Samsung will ranklotzen: Bessere Software und innovative Displays

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Samsung muss sich im Verhältnis zu anderen Unternehmen wie Sony nicht unbedingt beschweren: Der südkoreanische Hersteller erwirtschaftete im vierten Quartal seines Fiskaljahres operative Gewinne in Höhe von 6,14 Billionen Won. Trotzdem sanken jedoch die Nettogewinne im direkten Vergleich mit dem Vorjahr um ca. 40 %. Ursachen sind sowohl sinkende Nachfragen im Smartphone-Markt als auch sinkende Preise für die durch Samsung verscherbelten Komponenten. Für 2016 plant Samsung daher als Gegenmaßnahmen beispielsweise Verbesserungen für seine TouchWiz-Oberfläche, die immer noch einen zweifelhaften Ruf genießt.

Ich habe selbst jahrelang das Galaxy S3 mit TouchWiz genutzt und habe die Oberfläche als völlig in Ordnung empfunden. Viele von euch stören sich jedoch an dem verspielten Look, Samsungs eigenen Zusatz-Apps und der „Eigenwilligkeit“ der Software. So zählt Samsung mit HTC zu den Herstellern, die sich sehr weit vom Stock-Android entfernt haben. Hier will Samsung 2016 ansetzen – in welcher Form ist aber noch offen. Zudem plane man „einen verbesserten Produkt-Mix“, der auch der Reihe Galaxy A neue Modelle hinzufügen soll.

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Der neue Fokus rührt auch daher, dass Dongjin „DJ“ Koh Samsungs mobile Sparte von JK Shin übernommen hat. Koh habe einen Hintergrund in der Software-Entwicklung, so dass Veränderungen an Samsungs Strategie in jenem Bereich nicht überraschen. Wie genau die Südkoreaner aber die Schwerpunkte ändern wollen, bleibt abzuwarten.

Um seine Stärken zu ergänzen, wolle Samsung zudem stärker an innovativen Displays tüfteln. Damit sind transparente aber auch OLED-Bildschirme gemeint. Die OLED-Technik will Samsung dabei nun auch außerhalb des Smartphone-Marktes weiter vorantreiben. Tatsächlich wäre das sicherlich nicht nur mir sehr willkommen: Als Plasma-Besitzer harre ich aus und warte in Startposition auf erschwingliche OLED-TVs mit Ultra HD. 2016 möchte Samsung außerdem sein Engagement in den Bereichen Smart Home, Wearables und IoT (Internet-of-Things) intensivieren. Auf die Ergebnisse bin ich sehr gespannt.

Im Februar dürften wir erstmal das neue Samsung Galaxy S7 auf dem Mobile World Congress zu Gesicht bekommen. Vielleicht erkennt man ja schon an jenem Gerät auch eine neue Software-Strategie.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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14 Kommentare

  1. 6,14 Trillionen Won? Echt? Wie viel Nullen sind denn das?

  2. André Westphal says:

    Ne, das war Quatsch – Billionen ist richtig :-). Habs geändert, danke für den Hinweis!

  3. Immer noch reichlich Nullen… 😉

  4. Mich würde mal interessieren, ob sich ein S7 mit Stock-Android schlechter verkauft, als die Dinger die die im Moment haben.

    Letztes Jahr hatten sich schon gesagt, sie installieren keine Werbe-Apps mehr, aber das war wohl nur auf die US-Geräte bezogen?! Soweit ich weiß, war bei den deutschen zalando usw drauf..

    Die Nexus-Geräte müssen schon sehr schlecht werden (von der Hardware her), damit ich umsteige. Lieber schlechte Hardware als Software 😀

  5. Samsung kann bei dieser Strategie nur gewinnen. Die Hardware ist und war in den Geräten meist über jeden Zweifel erhaben, wurde durch die Software aber unnötig behindert. Mit meinem Note 4 bin ich mittlerweile zufrieden, aber es soll beispielhaft zeigen, warum Samsung Software einfach nicht kann.

    Der Stift macht das Note zum Note und deshalb sollte die dazu gehörige Software auch rund laufen. Was nicht der Fall ist. So braucht es allein ca. 2 Sekunden bis man vom Ziehen des Stiftes bis zum Schreiben kommt und das ist schlicht zu lang. Dann wieder ist die Notizsoftware unübersichtlich und mit grafischen Übergängen bedient sie sich zu lahm als dass man sie gerne nutzen würde. Allein das Schließen einer Schnellnotiz dauert eine knappe Sekunde und auf Dauer ist das einfach lästig.

    Dann wieder kann man den Stift nicht umkonfigurieren, sprich definieren, was sich öffnet, wenn der Stift gezogen wird. Auch das ist unnötig und macht das Handling umkomfortabler. Am Ende nutzt man den Stift so selten bis gar nicht und so werde ich bei meinem nächsten Gerät wohl auch auf diesen verzichten.

    Die Hardware dahinter von Display über Kamera bis Prozessor steht dem nicht entgegen. Es ist allein mangelhafte Software, die einem das Erlebnis versaut. Wenn Samsung da ansetzt und mal kräftig ausmistet, dann freue ich mich darauf.

  6. Déjà-vu. Genau das gleiche wurde Samsung schon im Vorfeld der Vorstellung des S6 nachgesagt. Und getan hat sich eigentlich fast nichts.

  7. Die Zwangs-Apps und die Sache um Knox sind für mich die größten Showstopper, die mich nach meinem S5 wohl davon abhalten werden, nochmal ein Samsung-Gerät zu kaufen. TouchWiz hingegen lässt sich durch Installation eines alternativen Launchers recht reibungslos umgehen.

  8. Habe mit TouchWiz eig. kein Problem, effektiv ist das ja nur ein Launcher, ist sicherlich nicht so individuell anpassbar, wie Nova Launcher und co., aber das will ich auch gar nicht. Was mich eher stört sind die ganzen Herstellerprogramme (S Planer, S Memo, S Voice usw.), die soweit im System verzahnt sind, dass man sie nicht einfach so löschen/ersetzen kann. Werbeprogramme kann man ja wenigstens deinstallieren, auch wenn sie mit jedem Update wieder kommen. Warum nicht einfach mit Google zusammen Stock-Android-Geräte machen, Samsung macht die gute Hardware, Google sorgt für die laufende Software, ich würd mir so ein S6/S7 Google Edition kaufen

  9. Was mich an Samsung stört ist die nicht akzeptable Updatepolitik und das sogar bei den Premiumgeräten.
    Unerwünschte Programme auf dem Note 4 zu deinstallieren ist zwar lästig aber möglich, alles andere regelt ein Launcher nach freier Auswahl, gibt ja genug gute von Nova bis…

    Aber jetzt z.b. beim Note 4 für das aktuelle BS sogar bis März/April warten und bei meinem Note pro 12.2 4G werkel ich immer noch mit 5.01 rum und das wird für dieses Tablet vermutlich das letzte sein was Samsung da verteilte, geht für mich gar nicht mehr, für Geräte dieser Preisklasse erwarte ich einfach mehr.

    Ich habe jetzt einen Schnitt gemacht und meine Samsung’s verscherbelt, ein Nexus 6P ist unterwegs und ein Surface 4 pro mit Begeisterung in Gebrauch. Samsung kann in Zukunft noch so gute Hardware anbieten, aber solange die Updatepolitik so bleibt, so lange bleibt Samsung für mich ein absolutes NoGo. Die Hardware ist Herstellerübergreifend mittlerweile auf so einem hohen und potenten Level, da ist eine gute Software und vor allem fixe Updates wesentlich verlockender. Es hat schon seine Gründe warum Samsung Gewinnerwartungen zurückfahren muß, das liegt nicht nur an der Sättigung des Marktes….aber die lernen das einfach nicht, haben ja sogar noch eines ihrer besten Zugpferde kastriert indem sie beim aktuellen Note den Akku fest verbaut und die Speicherkartennutzung entsorgt haben und noch so ein paar Kleinigkeiten wie z.b. IR…dafür aber natürlich den Preis nach oben angepasst.

  10. @Oliver
    Das zieht sich durch alle Bereiche bei Samsung. Die Hardware bei deren Fernsehern ist auch top, aber die Dinger sind trotzdem keine gute Wahl weil die Software hinten und vorne Probleme bereitet. Dagegen sieht sogar noch Android TV besser aus, und das ist ebenfalls noch eine ordentliche Baustelle.

  11. Für mich unverständlich warum so ein Riesenkonzern das nicht auf die Reihe bekommt. Knox Software ist eine Katastrophe, die Sache mit den SIM Karten wo nach der ersten Registrierung das Handy nicht mehr im Ausland verwendet werden kann, unzählige unnötige Apps bereits vorinstalliert die „fast“ kein Mensch braucht, kein SD Karten Slot bei der Galaxy Reihe,…
    Die Hardware ist meist sehr gut aber die Software kann man leider vergessen.

  12. Leute die davon quatschen touchwiz wäre ja auch nur ein Launcher: neee , nimmt man halt nova launcher: neee

    Absoluter Quatsch, die gesamte Oberfläche, sprich UI ist ohne Zweifel nett ausgedrückt nicht jedermanns Sache.

    Systemui
    Kontakte
    Einstellungsmenü
    Dialer
    Vorinstallierte Dinge, Knox
    Etc.pp

    Ich hätte schon lange ein Samsung, mit vanilla android. So schaue ich mir die mal 2 Minuten im Elektronik Markt an, das wars…

  13. Das größte Problem ist, daß alle nicht-Premium-Geräte, also alles unterhalb des aktuellsten S6, rasend schnell aufs Abstellgleis geschoben und nicht, oder extrem spät, mit neuen Android-Versionen versorgt werden.

    Seit Lollibug ist das besonders schlimm, da man von Version zu Version hofft, daß Android mal wieder etwas weniger verbuggt ist…

  14. ohne Vanilla Android kein Samsung mehr. Die Regel hab ich. Ich kann dieses Quietschi-Quietschi und App App App von irgendwelchen Schlitzis nicht mehr ausstehen

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