
Der Seafile Server kann auf Windows, vielen Linux-Distributionen und dem Raspberry Pi installiert werden. Entsprechende Clients für Windows, Mac, Android und iOS stehen ebenfalls zur Verfügung. Den Spaß kann sich jeder selber aufsetzen (Open Source), aber es gibt auch bezahlte Cloud-Konten – abgewickelt von einem deutschen Dienstleister – für all jene, die einen Speicher bei einem externen Anbieter benötigen.
Dieser deutsche Anbieter gab gestern zu Protokoll, dass man sich von der chinesischen Seafile Ltd. abspalte. So teilt man mit, dass sich die Zusammenarbeit immer schwieriger gestaltet habe. Dies lag unter anderem daran, dass das Unternehmen drei Mal in einem Jahr die Preise erhöhte – für einzelne Kunden um bis zu 400 Prozent. Ebenfalls soll die Seafile Ltd. der deutschen Partner-GmbH Zugriff auf die Seafile Professional Sourcen entzogen hat, obwohl das gegen laufende Verträge verstößt.
Oft hat eine Medaille aber zwei Seiten und so meldet sich nun die Ursprungsfirma zu Wort. Hier erklärt man erst einmal, wie es zur Gründung der deutschen GmbH kam – und dass man zinslose Darlehen investierte. Die hier ansässige GmbH soll sich nach Aussagen der Ltd. nicht an Absprachen gehalten haben, zudem eine Seafile Organisation bei Github angelegt haben, ohne die Ltd. zu informieren.
Angesichts der ganzen Geschäfte sollte man Anfang 2016 beschlossen haben, dass ganze auf stabilere Beine zu stellen, so sollte die GmbH in der Ltd. aufgehen, man wollte unter einem Dach agieren, dazu separat für die zahlenden Pro-Kunden mit Cloud-Speicher die Seafile Cloud GmbH gründen. Die hier ansässige GmbH wollte laut Aussagen der Ltd. eine nicht akzeptierbare Summe der Shares haben, sodass es zu keiner Einigung kam. Zudem sollen die Betreiber der GmbH ohne das Wissen der Ltd. das Trademark „Seafile“ in den USA angemeldet haben, dabei aber Falschaussagen gemacht haben. Lange Geschichte, die hier nachzulesen ist.
Als Außenstehender weiss man natürlich nicht, was Phase ist. Aussage gegen Aussage, öffentlich ausgetragen. Letzen Endes muss der Kunde schauen, was er daraus macht. Die Open Source-Nutzer der Lösung wird es vielleicht nicht groß stören, wenn die Entwicklung durch die Community weitergeht, als zahlender Kunde macht man sich aber vielleicht Gedanken.