So kann es gehen: Zwar wettert Samsung aktuell gegen Burn-In bei OLED-Fernsehern und empfiehlt die hauseigenen QLED-TVs als überlegene Alternative, dass dahinter in erster Marketing steckt und keine technischen Abwägungen, ist aber mehr als klar. Denn das beweist auch Samsung selbst indirekt: So hat man diese Woche erklärt, dass 13,1 Billionen südkoreanische Won in die Entwicklung und Herstellung von OLED-Panels mit Quantum Dots fließen werden.
Gerüchte dazu hatte es schon seit einer Weile gegeben, nun ist es offiziell: Samsung wird neben anderen Herstellern wie Panasonic, Philips, Sony und natürlich LG ebenfalls wieder OLED-Fernseher vertreiben. Man will OLED-Panels mit Quantum Dots kombinieren. Es wird erwartet, dass Samsung das Ergebnis folgerichtig als QD-OLED vermarkten wird. Die genannte Summe von 13,1 Billionen Won bzw. umgerechnet etwa 9,88 Mrd. Euro will man bis 2025 in jene Technik pumpen.
Ziel ist es, dadurch auch weiterhin vor der chinesischen Konkurrenz zu bleiben. Das ist auch von wachsender Bedeutung, denn mittlerweile preschen ja auch sonst für ihre Smartphones bekannte Hersteller wie OnePlus oder Xiaomi in den TV-Markt vor. Zudem soll die Fertigung der QD-OLEDs nicht nur Samsung selbst zugutekommen, auch an Partner will man die Panels natürlich im Idealfall mit guten Margen verkaufen.
Fertigen will Samsung die QD-OLED-Panels in einer Produktionslinie namens Q1 in der Asan Fabrik in der Provinz Chungcheongnam-do in seinem Heimatland Südkorea. Beginnen soll die Massenproduktion 2021, sollte nichts dazwischenkommen. Wann Samsung dann konkrete Produkte mit den Quantum-Dot-OLEDs ankündigen könnte, wird sich zeigen. Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse, gerade angesichts der Tatsache, dass Samsung zuvor nicht müde wurde seine Abneigung gegen OLED-TVs zu bekunden. Wie man sieht, ging es da weniger um die Technik an sich, als vielmehr um die Distanz zu Konkurrenten wie dem Erzrivalen LG.
Offen ist, was nun aus mit MicroLED geschehen soll. In jener Technik sah Samsung zuvor sein Heil. Ich vermute, dass man die Preise für die Fertigung einfach nicht in naher Zukunft drücken kann und deswegen mit den QD-OLEDs eine neue Übergangslösung anstrebt, bis MicroLED für den Massenmarkt geeignet ist.
