Reuters-Umfrage zur Apple Watch: 13 Prozent würden ein iPhone kaufen und andere interessante Zahlen

Die Apple Watch ist ein mindestens genauso erwartetes wie sehr schwer einzuschätzendes Produkt. Sie ist nicht die erste Smartwatch auf dem Markt, gilt aber dennoch als Hoffnungsträger für die gesamte Branche der Wearables. Aber es gibt auch genug Kritiker. Die einen bemängeln den Preis, den anderen fehlt es an Innovation. Apple zeigt sich selbstbewusst und lässt keine Zweifel daran, dass die Apple Watch natürlich die perfekte Ergänzung zu einem iPhone ist. Wie die Apple Watch vom Käufer letztendlich angenommen wird, zeigt sich dann ab dem 24. April, dem Verkaufsstart von Apples persönlichstem Produkt. Reuters gab eine Umfrage in den USA in Auftrag, um in Erfahrung zu bringen, wie die Uhr bei den Menschen ankommt. Wie immer kann man die nackten Zahlen interpretieren wie man möchte, eine Interpretation und Meinung gibt es in diesem Artikel.

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Tim Cook erzählte auf dem Spring Forward Event, dass er die Apple Watch so bekannt wie möglich machen möchte. Bedenkt man, dass sie bereits im September 2014 vorgestellt wurde und seitdem eigentlich zu keinem Zeitpunkt mehr aus der Presse verschwunden ist, sollte dies kein Problem sein. Die Umfrage fand zwischen dem 9. und 13. März statt, also direkt im Anschluss an die Vorstellung der Uhr. Die mediale Aufmerksamkeit für die Apple Watch war riesig. Dennoch gab nur etwa die Hälfte der Befragten an, dass sie innerhalb der letzten Tage News zur Apple Watch wahrgenommen hätten. Apple tut dabei alles, um die Watch überall in Szene zu setzen. mit iOS 8.2 gab es die Apple Watch App direkt auf den Homescreen der iPhone-Nutzer und auch in den Apple Stores wird die Uhr bereits beworben. Dennoch ist die Bekanntheit sicher nicht da, wo Apple sie gerne hätte.

69 Prozent der Befragten haben kein Interesse daran, eine Apple Watch zu kaufen. Was vorerst negativ klingt, kann sich dennoch positiv für Apple entwickeln. Immerhin sind fast ein Viertel der Befragten an der Smartwatch von Apple interessiert. Natürlich ist auch diese Zahl mit Vorsicht zu genießen, Interesse heißt schließlich nicht, dass man direkt in den Apple Store stürmt und sich eines der Modelle holt. Zumal sowieso nur rund ein Drittel der Befragten überhaupt Interesse an einer Smartwatch haben.

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Und das wird auch die Schwierigkeit von Apple werden. Die Nutzer davon zu überzeugen, dass eine Smartwatch einen Mehrwert bietet. Letztes Jahr wurden rund 4,6 Millionen Smartwatches verkauft, geht es nach Analysten, wird Apple 2015 zwischen 10 und 32 Millionen Apple Watches verkaufen. Eine solcher Absatz erfordert ein großes Umdenken bei den Nutzern, die eine Smartwatch bisher nicht als Notwendigkeit betrachten. Gleichzeitig würden diese hohen Verkaufszahlen auch bedeuten, dass sich andere Smartwatches besser verkaufen als bisher. Das heißt der Gesamtmarkt würde innerhalb eines dreiviertel Jahres explodieren. Möglich ist das durchaus, aber wohl auch sehr optimistisch betrachtet.

Dass die Apple Watch durchaus auch ein Grund für einen Wechsel des Smartphones sein kann, geben 13 Prozent der Befragten an. Der Rest würde logischerweise nicht auf ein iPhone setzen, nur um die Apple Watch nutzen zu können. Immerhin bestätigen 29,5 Prozent der Befragten der Apple Watch einen „Cool Factor“. Und das ist meiner Meinung nach auch genau das, was Apple erreichen will. Die Smartwatch als Accessoire zu sehen. Der Nutzen wird mit den Apps kommen, so wie es auch bei Smartphones am Anfang der Ära war.

Das deckt sich auch mit unserer Umfrage des Monats, die aktuell noch läuft. Mehr als ein Drittel der Teilnehmenden sieht aktuell keinen Bedarf an einer Smartwatch oder einem Fitness-Tracker. Hierbei muss man bedenken, dass bei uns technikaffine Menschen lesen, die normalerweise eher zu denen gehören, die neuer Technik eine Chance geben. Einen Zwischenstand der Umfrage, an der Ihr in diesem Beitrag teilnehmen könnt, habe ich hier eingebunden:

Umfrage_Smartwatch_Zwischenstand

Auch ist klar, dass die Auswahl bei der Konkurrenz nicht kleiner wird. Wer ein Android-Gerät nutzt hat mittlerweile eine breite Auswahl an Android Wear Smartwatches und Google bietet verschiedene Modelle auch direkt im eigenen Online Store an. Da werden dieses Jahr sicher noch mehr hinzukommen und auch traditionelle Uhrenhersteller werden sich mit dem Thema Smartwatch auseinandersetzen.

Als Technik-Fan kann man sich nur wünschen, dass Smart Watches so richtig Fahrt aufnehmen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob man nun Android Wear, eine Pebble, die Apple Watch oder eine andere Lösung wählt. Je mehr Käufer die Geräte finden, desto schneller können sie verbessert werden. Apple macht in diesem Fall nicht nur Marketing in eigener Sache, sondern könnte die ganze Branche mitziehen, ein Umstand, auf den viele auch spekulieren.

(Quelle: Reuters)

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29 Kommentare

  1. … und Apple sollen endlich mal dafür sorgen, dass ich auf dem vermeintlichen 16 GB iPhone 6 mehr Speicher zur Verfügung (durch Optimierung von iOS) habe, denn von den 16 GB merke ich nicht viel, ich habe nur ein paar Apps, Musik, Fotos installiert und der Speicher ist schon bald voll und ich muss ja noch beachten, dass ich sicherheitshalber 1 GB frei für temporäre Daten freilasse.

    Denselben Speicher Engpass könnt ihr später auch mit der Apple Watch haben, denn die Apps sollen dann auch lokal installierbar sein!? Was aber später durch ein Update kommen soll? Die Apple Watch wird bestimmt kostenintensiv und vergesst nicht Apple Care abzuschließen ^^.

  2. Bei all dem PR-Hype sollte hier nicht unterschlagen werden, dass es sich eben NICHT um eine zeitlose Uhr handelt, die man noch in 20 Jahren tragen oder gar seinen Enkeln vererben könnte. Die Apple Watch ist ein (in China produziertes) Wegwerfprodukt.

    In 5 Jahren verstaubt die Apple Watch als unbrauchbarer Elektronikschrott in der Schublade, weil der Akku dann längst kaputt ist. Apple hat eine Lebensdauer von 3 Jahren angegeben. Und im Gegensatz zu einer Uhr kann dann kein Uhrmacher eine neue Standardbatterie einsetzen. Aber das ist eigentlich auch egal, da sie sowieso mit anderen Smartphones nicht mehr funktioniert, sondern zwingend an ein aktuelles iPhone gebunden ist. Ganz nach der Philosophie von Apple’s geschlossenem Ökosystem, das Steve Jobs schon 2011 so formuliert hat:

    „Alle Apple-Produkte müssen besser verbunden werden, damit wir die Kunden tiefer in unser Ökosystem einsperren können.“

  3. > jan
    die apple watch im preisrahmen von 400-800 euro lässt sich doch ganz mit dem dem iphone vergleichen. beide verwenden ähnlich Materialien, bei beiden muss man den akku so nach 3 jahren wechseln lassen und beide haben wohl eine ähnliche lebensdauer (ca. 5 jahre). über die modelle für über 10.000 euro reden wir jetzt mal nicht, weil der anteil wohl sehr gering sein wird und diese, die diskussion über sinn und unsinn der watch zu sehr verwässert.
    und der vergleich zwischen smartwatch und einer hochwertigen schweizer uhr, macht so wenig sinn, wie der vergleich von schiefertafel und ipad.

  4. Mehrwert!? Ich bin mir da unsicher, ich arbeite mein Leben lang mit Apple, aber vor 2 Jahren stieg ich beim Smartphone auf ein Google Nexus um, welches sich perfekt in mein Öko System von Apple integrierte, da ich eh Gmail/ Google Kalender etc schon nutzte. Dann kam die LG G Watch, ich war unschlüssig. Als ich aber eine für €100 neu und versiegelt letztes Jahr ergattern konnte schlug ich zu, nur so zum spielen/ testen. Die Uhr funktioniert klasse, nur den Mehrwert konnte ich für mich nicht entdecken. Ich nutze sie nach wie vor ab und an, aber offen gesagt liegt sie mehr in der Schublade als dass sie am Handgelenk ist. Ich denke mal mit den meisten Apfel Uhren wird es ähnlich enden, noch dazu dass diese meines Wissens nach nicht wasserdicht sind. Dennoch finde ich die LG G Watch nach wie vor sehr gelungen, denn sie macht was sie soll und vor allem sie machte nie Probleme. Was ich nicht verstehe, das ist warum eine Smartwatch für viele unbedingt so nahe wie nur möglich optisch an eine normale Uhr herankommen muss. Das sind zwei unterschiedliche Produkte. Daher finde ich eckig praktischer als rund.

  5. @Juke gut geschrieben, sehe ich ähnlich. Ich sammle schweizer „Markenprodukte“ aber nur als Investment. Und du hast recht manche besitzen nichtmal einen Anzug, ich zB. Aber es ist für mich auch ok, wenn jemand €1000 für einen ausgibt. Ich denke auch bei 4 bis €800 werden viele die Uhr kaufen, 2/3/4 Jahre tragen als Schmuck und fertig. So wie das bei normalen Uhren in diesem Preissegment sicher auch oft der Fall ist.

  6. Na, ich weiß nicht. Den Mehrwert sehe ich einfach nicht und warum ich auf dem Fitzeldisplay herum kaspern soll, wenn ich froh bin endlich ein großes Display am Smartphone zu haben erschließt sich mir auch nicht.

    Mal davon abgesehen, dass mich das Design überhaupt nicht anspricht (sehr feminin) finde ich das relativ viel Geld für so ein kurzlebiges Produkt. Da lobe ich mir meine Breitling Old Navitimer. Läuft seit 13 Jahren ohne Zicken, Akkuwechsel oder sonstiges – mit iPhone, Samsung oder Nokia kompatibel – sieht noch so gut aus wie vor 13 Jahren (Saphirglas), passt zu Jeans oder Anzug und ist wahrscheinlich mehr wert als beim Kauf … 😉

  7. @daswichtigste says:

    Cachys iBlog

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