sich die Bandbreite nicht drastisch verbessert, kann auch Sony damit wenig anfangen.
    Der einzige Ort, an dem bei mit Gaikai bis jetzt flüssig funktioniert hat, war in der Hochschule und da lade ich teilweise mit 9MB/s runter, was ich zuhause leider nicht habe.

  6. Kann mir auch gut vorstellen, dass die sich da nur zukünftige Konkurrenz vom Hals schaffen wollen und Patente sichern.
    Oder gibt es irgendeine Quelle, die das „Fakt ist: Sony wird einen Clouddienst für Spiele hochziehen.“ belegt?

  7. Nachdem Google/Nvidia auch Gaikai angepasste Games auf der Google io gestreamt hat, kann man davon ausgehen, das sich Cloudgaming ins strategische Geschäft großer Konzerne reinwächst.

    Wie sich das entwickeln wird kann man leider noch nicht voraussagen, was nicht mal so uninteressant wäre, wenn man zb. gerade dran denkt in seine desktop hardware zu investieren.

    durch sinnvolles Cloudgaming zb bei Spielen wie Gta und Need For Speed Reihe wären die Kosten fürs Zocken niedriger, die Hardwarekosten wären durch die ausgelasteten Server auf mehrere Konsumenten aufteilbar – im gegensatz zu mehreren GPUS für jeden Desktop.

    Die andere Seite der Medalie ist aber, das die Spieleindustrie nicht seit gestern schon mehr als Hollywood umsätzt – die Spiele Industrie könnte auch wie die Hardware Industrie an neuen Vertriebs und Verdienstmöglichkeiten interessiert sein. Murphies Law wäre also das Amazon/Googel/Nvidia/Unity Media CloudGame Abo für €39,80 im Monat.