Sony ackert sich zur E3 2017 durch das Pflichtprogramm

Sony hat gestern auf der E3 2017 seine Pressekonferenz abgehalten. Und so fade ich Microsofts Präsentation, bis auf die Vorstellung der Xbox One X, fand – Sony machte es definitiv nicht besser. Stattdessen lieferten die Japaner siegessicher das Pflichtprogramm ab. Was die Spiele betrifft, hat Sony die Nase dann auch sehr deutlich vorne. Aber große Überraschungen blieben aus und Sony schien der Elan zu fehlen, um die Gamer aus ihren Sitzen zu drücken.

Was wurde denn gezeigt? Sony grub nochmals das bereits einige Male präsentierte „God of War“ aus. Kratos verschlägt es mit seinem Sohn nun in den Norden. Sieht fein aus und zeigt den gealterten Schläger ungewohnt nachdenklich. Erscheinen wird das neue „God of War“ Anfang 2018.

Außerdem gab es für Rennsportfans bei Sony Material aus „GT Sport“, das für die Reihe einen wichtigen Neuanfang markieren soll. Hier sehe ich Microsoft und „Forza Motorsport 7“ zwar vorne, aber Freunde des Racings könnten erfreut sein. Das Spiel soll im Herbst 2017 auf den Markt kommen.

„Days Gone“ haben wir ebenfalls schon auf anderen Messen gesehen und Sony zeigte erneut stark geskriptetes Material aus dem Open-World-Zombie-Abenteuer. Da es im gezeigten Gameplay im Grunde keine spielerische Freiheit gab, kann man daraus bisher wenig ableiten, finde ich.

Auch „Uncharted: The Lost Legacy“, das am 23. August erscheint, kennen wir schon aus Videos. Sieht natürlich klasse aus und  ich freue mich sehr, trotz Abwesenheit von Nathan Drake, auf das Game. Ist aber eben jetzt auch keine Überraschung.

„Detroit: Become Human“ wirkt wie eine Mischung aus „Watch Dogs“ und der Serie „Humans“, wird aber kein Spiel mit offener Welt. Federführend ist David Cage, der sich auch schon für „Heavy Rain“ und „Beyond: Two Souls“ verantwortlich zeigte. Dadurch wisst ihr in welche Richtung die Reise geht: Adventure mit Nähe zu interaktiven Filmen.

Außerdem erhält der PS2-Klassiker „Shadow of the Colossus“ ein Remake. Es wird sich also nicht wie zuletzt bei der PS3-Neuauflage um ein einfaches HD-Remaster handeln, sondern die Technik wird tatsächlich komplett überholt. Das gezeigte Gameplay macht Laune.

Worauf ich mich am meisten freute: Sony zeigte zudem neues Gameplay-Material von „Spider-Man“. Leider wird das Spiel mit der Spinne erst 2018 verfügbar sein. Außerdem zeigte man auch hier extrem geskriptete Spielszenen mit sehr vielen Quicktime-Events. Grafisch sieht der Titel fantastisch aus und auch wenn ich das Kostümdesign seltsam finde, hoffe ich auf ein echtes Triple-A-Spider-Man-Spiel.

Ebenfalls nicht zu verachten: Für „Horizon Zero Dawn“ wurde die Erweiterung „The Frozen Wilds“ offiziell angekündigt. Erscheint noch 2017 und sieht genau wie das Hauptspiel grafisch toll aus. Im Gameplay erwarte ich keine Revolutionen, mir reicht aber auch einfach Nachschlag in vergleichbarer Qualität.

Sony zeigte zudem reichlich neues VR-Material, wobei „The Elder Scrolls V: Skyrim VR“ aus meiner Sicht das größte Potential hat. Denn es braucht einfach mehr vollwertige Core-Games, um Virtual Reality auf die nächste Stufe zu hieven. Außerdem zeigte man beispielsweise „Knack 2“. Aber mal ehrlich – interessiert sich irgendjemand ernsthaft für „Knack 2“?

Mein Highlight der ganzen E3: Es gab neues Material zu „Ni No Kuni 2: Revenant Kingdom“. Das Spiel wurde nun für November 2017 bestätigt und dürfte neben „Persona 5“ wohl mein Spiel des Jahres werden. Teil 1 habe ich als Ghibli-Fan geliebt. Die Fortsetzung scheint die Qualitäten des Vorgängers beizubehalten, wirkt nun aber endgültig wie ein liebevoll gezeichneter Anime zum Mitspielen.

Seht ihr übrigens die Unterschiede zu Microsoft? Alle hier genannten Spiele sind Exklusivtitel für die PS4. Und genau deswegen hatte Sony es eben auch nicht nötig mehr als das Pflichtprogramm abzuliefern. Während Microsoft zeitexklusive Indie-Games hervorheben musste, konnte Sony sich zurücklehnen und Triple-A-Exclusives wie „Spider-Man“, „God of War“ oder „Days Gone“ für sich sprechen lassen. Genau hier muss Microsoft nachlegen.

Gut, ich hätte mir von Sony trotzdem lieber die Kür statt der Pflicht gewünscht, aber so kann man sich auf einige, tolle Games freuen und speziell der November wird dieses Jahr mehr als interessant.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

10 Kommentare

  1. Kingreen@live.de says:

    Von den Exklusivtiteln her ist das sehr ordentlich was Sony da noch auf Lager hat und Last of Us 2 fehlte sogar noch.
    Das Problem ist eben, dass fast alle Titel bereits bekannt waren und auch erst im nächsten Jahr erscheinen.
    Ich hätte mir noch die ein oder andere Überraschung gewünscht – fehlte hier ebenso wie auch bei der PK von Microsoft.
    Ein neues Firmware Update für die PS4 wäre z.B. auch nett gewesen.
    Die schlichte Oberfläche der PS4 gefällt mir, jedoch habe ich immer das Gefühl das hier noch deutlich mehr möglich wäre. Eine Überladene Oberfläche wie bei der Xone (sagt ein großer Fan der ersten Xbox & der Xbox 360!) möchte ich nicht, aber ein paar Sachen könnte sich Sony schon bei MS abschauen.

  2. „Daumen hoch“ für das Shadow of the Colossus Remake

  3. Frankie69 says:

    Kann jetzt nicht erkennen warum das Spielelineup bei der PS4 besser ist. Einzig Uncharted ist ein Top Titel der sicher auch wie die Vorgänger begeistert. Aber das ist eben auch alles Geschmackssache.

  4. @Frankie69: God of War, Detroit, Days Gone, Spiderman, The Last of Us 2

    Alle nicht nach deinem Geschmack?

    Bei der Xbox erinnere ich mich nur an Forza, welches exklusiv ist. Was die tollen kleineren Indie Spiele jedoch nicht unterbewerten soll.
    Zudem erscheinen 90% der Spiele ja ohnehin auf beiden Plattformen.

  5. Marcell O. says:

    Es geht meiner Meinung nach doch auch gar nicht mehr um dieses kack Exklusivtitel Gedöns…

    Xbox/Windows 10 ist more or less play anywhere, und es wird immer weniger Consolewars geben… deshalb muss Microsoft auch nicht den super aggressiven Preis für die One X raushauen.

    True 4K, mehr power und sensationelles zusammenspiel mit Windows 10 ist einer Meinung nach mehr wert… Microsoft macht seit einiger Zeit endlich wieder Spaß und Lust auf mehr…

    btw, ich hab auch ne PS4Pro 😉

  6. @André: Wie stellst du dir denn eine gelungene Pressekonferenz vor? 😉 solange die Games nicht erschienen sind, ist doch alles schön und gut. Ist das nicht auch üblich, dass „gute Spiele“ mehrere Jahre Entwicklungszeit hinter sich haben, v.a. wenn viel filmreif gescriptet und animiert ist? 😉
    Lg

  7. @Marcell O.:
    Sehe iCh persönlich nicht so. Man kann einen i73770k (2012) auf 4,3 GHz übertakten.. sich entprechenden 16GB DDR3 RAM zukaufen oder man hat das eh schon verbaut und hat legt ungefähr 400-450€ für ne GTX 1070 OC + Xbox one s Gamepad drauf!
    Da Microsoft keine exklusiv Games mehr für die Xbox bringt, wozu die ONE X?? Bis dahin sind sämtliche Stand Alone Player für UHD/HdR im Preis deutlich gefallen! Und die Grafik Schnittstellen werden für Windows 10 auch immer besser!
    Man hätte (hat) mit dem Desktop nur Vorteile.. Über Jahre hinaus!
    Okay Stromrechnung und Abwärme mal ausgenommen.
    Die Ps4 Pro hat immerhin exklusive Titel die es in dieser Qualität einfach nur auf der Pro gibt!

  8. Sehe das wie viele andere hier, Sony kann nicht jedes Jahr immer wieder neue Titel ankündigen. Es befinden sich ja genug Spiele in der Pipeline, nur leider kommen die erst nächstes Jahr. Ich denke, das ist es auch, was viele stört. Dieses Jahr sieht es an Exklusivtiteln eher mau aus.

  9. Sony hatte bereits genügend heiße Eisen im Feuer für klassische Videospiele, und mit Monster Hunter World und Shadow of the Colossus Remake kamen sogar noch zwei dazu. Die vorhandenen Sachen wurden bisher IMHO bei weitem nicht so ausführlich gezeigt wie der Artikel andeutet, beispielsweise gab es bei Spiderman nur eine kurze Montage, nun sahen wir ordentlich Gameplay.

    PSVR hingegen hatte dringend Aufmerksamkeit nötig, und die hat es auch wahrlich erhalten. Die Neuankündigungen waren sehr willkommen, zum Beispiel The Inpatient, ein Prequel zu Until Dawn (das Adventure, nicht die VR-Ballerei), sieht nach einer guten VR Horror Story aus. Und mit Moss erhält man ein Spiel, wie es sich viele PSVR Besitzer gewünscht haben – es erinnert an The PlayRoom VR: Robot Rescue. Skyrim VR ist natürlich der dickste Brocken, aber auch die Umsetzung des PC VR Hitspiels Superhot VR ist sehr gerne gesehen.

    Klar, wer kein Auge auf PSVR geworfen hat, für den hat die Konferenz nicht sehr viel neues gebracht. Aber man kann auch nicht jedes Jahr so aus den Vollen schöpfen wie letztes Jahr. Irgendwann müssen diese ganzen Spiele auch mal fertiggestellt werden, statt nur neue anzukündigen.

  10. André Westphal says:

    @ Thomas

    Ich hätte mir z.B. eher gewünscht, dass man auch Live-Gameplay zeigt, bei dem etwa mal ein Entwickler durch das Gameplay führt. Und bei dem Material zu Spider-Man hätte ich z. B. lieber mehr von der Stadt und Spielwelt gesehen als eine Quicktime-Aktion nach der anderen. So sah man nur, dass das Spiel technisch super ist, das Gameplay aber eventuell mau ist. Aber das war ja auch nur ein kurzer Ausschnitt, es bleibt schwer zu sagen.

    VR-mäßig gab es in der Tat gerade zu Anfang auch einiges, da sind mir persönlich die Techniken aber noch zu unausgereift. Ein Kumpel hat PS VR und bei dem ist es so gelaufen, wie ich es bei mir geahnt hätte: Anfangs begeistert benutzt und nun liegt das Ding meistens in der Ecke – vielleicht sollte man es den „Wii-Effekt“ nennen ^^.

    Da stimmte ich Microsoft z. B. zu, dass die Techniken noch reifen müssen, bis es sich lohnt damit im Wohnzimmer zu hantieren.

Es kann einen Augenblick dauern, bis dein Kommentar erscheint.