So will Google künftig gegen den Download von Raubkopien vorgehen

Google wird als meistgenutzte Suchmaschine logischerweise auch dafür verwendet, um nach illegalen Inhalten in Form von Raubkopien zu suchen. Google nimmt sich deshalb auch selbst in die Verantwortung, wenn es darum geht, die Nutzer zu legalen Alternativen zu bewegen. Das kann durch ein Downranking der Anbieter-Webseiten geschehen, oder eben auch durch ein ins Blickfeld rücken von legalen Angeboten. Im Juli berichteten wir bereits von Experimenten, wie Google auf legale Alternativen hinweist, diese sind nun ganz offiziell von Google vorgestellt worden.

Google_Piracy

Etwas ausführlicher gibt es die Maßnahmen im „How Google Fights Piracy“-Bericht, der Schwerpunkt liegt jedoch auf drei Punkten, die sich kurz zusammenfassen lassen:

1. Anzeigenformate: Für bestimmte Suchanfragen, die zum Beispiel einen Fil- oder Serientitel und den Zusatz „watch“, „download“ oder „free“ beinhalten, zeigt Google direkt Anzeigen für legale Dienste, die den gesuchten Inhalt anbieten. So tauchen dann Angebote von Netflix, Amazon oder Google Play auf, auch wird der Preis direkt in der Anzeige genannt. Diese Anzeigen tauchen vorerst nur in den USA auf, Google arbeitet aber daran, diese auszuweiten.

2. Verbesserte Abwertungen für Seiten mit DMCA-Anfragen: Erhält eine Seite berechtigte DMCA-Beschwerden (Digital Millenium Copyright Act), wird diese von Google in den Suchergebnissen herabgestuft, sodass sie nicht mehr so leicht auffindbar ist. So geht Google bereits seit 2012 vor. Diese Herabstufung wurde nun verbessert, laut Google ist sie so effektiver.

3. Entfernung von Autocomplete-Begriffen: Die Autovervollständigung für Suchanfragen ist eine praktische Sache, auch für Menschen, die nach Filmdownloads suchen. Das soll künftig nicht mehr der Fall sein, bestimmte Begriffe, die durch die DMCA-Anfragen ermittelt werden, werden von der Autovervollständigung ausgeschlossen, um entsprechende Anbieterseiten nicht auftauchen zu lassen.

Weiterhin ist Google auch der Meinung, dass Anbieter von legalen Angeboten dafür sorgen müssen, dass die Angebote auch unkompliziert genutzt werden können. Die Musikindustrie habe es vorgemacht, indem sie Inhalte auch für werbefinanzierte Angebote lizenzieren lässt. Das ist nicht das erste Mal, dass Google in diese Richtung steuert, auch wenn die Content-Industrie hier scheinbar noch kein richtiges Interesse zeigt.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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20 Kommentare

  1. plantoschka says:

    Ist wirklich viel zu einfach ein Film ohne die erforderliche Lizenz zu gucken. Einfach nur Googlen und man findet gleich ein Stream oder ein Download in Full-HD. Da kann es wirklich nicht sein.

  2. Meines Erachtens ist das große Problem die schlechte Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigen Streams und die überteuerten Preise für Downloadversionen. Auch eine gute Idee wäre den Film vorher mieten zu können und dann den Mietpreis auf den kaufpreis angerechnet zu bekommen. Nach dem Motto Try´n´Buy. Ich finde die Preise von Netflix, Maxdome und co. recht attraktiv, würde aber lieber 20-30€/mtl zahlen und dafür auch Zugang zu aktuellen Filmen in 1080p

  3. Man bekommt für 8€ (Netflix) und spätestens für 16€ (Netflix + Prime Instant Video + Sky Snap) bereits ein sehr gutes Angebot, das zukünftig sicher noch deutlich ausgebaut wird.

    Wer da noch irgendwelche Streaming-Angebote mit mieser Qualität und ständiger Pornowerbung nutzt, ist doch echt selber Schuld…

    Kino kostet hier übrigens mittlerweile 8 – 15€, je nach Filmlänge und Zusatzgebühren (3D u.ä.). Wenn man das im Hinterkopf behält, sind die o.g. 16€ wirklich ein Schnäppchen, auch wenn man ein paar Wochen länger bis zum DVD-/BluRay-Start warten muss.

  4. Alternative Überschrift: „So erschließt Google neue Werbeformen“

    Die jetzige klingt fast wie Google-Werbesprech 😉

  5. @BlackadderBlog

    …die jetzige IST Google-Werbesprech 😉

  6. Google muss mit seiner exponentiell ansteigenden Manipulation von Suchergebnissen aufpassen, dass es sich nicht zu sehr von den Bedürfnissen seiner Benutzer entfernt. Ansonsten ist Google genauso schnell Geschichte, wie es entstand.

    Die meisten kostenpflichten Anbieter nerven halt immer noch mit proprietären Codecs und überteuerten Preisen. Wenn die Leute irgendwann unkompliziert „mal schnell“ einen aktuellen Film für 50 Cent über Paypal laden (und lokal speichern) können, dann gibts auch keinen Grund mehr, auf illegale Angebote auszuweichen.

  7. @ChackZz:
    „Kino kostet hier übrigens mittlerweile 8 – 15€, je nach Filmlänge und Zusatzgebühren (3D u.ä.). Wenn man das im Hinterkopf behält, sind die o.g. 16€ wirklich ein Schnäppchen […]“

    Ne, das bedeutet nur, das Kino saumäßig teuer geworden ist.

  8. @ChackZz
    Das Angebot der beiden Anbieter ist „gerade so ok“ aber sehr, sehr weit davon entfernt „gut“ oder gar „sehr gut“ zu sein. Dafür ist das Angebot noch viel zu löchrig und sowohl bei Filmen als auch bei Serien noch weit davon entfernt aktuell zu sein.

  9. Für 10€ bekomm ich einen Monat lang Fullspeed-Zugriff bei einem One-Click Hoster oder Usenet Provider meiner Wahl und damit Filme und Serien in einer Qualität die einer Blu-ray in nichts nachsteht.

  10. das was Iruwen gesagt hat^^

  11. @Iruwen
    Äpfel != Birnen

    Die Filmindustrie bekommt davon aber keinen Cent. Auf Dauer funktioniert das so auch nicht, denn wenn zu viele die illegalen Angebote nutzen, ist es bald vorbei mit der Industrie und es gibt gar keine schlechten Filme mehr. Moment mal…

  12. Wenn ich aktuell nach einem Film oder einer Serie suche, die mich interessiert, finde ich derzeit:
    – US-only Angebote (auch iTunes)
    – DVDs (~4€ pro Folge, mehr bei Import)
    – Selten: Eine übersetzte Version (ich will Originalton)
    – Illegale Streams

    Ich habe z.B. bei Adventure Time einige Stunden verbracht auf der Suche nach einem legalen digitalen Angebot für Österreich. Finden konnte ich keines.

    Dass es keine offiziellen, ohne Anmeldung zugänglichen Listen der bei den Streaminganbietern für Österreich verfügbaren Serien gibt, hilft auch nicht wirklich.

    Da kann Google eigentlich nicht viel ausrichten…

  13. @john
    Sie würden davon viel sehen wenn sie ein ähnlich gutes Angebot aufstellen würden.

  14. Stimme den Vorkommentaren zu, ich habe Maxdome, Watchever, Prime UND Netflix, gehe auch regelmäßig ins Kino und trotzdem kann ich eins ganz klar sagen: Möchte ich aktuelle Filme oder Serien sehen, so gibt es nur ein Angebot, was vollständig ist, nämlich das illegale. Nach wie vor bin ich der Meinung, hätten/würden die Filmeverwerter die Seiten bestehen lassen und selbst „Premiumzugänge“ anbieten, würde keiner etwas merken und die Filmindustrie immer noch mehr als genug verdienen. Aber statt dessen werde ich ständig in Facebook mit den Dreckskampagnen der Piracyjäger belästigt, die sicherlich mehr als genug kosten und zu Stasiverhalten aufrufen.

  15. Sascha, du frisst die Google-PR aber auch wie blöde.

  16. „Wenn die Leute irgendwann unkompliziert “mal schnell” einen aktuellen Film für 50 Cent über Paypal laden (und lokal speichern) können, dann gibts auch keinen Grund mehr, auf illegale Angebote auszuweichen.“

    Das wird nie passieren. Das Problem ist. Was macht eine Industrie, wenn die Kunden Wunschvorstellungen haben?

    Und kommt bitte nicht mit Musik. Man tut da immer so, als wäre Musik wirklich billiger. Wenn man ein Album Downloaded in 320 KBPS ist man auch bei 10 Euro und mhr. In Flac sogar 13 Euro und mehr. Da ist eine CD auch nicht viel teurer.

    Wehe jemand würde versuchen Filme zu den Kauf Preisen anzubieten. Die Internet Community würde den Anbieter verbal erschießen.

    Da rede ich nicht mal von Kinofilm sondern eben wie die Videotheken.

    PS: Beim Verleihshop.de gibt es fast alles für 3.50 als DVD oder Bluray nach hause für 14 Tage. Wo ist der Boom. Ab 8 Stück sogar komplett versandkostenfrei.

    Da braucht mir echt keiner mit der Floskel Preisen kommen.

    Oder maxdome. Will nur keiner bezahlen.

  17. random hero says:

    ich hab auch schon mehrere legale streaming anbieter ausprobiert (erst kürzlich: netflix, watchever, amazon prime – schon sehr lange her: maxdome) und mich stört es immer wieder, dass einige klassiker einfach nicht angeboten werden.
    beispiel: die terminator reihe. man möchte meinen, dass die online-videotheken so einen klassiker in ihrer sammlung haben. aber nein… im einen portal gibts teil 2, im anderen teil 3. teil 1 wurde bei keinem der drei anbieter als teil des abos angeboten.

    ich versuche schon die legalen angebote zu nutzen wo es geht. aber im moment sind die angebote noch mehr als löchrig. bei watchever werden serien staffeln sogar nach einiger zeit wieder aus dem angebot genommen! wtf?

    ich hoffe, die content-anbieter wachen bald mal auf…

  18. Na hoffentlich prüft man dann auch die Verfügbarkeit bei den Anbietern und zeigt nicht pauschal bei jedem Film Werbung für Netflix und Amazon.
    Das brauche ich nun wirklich nicht.

    Die Filmindustrie muss endlich verstehen, dass nicht jeder ins Kino gehen will.
    Da bleibt derzeit, vom ewigen Warten mal abgesehen, nur der illegale Download.
    Das selbe bei den US-Serien.
    Die kommen teils erst nach Jahren ins deutsche Fernsehern und dann nur mit schlechter Synchro. Nein danke.

    In einer perfekten Welt gäbe es eine Art Spotify für Filme und Serien, d.h. ein Angebot, wo wirklich ALLES enthalten ist, und zwar DIREKT nach der Veröffentlichung.
    Das werden wir aber wohl nicht mehr erleben…

  19. Der klassische Kampf gegen Raubkopierer hat ein fundamentales Problem – er bekämpft für viel Geld potentielle Kunden, die lediglich einen theoretischen Schaden anrichten. Eine Person, die die horrenden Anwaltskosten der letzten Abmahnung abstottert wird dein neustes Produkt nicht kaufen – wer kein Geld hat kann auch keins hergeben.

    Die Musikindustrie hat mittlerweile verstanden, dass es keinen Sinn macht seine eigene Kundschaft massenweise vor den Richter zu zerren – und dass Kopierschutzmechanismen nie vor Raubkopierern schützen werden.

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