Smartphone-Boom im dritten Quartal 2015: 355,2 Mio. ausgelieferte Modelle

artikel_iPhone6S_PlusDer Boom um die mobilen Gadgets hält an: Laut den Analysten der IDC waren die Smartphone-Auslieferungsmengen im dritten Quartal 2015 die zweithöchsten, die man jemals für ein einzelnes Quartal verzeichnen konnte. 355,2 Mio. Smartphones wurden laut IDC weltweit ausgeliefert. Das entspricht einem Plus von 6,8 % gegenüber dem gleichen Zeitraum 2014. Allerdings hatte die IDC sogar noch höhere Mengen erwartet und mit 363,8 Mio. ausgelieferten Smartphones gerechnet. Als Ursache dafür, dass größeres Plus ausgeblieben ist, macht man unter anderem verantwortlich, dass zahlreiche der zuletzt veröffentlichten Android-Flaggschiffe aus Sicht der Kunden zu teuer gewesen seien.

Entsprechend erklärt Ryan Reith, der Verantwortliche für den quartalsweisen Mobile-Phone-Tracker bei der IDC, dass wir es aktuell mit einer ganz speziellen Marktsituation zu tun hätten: Kunden hätten sehr viele Wahlmöglichkeiten, was Smartphones betreffe und würden beginnen immer mehr über den Tellerrand zu schauen. Dadurch erhöhe sich besonders der Druck auf Anbieter von High-End-Geräten. Speziell chinesische Hersteller greifen mit aggressiver Preispolitik Platzhirsche wie Apple und Samsung an. Bei der IDC weist man aber auch darauf hin, dass das Gros des weltweiten Wachstums auf Einstiegs- und Mittelklasse-Modelle zurückzuführen sei, die sich in den sogenannten „Emerging Markets“ gut verkaufen.

smartphone zahlen idc 2015

Betrachtet man sich nun verstärkt die einzelnen Hersteller, so ist Samsung weiterhin mit rund 84,5 ausgelieferten Geräten der Marktführer. Tatsächlich ist gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 6,1 % drin. Besonders erfolgreich waren für die Südkoreaner neben den Flaggschiffen wie dem Galaxy S6 auch Einstiegsmodelle wie die Galaxy Core / Grand Prime. Apple hat wenig überraschend durch den Release des neuen iPhone 6s / 6s Plus Kunden gewonnen, bewahrt sich aber auch bei den Verkaufszahlen der 5s, 6 und 6 Plus konstant eine treue Käuferschaft. 48 Mio. Smartphones konnte Apple im dritten Quartal 2015 ausliefern.

Es folgt Huawei mit 26,5 Mio. ausgelieferten Geräten und einem enormen Wachstum von 60,9 % gegenüber dem gleichen Zeitraum 2014. Die Chinesen haben erfolgreich mit preislich sehr aggressiv platzierten Geräten wie dem Honor 6 Plus oder dem Ascend P8 Kunden gewonnen. Allerdings konzentriert sich der Erfolg von Huawei insbesondere auf China und Europa. In den USA ist Huawei eher ein Nischen-Anbieter. Die Landsmänner von Lenovo haben weltweit rund 18,8 Mio. Smartphones ausgeliefert – ein Plus von 11,1 % gegenüber dem Vorjahr. Lenovo müsste sich allerdings deutlicher über den chinesischen Markt hinaus ausbreiten, um das Wachstum weiter anzukurbeln, so die IDC.

Xiaomi kennt man hierzulande nur durch Importe aus China. Doch vielleicht ist es endlich an der Zeit für das Unternehmen, in mehr Ländern aktiv zu werden: 18,3 Mio. Smartphones lieferte Xiaomi im dritten Quartal 2015 aus. Auch in Südostasien, Indien und Brasilien ist der Hersteller mittlerweile vertreten – wann folgen die USA und Europa, fragt man sich. Denn Geräte wie das Redmi Note 2 oder das Mi 4c haben sich hervorragend verkauft.

Andere Hersteller wie HTC, Asus, Sony und Co. haben zusammengenommen 159,1 Mio. Smartphones im dritten Quartal ausgeliefert. Es bleibt also insgesamt spannend im Smartphone-Markt, denn der Kampf um die Gunst der Kunden wird immer härter, was sich speziell am enormen Erfolg Huaweis zeigt. Der Hersteller setzt auf aggressive Preise und das Hervorheben eines besonders ausgewogenes Preis- / Leistungsverhältnisses scheint sich auszuzahlen.

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8 Kommentare

  1. Denke mal der IDC hat Recht, bin auch einer der nicht bereit ist iPhone Preise für einen Androiden zu zahlen.

  2. Besonders bitter ist, wenn man sieht, was Apple mit halbsoviel verkauften Geräten wie Samsung für einen Gewinn einfährt und solche Top-Hersteller wie HTC oder Sony am krebsen sind und unter ‚ferner liefen‘ rangieren. Die Käufer sind ein komisches Völkchen.

  3. Ich finde nicht das Sony und HTC Tophersteller sind. Das waren die mal, ist aber schon lange her. Es hat schon Gründe warum keiner die Smartphones von denen will.

  4. @sunworker
    Bei HTC kann ich Dir noch zustimmen, aber die Sony Xperia Z Reihe ist durchweg ok. Wenn man auf Glas/Metall steht.

    Da ist aber das Mimimi bei den Schreiberlingen, die bei den Z5 keine neuen Sensationen verkünden können, und dass man mit einem Z2 eigentlich immer noch gut bedient ist. Für mich war das Ultra leider nicht mehr handhabbar, obwohl ich auf größere Bildschirme stehe (und die anderen waren zu klein), aber das Premium werde ich mir holen. Auch wenn Sony seine Smartphonesparte dann vielleicht verkauft.

    Die Sony Compact z.B. sind für alle Leute gut, die noch ein relativ kleines Format bei gleichzeitig starker Hardware bevorzugen. Sind soweit die letzten Hersteller mit dieser Qualität.

  5. @wollid
    Das ist doch verständlich. Apple bietet einen exzellenten Support und eine lange Unterstützung für ihre Geräte.
    Die Android Hersteller sehen ihre Geräte aber offensichtlich als Wegwerfartikel denen sie mit etwas Glück noch1-2 Alibi-Updates nachschieben, und selbst das mit langer Verzögerung.
    Da braucht sich dann auch kein Android Hersteller zu wundern, dass die Bereitschaft für diese gebotene Leistung hohe Preise auf dem Niveau eines iPhones zu zahlen immer geringer wird. Wer solche Preise ausruft, der muss auch liefern. Zuverlässig, schnell und garantiert. Wer das nicht tut, muss den Preis seines Produkts eben der eigenen Wegwerfphilosophie nach deutlich nach unten anpassen, oder damit leben, dass die Kunden zu Alternativen greifen.

  6. LG wird nicht einmal mehr erwähnt?

  7. Schade, dass (ehemalige) Größen wie LG, Sony, HTC in der Tabelle nur unter „Others“ subsumiert wurden. Auch wenn sie mit den Stückzahlen der Großproduzenten nicht mithalten können, hätte ich doch gerne deren Entwicklung gesehen. Gibt’s da anderswo solcherlei Daten enthaltende Statistiken?
    Es bleibt jedenfalls zu hoffen, dass gerade diese Hersteller, die durchaus auch gute Qualität liefern, dem Markt erhalten bleiben.
    Solange sich allerdings wegen des fehlenden monetären Unterbaus keiner davon traut, auch mal neue Wege zu gehen (sei es mittels anderem Design oder mittels technischer Innovationen), wird wohl auch keiner der kleineren Hersteller das Ruder herumreissen können. So wie bisher können sie sich nur halten, wenn sie ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis liefern; d.h. Flaggschiffpreise kann man heute nur noch dann verlangen, wenn man besondere Alleinstellungsmerkmale hat. In niedrig- und mittelpreisigen Bereichen kommt der Gewinn aber nur über die Stückzahlen zustande, worin bis auf Weiteres die Chinesen nicht zu toppen sein werden.