Smartphone-Kill-Switch könnte Einsparungen in Milliardenhöhe bringen

Ein Kill-Switch für Smartphones wird in einigen Kreisen bereits länger gefordert. Kommt ein Smartphone abhanden, könnte man es über eine zentrale Stelle unbrauchbar machen. Gerade im Zusammenhang mit Diebstählen könnte dies Sinn ergeben, wenn Smartphones dadurch für den Dieb unattraktiver werden. Damit sie dies aber werden, müsste ein solcher Kill-Switch in allen Geräten vorhanden sein, sonst wüsste der Dieb erst hinterher, was er da eigentlich gemopst hat und der Schaden entsteht trotzdem. 580 Millionen US-Dollar zahlen amerikanische Geschädigte im Jahr, um gestohlene Smartphones zu ersetzen, 2 Milliarden US-Dollar könnten Versicherte sparen, wenn sie auf Versicherungen umsteigen, die keinen Diebstahl abdecken.

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William Duckworth von der Universität Creighton errechnete diese Zahlen. Insgesamt schätzt Duckworth, dass Amerikaner 4,8 Milliarden US-Dollar für die Versicherungen zahlen. Wenn davon nun 2 Milliarden US-Dollar wegfallen, bekämen wohl die Versicherungen Probleme, oder sie würden ihre Versicherungen einfach teurer machen, falls ein Kill-Switch tatsächlich so drastische Rückgänge bei Diebstählen bewirken würde.

Rückhalt findet der Kill-Switch auch bei den Nutzern. 1.200 Smartphone-Nutzer wurden im Februar 2014 befragt. 99% gaben an, dass der Mobilfunk-Provider die Möglichkeit haben sollte, ein Smartphone unbrauchbar zu machen. 83% glauben sogar, dass ein Kill-Switch für einen Rückgang der Diebstähle sorgen würde. Ebenso ist ein Großteil der Befragten (93%) dafür, dass solch ein Service kostenlos angeboten werden sollte. Die Telekommunikations-Unternehmen wollen so einen Kill-Switch übrigens nicht haben. Die CTIA als Vertretung der Provider, spricht sich gegen eine solche Methode aus.

Fraglich ist, ob ein Kill-Switch in Smartphones tatsächlich etwas am Diebstahlverhalten ändern würde. Ein Dieb kann vorher nicht wissen, ob ein Smartphone mit einem solchen Instrument ausgestattet ist. Bereits heute gibt es zahlreiche Lösungen, die es erlauben, ein Smartphone aus der Ferne zu löschen und zu sperren. Für den Nutzer gut, für den Dieb wohl relativ egal. Was meint Ihr, ein Kill-Switch für das Smartphone, wirklich nötig oder doch eher geringer Nutzen?

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

19 Kommentare

  1. Bitte.. das, was ich denke.. oh bitte..

  2. Wäre ja ein schöner Single-Point-of-Failure, der Traum eines Hackers, da sich einzuhacken und denn die Geräte zu fritieren. Hänge meine iPhone momentan nur via App an Exchange, damit im Fehlerfall maximal die App gekillt werden kann.

  3. Ist bei meinem Smartphone lt. Handbuch vorhanden. Habe es zum Test mal ausprobiert. Klappt.

  4. Sinnvoll fände ich den „kill switch“ eher aus Datenschutz-Sicht, immerhin liegen auf einem Smartphone jede Menge (Zugangs-) Daten.
    Den „remote kill“ sehe ich aber etwas problematisch, es dürfte wenig lustig sein, wenn mal irgendwann jemand das System oder auch nur einzelne Accounts hackt und dann mal eben ein paar Smartphones platt macht. Außerdem funktioniert er auch nur, wenn das Handy ins richtige Netz eingebucht ist .
    Sinnvoller fände ich da schon eher, den Zugang lokal zu verweigern. SD- und adb-Zugriff erst nach Unlock, nach mehreren vergeblichen Unlock-Versuchen Komplettlöschung.

  5. Man stelle sich nur mal vor wenn z.B. bei dem Vodafone Hack nicht nur 2 Millionen Kundendaten abhanden gekommen wären, sondern auch noch 2 Millionen Smartphones geröstet worden wären. Oder es reicht ja auch ein Systemfehler und dann ist alles futsch. Kann mir gut vorstellen warum die Telekommunikations-Unternehmen das ablehnen. So eine große Verantwortung mit so großen Schadensummen im Notfall möcht ich auch ungerne haben 🙂

  6. Fände ich ja prinzipiell nicht mal schlecht, nur denke ich einfach, dass sich Hacker recht schnell daran machen, dies zu knacken und schon gibts ganz viele kaputte Smartphones – das bringts dann glaub ich auch nicht.
    Ich persönlich nutze „avast! Anti-Theft“, über das ich mein Smartphone per Online-Portal jederzeit orten, sperren und alle Daten löschen kann – zusätzlich gibts auch noch so Funktionen, wie beispielsweise die Sirene, die dann ganz laut schreit, um wohl Passanten aufmerksam zu machen :’D

  7. Eigentlich eine gute Idee, nur müßte es richtig „Bumm“ in der Tasche des Diebes machen. Einfach nur löschen oder unbrauchbar machen ist doch langweilig.

  8. Is dat jetzt ein Aprilscherz oder nicht?

  9. Dies würde die Straftaten, welche umgangssprachlich als „Handy Abzocken“ umschrieben werden mittelfristig auf null reduzieren. Ich kenne Fälle, in denen Kindern und Jugendlichen unter Gewalt und / oder Gewaltandrohung das Handy geraubt wurde. Diese Straftaten könnte man damit abstellen. Solange aber nicht der Sohn oder die Tochter eines Mobilfunkchefs einmal direkt betroffen sind, wird sich aus Profitgründen nichts ändern.

    Die Einsparungen im Ttel des Themas sind die entgangenen Umsätzen bei den Providern. Mal unterstellt, dass der deutsche Michel seine Geräte brav und lemmingartig vom Provider holt..

  10. Malkavianer says:

    Kann nur ein Aprilscherz sein. Ich meine…hey. Eine fest eingebaute Möglichkeit ein Handy zu grillen egal wo man sich befindet. Jedes Handy dieser Welt. Ach wie geil. Da fühle ich mich gleich sicherer, nachdem Sony, Sky und all die anderen schon gehackt wurden. klar sind die Zugangsdaten sicher, aber ja doch. Liegen direkt neben unserer sicherer Rente.

    Bevor ich mir ein Handy mit festeingebauter Selbstzerstörung aus der Ferne hole, gehe ich zurück zu meinem Nokia 6110. Also ehrlich, was man sich da für eine Mist einfallen lässt.

  11. @Thorsten

    Ich glaube nicht. Darüber hab ich bereits gestern was gelesen (es sei denn, man hat hier mit Absicht gestern was veröffentlicht, damit es heute umso glaubhafter wirkt).

    Zum Thema „Kill Switch in Smartphones“ hatte ich mich auch ganz klar geäußert. Die Idee an sich ist nicht verkehrt – allerdings nicht umsetzbar. So ein Kill Switch kann ausgehebelt werden, wenn die Funktionsweise erst mal bekannt ist. Hacker könnten ihn missbrauchen, um absichtlich Schaden anzurichten.

    Und überhaupt, wer garantiert mir, dass die Hersteller nicht selbst den Kill Switch benutzen würden, um die Geräte ihrer Kunden unbrauchbar zu machen, damit die sich ein neues Smartphone kaufen müssen? Das Gesetz? Definitiv nicht – und wenn, es interessiert die Hersteller eh nicht, welche Gesetze gelten. Die Presse? Auch hier wieder klares „Nein“. Schmiergelder in der Presse sind ein lange bekanntes Problem.

    Von daher mein Fazit zum Kill Switch: Nein, danke.

  12. Die Grundidee ist wirklich gut, allerdings Teile ich die Sorge einiger hier: was passiert, wenn jemand Zugriff auf diese Datenbank erhält? Das wäre sicherlich auch ein interessantes Ziel für Terroristen, oder totalitäre Regime.

  13. Also bei iOS 7 Geräten ist das doch der Fall. Wenn das Gerät mit mein iPhone finden gelöscht wurde oder anderweitig zurückgesetzt, wird ohne die frühere AppleID & Passwort nicht aktiviert…

  14. @TheCuda
    Zum dritten Absatz: Guter Punkt! Versuch erst mal nachzuweisen, dass es überhaupt genau deswegen kaputt ist. Zur Not heißt es dann, dass es geplante Obsoleszenz war – das Gesetz dagegen wurde ja gekippt, damit wären die Hersteller auf der sicheren Seite xD

    Und wer weiß, ob nicht irgendein Bug ausreicht, um diese Selbstzerstörung auszulösen? Wäre mir zu heikel. Ich seh’s schon kommen: Leute verlegen irgendwo ihr Gerät, zerstören es aus der Ferne und finden es dann ’ne Woche später unterm Sofa wieder *g*

    Selbst wenn es jemand klaut, habe ich herzlich wenig davon, wenn mein Smartphone dann kaputt geht. Lieber will ich das Gerät zurück; dann doch lieber Tools wie avast! Anti-Theft oder ähnlich. Zumal ich dort frei entscheiden kann, ob ich etwas derartiges im System haben möchte oder nicht.

  15. Ich sehe das wie viele meiner Mitkommentatoren, der Killswitch ist eine Super Sache, allerdings gibt es zuviele negative Punkte daran zum Beispiel ein hackerangriff, ein Bug oder eine falsch programmierte App im App-Store die sowas vielleicht auslösen können. das wäre doch keine sinnvolle Geschichte.

    Würde man allerdings den Killswitch anhand der IMEI aktivieren können, und dann ein, oder zwei weitere Sicherheitssperren integrieren, die nicht umgehbar sind, weil sie zum Beispiel auf einem gesonderten Chip sitzen, der den Boot des Telefons (wenn aktiviert) komplett verhindert (auch recovery Mode usw…) dann könnte das eine sichere und gute Sache werden. Es muss halt ausgeschlossen sein, das hier Probleme auftreten können…

  16. Genau – Diebe wird das abhalten. Das wird doch lediglich von den Regierungen forciert, um im Ernstfall die Kontrolle über Smartphones haben zu können. Da freuen sich z.B. Staaten bei Demos, indem sie mal alle S. killen können. Es ist heute noch so, daß deutsche Provider geklaute S. nicht anhand der IMEI verfolgen oder sperren wollen. Um echten Schutz des S, geht es in dem Fall sicher nicht, zudem gibt es bereits Methoden, S. remote zu löschen und lokalisieren. Laßt euch nicht für blöd verkaufen.

  17. Ich hab den Entwicklern von Cerberus schon vorgeschlagen bei Root-Zugriff jegliche Möglichkeit, das Gerät auszuschalten per Remote zu unterbinden, damit die Nachverfolgbarkeit so lange erhalten bleibt, bis entweder der Dieb die fest eingebaute Batterie rausreißt, oder das Ding eben gefunden wird…

    Das ist deutlich effektiver als der NSA mit nem Smartphone-Killswitch in die Hände zu spielen. Kein Dieb hält es aus nen Smartphone, das ihm ne nette Summe einbringen könnte direkt zu zerstören, damit er eben nicht gefunden wird. – Aber wie immer -bietet die NSA genug Geld dafür isses eben nicht anders möglich…

  18. Die NSA sponsert das sicher gerne. Wenn dem Besitzer das Smartphone nicht mehr geklaut wird, hat er es länger, was wiederum für einen stetigeren Datenfluss sorgt. Falls irgendwo Informationen unterdrückt werden müssten, wäre der Kill-Switch bei der NSA sicher auch zur Unterhaltung brauchbar. Satellit über Zielperson positionieren, Kill-Switch aktivieren, sich einen Ast lachen.
    Und wenn die NSA den Herstellern genug bietet, bekommen sie dafür sicher noch eine NSA-exklusive Funktion in die Smartphones mit eingebaut. Dann braucht man nämlich keine Killer mehr los zu schicken, dann explodiert halt einfach zufällig der Handyakku der Zielperson beim Telefonieren.

  19. Wird in den USA ab 2016 glaube ich sowieso Pflicht in smartphones, ob in allen Bundeststaaten weiß ich nicht. Ist auch interessant für die Geheimdienste um die Kommunickationswege auszuschalten.