Samsung stichelt gegen OLED-Fernseher

Samsung hat es aktuell auf OLED-Bildschirme abgesehen und wettert gegen die Technologie. „Moment!„, mag da mancher Leser rufen, denn die Südkoreaner sind doch im mobilen Bereich einer der ersten und größten Verfechter von OLED-Displays. Das ist korrekt, allerdings sieht es im TV-Segment genau umgekehrt aus. Dort ist Samsung einer der letzten großen Hersteller, der sich gegen OLED wehrt. Ein neues „Testvideo“ soll die Nachteile der OLED-Technik verdeutlichen.

Eigentlich handelt es sich dabei aber nur um einen Marketing-Kniff: Das Video soll helfen Burn-In-Effekte auf OLED-Displays zu entdecken. Dafür zeigt man in der Videomitte kurz zehn Sekunden lang ein rotes Bild. Wer wirklich nach Burn-In sucht, kann das aber natürlich einfacher mit einer einfachen Bilddatei erledigen, statt dafür ein YouTube-Video einzuspannen. So weist Samsung dann auch am Ende darauf hin, dass es für OLED-Besitzer und Kaufinteressenten vielleicht schlauer sei zu seinem QLED zu wechseln.

Da die QLED-TVs auf klassischer LCD-Technik basieren, haben sie mit Burn-In natürlich keinerlei Probleme. Dafür weisen sie gegenüber OLED-Displays andere Nachteile auf – etwa geringeren Kontrast und schlechtere Schwarzwerte. Zumal Samsung unterschlägt, dass Burn-In nur in sehr eingeschränkten Szenarios überhaupt eine Rolle spielt. Wie anno dazumal bei Plasmas kann das Einbrennen von Bildern vorkommen, wenn statische Inhalte über längere Dauer an der immer gleichen Bildposition angezeigt werden. Das klassische Beispiel ist da ein HUD in Games.

Moderne OLED-TVs nutzen zur Vermeidung solcher Effekte bereits unterschiedliche Techniken wie etwa Pixel-Shift. Somit kommt das tatsächliche Einbrennen, also permanent vorhandene Geisterbilder, nur noch relativ selten bei aktuellen OLED-TVs vor. Ein wenig Panikmache ist da also seitens Samsung definitiv im Spiel. Klar ist auch, dass Samsung damit wohl LGs Vorwürfe der jüngeren Vergangenheit kontern möchte: LG hatte gegen die QLED gewettert und das Marketing als irreführend bezeichnet, da Samsung bewusst die Nähe zu OLEDs suche.

Zusätzlich argumentierte LG noch, dass Samsung aktuelle 8K-TVs kein richtiges 8K böten, weil gewisse technische Voraussetzungen im Bereich der Kontrastmodulation nicht erfüllt seien. Nun hat Samsung also gekontert und man darf auf die nächste Runde der Fehde warten.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Das könnte dir auch gefallen…

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

25 Kommentare

  1. Habe letztens gelesen dass da in Korea ein großer streit entfacht ist. Scheint so als würde man den Streit nun auch auf weitere Länder ausweiten

  2. QLED etwa am Modell Q90 von Samsung hat einen unglaubliche Leuchtkraft, die OLED momentan nicht erreicht, dafür ist der Schwarzwert schlechter.
    Die Entscheidung LCD/QLED vs OLED hängt vom Einsatzszenario ab: schaue ich bei totaler Dunkelheit, dann ist OLED die Wahl.
    Schaue ich aber mit Hintergrundbeleuchtung im Raum oder am Tag, dann profitiere ich eher von der Leuchtstärke der LCDs. Bei Explosionen in HDR ist der Effekt gigantische.
    Beides hat seine Berechtigung.

    • Kann ich eigentlich zustimmen. Heute sind OLEDs stellenweise aber auch schon nah an LCDs dran, was die Leuchtkraft angeht. Hier überwiegen mir eher die Nachteile bei LCDs gegenüber OLED.

      LG schafft es z.B. in kleineren Bereichen auf bis zu 800 Nits, was schon ordentlich ist für ordentliches HDR mit Effekten und ist mit seiner durchschnittlichen Helligkeit von rund 600 Nits nach wie vor alltagstauglich (C8). Man sehe nur, was mittlerweile AMOLED-Bildschirme im Smartphone erreichen. Aber ja: OLED spielt tatsächlich sein volles Potential in abgedunkelten Räumen. Nichtsdestotrotz sind die Kontraste dank des niedrigen Schwarzwerts einfach brutal gut.

      LCDs machen mit HDR wirklich nur Sinn – meiner Meinung nach – mit einem FALD mit jenseits der 1000 Zonen. Edge-LED kannst du einfach nur in die Tonne treten. Das Local Dimming ist einfach nur zum Schämen. Aber wie du schon sagtest: Hier ist natürlich die Peak Brightnes von teilweise über 1000 Nits schon brachial. Dafür spielen dir aber in der Regel die schlechte Hintergrundbeleuchtung und das immer noch vorhandene Backlightbleeding einen Streich.

      Für mich gewinnt hier OLED deutlich. Der Kontrast ist gut, die Helligkeit mehr als ausreichend und in gewissen Szenarien können sie sogar stromsparend sein. Burn-In ist mittlerweile kaum noch ein Thema, außer man schaut wirklich stundenlang ein und dasselbe und Einblendungen bewegen sich nicht vom Fleck. Selbst da gibt es Mechanismen, die das zu verhindern wissen. Pixel Shifting, Stromaufnahme, Widerstände, Pixel refreshing etc.

      Würde mich nicht wundern, wenn es bald ein Hybrid aus beiden geben wird. Ein OLED Backlight, wie es Samsung mal angekündigt hat, wäre schon ein Anfang. Mal schauen, was draus wird.

      • Da ich noch nen Edge LED von 2011 habe, ist der Upgrade bei Defekt so oder so gigantisch.
        Gibt’s schon FALD mit sovielen Zonen?

        • Mir ist aktuell noch kein Modell bekannt. Die meisten bieten aktuell noch um die 500, was bei einer Größe von 55″ aufwärts nur lächerlich ist. Wird wohl noch 1-2 Jahre dauern, bis da was Gescheites kommen wird – wenn überhaupt.

  3. Dann lügt anscheinend die CT Zeitschrift??? 2 Ausgebanen sind voriges Jahr erschienen, dort schreibt man, dass Burn In Effekte bei OLED unvermeidbar sind. Die OLEDs sollen versuchen diesen Effekten entgegenzuwirken in dem sie die eingebrannte Stelle (schattiger Fleck) heller machen als den Rest des Bildes oder der Rest des Bildes wird etwas dunkler um das eingebrannte zu kaschieren. Damit soll man ein homogeneres Bilder bekommen. Weiter schreibt die CT, dass OLEDs nur für ein paar Stunden täglich ausgelegt sind. Laufschrift und Sernderlogos brennen unweigerlich ein. Man sieht das dann nach ca 2 Jahren Gebrauch!!!! Ich empfehle euch die entsprechenden CT Zeitschriften zu lesen. Dann entsteht nämlich der Eindruck das OLED nicht ausgereift ist. Im Hifi Forum schalten die Nutzer ihren OLED nach 4 Stunden das Algorythmus druchlaufen kann, der die Einbrenn Effekte kaschiert. Wenn das für Euch das Wahre ist, dann weiß ich auch nicht. Mikroled ist die Zukunft

  4. QLED ist ganz klar täuschend. Mein Vater ist eigentlich schon immer Technikbegeistert gewesen, kannte auch OLED – aber nicht den Marketingschachzug QLED. Mit dem Ergebnis, dass er letztes Jahr für sich und meine Stiefmutter einen 75″-TV von Samsung gekauft hat.

    Als ich bei im dann kurz darauf bei denen zu besuch war, zeigte er mir den Fernseher „mit OLED“ …

    Dass er nach wenige Minuten – nachdem ich ihm erklärte dass QLED kein OLED ist – dann ziemlich gefrustet und sauer war und sich verarscht vorkam ist denke ich verstdändlich. Er hat das Gerät zu Mediamarkt zurück gebracht und sich wieder seinen alten LCD an die Wand gehängt.

    Für mich ist das von Samsung ganz klar eine vorsätzliche Täuschung mit dem Begriff. Und diese Vergleichsvideos und Fake-OLED-Bezeichnung hat Samsung nicht mal nötig, da diese LCD-Fernseher von Samsung trotzdem gut sind. Ich fand das Bild von 75er beeindruckend, für das Geld hätte ich aber dann wohl doch nen LG OLED genommen.

    Da ich am TV ausschließlich Filme und Serien konsumiere, ohne irgendwelche statischen Objekte wie Senderlogos oder Hubs, wäre OLED für mich eh kein Nachteil. Nur gucke ich so selten etwas, dass sich so eine Ausgabe für mich nicht lohnt.

  5. Der Test hat doch null mit Burn-In zu tun!
    Das ist nur das OLED typische Nachleuchten. Das Bild verschwindet wieder nach nur wenigen Sekunden. Neuere OLED Modelle haben das ganz gut im Griff.

    Ein Burn-In ist etwas völlig anderes.

  6. Ich habe jetzt seit 1,5 Jahren einen OLED von LG im Einsatz. Von den Farben her bin ich wirklich zufrieden. Da ich aber oft Nachrichtensender laufen habe, sind bestimmte Bereiche tatsächlich schon etwas eingebrannt. Ist leider sehr ärgerlich und habe ich so auch nicht erwartet. War definitiv mein letzter OLED.

    • Man schreibt das Einbrennen, vielmehr ein Ausbrennen der organischen Schicht ist. Und weiter schreibt man bei der CT das das Einbrennen ein irreversiblen Defekt, der nach längerer Nutzung auftritt. Das hört sich für mich nicht erbaulich an und es hält mich ab für OLED Geld auszugeben. Wenn man einen langlebigen Fernseher haben möchte greift man zu LCD oder QLED.

  7. Seid der letzten Generation gibt es überhaupt keine unterschied mehr vom Schwarzwert Farben usw.…
    Samsung benutzt eine Beschichtung die nicht spiegelt und weiße Flecken zeigt. Usw. Außerdem gibt es schon OLED schon für 800 € , was damals noch Premium war.

    https://www.youtube.com/watch?v=Z_aAV7WU5n4

    • Ich habe einen Samsung QLED und bin damit hoch zufrieden.

    • Die günstigen Samsung QLEDs kommen nicht im Ansatz an den Schwarzwert von OLEDs ran. Da fehlt einfach das Local Dimming. Merkt man vor allem bei HDR.
      Die höherpreisigen QLEDs haben Local Dimming befinden sich dann aber auch auf dem Preisniveau von OLEDs.

      • Aber alles andere stimmt. Die CT 22/2018 schreibt „Die Einbrennproblematik am OLED lässt sich nicht einfach vom Tisch wischen: Sie ist systemimmanent und wird durch diverse Maßnahmen lediglich gebremst, jedoch nicht komplett beseitigt. “ Wer kauft so ein Produkt solchen Mängeln????????

        • Wüsste nicht, dass Einbrennen bei OLEDs ein wirkliches Problem ist. Das ist Negativ-Marketing von anderen Herstellern.
          Das soll zwar nicht heißen, dass dies gar nicht passieren kann aber bei den meisten wird der Effekt nie auftreten.
          Bei den Plasma-TVs war es damals aber wirklich ein Problem und allgemein bekannt.

          • Die CT Zeitschrift macht kein Negativ Marketing. DIe CT ist eine unabhängige Zeitschrift im professionellen Bereich. Man findet im Internet soviel zu dem Thema, zum Beispiel im Hifi Forum

  8. Das Schlimme dran ist ja, dass man die Einbrenn Effekte erst nach 2 bis 3 Jahren sehen wird, je nachdem wieviel man pro Tag guckt. Und LG ist clever und schließt vieles von der Garantie aus. Nach 2 Jahren kann man auch nicht mehr umtauschen. Das sind alles Sachen…da sollte man noch ein paar Jahre warten, wie die Entwicklung weiter geht.

Schreibe einen Kommentar zu Peter Brülls Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.