Smartwatches Q2/16: Verkäufe sinken um 32 Prozent, 55 Prozent Rückgang für die Apple Watch

artikel_idcSmartwatches sind eine noch sehr junge Produktkategorie mit noch eingeschränkten Möglichkeiten. Noch kein Produkt für den Massenmarkt, auch wenn uns die Hersteller das gerne glauben lassen wollen. Das gilt nicht für jeden, wer etwas mit einer Smartwatch anfangen kann, möchte sie meist nicht mehr missen, andere warten auf bessere Akkulaufzeiten oder mehr Funktionen. Das schlägt sich auch in den Verkaufszahlen nieder. IDC hat diese für das zweite Quartal 2016 veröffentlicht. Diese zeigen einen deutlichen Rückgang der Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr, zurückzuführen allerdings hauptsächlich auf die Apple Watch.

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Betrachtet man die Zahlen isoliert, sieht das brutal aus für Apple. Ein Minus von 55 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal 2015. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Apple Watch erst seit dem zweiten Quartal 2015 verkauft wird. Logisch, dass die Verkäufe zum Start wesentlich höher sind als nach einem Jahr. Da die Verkäufe letztes Jahr im Vergleich zu anderen Smartwatches sehr hoch waren, zieht dies natürlich auch den Gesamtmarkt entsprechend mit – trotz steigender Verkaufszahlen bei Android Wear-Smartwatches. Hier scheint sich der iPad-Effekt zu wiederholen.

Samsung, Lenovo, LG und Garmin konnten ihre Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr um zweistellige Prozente steigern, aber wenn der Grundwert schon niedrig ist, ist das auch einfacher. Lenovo trifft es hier mit einer Steigerung von 75 Prozent noch am besten, allerdings bedeutet dies auch nur 0,3 Millionen verkaufte Smartwatches im zweiten Quartal. Doppelt so viele Smartwatches konnte Samsung absetzen, 0,6 Millionen Einheiten bedeuten eine Steigerung von 51 Prozent.

Bei Apple waren es trotz des großen Rückgangs laut IDC immerhin 1,6 Millionen verkaufte Smartwatches, was einem Marktanteil von 47 Prozent entspricht. Bedeutet im Umkehrschluss, dass im zweiten Quartal 2016 insgesamt gerade einmal 3,5 Millionen Smartwatches verkauft wurden. Ändern soll sich dies, wenn Smartwatches auch ohne Smartphone genutzt werden können, die Plattformen einen Anreiz bieten. Dann soll der Markt auch wachsen.

Eine Rolle könnten auch die traditionellen Uhrenhersteller spielen. Sie stiegen später ein als die Tech-Konzerne, Tag Heuer und Fossil seien hier genannt. Aber nach wie vor muss dem Kunden erstmal ein Anreiz geboten werden, eine Smartwatch auch nutzen zu wollen. Daran hapert es bei der breiten Masse aktuell noch.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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14 Kommentare

  1. Wolfgang Denda says:

    Sogar Pebble hat beim Backing für die neuen Modelle des Jahres bei Kickstarter „nur“ den dritten Platz der Rekordliste geschafft.

  2. Christian says:

    Ich bin wirklich Technik begeistert aber für ne Smartwatch konnte ich mich nicht begeistern. Wahrscheinlich weil man das Smartphone eh immer griffbereit hat.

  3. Der Kern ist der Gebrauchswert. Das Smartphone in Form des IPhone (nach vorherigen Versuchen) brachte einen großen Vorteil an Gebrauchswert (ohne jede Wertung).
    Das Fax löste den Brief ab, die Email das Fax, die SMS die Email und WhatsApp und Co. lösen nun die Email ab – einfach höherer Gebrauchswert.

    Die Smartwatch bringt keine erkennbaren Vorteil gegenüber anderen Geräten, die ich eh dabei habe (eben mein Smartphone).

    Nun ist ihm das gleiche Schicksal, wie dem Tablet beschienen: Nischenmarkt.

  4. Smartphone immer dabei? Eben nicht. Ich hatte lange Zeit nur eine Smartwatch mit Telefon integriert. Damit habe ich telefoniert, Emails geschrieben (meist am PC, ok) und navigiert. Hat gut funktioniert.
    Jetzt habe ich zusätzlich ein Smartphone 7″ (extrem oder?), das habe ich nicht immer bei mir. Da reicht dann auch meine Smartwatch. Kann doch alles.
    Allerdings kann ich nicht verstehen, eine Smartwatch zu haben die vom Smartphone abhängig ist. Dann brauche ich nur das Smartphone.

  5. Smartwatchs werden sicherlich „das nächste große Ding“ nach den Smartphones. Aber erst wenn diese noch ein deutliches plus beim Mehrwert bieten. Und die Kinderkrankheiten wie zähe Bedienoberflächen, und viel zu kurze Akkulaufzeiten in den Griff bekommen.

  6. 1 Tag Akkulaufzeit sind leider nicht awesome 🙁 egal ob Smartwatch oder Smartphone

  7. Smartwatches sind Totgeburten!
    Ich schrieb das gleiche (sinngemäß) schon vor über einem Jahr (noch bevor die Apple Watch kam), und daran hat sich nichts geändert (und wird sich vermutlich auch nicht).

    Lächerliche Akkulaufzeiten,
    (meist) zusätzlich ein Smartphone zum Betrieb nötig
    sind nur die wichtigsten Nachteile. Einzig beim Design hat es positive Entwicklungen gegeben.
    Da hatten die Urenkel der heutigen Smartwatches, die Casio Taschenrechner-Uhren, doch zur damaligen Zeit wirklich einen Mehrwert.

    Es bleibt dabei: Smartwatches sind (außer vlt. für Technik-Freaks) ein völlig unötiges Produkt.
    Und fürs Handgelenk bleibe ich bei meiner (mechanischen) Automatikuhr.

  8. @ Hotti
    Kann man die Smartwatch denn überhaupt sinnvoll nutzen, wenn man sein Phone nicht dabei hat?

  9. Wie ich es Prophezeit habe…die Dinger kommen nicht an und nachdem ersten Hype der durch die Medien erzeugt wurde ist es langweilig 🙂

  10. Der Spielzeughersteller „Angebissener Apfel“ verliert ja laut Berichten nunmehr in allen Bereichen: Tablet-Sparte schon lange das Sorgenkind, Smartphone-Sparte bricht ein, PC-Sparte fällt immer weiter zurück, und nun mehr als Halbierung des Verkaufs in der Smartwatch-Sparte.

    Spielen Kleinkinder heute weniger mit überteuertem China-Spielzeug, finden sogar sie das altbackene Design zu kindisch, oder warum steckt dieser Spielwarenhersteller so in der Krise?

  11. Schröppke says:

    @Carmen Man sollte eben Toys R Us nicht unterschätzen.

  12. @Don Definitiv ja!
    Wenn wie gesagt Telefon integriert ist, GPS, WLAN ebenfalls, Kamera hab ich auch noch d’rin, Barcodescannen ist so auch möglich. Es sind alle auf einem ‚echten‘ Android (bei mir 4.2) alle Programme wie auf einem Smartphone lauffähig. Einige nicht durch den quadratischen Bildschirm, weil die Programme kein Scrollen integriert haben.
    Und inzwischen gibt es sowas auf dem Chinamarkt ab 36,00 Euro. Hätte ich genommen, wenn ich nicht schon eine hätte, übrigens seit zwei Jahren ohne das der Wechselakku schlapp gemacht hat. Alle zwei bis vier Tage an die Ladestation, Ladezeit 1/2 Stunde.
    (Bitte keine Nachfragen, es ist eine PEARL Uhr und hier scheiden sich ja die Geister)

  13. anzensepp1987 says:

    Gerade vor einer Woche könnte man an anderer Stelle lesen, dass die Verkaufszahlen der Apple Watch konstant bleiben. Da Apple keine offiziellen Zahlen herausgibt, ist das doch ohnehin viel Spekulation.

  14. Wolfgang Denda says:

    Die Iwatch ist mir wegen der schwachen Laufzeit herzlich egal. Sogar mein Iphone schafft drei Tage.

    Wozu denn neu kaufen? Die Time Steel hat ja hardwaremäßig alles, was ich will. Die Software wird laufend verbessert. Die Time 2 habe ich bereits nur wegen des größeren sichbaren Bereichs vom Ziffernblatt ‚gekauft‘, und ich kann meine teuren Ladekabel und Armbänder weiter verwenden. Geil.

    Also, was erwarten die Verkaufsdroiden der Unternehmen denn großartig an fantastischen Umsätzen, wenn schon jeder Interessierte versorgt ist? Den Schrott mit fest montierten, oder Spezialarmbändern können sie gerne behalten. Das MS Band dauernd zum Tauschen einzuschicken reicht den meisten.

    Idee: Sie können ja für nächstes Jahr wieder einen 3D Hype starten, mit holografischer Darstellung der Nachrichten mitten im Raum, oder so.

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