Smartplane ausprobiert – die traurige Geschichte eines Flugzeugabsturzes

Bereits kurz vor Weihnachten erhielt ich ein vielversprechendes Gadget, das Smartplane (na, wer erinnert sich an das Kickstarter-Projekt PowerUp?). Ein kleines Flugzeug aus Styropor, das sich per Smartphone App fliegen lässt. Da es sehr leicht ist (9 Gramm werden angegeben, die Küchenwaage zeigt 13 Gramm an), kommt das Flugzeug schwer mit Wind klar, ist ja logisch. Um es in den eigenen vier Wänden fliegen zu lassen, reicht allerdings der Platz nicht aus. Also harrte ich der Dinge und hoffte auf windstille Tage, um das Smartplane richtig ausprobieren zu können. Gestern war es dann so weit.

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Kommt das Smartplane zu Hause an, ist es bereits fertig zusammengebaut, der Spaß kann also direkt losgehen. Neben dem Flugzeug befindet sich auch noch ein Micro-USB-Kabel in der Verpackung, damit Ihr den Akku direkt laden könnt. Das dauert 15 – 20 Minuten und es ist dabei egal, ob Ihr die USB-Buchse eines PCs, ein Smartphone-Ladegerät oder auch eine Powerbank nutzt.

Das Smartplane besteht aus einem EPP-Material, das Chassis überlebt dadurch auch Abstürze, ohne direkt auseinander zu fallen. Das Flugzeug selbst ist mit einem Propeller-Antrieb und einem Seitenruder ausgestattet. Geschwindigkeit und Flugrichtung wird direkt über eine iOS-App geregelt.

Bevor es losgeht, muss die App sich erst mit dem Smartplane verbinden. Bei Ersteinrichtung dauert das knapp eine Viertelstunde, der Fortschritt wird auf dem Smartphone angezeigt. Ist die erstmalige Verbindung hergestellt, kann man später direkt losfliegen, egal ob die App zwischendurch geschlossen war. Es geht hier tatsächlich nur um die Ersteinrichtung.

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Die Verbindung zwischen Smartplane und App wird über Bluetooth hergestellt. Öffnet man die App, sucht diese kurz, die Verbindung erfolgt dann automatisch. Super einfach und genauso wie man es sich eigentlich wünscht. In der App selbst hat man einen Überblick über den Akkustand des Flugzeug, die Empfangsstärke und die Lage des Flugzeugs. Außerdem ist die Steuerung für die Geschwindigkeit verfügbar. Gelenkt wird durch Neigung des Samrtphones.

Durch seinen Aufbau und die Flugeigenschaften, bewegt sich das Smartplane relativ langsam in der Luft, was eine gute Kontrolle während des Flugs ermöglicht, wenn keine Störfaktoren (wie zum Beispiel Wind) mitmischen. Der Hersteller gibt eine Verbindungsreichweite von bis zu 60 Metern an, was sehr großzügig bemessen ist und beim Ausprobieren nicht nachvollzogen werden konnte. Hier brach die Verbindung nach 20 – 30 Metern (geschätzt, auf keinen Fall mehr als 30 Meter) ab. Gut ist hierbei, das bei Verbindungsabbruch der Motor des Flugzeugs abschaltet.

Eigentlich wollte ich Euch an dieser Stelle ein Video zeigen, wie schön das Smartplane durch die Lüfte schwebt. Das macht es nämlich in der Tat. Zumindest so lange wirklich nicht einmal ein kleiner Hauch Wind weht. Zwei Akkuladungen mit insgesamt vielleicht 25 Minuten Flugzeit hielt das Smartplane durch. Es macht auch sehr viel Spaß das Ding fliegen zu lassen, die Steuerung per App funktioniert sehr gut.

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Die Steuerung ist zudem schnell erlernt. Ein oder zwei Akkuladungen sollten auch für blutige Anfänger ausreichen, um das Smartplane durch die Gegend zu steuern. Aber kommen wir zum traurigen Teil der Geschichte, der es für mich auch schwer macht, das Smartplane uneingeschränkt zu empfehlen.

Gestern Nachmittag war es endlich einmal nahezu windstill. Tochter zum Filmen geschnappt und ab auf eine frisch gedüngte Wiese (von wegen Blogger haben es ja so leicht!). Viel Platz, ein nochmal windgeschützterer Platz, eigentlich ideal für so ein Vorhaben. Da ich vorher ja noch keine Gelegenheit hatte, machte ich mich mit dem Smartplane vertraut, meine Tochter mit der Kamera.

Und dann kam sie, die Windböe, die alles verändern sollte. Gerade als wir beschlossen, dass wir nun eigentlich bereit wären, um besseres als das Versuchsmaterial aufzunehmen, erfast der Wind das Smartplane und zog es sehr weit in die Höhe. Verbindungsabbruch und es folgte der Absturz. Macht nix, dachte ich mir, stürzte ja vorher auch schon etliche Male ab, ohne Schaden davon zu tragen.

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Zur Absturzstelle geeilt folgte schnell Erleichterung, das Flugzeug war noch in einem Stück. Und trotzdem kaputt. Ich habe keine Ahnung, was genau bei dem Absturz zerstört wurde, aber es machte sich ein seltsames Verhalten bemerkbar.

Die Verbindung zur App wurde prompt wieder hergestellt, beim Gas geben auch alles normal, bis zu dem Punkt, wo man die Maximaldrehzahl erreicht. Dann geht die Verbindung verloren, noch bevor man losgeflogen ist. Eine Verbindung kommt dann erst wieder zustande, wenn die App komplett geschlossen wurde. Aber auch eine neue Verbindung bricht wieder ab, wenn man Gas gibt. Auch ein Wechsel des Steuer-iPhones schafft hier keine Abhilfe. Technisches K.O. nach 25 Minuten Nutzung. Traurig.

Traurig deshalb, weil selbst das Einfliegen schon richtig Spaß gemacht hat. Und traurig auch deshalb, weil das Flugzeug augenscheinlich nicht beschädigt ist. Das fragil wirkende Chassis hält auch harten Abstürzen stand. Man traut es sich zwar fast nicht anfassen aus Angst, dass etwas kaputt gehen könnte, aber es ist robuster als es aussieht.

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Outdoor ist das Smartplane nicht zu gebrauchen, man muss es so hart sagen. Wenn schon ein laues Lüftchen dafür sorgt, dass man keine Kontrolle mehr hat, sollte man es nicht draußen nutzen, auch wenn vom Hersteller so vorgesehen. Indoor benötigt es jedoch eine Menge Platz, um den Flugspaß zu erleben, da hilft auch die niedrige Geschwindigkeit nichts. Ideal wäre es wohl, eine große Lagerhalle zur Verfügung zu haben, die haben aber die wenigsten.

Dennoch ist das Smartplane eines der coolsten Gadgets, das mir seit langer Zeit zwischen die Finger gekommen ist. Ich habe hier auch einen per Smartphone gesteuerten Helikopter, der bei weitem nicht so viel Spaß bringt wie das Smartplane (könnte natürlich auch sein, dass ich mich nur zu doof anstelle). Insofern kann man wohl doch eine kleine Empfehlung für das Smartplane aussprechen, zumindest, was die Idee angeht.

Der Preis in Höhe von 69 Euro (Amazon* Partnerlink) mag für ein paar Stücke Styropor und die verbaute Technik vielleicht etwas hoch erscheinen, nach dem Ausprobieren finde ich persönlich ihn jedoch durchaus gerechtfertigt – wenn denn alles funktionieren würde. Dennoch unterscheide ich hier: Spaß und Technik rechtfertigen den Preis, das konkrete Modell scheint allerdings ernsthafte Schwächen zu haben, wenn man sich die Amazon-Bewertungen anschaut. Die Funktionsmängel werden auch von anderen Kunden bestätigt.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

18 Kommentare

  1. Irgendwann schicke ich dir was, was du nicht kaputt bekommst 🙂 Zum Thema: Würd ich mich dumm und dusselig ärgern. 69 Euro. Weiss leider nicht, was die Empfänger usw- kosten. In China hab ich nichts gefunden.

  2. „Dennoch ist das Smartplane eines der coolsten Gadgets, das mir seit langer Zeit zwischen die Finger gekommen ist“ > und das trotz der Kritik und 25 Min. Spielspaß? also ein cooles Gadget muss bei mir länger durchhalten. 69,- ist definitiv zu hoch wenn man es quasi nur unter Laborbedingung (Windstille) oder in einer Halle nutzen kann.

  3. Natürlich ärgerlich, aber trotzdem: interessanter Erfahrungsbericht, mal was anderes als das nächste Samsung Galaxy XXXL. Mehr davon 🙂

  4. Wenn man mal sieht wie so ein Chinading innen gelötet wurde, dann wundert die beschränkte Haltbarkeit wenig (sieht man auch in den Amazon-Rezensionen von der Kiste). Falls man wirklich länger Spaß mit so einem Ding haben möchte, dann sollte man irgendetwas mit Ersatzteilversorgung nehmen. Dann ist ein Crash nicht gleich ein Totalverlust.

    P.S.
    Wenn es jetzt eh schon schrott ist und du keine Angst vor einem Lötkolben+Multimeter hast, dann würde ich das Ding mal öffnen und schauen wo der Fehler liegen könnte.

  5. bin durch mein umfeld vor wenigen tagen erst auf das folgende projekt gestossen (in bremen ansässig)… ist das jetzt genau dieses produkt? ich bin etwas verwirrt.
    http://www.facebook.com/TobyRich.de

  6. Helikopter mit waagrechtem Heckrotor 😆 ? Wer will denn sowas 😉 ? Gyro geht ja noch… 🙂 . Dann doch eher

    „Hier sollten eigentlich paar Links stehen…“

    Blöd jetzt :(, irgendwie funzen der/die Links zu miniinthebox.com nicht. Und die Kommentarfunktion sperrt sich… gegen die Verlinkungen ?

    Na ja, vergessen wir’s 🙂

  7. Wenn du dir den Amazon Link anschaust, erkennst du: Ja es ist genau dieses Produkt („Verkauf durch TobyRich GmbH“

  8. hier noch das offizielle video…
    https://www.youtube.com/watch?v=x0FNLrk385A

    also den preis finde ich schon ziemlich krass. ich würde etwa 29 euro als angemessen bezeichnen.

  9. @indianerkrapfen: danke für deine scheiß werbung. aber ein hubschrauber welcher nur 5 min fliegt, braucht wirklich niemand. kann man sich ja gleich ne samsung uhr kaufen bei der nur 1 tag der akku hält…

  10. Der Preis ist völlig überzogen.

    69 Euro für 13g Plastik haben wollen, aber nicht in der Lage zu sein ein schönes Will-Haben-Video zu machen.

    Und es ist bestimmt reiner Zufall, dass das Video in einem windgeschützten Innenhof gedreht wurde.

    Das Fluggerät disqualifiziert sich durch sein geringes Gewicht für Outdoor. 13g haben dem Wind nichts entgegenzusetzen.

    Nettes Gadget für einen kurzen Spaß. Den Gegenwert sehe ich bei 10-15 Euro.

  11. Sascha Ostermaier says:

    An alle, die sich über den Preis aufregen: mal ein bisschen weiter denken, als nur die Materialkosten. App-Entwicklung nicht vergessen, die verbaute Technik mit einbeziehen und dem Unternehmen vielleicht auch noch einen Gewinn übrig lassen (jau, die wollen Geld verdienen, steht ja ne GmbH dahinter, nicht die Wohlfahrt).

  12. finde den preis vollkommen in ordnung

  13. Ich hab viel Spaß an solchen Modellen. Aber draußen machen sie nur Spaß, wenn es wirklich(!) windstill ist. Wirklich gerne fliegen ich diese kleinen Modellflugzeuge nur in der Sporthalle. Dort ist genug Platz und kein Wind der stört. Wer die Gelegenheit hat, in einer großen Halle zu fliegen, sollte das unbedingt probieren.

  14. Hallo zusammen!

    Erstmal besten Dank an Sascha für Deinen umfangreichen und ehrlichen Erfahrungsbericht!

    Als Hersteller möchten wir natürlich gerne Stellung zu den Kritiken nehmen.

    Wie bereits beschrieben, fliegt das SmartPlane natürlich am besten wenn man ausreichend Platz hat. Im Freien ist Windstille ideal aber auch ein kleines Lüftchen kann sehr wohl viel Freude beim Fliegen machen z.B. wenn man mit dem SmartPlane im Wind steht oder sich gegen den Wind versucht zu behaupten.

    Wenn es zu windig wird, macht es logischerweise irgendwann keinen Sinn, da man keine Kontrolle mehr über das Flugzeug hat.

    Wir haben versucht, das SmartPlane so leicht zu bauen wie möglich. Viel Auftrieb bei wenig Vorschub war die Devise. Denn umso langsamer es fliegt, desto einfacher ist es auch für den Anfänger es zu steuern.

    Das Material nennt sich EPP und ist sehr strapazierbar. Die Modellbauer unter Euch werden es kennen. Leider ist nichts unkaputtbar. Was in Saschas Fall das Problem ist, lässt sich per Ferndiagnose nur vermuten:

    – Ist die Batterie komplett aufgeladen? Ein ständiger Verbindungsabbruch könnte auf einen nicht aufgeladenen Akku hinweisen.

    – Ansonsten könnte sich die Antenne beim Crash gelöst haben oder aber der An/Aus-Schalter. So kommt es zu einem Wackelkontakt.
    In solchen Fällen wendet Euch bitte an unseren Kundensupport. Entweder wir schaffen es das SmartPlane gemeinsam zu reparieren oder aber ihr erhaltet ein Ersatzexemplar.

    – Die Reichweite ist sehr von der Umgebung abhängig: Temperatur, Feuchtigkeit und Hindernisse sind alles Faktoren, welche die Reichweite & Leistung beeinflussen.

    Bitte berücksichtigt bei der Preisdiskussion, dass ein Produkt viel mehr ist als seine bloßen Materialkosten: Es müssen Entwicklungszeit, Software, Logistik, Zertifizierungsgebühren, Marketing, Buchhaltung und vieles mehr an Unternehmenskosten aus den Produkten finanziert werden. Zudem hängt alles maßgeblich von den Stückzahlen ab. Ein Start-Up wie wir es sind, ist am Anfang oftmals nicht in der Lage riesige Stückzahlen abzurufen im Vergleich zu einem Global Player, was sich maßgeblich auf den Einkaufspreis der einzelnen Komponenten auswirkt.

    Trotz der kleinen Bruchlandung von Saschas SmartPlane hoffen wir, dass sich noch weitere Hobbypiloten finden werden und unser SmartPlane mit ihren Smartphones durch die Lüfte steuern!

    Wir freuen uns auf Euer Feedback und entwickeln eifrig an der Folgeversion!

    Beste Grüße aus Bremen
    Euer TobyRich-Team

  15. Sowas ist doch Müll. Dann lieber echte Modellflugzeuge. Und eine Viertelstunde um sich einzurichten? Was macht das Teil in der Zeit? o_O und WTF?!?