RedMagic 5G im Test: Tolle Hardware trifft auf durchwachsene Software

Hier im Blog berichten wir über allerlei höchst unterschiedliche Smartphones: von Einstiegsgeräten bis hin zu Premium-Modellen. Eine recht spezielle Nische sind die Gaming-Smartphones. Bisher hatte ich allerdings nie die Chance ein derartiges Phone genauer unter die Lupe zu nehmen. Das ist der Auftritt des RedMagic 5G, welches auch einen Strategiewechsel bei RedMagic bzw. dem Inhaber der Marke, nubia, bedingt: Denn dieses Gaming-Smartphone will sich dieses Mal auch als Daily Driver anbieten.

Tatsächlich sind die meisten Gaming-Smartphones sonst nämlich eher Zweitgeräte speziell fürs Spielen. In Asien läuft dieses Muster ganz gut, in Europa wollen die meisten Anwender aber ein Gerät für alles verwenden. Da hakt das RedMagic 5G auf dem Papier durchaus alle wichtigen Punkte ab, wie ein Blick auf die Specs zeigt.

Technische Daten des RedMagic 5G

  • Display 6,65 Zoll, AMOLED, 2.340 x 1.080 Pixel, Gorilla Glass 5, 144 Hz, 240 Hz Touch-Abtastrate, Format 19,5:9
  • Betriebssystem: Android 10 mit der Oberfläche RedMagic 3.0
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 865 (Octa-Core, 1x 2,84 GHz Kryo 585 & 3x 2,42 GHz Kryo 585 & 4x 1,8 GHz Kryo 585)
  • GPU: Adreno 650
  • RAM: 8 GByte LPDDR5
  • Speicherplatz: 128 GByte UFS 3.0
  • Triple-Kamera: 64 (Weitwinkel, f/1.8) + 8 (Ultra-Weitwinkel) + 2 (Makro) Megapixel
  • Videoaufnahme: 4K mit 60 fps, 8K mit 15 fps
  • Frontkamera: 8 Megapixel (f/2.0)
  • Akku: 4.500 mAh (Fast-Charging mit bis zu 55 Watt)
  • Maße / Gewicht: 168,6 x 78 x 9,8 mm / 218 Gramm
  • Schnittstellen: Dual-SIM, 4G LTE (mit Band 20), 5G, 3,5-mm-Audio, USB Typ-C (3.0), Bluetooth 5.1, GPS Wi-Fi 6, NFC
  • Besonderheiten: Stereo-Lautsprecher, Fingerabdruckcanner im Bildschirm, beleuchtetes Logo an der Rückseite, manuell regelbare, aktive Kühlung, Hi-Res Audio, kapazitive Schultertasten mit 300 Hz Abtastrate
  • Preis: 579 Euro

Schaut man sich die technischen Daten an, dann wirkt der Preis von 579 Euro (erhältlich direkt über RedMagic) traumhaft für das Gebotene. So zählt das RedMagic 5G zu den günstigsten Smartphones mit dem Qualcomm Snapdragon 865. Und dann sind auch noch LPDDR5-RAM und UFS-3.0-Speicherplatz an Bord. Sogar die Triple-Kamera mit 64 Megapixeln klingt gar nicht übel. Das Einzige, was manchem da fehlen könnte, ist wohl Wireless Charging. Außerdem sei angemerkt, dass nubia dem RedMagic 5G nur ein Ladegerät beilegt, das maximal mit 18 Watt lädt. Wer also mit 55 Watt aufladen möchte, muss sich ein separates Ladegerät kaufen.

Ausstattung und Verarbeitung

Kommen wir zur Sache: Die Verpackung des RedMagic 5G finde ich totschick. Sieht eher nach einem Kunstwerk aus und ist einfach richtig kreativ und edel – die vielleicht schönste Smartphone-Verpackung, die ich bisher gesehen habe.

Da bekommt man also direkt beim Auspacken ein gutes Gefühl. Und auch das Smartphone selbst: toll! Ich bin echt dem typischen Gaming-Look eher abgeneigt, aber das RedMagic 5G schafft da für mich perfekt den Spagat zwischen neutraler Eleganz und der Gaming-Nische – es ist eben nicht „too much“. Zumal sicherlich vielen von euch gefallen wird, dass man hier beim Bildschirm ohne Experimente auskommt: kein Notch, kein Punch-Hole und auch keine Pop-Up-Kamera. Einfach ein Display mit schmalen Rändern oben und unten – kann auch 2020, wenn gut umgesetzt, super aussehen.

An der Rückseite setzt man auf  Markenlogo, einen übergroßen 5G-Hinweis und ein prägnantes Muster, welches das RedMagic 5G definitiv von der Masse abhebt. Aus meiner Sicht hält der Hersteller hier sehr gut die Balance. Die Kameralinsen sitzen untereinander und stechen kaum aus dem Gehäuse hervor – ebenfalls gelungen. Käufer sollten allerdings rasch nach einer Schutzhülle suchen, denn das RedMagic 5G ist sozusagen aalglatt und damit prädestiniert für Stürze. Das Hersteller-Logo integriert übrigens auch eine RGB-Beleuchtung (abschaltbar), die ihr selbst in den Farben und Effekten (z. B. Pulsieren) anpassen dürft.

Da links und rechts Belüftungsschlitze sitzen, um die aktive Kühlung Luft abführen zu lassen, ist hier auch keinerlei Wasserdichte zu erwarten. Im Gegenteil, man sollte besonders vorsichtig sein, damit keine Feuchtigkeit ins Gehäuse gelangt. An der linken Seite sitzt zudem ein auffälliger roter Schalter. Er aktiviert bzw. deaktiviert den Game Space 2.1, eine dedizierte Gaming-Oberfläche mit zusätzlichen Einstellungsmöglichkeiten für das Verhalten der Lüfter, das Display und die Trigger. Zudem lassen sich hier z. B. Benachrichtigungen komplett blockieren.

Auch links sitzen übrigens noch die magnetischen Kontakte für die optional erhältliche Docking-Station. Oben findet ihr wiederum den 3,5-mm-Port für Kopfhörer, laut nubia für viele Spieler immer noch sehr wichtig. Unten sitzen der Anschluss für USB Typ-C und der Slot für SIM-Karten. An der rechten Seite warten untereinander Lautstärkewippe und Powerbutton sowie die kapazitiven Schultertasten an den Rändern.

Das Gesamtkunstwerk weiß zu gefallen und fällt durch den dezenten Gaming-Look positiv aus dem Rahmen. Nach viel Einheitsbrei, der auf meinem Tisch gelandet ist, empfinde ich das RedMagic 5G da als gelungene Abwechslung.

Display und Kamera

Das RedMagic 5G bzw. dessen Display sticht zunächst bei der Auflösung nicht sonderlich heraus: 2.340 x 1.080 Pixel auf 6,65 Zoll sind nicht übermäßig hoch. Das AMOLED-Panel stammt übrigens von Visionox und soll laut RedMagic das erste, mobile 144-Hz-Modell sein. Und genau das ist eben auch das Alleinstellungsmerkmal. Andere Gaming-Smartphones, wie das Black Shark 3, verbleiben etwa bei „nur“ 90 Hz. Selbst High-End-Smartphones wie das Oppo Find X2 Pro kommen auf maximal 120 Hz.

Doch erst einmal sind das ja alles Zahlenspielereien. Die eigentliche Frage lautet: Merkt man das im Alltag? Nun, das könnt ihr am besten überprüfen, indem ihr über die Systemeinstellungen nahtlos zwischen 60, 90 und 144 Hz wechselt. Der Sprung von 60 zu 90 Hz ist dabei wohl am deutlichsten, aber auch der Wechsel von 90 zu 144 Hz ist stark spürbar. 144-Hz-Display, der Qualcomm Snapdragon 865, die 8 GByte LPDDR5-RAM und der UFS-3.0-Speicher sorgen für eine derart pfeilschnelle und butterweiche System-Performance, dass mir mein eigenes Xiaomi Mi Note 10 veraltet vorkam.

Schade, dass die Farbdarstellung des Bildschirms nicht solche Begeisterungsstürme auslöst. Im direkten Vergleich wirkt mein Xiaomi Mi Note 10 da deutlich knackiger. Immerhin könnt ihr die Darstellung aber noch anpassen, wenn ihr z. B. lieber warme oder kalte Farben bevorzugt. Generell sind es aber vor allem die 144 Hz, welche hier beeindrucken. Auch der Fingerabdruckscanner sitzt im Übrigen im Bildschirm und funktionierte bei mir absolut zuverlässig und blitzschnell.

Kommen wir nun zur großen Enttäuschung: der Kamera des RedMagic 5G. Auf dem Papier glänzt sie mit 64 (Weitwinkel, f/1.8) + 8 (Ultra-Weitwinkel) + 2 (Makro) Megapixeln. Die Fotos, die ich mit dem Smartphone geschossen habe, wirken aber ab Werk wie mit einem Instagram-Filter überzogen. So pusht das Gerät die Farben dermaßen, dass man sich teilweise in einem Animationsfilm wähnt. Auch der Detailgrad der Bilder ist recht durchschnittlich, die Nachschärfung hingegen oft massiv. Aus dem eigentlich hervorragenden Sensor Sony IMX686 holt man kaum etwas heraus.

nubia betonte mir gegenüber, dass die Kamera nicht der Fokus dieses Gaming-Smartphones sei. Das ist in Ordnung, aber wenn man das RedMagic 5G auch als Daily Driver platzieren möchte, dann sollte die Kamera zumindes solide sein. Leider ist sie unterdurchschnittlich, was sich schon in der App an sich zeigt. Wer auf die Ultraweitwinkel-Linse zugreifen will, muss etwa in den Pro-Modus wechseln – eine unverständliche Entscheidung. Auch die Makro-Linse suchte ich zunächst vergeblich.

Ihr erreicht sie erst über den ganz links versteckten Punkt „Camera Family, in dem die App dann verschiedene Sonder-Modi vorschlägt.

Wenigstens den Porträt-Modus erreicht man leichter, er steht aber hinter anderen Varianten von Huawei, Samsung oder auch Xiaomi weit zurück. So kann man die Tiefenunschärfe leider nicht nachträglich anpassen und auch das Ausschneiden ist oft unsauber – siehe etwa die von mir fotografierten Vögel im Park.

Die Frontkamera kann euch natürlich ebenfalls ablichten (auf Wunsch auch mit der üblichen „Verschönerung“) – mit überschaubaren 8 Megapixeln. Die Aufnahmen sind recht weich und man muss sich gut positionieren, um im Fokus zu sein. Auch die Dynamik ist überschaubar. Porträt-Aufnahmen beherrscht auch die Selfie-Kamera. Viele Worte möchte ich da nicht verlieren, das ist bei der Qualität der Fotos besser so – sie sind bestenfalls ok, bleiben aber eben im Bezug auf Front- und Hauptkamera hinter den Erwartungen zurück. Solltet ihr an unkomprimierten Aufnahmen Interesse haben – dann findet ihr sie unter diesem Link zum Herunterladen.

Benchmarks und Gaming

Das RedMagic 5G unterstützt, wie bereits erwähnt, 144 Hz. Nun gibt es aber einen Haken: Wollt ihr die Schnelligkeit des Bildschirms auskosten, dann muss das jeweilige Spiel ebenfalls diese Bildwiederholrate unterstützen. In einigen populären Titeln ist das der Fall – z. B. „Real Racing 3“, „Dead Trigger 2“ und „Vain Glory“. Wiederum bietet das RedMagic 5G ja auch die sogenannte 4D Vibration. Damit können „Call of Duty Mobile“, „Fortnite“ und z. B . „PUBG“ aufwarten. Und die dedizierten Schultertasten? Die sind direkt eingebunden von anderen Games unterstützt: etwa „Asphalt 9: Legends“, abermals „PUBG“ und „Knives Out“.  Sie lassen sich aber auch selbst belegen.

Okay, welche Spiele habe ich denn dann ausführlicher ausprobiert? „PUBG“ hat sich angeboten, da man in dem Titel direkt die haptischen Schultertasten mit 300-Hz-Touch-Abtastrate und die 4D Vibration testen kann. Klar, dass ich aber auch in „Fortnite“ hereingeschaut habe. Außerdem habe ich mir „Real Racing 3“ und „Dead Trigger 2“ vorgenommen, um ein besseres Bild zu erhalten.

„Real Racing 3“ ist kein Spiel, was mich im Bezug auf das Gameplay begeistert, denn es ist eher ein typisches Monetarisierungs-Vehikel von Electronic Arts. Aber ich will hier ja auch gar nicht die Qualität der Titel bewerten, sondern die Fähigkeiten des RedMagic 5G austesten. Und da macht „Real Racing 3“ in 144 Hz natürlich schwer was her. Keine Verzögerungen, absolut flüssig und das Display spielt seine Stärken aus.

Über das Game-Space-2,1-Menü kann man ohne Unterbrechung im Spiel Settings anpassen

Bei „Dead Trigger 2“, einem Shooter, profitiert man allerdings noch deutlicher von den 144 Hz in Kombination mit der Touch-Abtastrate von 240 Hz. Normalerweise sind Touch-Steuerungen ja eher schwammig, weswegen sich Games da im Design mobil anpassen müssen. Die Präzision bei den Eingaben ist eben viel geringer als einem Controller. Einen Teil dieser Schwammigkeit kann man durch die 144 Hz / 240 Hz am RedMagic 5G durchaus nehmen.

„PUBG“ unterstützt dann sowohl die Schultertasten als auch 4D Vibration. Die Schultertasten sind für mich dabei eine zwiespältige Angelegenheit. Zwar kann man die Empfindlichkeit anpassen, ich habe sie aber leider doch ein ums andere Mal versehentlich betätigt. Statt haptischer Felder wären mir da echte Buttons lieber gewesen. Die Stereo-Lautsprecher in Kombination mit der 4D Vibration sind aber wirklich top. In „PUBG“ konnte ich Gegner dadurch wesentlich besser orten, was mir als Noob definitiv spielerische Vorteile verschafft hat – in meinen ersten Games war ich recht konstant vorne mit meinen Kills. Das war durchaus beeindruckend.

Viele Einstellungen des Game Space 2.1 lassen sich beim Zocken „on the fly“ vornehmen

„Fornite“ ist das Stichwort: Auch hier steht die 4G Vibration zur Verfügung, die das Smartphone eben bei Treffern oder Schüssen vibrieren lässt – ähnlich wie man es von Controllern wie dem DualShock 4 der PS4 oder dem Pad der Xbox One kennt. Der größere Vorteil entsteht aber eben durch die hohe Abtastrate, welche es deutlich präziser und schneller ermöglicht Gegner aufs Korn zu nehmen.

Die Spieleauswahl meiner installierten Titel im Game Space 2.1

Zum Schluss ein wichtiger Hinweis: Zum Zocken solltet ihr definitiv in den Game Space 2.1 wechseln, was eben über das Umlegen des roten Schalters an der linken Seite geschieht. Denn nur in jenem Modus könnt ihr z. B. jederzeit die Lüftersteuerung anpassen. Der Wechsel wirkt sich auf das Lüfterverhalten sofort aus: Startete ich ein Spiel im normalen Launcher, sprang der Lüfter etwa in „Real Racing 3“ nicht an. Im Game Space 2.1 funktionierte die intelligente Regulierung und er passte je nach Last seine Geschwindigkeit an.

Wer den Lüfter mal maximal röhren hören möchte, kann im regulären Launcher PCMark oder 3DMark starten, kurioserweise schaltete der Lüfter in beiden Benchmark-Apps schon im Menü auf die maximale Einstellung. Dann ist die Kühlung übrigens etwas nervig, denn es gibt ein hochfrequentes Fiepen. Wird man beim Zocken nicht unbedingt wahrnehmen, es sei aber erwähnt. Ansonsten finde ich es erstaunlich, wie man eine aktive Kühlung in so ein kompaktes Gerät bekommen hat. Wer beim Zocken länger etwas von der Leistung des Qualcomm Snapdragon 865 haben möchte, wird das sicherlich begrüßen.

Zum Abschluss hier noch die Benchmark-Ergebnisse aus 3DMark, Geekbench, GFXBench und PCMark des RedMagic 5G, die ich einfach mal für sich sprechen lasse:

Weitere Anmerkungen

Die Achillesferse des RedMagic 5G ist, ihr habt es schon herausgelesen, nicht in der Hard-, sondern in der Software zu finden. Die Oberfläche RedMagic 3.0 ist definitiv schwer verdaulich. Das fängt damit an, dass ab Werk die eigene Gestensteuerung aktiviert ist, will man das klassische Onscreen-Menü am unteren Bildschirmrand einblenden, muss man dies erst aktivieren. Dann dient es nicht gerade der Übersicht, dass es keine unterschiedlichen Icons gibt, sondern einfach drei kleine Kreise nebeneinander am unteren Bildschirmrand ruhen.

Manche Menüs sind am RedMagic 5G nur auf Englisch verfügbar

Vor den ersten Firmware-Updates mischte sich in der Oberfläche zudem bunt Deutsch mit Englisch, mittlerweile ist der Sprachen-Mix etwas zurückgegangen, aber immer noch an einigen Stellen vorhanden. Wo wir bei Updates sind: Da muss man auf RedMagic bzw. nubia vertrauen und wie gut die sich da auf Dauer schlagen, steht in den Sternen. Zuletzt stand ich beim Android-Sicherheitspatch für März 2020 – Anfang Mai 2020. Allerdings ist das bei meinem Xiaomi Mi Note 10 genau so.

Kleinere Bugs stören dabei sporadisch die Erfahrung: Nach der Installation von „PUBG“ und Co. landete das jeweilige App-Symbol nur im App-Drawer, ich wollte es gerne auf meinen Homescreen schieben. Das verweigerte mir das RedMagic 5G mit der Aussage, es sei schon eine Verknüpfung vorhanden – blöd. Erst ein Neustart behob das Problem, denn dann wurden die zuvor quasi unsichtbaren App-Shortcuts tatsächlich von alleine auf dem Homescreen angezeigt.

Ästhetisch unschön: Öffnet man den Benachrichtigungsschirm, dann wirkt die Oberfläche viel zu wuselig. Das liegt daran, dass nicht vollständig anzeigbare Bezeichnungen wie „Colorful Light Effect“, „Silence Mode“ oder „Airplane Mode“ quasi als Lauftexte permanent scrollen. Habe ich als visuell sehr unangenehm empfunden, etwas das man beim Hersteller überdenken sollte.

Akkulaufzeit? Nun, die hängt gerade bei diesem Gaming-Smartphone extrem davon ab, was ihr so treibt. Bildschirm auf 144 Hz gestellt und am Zocken? Dann könnt ihr mitzählen, wie die Prozente des Akkustands purzeln. Für den Alltagsbetrieb würde ich daher auch empfehlen den Kompromiss zu gehen und 90 Hz zu verwenden. Was es schwierig macht, die Akkulaufzeit des RedMagic 5G pauschal zu beurteilen, ist auch die Tatsache, dass viele Apps derzeit nut 60 Hz unterstützen und daher automatisch in diesen Modus wechseln. Insgesamt kam ich mit dem Gerät immer über einen Tag, es sei denn ich schon längere Spielesessions mit 144 Hz ein – dann musste ich zwischendurch an die Steckdose.

Die Darstellung der Farben lässt sich am RedMagic 5G anpassen

Telefonieren könnt ihr mit dem RedMagic 5G ebenfalls, man sollte es kaum glauben. Das Smartphone bewerkstelligt diese Aufgabe unauffällig. Positiv möchte ich noch die Stereo-Lautsprecher vermerken, die tatsächlich nicht nur in Games einen überdurchschnittlichen Sound liefern, sondern auch bei der Videowiedergabe.

Vielleicht auch noch eine  letzte Anmerkung bezüglich Bloatware: Zumindest mein Testmuster des RedMagic 5G kam vollkommen ohne Bloatware daher – so soll es sein. Falls ihr euch nun übrigens denkt: „Na ja, dann ist der Launcher eben nicht so prall – ändert man und fertig.“ Leider geht das nicht, denn am RedMagic 5G ist nur der Default-Launcher nutzbar. Vermutlich hängt das mit den Spieleoptimierungen und dem fliegenden Wechsel zu der Game-Space-2.1-Oberfläche zusammen.

Fazit

Ach Mensch, RedMagic bzw. nubia: Das RedMagic 5G ist ein tolles Stück Technik zu einem fantastischen Preis, sodass es mir leid tut, dass ich das Gaming-Smartphone dennoch nicht vorbehaltlos empfehlen kann. Dazu gibt es zu viele kleine Bugs, Übersetzungsfehler und seltsame UI-Entscheidungen, welche den Alltag stören. Die Oberfläche RedMagic 3.0 muss dringend verbessert werden. Dazu kommt eine Kamera, die selbst von vielen Mittelklasse-Smartphones gnadenlos geschlagen wird und verhindert, dass sich das RedMagic 5G als Daily Driver in dieser Preisklasse qualifiziert.

Schade, denn das Design finde ich erstklassig, die Verarbeitung stimmt und die Performance ist absolut traumhaft. Auch das AMOLED-Display mit 144 Hz macht richtig Laune, selbst wenn eine höhere Auflösung in Kombination mit 120 Hz vielleicht der bessere Mittelweg wäre. Vermutlich wollte nubia da auch zeigen, was mittlerweile im Bereich der Bildwiederholrate möglich ist. Die Schultertasten wiederum haben mich weniger begeistert, statt haptischer Buttons hätte ich mir echte Tasten gewünscht.

Ein Mehrwert sind in Spielen die wirklich guten Stereo-Lautsprecher und 4D Vibration, welche es im Tandem in kompatiblen Titeln leichter machen, Gegner zu orten und tatsächlich einen Gameplay-Vorteil darstellen. Das ist aber insgesamt ein wenig die Krux: Die jeweiligen Games müssen eben die Features des RedMagic 5G unterstützen. Und da ist die Liste momentan noch etwas überschaubar. Am meisten Spaß hatte ich da persönliuch in „PUBG“.

Im Ergebnis ist das RedMagic 5G ein feines Stück Hardware, dessen Potential aber aufgrund der Software hinter den Erwartungen zurückbleibt. Gamer sollten das Phone im Auge behalten, alle anderen warten vielleicht mal ab, was sich da so in Sachen Updates noch tut – so sehr der Preis auch reizen mag.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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2 Kommentare

  1. Wenn nichtmal ein anderer Launcher drauf geht oder sich nen GCam Mod findet schade.. Wobei ich eh denn Sinn von reinen Gamingsmartphones nicht so sehe.

  2. Finde diese Art von Smartphones eigentlich ganz interessant, trotzdem würde ich mir niemals so ein Gerät zulegen, was vor allem auch an den verfügbaren Spielen für solche Geräte liegt.

    Der Trend in zu Mikro-Transaktionen und In-Game-Käufen, der so langsam ja auch auf Konsolen und PC übergeht, macht für mich solche Spiele absolut unattraktiv (wird ja auch in einem knappen Kommentar erwähnt, wo es um RR3 geht).

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