So sehen Googles Suchergebnisse nach der Einigung mit der Europäischen Kommission aus

Google einigte sich ja Anfang Februar mit der Europäischen Kommission, was die Platzierung von Konkurrenz-Anzeigen in den Suchergebnissen angeht. Unklar war, wie genau das Ergebnis aussehen soll, dies ist nun bekannt. Zwar müssen die EU-Kommissare dem Vorschlag noch formell zustimmen, dies soll aber in den nächsten Monaten geschehen. Das 93-seitige PDF mit Googles Zusagen könnt Ihr hier einsehen, das Wochenende dauert ja noch einen Tag.

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Im Wesentlichen betreffen die Änderungen vier Punkte und gehen mit einer neuen Darstellungsform von vertikalen Suchergebnissen (siehe eingefügte Bilder, die die neue Darstellung zeigen) einher. Diese vier Punkte sind:

  • Änderungen in Googles AdSense Programm, die es für Publisher noch einfacher machen, Werbung von mehreren Anbietern auf einer Seite zu platzieren.
  • Änderungen in der AdWords API Richtlinien, die es Entwicklern einfacher machen, Tools zu erstellen mit denen Advertiser ihre Werbekampagnen über mehrere Plattformen verwalten können.
  • Neue Regeln, die die Nutzung von Webseiten Inhalten durch Google in vertikalen Suchen betreffen.
  • Änderungen im User Interface, die Konkurrenten eine signifikante Sichtbarkeit und wetvollen Bildschirmplatz in den Suchergebnissen geben.

Google_EU_neu_02

Die größte Änderung von allen ist wohl die Darstellung der Suchergebnisse, die nun auch Ergebnisse anderer Anbieter als Google an gleicher Stelle anzeigt. Mindestens 3 Alternativen müssen angezeigt werden, egal ob in der Webversion der Suche oder mobil. Meiner Meinung nach ein Unding, aber Ihr habt mich ja schon deutlich wissen lassen, dass ich mit dieser Meinung anscheinend allein dastehe.

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Sascha Ostermaier

*Mitglied der Redaktion 2013 bis 2019* Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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44 Kommentare

  1. Dann muss ich bald ja runter scrollen um das erste Suchergebnis zu sehen…

  2. Was soll denn das? Was hat denn die EU mit Googles Suchergebnissen zu schaffen? Ich finde es völlig in Ordnung, dass Google seine Dienste als erstes Angebot anzeigt. Das macht doch Microsoft mit Bing ganz genauso. Nur benutzt halt keiner Bing 😀 Google ist doch keine öffentliche Organisation die Anderen helfen muss. Und das was die EU jetzt macht ist schlicht und einfach Zensur.

  3. Ne. stehst nicht alleine da. Find ich totaler Schwachsinn.
    Im schlimmsten Fall hat man dann 6 Ergebnisse die jeweils 2x das gleiche Bild zeigen.
    Das ist als wenn Lidl geklagt hat das bei Aldi keine Werbung für Lidl rumliegt. Lidl hat gewonnen und muss noch nicht mal im Gegenzug für Aldi Werbung machen.
    Was das für’ne Rechtsprechung?

  4. Dicky Smith says:

    Ach, was bin ich froh, so als dummer Verbraucher, dass die freundliche EU mich vor dem bösen Google schützt.
    Was würden wir nur ohne sie tun?

  5. Zunächst ist das keine Rechtsprechung, denn die Kommission ist kein Teil der Judikative und schließlich sollte man sich den Aufbau und die Funktion der EU verinnerlichen, damit man nicht völlig unreflektiert seine Gegenansicht vertritt. Gerade weil der Sonntag noch sehr lang ist, sollte man sich daher als EU-Bürger auf einschlägigen Seiten danach erkundigen .

  6. ich sage es schon lange, die EU tickt nicht ganz richtig, ich hoffe echt die EU zerfällt möglichst bald. Irgendwann wird es in der EU einen „arabischen“ Frühling geben.

  7. Ich finde es gut, dass Google reglementiert wird.
    Bei einem Marktanteil von über 90% ist eine Regulation durch den Markt kaum mehr möglich. Entweder wird der Monopolist zum absoluten Herrscher in seinem Segment (z.B. Intel, Facebook) oder er stürzt zusammen und wird durch einen noch aggressiveren Monopolisten ersetzt (MySpace -> Facebook).

    An die User, die hier motzen: Habt ihr mal eine Webseite betrieben, die von Googles Algorithmus verstoßen wurde? Ich habe Blogs gesehen, die geschlossen und gegen neue ersetzt wurden, nur weil Google den Blog aus welchen Gründen auch immer aus dem Index geworfen hat und nicht wieder aufnehmen wollte. Manche Blogger haben neue Blogs eröffnet, andere aufgehört. Wenn das keine Zensur ist, dann ist diese Regelung auch keine.

    Und fragt doch mal einen Händler, was er davon hält, nun weniger von Google abhängig zu sein. Diese Nutzer, Autoren und Händler, sind wirklich betroffen, nicht die „Endverbraucher“, die von Google möglichst viele Freebies haben wollen. Wer als Händler bei Google heruntergelistet wird oder aus Google Shopping rausfliegt, kann seinem Geld bei der Flucht zusehen, nur wegen irgendeiner Entscheidung irgendeiner Software bei einem US-Konzern.

  8. @ak: Dann erkläre doch mal kurz was passiert, wenn Google sich nicht daran hält.

    @Georg: Als Benutzer der Suchmaschine ist mir die Handhabung von Google in Bezug auf die Indexierung völlig egal.
    Dann soll die EU dagegen vorgehen und nicht solch einen Blödsinn fabrizieren.

  9. Finde das auch vollkommen in Ordnung. Ob es Konkurenz gibt ist in diesem Fall völlig irrelevant, der gemeine Dau kennt nur google und dieser kann die Meinung „theoretisch“ steuern wie sie wollen. Ich bin kein Fan von Verschöwerungstheorien aber dennoch wird selbst mir google langsam unheimlich. Wissen ist nun mal Macht. Wenn man schaut in wie vielen Bereichen google mittlerweile tätig ist… Google ist ja schon längst nicht mehr ein einfacher Suchmaschinenbetreiber.

  10. Ich finde das Lidlbeispiel sehr zutreffend. Was hat ein Staat, bzw möchtegernstaat, an „meinem“ Unternehmen zu richten?
    Nur weil Googles Taktik seit Jahren funktioniert heulen die Kleinunternehmen rum, sie bekommen kein Stück vom Kuchen ab und gehen deswegen petzen.
    Das ist wie es klingt, Kindergarten, nicht mehr.

  11. Das Lidlbeispiel beweist doch wohl nur, dass ihr dabei etwas grundlegend nicht verstanden habt.
    Es handelt sich um eine Suchmaschine.
    Ein sinnvoller Vergleich wäre daher vielleicht eher, wenn ich bei meinem Autohaus frage, wo ich mein Auto neu lackieren lassen kann und dann immer nur an einen bestimmten Lackierer verwiesen werde. Das stellt eine klare Wettbewerbsverzerrung dar. Und da Google eine marktbeherrschende Stellung einnimmt, ist es doch völlig legitm, dass dann der Staat eingreift.

  12. @hansWurst. Beispiel Autowerkstatt. Die Garantie erhält man ebenfalls nur wenn man sich an zertifizierte Werkstätten wendet. (Scheckheft) Sobald man eine andere Werkstatt aufsucht ist die Garantie in der Regel auch nicht mehr gegeben.

  13. @sole: ich glaub du hast einen an der klatsche.
    Magst du die Anfänge des 20Jahrhunderts zurück?
    Wir haben seit 60 Jahren Frieden in Europa.
    Was meinst du, was passiert, wenn die EU zerfällt.
    Ich glaube nicht, dass es dir dann so gut geht wie jetzt.
    Ich glaube ohne die EU wären schon so einige Staaten in sich zusammengebrochen.
    Wenn man sein Glück nicht in einem anderen Land versuchen könnte.
    Freiheit ist das höchste Gut was wir haben und in dem Urteil sind die halt etwas übers Ziel geschossen.

  14. Das sind wieder mal Kommentare. Das eine marktbeherrschende Stellung in einer freien Marktwirtschaft kontraproduktiv ist, sollte eigentlich nicht in Frage stehen.
    Dass Google (wie jeder andere Monopolist) diese Position ausnutzt ist zwar nachvollziehbar, aber genau deshalb greifen Regulatorien.

  15. Da Google Monopolist ist, halte ich die Regulierung für durchaus sinnvoll. Setzt euch mal in eine Einführungsvorlesung VWL, bevor ihr hier große Reden schwingt.

  16. Und wieso ist Google Monopolist? Weil die eigenen Produkte einfach besser sind! Das ist doch Schrott von der EU, die hängen sich echt in alles rein.
    Sollen die anderen halt zusehen, dass ihre Suche besser wird, anstatt andere zu bashen (Microsoft…)

  17. Schließe mich iCON an. Sascha, du bist nicht alleine mit deiner Meinung!

  18. 1. ist es wirtschaftlich und rechtlich völlig irrelevant warum ein Unternehmen oder eine Dienstleistung marktbeherrschend ist.
    und wer tatsächlich glaubt dass ausgerechnet googles Suche noch gut oder besser wäre als so mancher Konkurrent, dem ist echt nicht zu helfen.

  19. Ich verstehe den Sinn dahinter irgendwie nicht. Google verlinkt ja zb in seiner Shopping-Leiste nicht auf den (nicht existenten) Google-hauseigenen e-shop sondern sowieso auf andere Anbieter, wie e-shops,Preissuchmaschinen etc. Das ist ja der Sinn von Google.
    Warum muss dann daneben ein Alternativ-Bereich sein, wo genau das gleiche passiert? Warum werden diejenigen Anbieter die dort erscheinen nicht einfach in die „normale“ Liste mit aufgenommen?
    Zuden nehme ich an ,dass die Shops im Alternativ Fenster Geld zahlen damit sie dort erscheinen. Somit ist das doch nichts anderes als ein Werbefenster und zwar nicht ganz rechts wo die Werbung eigentlich hingehört sondern als Pseudo-Suchergebnis und somit nicht mehr objektiv.
    Ich finde das ganze sehr merkwürdig.

  20. @JMK ich muss mir also Schrott gefallen lassen, damit die freie Marktwirtschaft auch ja nicht gefährdet ist? Freier Markt heißt eigentlich sowieso nicht, dass es keine Monopolisten geben darf. Denn wenn jemand ein besseres Produkt entwickelt und verkauft/anbietet, werden es logischerweise alle kaufen. Wenn doch, ist es eine Erfindung von regulierungswütigen Beamten in sog. Kartellämtern. Warum kümmern diese Kartellämter sich eigentlich nicht darum, dass staatlich-garantierte Monopole gekappt werden? Da gibt es ganz viel: z.B. Wasserversorgung, aber auch Verwaltung. Mir steht es nicht frei zu einem anderen Verwaltungsanbieter zu gehen oder mich gar selbst zu verwalten. 🙂 Ehrlich gesagt sehe in letzterem nichtmal so ein großes Problem, aber das Kartellamt könnte sich in diesem Punkt für offenere, transparentere und kollaborativere Strukturen, Stichwort opengovernment einsetzen, was langfristig zu mehr Effizienz und Effektivität führen dürfte.

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