Schadsoftware bei Bayer: China soll Konzern ausgespäht haben


Anschuldigungen ohne Beweise, das ist der aktuelle Ton, der in Geschäftsbeziehungen zu China herrscht. So auch im Fall von Bayer. Der Konzern wurde Opfer eines Hacks, der die Computer-Systeme des Unternehmens mit „Winnti“-Schadsoftware infiziert hat. Es wird davon ausgegangen, dass es sich um einen gezielten Angriff handelt. Allerdings gibt es keine Hinweise darauf, dass auch Daten von Bayer abgeführt wurden. Das wiederum heißt nicht viel, denn man kann auch nicht sagen, seit wann die Systeme von Bayer infiziert waren, bereinigt wurden sie Ende März.

Der Schuldige? Ex-BND-Präsident Gerhard Schindler verweist darauf, dass solche Angriffe immer schwer zuzuordnen sind, aber auch er hat China auf der Liste. Immerhin strebt das Land an, bis 2049 zur wichtigsten Wirtschaftsmacht zu werden. Aber, das muss man betonen, beweisen lässt sich eine Beteiligung Chinas zum aktuellen Zeitpunkt nicht.

Bayer soll indes nicht das einzige Opfer von Wirtschaftsspionage sein. Mindestens drei weitere Firmen aus dem Bereich Chemie, Maschinen- und Anlagenbau sowie Software sollen seit Anfang des Jahres ebenfalls mit Winnti-Schadsofware zu kämpfen gehabt haben. Die ganze Sache trägt sicher nicht dazu bei, dass sich das Klima gegenüber China verbessert.

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18 Kommentare

  1. Tja irgendwie nicht richtig… Solange es keine Beweise gibt sollte man auch nicht öffentlich China an den Pranger stellen. Vlt waaren es die USA oder die Russen oder doch wer ganz anderes..

    Mein Mott lieber klappe halten und an einer Lösung arbeiten, dass das nichtnochmal passiert.

    • Naja, ghanaische Hacker werdens wohl nicht gewesen sein … die Liste derer, die solche Angriffe überhaupt durchführen können ist überschaubar und das Geheimdienste im Blick haben, was die anderen so tun, ist sicher auch keine Neuigkeit. Klar kann man sicher nicht beweisen, wer wann was wo angegriffen hat, aber zum einen passiert sowas ja nicht im luftleeren Raum und zum anderen gibt es ja nicht nur Profis im Verschleiern, sondern auch solche im Entschleiern.

      Was mich derzeit nur wundert ist, wie boshaft (hier und in anderen Kommentarspalten) viele werden, wenn China oder Russland zu den Verdächtigen gehören. Als hätte ich irgendwelche Entwicklungen verpasst, wo beide Länder auf einmal ihr aggressives Gebaren aufgegeben hätten.

      • Er hat doch recht. Die vermeintliche „Boshaftigkeit“ erklärt sich dadurch, dass es offenbar keinerlei Beweise für eine Beteiligung Chinas gibt. Es wäre m. E. der gleiche Fall, wenn Nordkorea, die Ukraine oder Lummerland beschuldigt wären. Den Satz in der Presseerklärung „Cyber-Spionage bei deutschen Konzernen passe aber zu Chinas ehrgeizigen Wirtschaftszielen […]“, finde ich schon dreist. Als ob andere Länder und Konzerne keinerlei Interesse an Bayers Technologie haben könnten und keine ambitionierten Wirtschaftsziele hätten.

      • Amerikaner würden so was niiiiie tun. Oh wait…

        Bei politischen Hacks ist immer reflexartig „der Russe“ oder „Putin“ im Generalverdacht. In der Industrie ist das dann entsprechend „der Chinese“. Hauptsache das Feindbild passt und verärgert nicht „unsere amerikanischen Freunde“. Das geht ja gar nicht.

      • Wie wärs mit der USA? Passt doch gut zur Übernahme von Monsanto. Da müsste die Software nicht mal eingeschleust werden. Ist ja schon vorhanden. 😉

      • Sparbrötchen says:

        „ghanaische Hacker werdens wohl nicht gewesen sein “
        Deshalb haben wir eine Drehscheibe, wo schon die Namen derjenigen draufstehen, die es „gewesen sein werden“, also DER Russe, DER Nordkoreaner, DER Chinese und bei wem die Schreibe stehen bleibt, der war es dann eben dieses Mal.

        „beweisen lässt sich eine Beteiligung Chinas zum aktuellen Zeitpunkt nicht.“
        Ob das wirklich die bessere Methode ist, jemand blind schuldig zu sprechen, als den Ghanaer genauso blind freizusprechen?

        Hagen Rether – Nordkoreaner
        https://www.youtube.com/watch?v=Ee6uq2p8eSs

    • Meiner MEinung nach ist der Artikel nicht so 100%ig korrekt. Hier wird etwas reißerisch China als Sündenbock dargestellt. In der verlinkten Pressemeldung klingt es schon deutlich weicher – „eine Gruppe, die dem chinesischen Staat nahesteht“.

  2. Sicher, im Zweifel für den Angeklagten.

    Was ist denn wahrscheinlicher? Das eine chinesische Regierung solche Aufträge erteilt, oder die Unternehmen aus der jeweiligen Branche selbst?
    Gleiches gilt es meiner Ansicht nach auch für die USA zu fragen. Und meinetwegen Russland und Indien.

    Wieso wird der Bedarf an Wissen nicht zum Anlass genommen, mal eine positive Seite der Globalisierung aufzuzeigen? Synergien nutzen. Mehr schaffen durch Zusammenarbeit. Ah wait… rücksichtsloser Kapitalismus an allen Ecken und Enden.

    Schade. Sonst hätte es vielleicht was werden können.

  3. Ihr seid heute aber ziemlich faul bei der Bildwahl! Hat der Chef frei?

  4. Steht noht genau soetwas als Aufgabe bei der CIA? Im Zuge der Snowden Berichte kam das doch raus.

  5. Das eigentlich Highlight steht gar nicht im Text.
    Aufgedeckt wurde die Infektion vom BR!!! DER BAYRISCHE RUNDFUNK!!11einhunderundelf!

    https://twitter.com/hatr/status/1113668348187947008

    • Zum einen ist die Quelle samt Infos zu BR/NDR verlinkt, zum anderen hat nicht der BR die Infektion AUFGEDECKT, sondern lediglich als erster drüber berichtet.

  6. Während in China und den USA die Geheimdienste große Ressourcen in die Internet Sicherheit stecken um die Technolgie- und Geschäftsgeheimnisse ihrer Industrie zu schützen, spielen in der EU eher Netzwerkdurchsetzungsgesetz und nun Uploadfilter eine Rolle. Generell ist Deutschland im Bereich Cybersicherheit ohne amerikanische Hilfe nur begrenzt Handlungsfähig, die dort gewonnenen Daten werden den Firmenleitungen gesteckt, sind aber weder überprüfbar, noch juristisch Verwertbar. Das liegt in der laschen Handhabe des Themas in Deutschlands.

    Nun ist Kritik an den USA sehr populär derzeit. Vielleicht muss es erst so weit kommen, dass die Unterschiede bezüglich der politischen Ausrichtung des Bündnispartners auch persönlich erfahrbar werden. Lernen aus Erfahrung ist ein scherzhafter aber für viele wohl leider notwendiger Prozess. China und Russland bieten sich aktuell an.

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