Roborock Dyad: Saugwischer im Test

Ich nenne es liebevoll die „Führerscheinklasse 7 – Bügeleisen und andere Gleitfahrzeuge“, wenn meine Frau oder ich im Haus mit einem (Wisch-) Sauger unterwegs sind, oder ein Staubsaugerroboter seine Runden dreht. Viele schwarze Fliesen und nur wenig Teppich sind bei uns im Untergeschoss zu sehen, da gibt’s natürlich entsprechend schnell Dreck. Von daher ist es kein Wunder, dass ich in den letzten Jahren häufiger Haushaltsgeräte dieser Art unter die Lupe nahm. In den letzten Wochen haben wir mit dem neuen Roborock Dyad gearbeitet.

Hierbei handelt es sich um einen Nass- und Trockensauger mit rotierenden Rollen. Hierfür hat man zwei Motoren im Einsatz, die insgesamt drei Rollen antreiben. Allerdings handelt es sich dabei nicht um drei hintereinander angelegte Rollen, stattdessen sitzen zwei Bereiche parallel gegenüber, die zweite Rolle ist „getrennt“.  Marketing interessiert mich bei solchen Sachen immer recht wenig, ob 2 oder 3 Rollen – entscheidend ist auf dem Platz – doch dazu später mehr. Ich lasse erst einmal die technischen Daten da, bevor ich zu unseren – natürlich subjektiven – Erfahrungen komme.

Roborock Dyad

Name

Dyad

Power

260 W

Spannung

22,2 V

Gewicht

5 kg

Maße

1112 x 270 x 191 mm

Maße der Ladestation

320 x 240 mm

Geräuschlevel

78 dB

Batterielaufzeit

AUTO – 35min MAX – 25min

geeignet für bis zu 280 m²

Batterie

5.000 mAh

Ladezeit

4 Stunden

Größe des Wassertanks

850 ml

Größe des Schmutzwassertanks

620 ml

Reinigungsmodi

Auto / Max / Bodentrocknungs-Modus

Art der Rollen

Multi und Soft-Rollen (eine Front-Rolle und zwei hintere Rollen)

Bewegungsradius der Bürste

180°

Voice Alert

ja

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LED

Wischsauger sind eine praktische Sache und auch der Roborock Dyad kommt mit einem Frischwasser- und einem Schmutzwassertank daher. Ebenso ist eine Selbstreinigungsfunktion dabei. Diese wird auf der mitgelieferten Station durchgeführt. Auf der Oberseite befindet sich ein LED-Bildschirm, der Information über den Modus, den Wasserstand oder die Restkapazität des Akkus angibt. Das ist nun nicht ungewöhnlich, das können eigentlich fast alle Wischsauger. Der Dyad kann euren Hartboden mit Wasser reinigen. Das Unternehmen bietet aber auch eigene Reinigungslösungen an, die man mit Unilever entwickelt hat. Muss man die nutzen? Ach was! Ich mache grundsätzlich immer etwas – und damit meine ich wenig – Bodenreiniger vom Discounter in den Tank.

Die Reinigungsleistung für einen Wischsauger würde ich als sehr gut bewerten. Wer die Dinger nicht kennt, sei aber von mir ausgebremst. Wenn ihr da Ketchupflecken entfernen wollt, die da seit Tagen sind, dann kommt da weder der Wischsauger gegen an, noch ihr selbst – die muss man immer noch wegkratzen. Gut finde ich, dass der Roborock Dyad wirklich fast bis an den Rand kommt, wobei ein ganz kleiner Streifen frei bleibt. Im Vergleich zu den vielen anderen Geräten, u. a. die Tineco-Reihe, ist das Bestleistung, wobei ich hier wirklich von Millimetern spreche.

Die versprochene Akkuleistung lässt sich ebenfalls erreichen. Der Nutzer hat die Wahl zwischen Automatik und Turbo. Bei starken Verschmutzungen regelt der Sauger aber selbst hoch. Wie erwähnt, gibt’s ein Display, welches über Akku und Modus informiert. Reinigungstechnisch gibt’s den Daumen hoch, da macht man mit dem Dyad nichts verkehrt. Sauber, leichtgängig – gut.

Damit wäre eigentlich fast alles gesagt, oder? Nun, einige Dinge will ich auf jeden Fall noch ansprechen.

Der Akku ist, wie bei (fast?) allen Saugwischern, nicht wechselbar. Das ist schade und vermutlich nicht sehr nachhaltig.

Der Roborock Dyad steht nicht von alleine. Will man ihn abstellen, dann kann man einen Ständer ausklappen. Ganz ehrlich: Es ist aber kein Problem, diesen beim Reinigen ausgeklappt zu lassen.

Die Verarbeitung ist gut und hochwertig, man kann das Gerät sehr schnell auseinander bauen, um es zu reinigen. Womit wir beim Punkt wären, den man als Neueinsteiger auch im Kopf haben darf. Saugwischer haben fast alle einen Selbstreinigungsmechanismus.

Auch der Roborock Dyad hat so einen. Das bedeutet aber nicht, dass ihr faul sein dürft. Der Reinigungsmechanismus spült quasi die Rollen durch, mehr aber auch nicht. Ihr müsst – und das meine ich bei jedem Gerät – auch mal unten die Rollen auseinander bauen. Da sammelt sich viel. Der übliche Schmodder aus Hausstaub und Haaren. Das Gleiche gilt natürlich für Filter und den Schmutzwassertank. Ja – schön, dass die Rollen durchgespült werden, aber der Rest bleibt halt doch an euch hängen.

449 Euro kostet der Roborock Dyad. Bei Amazon gab es aber schon Gutscheine, sodass man oft auf 399 Euro kommt. Damit wildert man in Tineco-Gefilden. Tatsächlich würde ich den Roborock Dyad einem Tineco Floor One S5 in der Preisklasse vorziehen, wenn ich das Geld investieren könnte. Andererseits kenne ich auch den Floor One S3, der oft für 299 Euro zu haben ist. Und das ist in der Preisklasse für mich die Referenz. Da bin ich ehrlich: Der Floor One S3 wirkt haptisch nicht so wertig wie der Roborock, aber rein leistungstechnisch – auf dem nackten Boden der Tatsachen – machen beide ihre Arbeit gut.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei X, Threads, Facebook, LinkedIn und Instagram.

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11 Kommentare

  1. Danke für den Test! Was für mich nach dem Lesen nicht wirklich klar ist:Kann man mit dem Teil auch trocken, nur Saugen? Also trocken über Teppiche etc. ?

  2. IsabellaLortz says:

    Beim Vorwerk VB100 samt SPB100 kann man den Akku wechseln, das Gerät kann ohne zusätzlichen Ständer in der Parkposition stehen und die Tücher können nach der Verwendung einfach in die Waschmaschine geschmissen werden.

    Find ich irgendwie hygienischer, als den ganzen aufgewischten Schmock da in den Walzen zu haben.

    Für mich das bessere System. Leider etwas teurer, aber Qualität made in Germany hat leider heutzutage seinen Preis.

    • So kann man es sehen, ich sehe das anders. Denn Vorwerk kenne ich und da wird nur ein Lappen hin und her gewackelt. Irgendwann schmiert man nur den Dreck weiter. Die Walze bei meinem S3 nimmt den Dreck auf und saugt ihn hinter der Rolle ab. Sprich der Dreck landet im Tank.
      Der Boden ist sauber und streifenfrei, trotz vier Katzen.
      Die Walze tausche ich nach der Reinigung gegen eine trockene und fertig ist die Putzerei.

    • Na ja – die Vorwerk-Teile sind auch Plastik pur ß einiges aus Weichplastik mit nachlassender Passform. Der Griff ne Sollbruchstelle. So beeindruckend ist die Qualität keineswegs – eher glaubt man bei Vorwerk, der Preis wäre ein Ausdruck von Qualität. Ich darf das sagen – haben wir selber. Und besser ist da auch nichts: Das Teil rubbelt mit dem beständig schmutziger werdenden Wischtuch über die noch zu reinigenden Flächen. Da hilft es wenig, dass man sie später waschen kann.

      • Was soll denn bitte Weichplastik sein? Normalerweise werden Thermoplaste in Haushaltselektronikgeräten eingesetzt die temperaturstabil sind in dem definierten Einsatzbereich. Da verformt sich eigentlich nichts.
        Welchen Griff meinst du als Sollbruchstelle? Der SP hat keinen Griff, der kann es schonmal nicht sein. Der VB hat auch keinen separaten Griff.
        Beim VK200 gibt es zwar einen zusätzlichen Griff, dass der abbricht halte ich aber auch bei normaler Nutzung für ausgeschlossen.

        Der Clou bei Vorwerk ist, dass der Schmutz vor dem Wischtuch abgesaugt wird. So Hängt der grobe Schmutz erst gar nicht im Tuch.

    • Ich finde Systeme, die auch einen „feuchten Lappen“ setzen, der einfach ewig alles breitschmiert weit weniger hygienisch, als ein System mit Frischwasser- und Schmutzwassertank.
      Ja, okay, die Rollen, können nicht in die Waschmachine, aber mal eben kochendheißes Wasser drüber laufen lassen sollte genug Hygiene sein.

  3. Sebastian Heitmann says:

    Habe mir erst vor wenigen Tagen ein Gerät von Bissell zu gelegt, den Crosswave Cordless. Erste Tests waren recht zufriedenstellend, auch trocken auf Teppichboden (mit als Zubehör erhältlicher Teppichrolle).

    Hast du von Bissell auch schon mal ein Gerät ausprobiert?

    • Bissell Crosswave wäre auch mein aktueller Favorit. Aber eher das Modell mit Kabel.
      Hat halt nur eine Walze, wobei ich aber nicht einschätzen kann ob das ein großer Unterschied beim Reinigungsergebnis macht.

      • Sebastian Heitmann says:

        Beim Crosswave mit Kabel ist natürlich ein entscheidender Vorteil, dass man ohne Zeitlimit arbeiten kann.

        Für die kabellose Variante habe ich mich entschieden, weil es einfach wesentlich komfortabler ohne Kabel ist. Bei Bisell gibt es zudem keinen Kabeleinzug, also muss man die knapp 8 m Kabel auf der Rückseite aufwickeln.

        Es ist aber auch so, dass die Größe des Frisch- und Schmutzwasserbehälters bei normaler Verschmutzung ideal zur Akkulaufzeit passen UND ich zudem in diesen 25-27 Minuten auch normalerweise die ganze Fläche schaffe – angegeben wird die Fläche von Bissell mit ca. 55 m2, man schafft aber auch durchaus mehr.

        Wenn es jedoch mal dreckiger als üblich wird, beispielsweise durch matschige Hundepfoten, kommt man mit der Laufzeit nicht mehr hin und müsste zwischendurch 4 Stunden lang den Akku laden. Da muss man halt schauen, dass man den schwerer verschmutzten Bereich eingrenzt, dann passt es wieder.

        Einige mitterschwere Flecken (besagte matschige Hundepfoten) habe ich mit dem Gerät auch komplett aus dem Teppich entfernen können. Je frischer der Fleck, desto leichter und schneller geht es.

        Ganz frische Eindrücke nach 5 Tagen Laufzeit, aber bislang alles sehr gut, vor allem in diesem Preissegment.

  4. Kann mir jemand sagen welche Maße die Bodeneinheit hat? Sowohl Breite und Länge als auch Höhe der niedrigen und höheren Seite?

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