So will Microsoft die Daten von Kunden besser vor Dritten schützen

Microsoft versteht die Sorge der Kunden vor einer staatlichen Überwachung des Internets und leitet nun erste Schritte ein, um die Daten der Nutzer besser zu schützen. Das Resultat daraus ist eine erweiterte Verschlüsselung der Daten über alle Services, eine Verstärkung des Schutzes der Daten von Kunden und eine größere Transparenz des Source Codes für Regierungskunden.

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[werbung] Die Verschlüsselung wird auf alle Hauptprodukte von Microsoft ausgedehnt. Das beinhaltet Outlook.com, Office 365, SkyDrive und Windows Azure und sieht folgendermaßen aus:

  • Inhalte von Nutzern werden zwischen Microsoft und dem Nutzer nur noch verschlüsselt übertragen.
  • Alle Schlüssel-Plattformen, Produktivitäts- und Kommunikations-Services werden Inhalte von Nutzern nur verschlüsselt zwischen Microsofts Rechenzentren verschieben.
  • Es werden die besten Verschlüsselungsmethoden verwendet, um diese Leitungen zu schützen, inklusive 2048-bit Schlüssellänge und Perfect Forward Secrecy.
  • Alle diese Maßnahmen werden bis Ende 2014 abgeschlossen sein, viele sind bereits aktiv.
  • Microsoft wird außerdem alle gespeicherten Inhalte von Nutzern verschlüsseln. In manchen Fällen, so wie Drittanbieter-Services, die auf Windows Azure laufen, liegt die Entscheidung bei den Entwicklern, Microsoft wird aber Tools anbieten, um Daten einfach schützen zu können.
  • Microsoft arbeitet mit anderen Anbietern zusammen, um sicher zu gehen, dass Daten, die Service-übergreifend ausgetauscht werden, geschützt sind. Zum Beispiel bei einer Email von einem Anbieter zu einem anderen.

Microsoft wird weiterhin Geschäfts- und Regierungskunden darüber informieren, wenn eine Herausgabe von Daten verlangt wurde. Wird versucht, dies durch eine Anordnung zu unterbinden, wird man vor Gericht gehen, so wie es bereits früher erfolgreich gemacht wurde.

Außerdem erhalten Regierungskunden die Möglichkeit, den Source Code eingesetzter Produkte besser nachvollziehen zu können. So soll die Überprüfung auf eventuell vorhandene Backdoors stark vereinfacht werden. Dazu wird ein Netzwerk aus Transparenz-Zentren in Europa, Amerika und Asien aufgebaut.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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15 Kommentare

  1. Ich finde das absurd. Das ist eine Amerikanische Firma wie sie im Buche steht und eine der Ersten die fleißig mit der NSA kooperiert hat. Das kann ja nur ein PR Gag sein. – Ich glaube dem Bestreben sicher nicht.

  2. Der letzte Absatz klingt gut. „Transparenz-Zentren“ ist doch ein Euphemismus für Geheimdienste, oder?

  3. Genau genommen ist es sogar schon fast peinlich für das Blog hier das so eine PR Meldung unreflektiert hier rein kopiert wird.

  4. …größere Transparenz des Source Codes für Regierungskunden
    und wer schützt mich vor M$ = NSA ??
    Wenn die alles wissen wollen, dann sollen die das gefälligst auch bezahlen, also Windows, Office und endlosen Online-Speicher…
    am besten das ganze Windows-Passwort und Registrierungs/Aktivierungs-Gedöns auch gleich mit abstellen,

  5. Naja sie versuchen vllt etwas zurückzurudern und das zu tun was möglich ist, um Daten vor Hackern zu schützen. Jedoch werden sie mit der NSA dennoch weiter zusammenarbeiten und „legale“ „amerikanische“ wege nutzen.
    Dies steuert wohl erstmal nur der Massenhaften abfrage von Daten ohne Gerichtsbeschluss entgegen. Jedoch ändert es nichts daran dass Microsoft die Verschlüsselung von Skype geschwächt hat, und nach Beschluss auslesbar macht, sowie bei der Entwicklung von Windows aktiv mit der NSA zusammenarbeitet(zum positiven( Schutz ) wie zum negativen (versorgung mit 0- Day lücken.)

  6. Ist doch lustig wie alle Datensammler plötzlich damit werben ihre Kunden besser schützen zu wollen nur weil jemand anders mehr und besser gesammelt hat. Ich frag mich was nach der ganzen Datensammelwut kommt, ausspioniert ist ja so gut wie alles, was kommt dann ?

  7. @JohnDoe: Nur entscheide ich mich bewußt für einen Datensammler wie Google, Facebook oder Microsoft. Geheimdienste suche ich mir nicht aus…

  8. Die haben ja echt einen Schaden bei M$ — die Regierungskunden sind die Schlimmsten, und ausgerechnet jene will man mit Einblick in den Source Code „noch besser“ bedienen ?? Damit sie die Back Doors besser einpflanzen können.

    Die spinnen einfach die Amis. Reine Marketingmassnahmen, durchs Band.

    Und für welchen Datensauger ich mich auch entscheide, tijuana: Völlig irrelevant: Es landet eh alles bei der NSA.

    Hoffentlich ist dieses wichtige Thema irgendwann für Mutti Merkel kein Neuland mehr und die Politiker machen statt auf Selbstveschäftigung mal vorwärts mit einer europäischen Antwort.

  9. Microsoft? Datenschutz? Ich schmeiß mich gleich weg 😀 😀 :D. Im Rückblick kommt es mir fast surreal vor, daß man früher die Nutzer von XPAntiSpy belächelt hat :(.

    Schade, daß Linux keine wirkliche highfidele Klangqualität zustande bringt 🙁 . Ja, auch APLinux nicht 🙁

  10. Solange die US-Regierung nicht offiziel die gesetze ändert können die US-Firmen versprechen was die wollen. das vertrauen ist weg.

  11. Sysadmin Margarethe says:

    Wäre mal ne Maßnahme. Soll wohl aber nur die Masse beruhgen. Wenn das „White-IT“ Vorhaben noch steht, ist das alles sehr widersprüchlich und unglaubwürdig.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Schünemann

    Dort heißt es:
    „Auf der Cebit 2012 stellte Schünemann, zusammen mit einem Münchner IT Unternehmen, eine für das Bündnis gegen Kinderpornografie White IT entwickelte Edition einer Softwaresuite zur Überwachung von PCs vor. … Das von Schünemann gegründete und von Microsoft mitgesponsorte Bündnis „White IT“ führt nach eigenen Angaben Gespräche mit Microsoft, um eine generelle Verankerung entsprechender Mechanismen in den Betriebssystemen des weltweit größten Herstellers zu erreichen. Microsoft soll sie so zukünftig als festen Teil von Microsoft Windows ausliefern.“

    Dazu kommt, dass intel bereits eine Hardware-Hintertür in seinen CPUs vorsieht, die solche Zugriffe erleichtern.

    Zusammengefasst ist es also egal, inwieweit irgendwelche Daten verschlüsselt werden, weil Abgreifen jederzeit möglich ist. Außerdem las man neulich dass die NSA im Stande ist hochverschlüsselte Daten in Echtzeit zu entschlüsseln.

    Danke für diesen Marketing-Versuch, MS. Ich glaube nicht, dass dieser Schritt Besserung bringt, selbst wenn meine Mutmaßungen über leichtes Abgreifen sich als nicht wahr herausstellen sollten.

  12. …Mich juckts nicht… ich nutze das beste und schönste Linuxbetriebssystem 🙂 Produkte von Microsoft und Google meide ich schon lange.

  13. Öhm… und wie hilft uns Linux jetzt gegen die Intel-Hardware-Hinterlader? Ernstgemeinte Frage!

  14. Microsoft soll seine Quellcodes offenlegen, dann sehen wir ja, inwiefern MS wirklich um Privatsphäre bemüht ist und an welcher Stelle natürlich keine 😉 Hintertüren für NSA, BND & Co eingebaut sind.

  15. in meinen augen ist das nur augenwischerei. microsoft hat angst, dass die kunden ihrem windows den rücken kehren und zu linux wechseln. es geht ihnen hierbei weniger um privatanwender, sondern um die firmen, wo sie ihr geld verdienen.

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