Smart Home: Nutzer zufriedener mit der Hardware als mit den Apps

artikel_devolo_heizungWer meinen Einstieg in ein smartes Zuhause verfolgt hat, hat sicher auch mitbekommen, dass ich von der App, die Devolo für sein Home Control-System nutzt, alles andere als begeistert bin. Damit stehe ich wohl nicht alleine da, wie eine aktuelle Studie von Argus Insights nahelegt. Aus dieser geht nämlich hervor, dass es gar nicht die Hardware ist, die den großen Unterschied macht, sondern der Kunde vor allem die benötigten Apps für Frustmomente in diesem Bereich sorgen. In der Vergangenheit untersuchte Argus Insights die Zufriedenheit im Bezug auf Hardware, diesmal wurden aber rund 50.000 Smart Home- und App-Reviews untersucht, von August 2015 bis jetzt.

Dabei wurde herausgefunden, dass es vor allem die auf Smart Home spezialisierten Anbieter wie Honeywell oder Vivint sind, deren Apps die Kunden zufrieden stellen. Unzufrieden sind sie hingegen mit den Lösungen von großen Anbietern wie ADT, Comcast oder AT&T. Das Gesamtpaket ist bei ersteren besser, einen großen Anteil daran spielt eben die Software.

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Es gibt eine gewisse Schere, so sind zum Beispiel die Bewertungen von Philips Hue-Leuchten besser als die der Honeywell-Leichten, bei den Apps sieht es in Sachen Bewertung aber genau andersherum aus. Im Ganzen liegen so die Honeywell-Produkte vor Philips Hue, was die Kundenzufriedenheit angeht. Die Zufriedenheit bei den Apps liegt generell aber weit hinter der der Hardware. Das heißt, die Kunden mögen zwar die Hardware, die Apps komplettieren diese Zufriedenheit aber nicht. Das kann auf Dauer dafür sorgen, dass der Nutzer zu anderen Produkten greift.

Argus Insights sieht aber bereits eine Besserung – wenn auch langsam – in diesem Bereich. Die häufigsten Beschwerden gibt es über zu langsames Videostreaming bei Überwachungskameras oder gar keinem Erscheinen der Videos in der App. Das Ökosystem rund um das Internet der Dinge stimmt einfach noch nicht. Apps und Hardware werden zu getrennt behandelt, die Gesamterfahrung leidet darunter.

Erstaunlich ist das für Menschen, die schon einmal vernetzte Dinge ausprobiert haben, sicher nicht. Die Hardware an sich ist meist in Ordnung, aber an der Einrichtung oder der generellen User Experience hapert es dann. Plug & Play reicht eben nicht aus, wenn die Bedienung dann keinen Spaß macht. Ich kann das voll und ganz nachvollziehen, während ich auf eine bessere Devolo Home Control-App warte (die bereits in Arbeit ist).

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

9 Kommentare

  1. Na ja, so toll ist die Hardware auch nicht immer. Z.B. beim D-Link-Fenstersensor gibt es keinen Hardware-Reset-Schalter, der von aussen zu betätigen ist. Das ist blöd, wenn der Sensor vom Hub nicht erreicht wird und bereits mit Doppelklebeband am Fensterrahmen gefestigt ist. Und weil das Klebeband so fest klebt reisst man beim Abziehen dann noch etwas Fensterlack ab und beschädigt das Etikett mit QR-Code und PIN….

  2. Nicht bloß bei Smart-Home-Apps ist das so. Oft ist Hardware top, aber es fängt schon beim Design der entsprechenden App an. Das ist bei mir der häufigste Kritikpunkt. Das Design war vielleicht vor 5 Jahren mal modern, aber von Material Design geschweige von Holo haben die Hersteller anscheinend noch nie gehört. Und das ist dann einfach nur hässlich

  3. Genauso ist es.

    Nutze selbst auch Philips Hue für die Beleuchtung und eq3 Max! für die Heizungssteuerung.

    Bei beiden Systemen sind Apps von Drittanbietern schon besser als die Originale.

    Vor allem aber fehlt es häufig an der Implementierung naheliegender Funktionen. Weshalb gibt es z.B. bei Philips Hue keinen automatischen Urlaubsmodus, der nach ein paar Vorgaben die Lichter so schaltet, dass es nach Anwesenheit aussieht? Klar kann ich manuell alle möglichen Timer einrichten. Aber unter „Smart“ stelle ich mir mehr vor.

    Bei Max! hakte zuletzt der Urlaubsmodus, so dass dieser schlicht nicht an die Thermostate übertragen wurde. Und weshalb gibt es bei einer Heizungssteuerung nicht verschiedene Profile, aus denen man wählen kann?

    Mal ist es nur verschenktes Potential, an anderen Stellen aber auch echt ärgerlich.

  4. Das lässt sich doch im Grunde auch auf andere Harwarebereiche umlegen: Bei dem Dreck, dem einen manche Hersteller als Software aufmischen, wundert es mich ja, dass die überhaupt nennenswert was verkaufen.

    Die Apps zur Hardware werden von vielen Herstellern als notwendiges Übel betrachtet und so sehen Sie auch aus und fühlen sich an.

    Ich handle das ja so: Hardware Top, Software Flop bedeutet zurück an den Händler. Dafür reicht schon, wenn ein Hersteller 2016 noch immer keine auf die Displays von iPhone 6(s Plus) angepassten App im Store hat. So einfach ist das.

  5. @Joe:
    Was gibt’s denn für Drittanbieter-Apps bei eq3 Max! ?

  6. Logitech Squeezebox Radio und App. Das pure Grauen.

  7. @peter

    Such einfach mal im Play Store (sofern Du Android nutzt) nach eq3 max.

    Ich nutze selbst „Max! Remote“ (https://play.google.com/store/apps/details?id=de.jutzig.max.remote.activity), wobei es auch andere gibt („Max! Heizung Steuerung“) ist auch nicht schlecht.

  8. @Joe

    Danke, habe zwar auch iOS, aber suchen kann ich ja selbst 🙂

  9. Ja, leider häufig zu beobachten, dass die Hersteller die schlechteren APPs machen… eq3 hätte es ja wirklich in der Hand. Die Dinger sind ja nicht billig – Homematic, Max! usw.

    Softwareseitig ist FHEM sehr fähig.