Roaming: Großbritannien wollte gehen – Verbindungspreise bleiben bestehen

Es wird sicherlich jeder mitbekommen haben: Großbritannien ist raus. Das ist ein sehr trauriges Zeichen für das Konstrukt EU, wirft bei einigen Reisenden aber auch die Frage auf, was denn nun mit dem EU-Roaming ist. Muss ich etwa wieder zu teuren Auslandstarifen und Datenpaketen greifen?

Anscheinend erst einmal nicht. Die Telekom gab Mitte des Jahres schon einmal bekannt, dass man mindestens bis Ende 2020 alles ganz normal weiterlaufen lasse, allerdings hat man nun das klassische EU-Roaming auch bis erst einmal „open end“ kommuniziert. In der Info an Kunden heißt es, dass die Preise und Konditionen auch nach dem Ende 2020 wie bisher sind. Sprich: StreamOn-Nutzung, Datentarife und -volumen wie im Inland und alles andere bleibt wie bisher. Quasi das „Schweizer Modell“. Und wenn man den dpa-Berichten glaubt, dann ist das bei o2, Vodafone und 1&1 nicht anders. Auch sie sprechen von unveränderter Vorgehensweise.

Es ändert sich dahingehend nichts – erst einmal.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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17 Kommentare

  1. Die haben wieder einen guten Deal rausgeschlagen. Ich sehe eine positive Zukunft für Großbritannien

    • Und Erasmus beendet und ein eigenes Programm mit Turings Namen geplant. Kannste dir nicht ausdenken…

    • Guter Deal für die EU! Freier Warenverkehr begünstigt den Handelsüberschuss der EU mit UK, aber die Finanzdienstleistungen, welchen den Großteil der UK Geschäfte ausmachen, sind außen vor. Die von Johnson versprochenen „Sunny uplands“ sind nirgends in Sicht.

  2. Dass Großbritannien gegangen ist, ist ein gutes Zeichen für die EU und Großbritannien.

    … Es wäre ein super schlechtes Zeichen, wenn die EU die Strukturvernichtende Einbahnstraße wäre, welche die Kritiker gerne in ihr sehen.

    Vielmehr erlaubt die Möglichkeit auszutreten der EU zu evaluieren ob sie gute Arbeit leisten, indem die Möglichkeit besteht, sich aus ihr zurück zu ziehen.

    Wir sollten es Mitgliedsstaaten och viel einfacher machen, auszutreten. Das würde die EU noch größerem Druck aussetzen, sich in eine Richtung zu entwickeln, die es den Menschen erlaubt, das Gefühl entwickeln zu können Teil der EU bleiben zu wollen.

    Die EU hat es mit Hass und Spaltung versucht und dafür geblutet. Aus solche Fehlern müssen wir lernen. Das nächste Mal versuchen wir es mit weniger Hass, mehr Mitgefühl und Verständnis.. so was eben.

    • Die Probleme resultieren aus dem Einstimmigkeitsprinzip….
      Das sorgt für die Probleme erst und sorgt dafür das rechte Parteien immer mehr Zulauf bekommen.
      Hätte die EU z.B. einfach entscheiden können das jedes Land Flüchtlinge aufnehmen muss, wären es in jedem Land nur eine Hand voll gewesen.

      Damit lässt sich dann schlecht angst machen und die wären nicht so stark gewählt worden.

      • Weiß man halt nicht ob das was verbessert oder verschlechtert.

        Ich bezweifle, dass ein Narrativ a la „die EU zwingt uns zur Aufnahme von Flüchtlingen“ schlecht für eine Strömung seien soll, die bereit dazu ist mit der Sorge um den Zuzug von Flüchtlingen Politik zu machen. 😀

      • Jop die EU ist zu groß geworden, sodass eine einstimmigkeit kaum noch erzielbar ist.

        Wieso haben eigentlich alle Länder eine Stimme?
        Frankreich und deutschland sind doch diie wahren Gründer der EU. Die anderen können froh sein dass sie dabei sein dürfen.

        Wieso man denen ein Stimmrecht gegeben hat verstehe ich bis heute net.

        Das reicht doch wenn die kleinen Länder wie die NGOs bei der UN nur ihre Meinung kund tuen dürfen. Bestimmen tuen die großen.

        Als Kind bestimmt man doch auch nicht was die Eltern machen dürfen.

        • Was für ein Schwachsinn. Als ob ich mir von Euch Deutschen sagen lassen würde, was ich zu tun habe. Hitler ist seit fast 80 Jahren tot. Also Ihr habt nichts mehr zu melden. Und was das mit Kind und Eltern zu tun haben soll, erschließt sich mir auch nicht.

    • Die EU ist in erster Linie ein wirtschaftlicher Verbund und kein Hort der Liebe.
      Und in der Globalisierung zählt immer noch die Macht der stärkeren Wirtschaft.
      Der mit der größeren Marktmacht bestimmt die Regeln.
      Von daher ist es für GB derzeit sehr nachteilig alleine antreten zu wollen.
      Ich bin froh Europäer zu sein. Reisefreiheit, gleiche Währung, gleiche Regeln.
      Wie haben mehr Freiheiten und Möglichkeiten in der EU als in vielen anderen Ländern der Welt.

      • Nein, das stimmt so aber nicht. Die EU ist ein Staatenverbund mit vielschichtigen thematischen Ambitionen. Zu sagen das sei bloß Wirtschaft, bloß Währung oder bloß Verteidigung, das wäre politisch.

        Es mag sein, dass du die EU gerne ausschließlich oder zumindest hauptsächlich in dieser Kapazität wahrnehmen möchtest, das entspricht aber so für sich genommen natürlich nicht der Realität der europäischen Institutionen.

        In der Globalisierung zählt nicht alleine „die Macht der stärkeren Wirtschaft“. Die Größe eines Wirtschaftsraumes ist bei einigen, spezifischen Zielen ein relevantes Kriterium, die Globalisierung an sich ist im allgemeinen aber weit komplexer als „naja der größte gewinnt halt“. ..das ist auch historisch nicht korrekt, sondern hauptsächlich Ideologie.

        Ob es für Großbritannien „nachteilig“ ist, auszutreten, steht natürlich in den Sternen. Es wäre schön, wenn unsere Ökonomen und Politologen in die Zukunft schauen könnten, das ist aber noch kein Teil des Methodenbaumes dieser Fächer. 😉

        Die EU Bürokratie bemüht sich aber natürlich im Moment darum, eine offensichtlich trübe Zukunft Großbritanniens zu beschwören.

        Davon abgesehen: Ich bin auch froh, Europäer zu sein. Genau wie wohl die meisten Schweizer, Norweger oder Russen. Auf diesem Kontinent läuft einiges gut, einiges schlecht, aber er ist vergleichsweise wohlhabend und stabil. Die Wirtschaft ist vergleichsweise frei, etc.

        Darf man halt nicht mir der EU verwechseln, das Ganze.

  3. Auch mit den Deal sind die Provider in EU+UK nicht mehr verpflichtet die EU-Regulierung einzuhalten.

    Da kein Provider der erste sein will der die Gebühren berechnet wird so noch was dauern bis der erste Provider das EU-Roaming beendet, zudem ist durch den eingestellten Reiseverkehr aktuell kein Druck Gebühren zu verlangen.

    Zitat aus BBC-Artikel:
    The UK and the EU will co-operate on „fair and transparent rates for international mobile roaming“ but there is nothing stopping British travellers being charged for using their phone in the EU and vice versa

    https://www.bbc.com/news/55252388

  4. Ich verstehe nicht „Schweizrr Modell“ in Zusammenhang mit „EU-Roaming“. Als Wohnhafter in Grenznähe spüre schon beim Sonntagsspaziergang, dass schweizer Netz und EU-Roaming nichts miteinander zu tun haben.

    • Mit Schweizer Modell ist gemeint dass das Land freiwillig von Provider in die EU-Roamingzone gelegt wurde. Bei der Telekom ist die Schweiz inkl. und bei Vodafone kostet das Megabyte 4,10€.

      • … und, ich war im August ein paar Tage in Zürich, zahlte als Blau Vertragskunde (zugehörig zu: telefonica, O2) meine Datennutzungen mit 0,23 Euro/MB (Weltzone 2). Da war nix mit „EU-Roaming All-In“ wie bei unseren Reisen nach Portugal oder auf die Kanaren … eben, weil die Schweiz ein EFTA Land ist und nicht der EU zugehörig. Good-will Abkommen mögen ja machbar sein, sind aber nicht als Dauerpflichtung anzusehen.
        Da die Bürger Großbritanniens mehrheitlich beschlossen haben, nicht mehr in der EU bleiben zu wollen, müssen auch sie mit allen Konsequenzen leben. Und ebenso die, die dorthin reisen.

      • Ja. Und bei anderen Anbietern nicht und man in Grenznähe wohnt und nicht ständig auf sein Netz achtet, eine hinterlistige Kostenfalle.

    • Das Schweizer Modell bedeutet nichts anders, als dass die Schweiz in einer extra-Zone abgerechnet wird, in der KEIN Roaming inklusive ist. Einzelne Provider schliessen bei den teuren Verträgen gewisse Inkusiveinheiten mit ein. Es ist jedoch in keinem Fall vergleichbar mit dem EU-Roaming, dass jetzt offenbar auch auserhalb von Europa in GB gilt.

      Die Schweiz ist bei KEINEM Provider einfach in der EU-Zone. ALLE haben eine separate Zone für die Schweiz, ganz einfach, weil sie da mehr Kohle abräumen können. Die Argumentation passt wunderbar. Und mit Grossbritannien möchte man es nicht verderben, zumal z.B. Vodafone ja da beheimatet ist.

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