Samsung und LG planen Smartphone Kill-Switch

Die Anzahl von Smartphone-Diebstählen steigt immer weiter. Um dem entgegenzuwirken, wurden Smartphone-Hersteller bereits aufgefordert, Maßnahmen dagegen zu präsentieren. Samsung und LG sollen diesen Kill-Switch, der die Geräte unbrauchbar macht, bereits ab 2014 einsetzen. Da dieser Kill-Switch nicht in der Firmware verankert ist, soll er jederzeit anwendbar sein, auch wenn das gestohlene Gerät zurückgesetzt wird oder sich im Ausland befindet.

Ortung

[werbung] So soll auch der Verkauf der gestohlenen Geräte ins Ausland verhindert werden. Bisher können gestohlene Geräte nur in ihrem Heimatnetz auf eine Blacklist gestezt werde. Der Kill-Switch soll auf Smartphones und Tablets zum Einsatz kommen. Die Stilllegung eines Geräts dürfte in etwa auf die gleiche Weise funktionieren, wie bei Googles neuem Feature oder auch Apples Variante. Man muss sich für die Nutzung des Kill-Switch registrieren, kann diesen also nicht automatisch nutzen, wenn man ein Gerät hat, das diese Funktion unterstützt.

Anfang 2014 sollen die ersten Geräte damit von Samsung und LG in Südkorea erscheinen. Man kann aber wohl davon ausgehen, dass auch der Rest der Welt eher früher als später die Möglichkeit bekommt, diese Funktion ebenfalls zu nutzen. Vor allem wird es auf eine große Verbreitung ankommen, wenn man Smartphone-Diebstähle damit verhindern will. Ein möglicher Dieb wird nicht erst prüfen, ob das neu erworbene Smartphone denn auch lohnende Beute ist und das Gerät gegebenenfalls freundlich zurückgeben.

Vor einem Diebstahl kann einem keine App helfen, wer aber wenigstens seine Daten unter Kontrolle haben möchte und es dem Dieb ein bisschen härter machen will, kann auch auf Tools wie Cerberus zurückgreifen oder eben die Dienste von Google und Apple nutzen. So können die Geräte zwar nicht unbedingt wiederbeschafft werden, aber immerhin lassen sie sich löschen.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

19 Kommentare

  1. @Sascha: Samsung hat doch schon seit mehreren Jahren samsungdive.com!

  2. IckeVanWoo says:

    Ich bin verwirrt.
    Ich bin davon ausgegangen, dass wenn ich Googles Dienst einsetze dies vollkommen ausreicht und nicht noch bei meinem Hardware-Anbieter einen weiteren Dienst aktivieren muss. Oder funzt Googles Dienst nur auf Google-Hardware?

  3. @Icke: Letztendlich funktionieren beide Dienste fast gleich. Problem bei der ganzen Sache: Wenn du die Geräte flasht kannst du auch die Geräte wieder normal nutzen. Die Einzigen, die einen vernünftigen Schutz gegen Wiederverwendung eines zurück gesetzten Telefons bieten sind soweit ich weiß, BlackBerry. Dort ist selbst der Bootloader Passwort geschützt durch den Eigentümer und nicht so einfach flashbar.

  4. Aha, und wo ist dieser killswitch dann verankert?

  5. Na ja, Schutz ist relativ. Habe da so meine Erfahrungen. Und die Blacklist ist mir auch neu. Habe noch nie mitbekommen das ein (alle) Provider ein Handy sperren. Wer weiß, wo das geht, der möge es mir sagen.

    Zur Ortung: So lange das Handy einen Internetempfang hat, kann es Bilder, Positionen, Daten über die eingelegte Simcard senden (zb Cerberus).
    Aber diese Programme kriegt ein halbwegs Profi auch weg. Sicher ist das nicht.

  6. „Da dieser Kill-Switch *nicht* in der Firmware verankert ist“. Ich würde doch sagen, gerade weil er in der Firmware verankert ist :).

  7. Müsste ein Schutz sein, der das Smartphone komplett unbrauchbar macht.
    Akku oder CPU die durchschmort 😀
    So mal 3,7V an die CPU anlegen und das Smartphone sollte nutzlos sein.

  8. @Rico
    War auch mein erster Gedanke.
    Nur wenn der Switch IN der Firmware drin ist, kann er erfolgreich sein

  9. Sascha Ostermaier says:

    @Rico @Robin: Wäre er in der Firmware enthalten, könnte man ihn ja easy wegflashen. Ich vermute (!), dass der Kill-Switch separat gespeichert wird und eben nicht einfach mit dem Flashen der Firmware verschwindet.

  10. IckeVanWoo says:

    Meine Verwirrung ist nicht besser geworden.
    Ich benütze aktuell ein SG2 und spiele mit dem Gedanken mir das neues iPhone zu holen.
    Und bin bei der Recherche: Sicherheit/Smartphone auf folgenden Dienst von Apple gestossen http://www.apple.com/de/icloud/features/find-my-iphone.html
    Was meint Ihr dazu? Das scheint Systemseitig integriert zu sein.
    Und es kommt doch das neue OS und da soll es noch was geben, oder?

  11. Sascha Ostermaier says:

    @IckeVanWoo: http://stadt-bremerhaven.de/ios-7-so-sicher-ist-apples-find-my-iphone/ ist auch im Text verlinkt. Das ist das Tool, wie es in iOS 7 aussehen wird.

  12. IckeVanWoo says:

    @Sascha Ostermaier: Danke

  13. @IckeVanWoo: Auch dieser Dienst ist rel. einfach auszuhebeln. Mehr Sicherheit hat man dadurch nicht.

  14. Andreas: Link?

  15. Ich fände es begrüßenswert und halte es für lange überfällig. Mal ehrlich, die Ortung eines Gerätes ist doch eher ein Witz. Das Problem sind doch weniger die verschwundenen Geräte (die eh nicht mehr auftauchen), sondern die Raubdelikte und Verletzungen die damit einhergehend regelrecht explodieren.

    @Mhbosch
    In einigen Ländern gibt es bereits seit einer Weile eine nationale IMEI Sperre gestohlener Telefone. Zum Beispiel Großbritannien, und wenn ich mich richtig erinnere auch die Niederlande. Damit es seine Wirkung zeigt müssten aber auch erst einmal alle betroffenen davon Gebrauch machen. Viele wüssten wahrscheinlich nicht einmal mehr ihre IMEI Nummer.

  16. @Leif:

    Schade das es das bei uns nicht gibt. Mir haben sie letzt 2 Telefon geklaut. Cerberus hat sich gemeldet, aber die Polizei hat mit allen Daten 10 Tage gebraucht um da mal an die Tür zu kopfen. Da war das Handy schon weiter. Lange Geschichte.

    Gut wäre es, wenn wirklich die IMEIs in D endlich gesperrt werden könnten, dann hätte ein Diebstahl keinen Sinn mehr (für den deutschen Markt).
    Aber das wollen die Provider wohl nicht, die wollen ja eher das telefoniert wird. Ob das Telefon geklaut ist? Nebensache

  17. Es gibt den Ansatz die Geräte IMEIs von (möglicherweise) entwendeten Geräten auf eine bestimmte „Kerker-IMEI“ um zu setzten. Anhand dieser können die Netzbetreiber dann die vermeindlich gestohlenen Geräte begrenzen (z.B. geringe Online-Geschwindigkeit, nur noch eingehende Anrufe, ausgehend nur noch Notrufe oder Umleitung zu einer Hotline, regelmäßige SMS sich zu melden etc.).
    Komplett sperren hätte den großen Nachteil, dass jemand in $wo_auch_immer mit einem (gefälschten) Beleg mein Gerät komplett sperren könnte.

  18. Die andere Seite der Medaille : Grauimporte könnten deaktiviert werden. Sollten gerootete Geräte mal nicht mehr erwünscht sein: Deaktivierung! Fremdakkus benutzt? Deaktivierung wegen ‚gefährlichen‘ Akkus. Bis hin zu Modellen, das die Telefone nach 3 Jahren automatisch deaktiviert werden. Grund wird sich finden lassen. Wird das physische zerstören sich durchsetzen werden solche Szenarien kommen. Garantiert!

  19. IckeVanWoo says:

    @Andreas Pfaffinger: Woher hast Du diese „relative“ Information, wie einfach dieser Dienst auszuhebeln ist? Poste doch bitte den Link dazu.