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Sonos: Darum versetzt man Geräte auf Kundenwunsch in den Recyling-Modus

Seit Ende Oktober bietet Sonos ein Recycling-Programm an. Ausgewählte Alt-Hardware – Hierbei handelt es sich um alte Kisten, namentlich Connect, Connect:Amp, ZP80, ZP90, ZP100, ZP120 und die erste Generation des Play:5 – selber verschrotten, dafür 30 % Rabatt beim Neukauf bekommen. Quasi eine Abwrackprämie – doch das Ganze bekam ordentlich Kritik ab. Aus meiner Sicht nur ein Zeichen, denn Nutzer mit Smart-Home-Geräten werden sich darauf einstellen dürfen, das vieles nicht ewig funktioniert.

Manches ist der Hardware geschuldet, manches der Software. Man schaue sich den Amazon Echo an – da ist bereits jetzt schon einiges nicht miteinander kompatibel. Doch es soll nicht um andere Hersteller gehen, sondern um Sonos. Das Thema wurde auch in unserer Kommentarspalte eifrig diskutiert.

Mittlerweile gibt es ein Statement von Sonos. Aus der Sicht von Sonos ist das Unternehmen besorgt, dass sehr alte Geräte ihren Weg zu neuen Besitzern finden könnten, die vielleicht nicht erkennen, dass die Produkte nicht für einige Aspekte der modernen Sonos-Erfahrung geeignet sind:

Die Realität ist, dass diesen älteren Produkten die Rechenleistung und der Speicherplatz fehlen, um moderne Sonos-Erlebnisse zu unterstützen. Im Laufe der Zeit wird die Technologie in einer Weise weiterentwickelt, die diese Produkte nicht mehr unterstützen können. Für einige Besitzer sind diese neuen Funktionen nicht wichtig. Dementsprechend können sie sich dafür entscheiden, nicht am Trade Up-Programm teilzunehmen.

Für andere Besitzer ist es jedoch wichtig, moderne Sonos-Geräte zu besitzen, die diese neuen Erfahrungen unterstützen. Daher ist das Trade Up-Programm ein erschwinglicher Weg für diese Besitzer, ein Upgrade durchzuführen. Für diejenigen, die sich für ein Trade Up auf neue Produkte entscheiden, war es unserer Meinung nach die verantwortungsvollste Maßnahme, diese nicht wieder neuen Kunden vorzustellen, die vielleicht nicht den Kontext dieser Produkte als 10+ Jahre alte Produkte haben und die auch nicht in der Lage sind, das Sonos-Erlebnis zu liefern, das sie erwartet haben.

Die Frage ist natürlich weiterhin, inwiefern Sonos das Programm hätte anders oder besser lösen können. Letzten Endes – und das ist meine persönliche Sicht der Dinge – macht man es fair. Die alten Kisten laufen heute noch bei unfassbar vielen Menschen, laut Unternehmen sind 92 Prozent aller Produkte, die jemals verkauft wurden, noch heute im Einsatz – auch die, die vor über 10 Jahren auf den Markt kamen.

Aus der Sicht des Recycling-Gedankens ist das natürlich fraglich, denn das Konzept sagt halt, dass man alles nutzen sollte, bis es nicht mehr geht. Aber man muss ehrlich sein: Wie schaut es denn bei anderen Technikunternehmen aus? Klar kann man die PlayStation 2 auch heute noch nutzen – aber nicht mit modernen Möglichkeiten. Da gibt es von Sony auch keinen Rabatt beim Kauf der PS5, wenn man die PS2 verschrottet. Oder Smartphones. Oder Laptops. Richtig. Irgendwann sagen Unternehmen, dass zukünftige Funktionen nicht mehr von alten Geräten unterstützt werden. Damit müssen wir leben. Oder uns bewusst gegen neue Funktionen oder generell Dinge entscheiden, die absehbar irgendwann nicht mehr alles können.

Wie ich es im Falle von Sonos gehalten habe? Ich habe alte Lautsprecher verkauft – an Menschen, die wissen, was sie damit im Ist-Zustand bekommen.

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