Silent Circle: für die Geheimagenten unter euch

Er ist wieder aufgetaucht: Phil Zimmermann, seines Zeichens Kopf hinter PGP (Pretty Good Privacy), dem Quasi-Standard in vielen Firmen, wenn es um Verschlüsselung von Daten & Co geht. Nun haut man auf den Putz und will unsere mobile Kommunikation komplett abhörsicher machen. Ohne Backdoor für die freundliche Regierung oder andere Behörden. Silent Circle setzt dabei auf eine App. Mit dieser und einer monatlichen Gebühr von 20 Dollar seid ihr dabei.

Ihr könnt mit euren Kreisen komplett kostenfrei (via Netz) telefonieren oder chatten. Alle diese Nachrichten gehen komplett verschlüsselt durch das Netz und wenn man den PGP-Machern etwas glauben möchte, dann sicherlich, dass sie Verständnis in Sachen Verschlüsselung haben. Was leider bislang nicht erwähnt wurde: Phil hat eine schöne Infoseite, auf der er über Verschlüsselung und Backdoors spricht.

Faszinierend dabei diese Aussage: „Schaut mal her, wenn ihr wirklich den Drang verspürt an Verschwörungstheorien zu glauben, hier habe ich euch eine bessere: Die Regierung hat diese fiesen Gerüchte über Hintertüren in PGP in die Welt gesetzt, weil sie keine Möglichkeit haben, PGP zu knacken. Gibt es eine bessere Möglichkeit, die Leute davon abzuhalten, PGP zu benützen? Und ihr seid darauf reingefallen, weil ihr diese schlauen Gerüchte für bare Münze genommen habt. Ich persönlich glaube auch nicht an diese Verschwörungstheorie hier, weil ich – im Gegensatz zu anderen Leuten – kein Verschwörungsfanatiker bin.“

Nein, vielleicht werden wir als Privatperson nicht den Silent Circle benötigen – aber die Thematik ist allemal spannend und im Umfeld von Firmen sicherlich nützlich. Silent Circle soll bald auf iOS in die Betaphase gehen, was Apple dazu sagt, ist bislang aber nur zu vermuten 😉 Ich für meinen Teil ziehe meinen Hut vor Phil Zimmermann, wenn alles von ihm Gesagte auch tatsächlich so ist. (via)

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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7 Kommentare

  1. Conceptical says:

    Prinzipiell ist Verschlüsselung im Privatbereich keine schlechte Idee. Wenn man sich ACTA und die ganzen restlichen Gesetzesentwürfe ansieht, kann einem da Angst und Bange werden. Wir rutschen immer mehr in die von Orwell beschriebene Gesellschaft.

    Aber 20$ im Monat ist dann doch etwas happig….

  2. wer angst vor der zukunft hat, sollte sich von der digitalen welt entfernen. vorallem von facebook mit standortlokalisierung etcpp. wer nichts zu verbergen hat, dem wird auch nichts passieren. das man dich in der zelle auf 100m genau lokalisieren kann, wenn du telefonierst ist ja auch nichts neues.

    chatten: pidgin & OTR
    emails: PGP
    telefon: brain.exe und umschreiben.

    aber mal im ernst, man muss schon paranoid sein…

  3. @Hola: was heißt hier paranoid? Man schützt sich mit ordentlichem Crypto ja vor vielen möglichen Angreifern:

    – Chef (man denke nur an den Druck auf Betriebsräte)
    – Korps-Geist (man will einen illegalen Missstand melden, ohne das die Kollegen einen dafür lynchen)
    – Verfolgung unsinniger Straftatbestände
    – Stalker-Admin
    – [Liste lässt sich beliebig fortsetzen]

    ich denke immer nur: wer etwas wichtiges zu sagen hat, sollte verschlüsseln. Ich halte meine Kommunikation für wichtig. Wenn jemand seine Kommunikation für unwichtig hält: bitte sehr. So wenig Selbstwertgefühl habe ich aber nicht 😉

  4. Läuft das Telefonieren dann über VoIP? Dann dürfte es allein schon aus dem Grunde, dass das von Telekommunikationsanbietern nicht effizient gestört (Stichwort: Quality of Service) oder blockiert werden kann für den ein oder anderen interessant sein. Soll ja immernoch Tarife geben, in denen VoIP nicht gestattet ist.

  5. Klingt interessant, also habe ich mich mal zum Betatest angemeldet…kann man sich wenigstens anschauen.

  6. Ludolf Rudolf says:

    20 Takken dafür, das ich verschlüsselt telefonieren kann, aber die Kollegen Schäuble&Co haben Ihre Wanzen ja noch an diversen anderen Stellen ausgelegt.
    Ich telefoniere also verschlüsselt, während das Richtmicrophon durch mein geöffnetes Fenster über meine 20 Takken lacht.

    Wenigstens gibt es Projekte wie diese, die unwissende wissend machen möchten, so das sich jeder entscheiden kann, wie er mag/muss/darf/soll.

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