Škoda wird als erster Hersteller das Geisterfahrer-Warnsystem von Bosch in seine Fahrzeuge bringen

Wie die Bosch-Gruppe berichtet, ist Škoda ab sofort der weltweit erste Automobilhersteller, der das cloudbasierte Geisterfahrer-Warnsystem von Bosch in seine Fahrzeuge integriert. Das System sei in der Lage, sowohl den Geisterfahrer als auch alle gefährdeten Verkehrsteilnehmer binnen Sekunden vor der entstehenden Gefahr zu warnen. Umgesetzt wird das Ganze über eine neue Infotainment-App, die dann entsprechende Warnungen über das Display im Cockpit anzeigen kann. Zu den ersten unterstützten Modellen von Škoda werden die Superb, Scala, Kamiq, Karoq und Kodiaq gehören. Jene verfügen über ein Top-Infotainment-System

Nähert sich ein Fahrzeug einer Autobahnauf- oder -abfahrt, sendet das System automatisch seine aktuelle, anonymisierte GPS-Position an die Cloud. Im Cloud-Backend von Bosch vergleicht die Software dann die aktuelle Richtung des Fahrzeugs mit der erlaubten Fahrtrichtung. Stimmen diese beiden Informationen nicht überein, macht das System den Geisterfahrer durch eine blinkende Warnung auf dem Display auf seinen Fehler aufmerksam.

All das soll innerhalb weniger Sekunden passieren, weil in einem solchen Fall sonst auch kaum Zeit zum reagieren bleibt. Damit das alles auch so gut funktioniert, wie es das Unternehmen bewirbt, müssen natürlich möglichst viele Fahrzeuge mit dem System ausgestattet sein und ihre Daten in die Cloud senden.

Sobald das Fahrzeug den Ein- oder Ausfahrtsbereich der Autobahn verlässt, wird der Datenaustausch zwischen dem Fahrzeug und der Cloud beendet. Neben der Ausstattung von ŠKODA Fahrzeugen mit dem Geisterfahrer-Warner ist Bosch in Gesprächen mit anderen Automobilherstellern, um das System in immer mehr Fahrzeuge zu integrieren.

Die Geisterfahrerwarner-App von Bosch ist keineswegs eine Erfindung aus 2021, sondern existiert schon seit 2018 als Smartphone-App, womit mittlerweile rund 26 Millionen Nutzer darauf zugreifen können, so Bosch. In diesem Jahr will Bosch das System dann auch außerhalb von Europa anbieten und dieses sowohl in den USA als auch in Kanada verfügbar machen.

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25 Kommentare

  1. Eine Frage bleibt offen:

    Ist das dann, wie schon öfters erfolgt bei den Marken den deutschen Konzerns VW, nur für Neukunden….

    …. oder werden auch Bestandskunden mit der Funktion versorgt?

    Und falls ja: kostenlos oder gegen Gebühr?

    • Dumme Frage. Das ist ein Sicherheitssystem, genau wie ein Airbag. Natürlich wird dafür kein Geld verlangt. Richtig funktionieren kann das System nur wenn es jeder nutzt und nicht nur die, die dafür zahlen.

      • Das ist keine keineswegs eine dumme Frage!
        Ein Müdigkeitswarner oder Totwinkel-Assistent kosten auch extra Geld, obwohl sie auch ein Sicherheitssystem sind und im Fall der Fälle nicht nur mich sondern auch andere schützen könnten.
        So war es z.B. bei meinem Skoda Fabia von 2019 der Fall. Müdigkeitswarner hätte 50 Euro extra gekostet, Totwinkel- und Ausparkassistent nochmal 350 Euro extra.

      • Oliver Müller says:

        Natürlich wird für Airbags Geld verlangt. Beim Audi A5 kosten Seitenairbags hinten 360 Euro Aufpreis. Insofern ist das keine dumme Frage von Michael, sondern eine dumme Antwort von Phil, um mal bei deinem Niveau zu bleiben.

      • der echte Florian says:

        @Phil: Sorry, aber aus einer dummen Frage wird schnell eine dumme Antwort. Airbags haben früher als Zusatzausstattung Geld gekostet. Seitenairbags kosteten bis vor Kurzem noch zusätzlich. Müdigkeitswarner, Spurhalte- und Abstandsassistent kosten heute noch in der Mittel- und Kompaktklasse einen Aufpreis. Fast jedes Sicherheitssystem kostet bei der Neueinführung Geld und wird dann irgendwann zum Standard.

  2. Ab welchem Baujahr und was für ein Infotainment System sind Vorausetzung für die Nutzung?

  3. Mira Bellenbaum says:

    Äh, da bleiben aber noch ein paar Fragezeichen!

    Wann und woher weiß BOSCH, dass ich auf der Autobahn unterwegs bin?
    Wer zahlt für den Traffic? Welches Netz wird dafür genutzt?
    Woher stammen die Daten (Kartenmaterial) und wie aktuell sind diese?

    Und zum Schluss,
    „Sobald das Fahrzeug den Ein- oder Ausfahrtsbereich der Autobahn verlässt, wird der Datenaustausch
    zwischen dem Fahrzeug und der Cloud beendet.“
    , macht mich diese Aussage dann doch etwas stutzig!
    Siehe meine erste Frage!!

    • Die Fragen gehen zwar etwas tiefer als ein Nutzer wissen muss, aber weil es mich auch interessiert hat, habe ich mal recherchiert:

      „Für das erste Rollout in Deutschland definierte Bosch 2.670 Koordinatenbereiche. Diese sogenannten Bounding-Boxen stellen jeweils ein Polygon mit den GPS-Positionen einer bestimmten Auf- oder Ausfahrt dar und definieren Bereiche, in denen Falschfahrten am ehesten beginnen. Die Lösung erfasst keine Fahrzeugdaten außerhalb der Bounding-Boxen. GPS-Signale werden erst bei Einfahrt des Fahrzeugs in eine Bounding-Box an einer Auf- oder Ausfahrtrampe empfangen. Mit Verlassen des definierten Bereichs wird die Signalübertragung unterbrochen.“ (https://customers.microsoft.com/en-us/story/766071-bosch-azure-automotive-de)

      Interessant finde ich auch, dass es scheinbar auf Azure mit Kafka und HDinsight läuft. Außerdem werden neben GPS wohl noch Beschleunigungswerte übermittelt, um eine höhere Genauigkeit zu erreichen.

      Die anderen Fragen erübrigen sich für mich, da sie meiner Meinung nach vom Endgerät abhängen. Funkt dein Skoda im Vodafone Netz, dann ist es halt dieses Netz. Funkt dein Smartphone mit o2, dann halt jenes. Kosten nach Plattform und Vertrag.

      Und ja, die Autobahnauffahrten müssen mal aktualisiert werden. Aber da vertraue ich Bosch, dass die sich über Baustellen informieren können.

      • Es entstehen keine Kosten. Die Daten laufen über die interne SIM von Skoda. Ich habe keinen separaten Datenvertrag und die App läuft.

    • Interessant finde ich auch die Frage wem die Daten gehören, die bei der Fahrt erzeugt und ausgewertet werden. Dem Fahrzeughalter, dem Fahrer, dem Hersteller (Skoda) oder dem Dienstbetreiber (Bosch)? Und wenn ich als Fahrer nicht möchte, dass diese Daten an Dritte gelangen, kann ich das abstellen?

      • Einfach die App nicht installieren

      • Anderes Fahrzeug kaufen, die App nicht nutzen, daheim bleiben, gibt so viele Lösungen für Leute die nur nutzen, aber dafür nichts erbringen wollen. Wenn nämlich jeder seine geheiligten Daten gar nie nicht zur Verfügung stellen möchte, ja dann bringt das ganze Warnsystem nichts. Dann knallt dich der Geisterfahrer halt ab, Pech gehabt und gut ist mit blöden Fragen im WWW.

  4. wenn du navi hast, hast du folglicherweise auch GPS.

    • GPS haben alle Neuwagen, die nach März 2018 zugelassen wurden, da dort ein Notrufassistent vorgeschrieben ist.

      • Meines Wissens ist es nicht bei neuen (Erst-)Zulassungen (durch den Halter) Pflicht….

        … sondern bei neuen TYPzulassungen.

        Und es gibt wohl Hersteller, die bringen Facelifts und neue Modelle raus – aber es sind der Behörde gegenüber nur Weiterentwicklungen bestehender Typen – keine neuen Typen.

  5. Ich bin gespannt wie wirksam das in der Praxis ist. Vorsätzliche Geisterfahrer wie z.B. Selbstmörder wird das nicht abhalten, ebenso Betrunkene. Die laut Statistik besonders große Gruppe der falschfahrenden Senioren (einfach googeln) sind so verpeilt, dass sie nicht mehr viel mitbekommen, ob die so ein Warnsystem wahrnehmen bezweifle ich. Ich habe selber so einen über 80jährigen Fall im Bekanntenkreis, der nur durch Zufall noch keinen größeren Unfall gebaut hat. Gutes Zureden hilft nicht und solange nichts passiert behält man ja den Führerschein auf ewig.

    • Wenn das Fahrzeug des Geisterfahrers das System hat, werden alle Fahrzeuge in der näheren Umgebung, die ebenfalls dieses System haben, gewarnt.

  6. Onkel Wanja says:

    Beim Thema Whatsapp glühen die Alu Hütte, warum passiert das nicht wenn Bosch eine Wanze verteilten will? Die können doch damit hübsche Bewegungsprofile erzeugen, oder.

    • Bosch verteilt keine Wanze.

      Sie bzw. der Autohersteller bietet ein sinnvolles System an…..

      ….und wenn ich abwäge, ob es wichtiger ist, potentiell Menschenleben zu retten oder ob ich lieber einen extremen Datenschutz genieße, der jegliches noch so theoretisches Erstellen meiner Bewegungsprofile verhindert…

      … dann entscheide ich mich für das Erste.

      Du darfst dich gerne für das Zweite entscheiden – wirst dann aber evtl. nicht gewarnt.

      Alle glücklich!

      • Das Problem ist, das ein Solches system komplett Datensicher gestaltet werden könnte, analog der Corona App.

  7. Wozu die Cloud Anbindung?
    Für mich wirkt das wie eine normale GPS/GNSS Geofencing Anwendung. Das lässt sich lokal komplett im Auto realisieren, kennt man zum Beispiel von Drohnen.

    Eine Warnung an alle Teilnehmer kann dann ein Broadcast durch geführt werden. Das gleiche Prinzip wie bei der Coronawarn App.

    • Wahrscheinlich so wie bei manchen Computerspielen (u. a. Sim City), die aufgrund der aufwendigen Berechnungen nur noch mit Internet und Cloud funktioniert haben. Als die Nutzer sich beschwert haben, hat man doch gemerkt, dass es einen Weg gibt das lokal zu machen.

      Als Begründung wird ja nur angegeben, dass die Berechnung dann nicht du viel Ressourcen im Fahrzeug erfordert. Das einzige, was ich mit noch vorstellen könnte ist, dass man besser vergleichen kann mit anderen Fahrprofilen in dem Bereich. Aber vermutlich ist es nur ein Kostentgema, dass man im Fahrzeug günstigste Hardware einbauen kann, leichter warten kann und mich etwas Marketing mit IoT, Cloud, KI etc. machen kann.

      • Kosten kann ich mir hier nicht vorstellen, da ich ja nun permanent der Cloud-Service bezahlt werden muss.

        Eventuell möchte man aber auf nicht permanente Änderung reagieren können?

  8. Ich finde das System von Bosch sollte in Google Maps bzw. Android Auto implementiert werden. Dann wäre es theoretisch mit allen Autos nutzbar. Ich habe letztens gesehen das die Radio.de App das System implementiert hat. Kenn Ihr noch weitere Apps bei denen das implementiert ist?

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